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Kapitel 5: Finanzen, Organisation und Rechenschaftspflicht

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2009
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Das Geschäftsjahr, das zum 30. April 2009 endete, war geprägt von wichtigen Reformen, die den IWF in eine schlankere Institution mit neuer Ausrichtung verwandelt haben. Im Bereich Haushalt, Organisation und Rechenschaftspflicht richten sich die Bestrebungen jetzt auf die Umsetzung von Mechanismen, die die Finanzen und sonstige Tätigkeit des Fonds sicherstellen sollen. Neue Praktiken zur Steigerung der Effizienz des Fonds kommen jetzt zum Einsatz, und Rechenschaftspflicht und Transparenz innerhalb des Fonds werden ebenfalls gestärkt.

Parallel zum dynamischen und zukunftsorientierten Quoten- und Stimmreformpaket, das Ende des GJ 2008 verabschiedet wurde, genehmigte der Gouverneursrat einen Vorschlag zur Änderung des IWF-Übereinkommens, mit dem die Investitionsbefugnis des Fonds ausgeweitet werden soll. Wenn der Änderungsvorschlag einmal in Kraft tritt und das Exekutivdirektorium den Beschluss gefasst hat begrenzte Goldverkäufe vorzunehmen, wird ein entscheidendes Element für die nachhaltige Finanzgrundlage des IWF etabliert sein.

Nach der Einrichtung eines gemeinsamen Lenkungsausschusses, der die verschiedenen Stränge von Folgemaßnahmen koordieren soll im Hinblick auf den IEO-Befund zur Verwaltungsführung des Fonds und den Ausschuss angesehener Persönlichkeiten, der die Aufgabe hat, das gegenwärtige Regelwerk des Fonds für die Entscheidungsfindung zu beurteilen (siehe Kapitel 4), wurden im GJ 2009 die Reformen fortgesetzt, mit denen sichergestellt werden soll, dass der IWF den Bedarf seiner Mitglieder trotz engerer Haushaltszwänge erfüllen kann. Dazu gehörten die Verschlankung der personellen Infrastruktur des IWF, um mehr Flexibilität und Effektivität zu erzeugen, sowie die gezieltere Ausgestaltung von Mechanismen, die Rechenschaftspflicht und Risikomanagement verbessern. Es wurden auch neue Instrumente zur Modernisierung des Fonds eingesetzt, die dafür sorgen sollen, dass er sich den wandelnden Bedürfnissen seiner Mitglieder anpasst.

Finanzoperationen Und -Grundsätze

Einkommen, Gebühren, Vergütung und Lastenteilung

Seit seiner Gründung nutzt der IWF hauptsächlich die Kreditvergabe zur Finanzierung seiner Verwaltungsausgaben. Im GJ 2008 einigte sich das Exekutivdirektorium auf eine grundlegende Reform des Einkommensmodells des IWF, die im Mai 2008 vom Gouverneursrat gebilligt wurde. Die Reform gestattet es dem IWF, seine Einnahmequellen zu diversifizieren.

Wesentliche Elemente des neuen Einkommensmodells sind die Einrichtung eines Stiftungsfonds, der durch die Erträge aus der Veräußerung eines Teils der Goldbestände des IWF finanziert wird, eine Ausdehnung der Investitionsbefugnis des IWF, um höhere Renditen auf Investitionen zu erzielen, und eine Wiederaufnahme der Praxis, die Kosten für die Verwaltung des PRGF-ESF-Trust an den Fonds zurückzuerstatten. Die Ausdehnung der Investitionsbefugnis erfordert eine Änderung des IWF-Übereinkommens, die den IWF-Mitgliedern derzeit zur Abstimmung vorliegt. Der Goldverkauf kann beginnen, sobald der Fonds die notwendige Zustimmung von seinen Mitgliedern erhält und das Exekutivdirektorium den Verkauf billigt. Der geplante Goldverkauf würde über einen längeren Zeitraum hinweg gestaffelt werden, damit es zu keinen Störungen auf dem Goldmarkt kommt. Nach dem gegenwärtigen Einkommensmodell, das seit der Gründung des IWF gültig ist, sind Kreditvergabe und Investitionen die Haupteinnahmequellen des Fonds. Der Gebührensatz (Zinssatz) auf IWF-Kredite wird zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres als SZR-Zinssatz plus einem Aufschlag in Basispunkten festgelegt.45 Für das GJ 2010 kam das Direktorium überein, den Aufschlag für den Gebührensatz bei 100 Basispunkten und damit unverändert gegenüber dem GJ 2009 zu belassen. In Übereinstimmung mit dem neuen Einkommensmodell wurde die Entscheidung von den Prinzipien geleitet, dass der Aufschlag die Vermittlungskosten des Fonds und den Aufbau von Reserven decken und allgemein den langfristigen Konditionen auf dem Kreditmarkt entsprechen soll. Nach diesem Ansatz besteht ein wesentliches Ziel darin, den Gebührensatz stabil und vorhersehbar zu halten.

Die Reform des Kreditvergabeinstrumentariums des IWF vom März 2009 enthielt eine Vereinfachung der Gebühren- und Fälligkeitsstrukturen des Fonds (siehe „Bereitstellung der für die Krisenbewältigung erforderlichen Instrumente” in Kapitel 3). Im neuen Regelwerk zu Gebühren und Fälligkeiten werden niveaubasierte Aufschläge von 200 Basispunkten auf den Einsatz großer Kreditsummen (über 300 Prozent der Quote eines Mitglieds) in den Kredittranchen46 und unter den Erweiterten Kreditvereinbarungen erhoben. Der IWF berechnet zudem zeitbasierte Aufschläge von 100 Basispunkten auf den Einsatz großer Kreditsummen (gleiche Grenze wie oben), die mehr als 36 Monate lang überfällig sind.

Darüber hinaus erhebt der IWF auch Servicegebühren, Bereitstellungsgebühren und Sondergebühren. Auf jede Kreditauszahlung aus dem Allgemeinen Konto wird eine Servicegebühr von 0,5 Prozent berechnet. Eine rückerstattungsfähige Bereitstellungsgebühr auf Vereinbarungen aus dem Allgemeinen Konto, wie Bereitschaftskredit-Vereinbarungen sowie Erweiterte Kreditvereinbarungen und Vereinbarungen der Flexiblen Kreditlinie, wird auf die Beträge erhoben, die gemäß der Vereinbarung in jedem 12-Monats-Zeitraum gezogen werden dürfen. Die Struktur der Bereitstellungsgebühr wurde im Rahmen der Kreditreform ebenfalls revidiert. Es werden jetzt 15 Basispunkte auf zugesagte Beträge bis zu 200 Prozent der Quote erhoben, 30 Basispunkte auf zugesagte Beträge zwischen 200 Prozent und 1000 Prozent der Quote und 60 Basis-punkte auf zugesicherte Beträge über 1000 Prozent der Quote. Die Gebühren werden erstattet, wenn der Kredit im Verhältnis zu den erfolgten Ziehungen gebraucht wird. Der IWF erhebt außerdem Sondergebühren auf überfällige Tilgungszahlungen und auf Gebühren, die weniger als sechs Monate überfällig sind.

Auf der Ausgabenseite zahlt der IWF seinen Mitgliedern Zinsen (Vergütung) auf ihre Gläubigerpositionen im Allgemeinen Konto (sogenannte Reservetranchenpositionen). Der Vergütungssatz entspricht derzeit dem SZR-Zinssatz. Das IWF-Übereinkommen schreibt vor, dass der Vergütungssatz nicht über dem SZR-Zinssatz und nicht unter 80 Prozent des SZR-Zinssatzes liegen darf.

Die Gebühren- und Vergütungssätze werden gemäß einem Lastenteilungsmechanismus angepasst, der Mitte der 1980er Jahre eingerichtet wurde und die Kosten überfälliger Verbindlichkeiten gleichmäßig zwischen Gläubiger- und Schuldner-Mitgliedern verteilt. Der Einkommensverlust auf Grund von Zinsen, die sechs oder mehr Monate überfällig (unbezahlt) sind, wird durch Erhöhung des Gebührensatzes und Senkung des Vergütungssatzes ausgeglichen. Die auf diese Weise eingezogenen Beträge werden bei Begleichung der überfälligen Gebühren zurückerstattet. Im GJ 2009 sank die Anpassung des Gebührensatzes und des Vergütungssatzes für unbezahlte Zinsen im vierten Quartal auf den historischen Tiefststand von 1 Basispunkt. Zurückzuführen war dies auf die Begleichung der Rückstände Liberias im letzten Jahr und den nachfolgenden Anstieg ausstehender IWF-Kredite an Länder, die von der weltweiten Krise betroffen waren. Die angepassten Gebührenund Vergütungssätze lagen im GJ 2009 bei durchschnittlich 2,84 bzw. 1,74 Prozent.

Der Lastenteilungsmechanismus erwägt auch die Anpassung des Gebühren- und Vergütungssatzes, um Mittel zu beschaffen, die den IWF gegen das Verlustrisiko aus Tilgungsrückständen schützen; diese Mittel werden im Sonderkonto für Eventualfälle (Special Contingent Account – SCA-1) gehalten. Mit Wirkung zum November 2006 beschloss das Direktorium jedoch, Einzahlungen auf das SCA-1 auszusetzen, und seither sind keine Einzahlungen erfolgt. Im März 2008 wurde eine teilweise Ausschüttung von 525 Mio. SZR aus dem SCA-1 an einzahlende Mitglieder vorgenommen, um die Finanzierung der Entschuldungsmaßnahmen des IWF an Liberia durch bilaterale Beiträge zu ermöglichen.

Die Nettoeinkünfte des IWF betrugen im GJ 2009 insgesamt 154 Mio. SZR, was auf verstärkte Kreditvergabe und die starke Wertentwicklung der IWF-Investitionen zurückzuführen ist. Diese waren durch die Flucht der Investoren zu hochwertigen Anlageobjekten in der sich weltweit verschlechternden Wirtschaftslage im Wert gestiegen. Der Ertrag abzüglich der Gebühren auf die Investitionen des IWF betrug 6,29 Prozent und lag damit 67 Basispunkte über dem ein- bis dreijährigen Referenzindex. Insgesamt profitierten die Investitionen von sinkenden Renditen bei Staatsanleihen, die von den Turbulenzen an den Finanzmärkten getrieben wurden, und führten zu Kapitalerträgen von mehr als 46 Prozent des gesamten Investmentertrags.

Rückstände gegenüber dem IWF

Überfällige Verpflichtungen gegenüber dem IWF (einschließ-lich seiner Funktion als Treuhänder) gingen leicht zurück, von 1.341 Mio. SZR Ende April 2008 auf 1.326 Mio. SZR Ende April 2009 (Tabelle 5.1). Auf Sudan entfielen rund 75 Prozent der verbleibenden Rückstände, während Somalia und Simbabwe mit 18 bzw. 7 Prozent zu Buche schlugen. Alle Rückstände gegenüber dem IWF mit Stand vom Ende April 2009 waren längerfristig (mehr als sechs Monate überfällig): ein Drittel entfiel auf überfällige Tilgung, die anderen beiden Drittel auf überfällige Gebühren und Zinsen. Mehr als vier Fünftel betrafen Rückstände gegenüber dem Allgemeinen Konto, der Rest gegenüber der SZR-Abteilung, dem Treuhandfonds und dem PRGF-ESF-Trust. Simbabwe ist das einzige Land mit langfristigen Rückständen gegenüber dem PRGF-ESF-Treuhandfonds.

Tabelle 5.1Rückstände gegenüber dem IWF, die mindestens sechs Monate überfällig sind, nach Art(Millionen SZR; per 30. April 2009)
NACH ART
INSGESAMTALLGEMEINE ABTEILUNG (EINSCHL. STRUKTURANPASSUNGSFAZILITÄT)SZR-ABTEILUNGTREUHANDFONDSPRGF-ESF
SOMALIA242,7220,514,18,10,0
SUDAN994,4914,10,080,30,0
SIMBABWE89,20,00,00,089,2
INSGESAMT1.326,41.134,614,188,489,2
Quelle: IWF, Abteilung Finanzen.
Quelle: IWF, Abteilung Finanzen.

Unter der verstärkten kooperativen Strategie gegen Zahlungsrückstände werden Korrekturmaßnahmen ergriffen, um längerfristige Rückstände gegenüber dem IWF anzugehen. Zum Ende des Geschäftsjahres hatten Somalia, Sudan und Simbabwe auf Grund ihrer Rückstände gegenüber dem IWF weiterhin keine Berechtigung zur Nutzung von Mitteln aus dem Allgemeinen Konto. Simbabwe blieb von der Liste der PRGFberechtigten Länder ausgeschlossen, und eine Erklärung der Kooperationsunwilligkeit, die Aussetzung der technischen Hilfe47 sowie der Stimmrechte und diesbezüglichen Rechte blieben in Kraft

Verwaltungs- und Kapitalhaushalte

Im Einklang mit dem bereits verabschiedeten Rahmen des mittelfristigen Haushalts (MFH) für die GJ 2009-11 legte das Exekutivdirektorium im April 2009 Nettoverwaltungsausgaben von insgesamt 880 Mio. US$ sowie eine Obergrenze für Bruttoverwaltungsausgaben in Höhe von 1.053 Mio. US$ für das GJ 2010 fest und bewilligte 45 Mio. US$ für Kapitalprojekte im Rahmen eines 137 Mio. US$ umfassenden Kapitalplans für die GJ 2010-12, die im GJ 2010 eingeleitet werden sollen. Das Direktorium notierte die vorbehaltlichen Haushaltsrahmen für das GJ 2011 und GJ 2012 in Höhe von 895 bzw. 932 Mio. US$, die den MFH des Fonds für die GJ 2010-12 ausmachen. Das Direktorium billigte darüber hinaus den Vortrag von bis zu 6 Prozent ungenutzter Mittel aus dem Verwaltungshaushalt des GJ 2009 – 52 Mio. US$ – auf das GJ 2010.

Der MFH für die GJ 2009-11 setzte ein ehrgeiziges Reform-programm für eine Neuausrichtung des IWF in Gang, damit der Fonds kosteneffektiv zielgerichtetere Leistungen erbringen kann. Demgemäß führte das neue stationäre Strukturgleichgewicht des Fonds – der Haushaltansatz für das GJ 2011 – zu einer schlankeren und moderneren Institution, deren Ausgaben permanent um real 100 Mio. US$ und deren Stellen um 380 im Vergleich zum vorhergehenden MFH (GJ 2008-10) gekürzt wurden. Diese Bemühungen waren zentraler Bestandteil eines Plans, um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben des Fonds zu schließen und einen nachhaltigen Haushaltsrahmen zu schaffen, der vom neuen Einkommensmodell des Fonds gestützt wird.48 Die Maßnahmen waren hauptsächlich für den Beginn der Periode geplant, und so wurden die meisten Anpassungen im GJ 2009 implementiert – im Gleichschritt mit einem neu ausgerichteten Arbeitsprogramm, das durch die Umverteilung von anderen Arbeitsbereichen reale Mittelzuwächse für prioritäre Tätigkeiten erlaubte, wie etwa die multilaterale und regionale Überwachung.49

Im GJ 2009 waren das operationelle und das Haushaltsmanagement von zwei dominierenden Kräften geprägt: die Implementierung der großen Umstrukturierungs- und Neuausrichtungsmaßnahmen, mit denen 2008 begonnen wurde, sowie die Tätigkeiten im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise.

Der Stellenabbau, der für die GJ 2009-11 geplant war, war im GJ 2009 großenteils abgeschlossen, da die Anzahl der Mitarbeiter, die den IWF freiwillig verließen, größer ausfiel als geplant.50 Nachdem die Anzahl der Mitarbeiter im Verwaltungshaushalt niedriger war als zum Erhalt des stationären Gleichgewichts vorgesehen ist, gab es Spielraum, um festangestellte Mitarbeiter anzuwerben und wieder auf Strukturniveau zu kommen. Diese Einstellungen boten auch die Möglichkeit, die Kenntnisse unter den Mitarbeitern neu zu mischen und damit die zu erwartende Agenda besser zu stützen. Diese freiwilligen Trennungen sowie weitere Kosten im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des IWF wurden über eine einmalige Bewilligung mit mehrjähriger Laufzeit von 185 Mio. US$ finanziert, die das Exekutivdirektorium im GJ 2008 verabschiedete; darin enthalten sind 8 Mio. US$ für die Büros von Exekutivdirektoren.51 Weitere Faktoren der Haushaltsunterschreitung waren Rückgänge in Reise-, Gebäudeund sonstigen Verwaltungsausgaben, die eine verbesserte Beschaffungspolitik und –praktiken sowie weitere Effizienzsteigerungen widerspiegeln (Tabelle 5.2). Im Zusammenhang damit genehmigte das Direktorium wie bereits erwähnt den Vortrag von bis zu 6 Prozent ungenutzter Mittel aus dem Nettoverwaltungshaushalt des GJ 2009, bzw. 52 Mio. US$ auf das GJ 2010.

Tabelle 5.2Nettoverwaltungshaushalt nach den wichtigsten Ausgabenkategorien, GJ 2008–12
GJ 2009
GJ 2008 HAUSHALTGJ 2008 ERGEBNISHAUSHALTERGEBNISGJ 2010 HAUSHALTGJ 2011 HAUSHALTGJ 2012 HAUSHALT
(Millionen US-Dollar)
Personal723714697659710731764
Reisekosten101949877899496
Gebäude und sonstige Ausgaben161158163150168170174
Jahrestagungen0000500
Rücklagen für Eventualfälle100907919
Bruttoausgaben994967930851906892899
Einnahmen−71−76−95−95−92−97−103
Nettoverwaltungshaushalt922891835756813796796
(Millionen US-Dollar per GJ 2008)
Personal723714670633656650652
Reisekosten101949474828382
Gebäude und sonstige Ausgaben161158157144156151148
Jahrestagungen0000500
Rücklagen für Eventualfälle100806816
Bruttoausgaben994967930851906892899
Einnahmen−71−76−95−95−92−97−103
Nettoverwaltungshaushalt922891835756813796796
Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung.
Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung.

Wie in Kapitel 3 beschrieben, zeigte der IWF eine starke Reaktion auf die globale Finanzkrise und stellte sein Arbeitsprogramm im Jahresverlauf um, damit er den erneuten Bedarf für die Dienste des Fonds erfüllen konnte. Die starke Arbeitsbelastung wurde jedoch in erster Linie vom Stab als unvergütete Überstunden getragen, weil die Krise inmitten der Fondsumstrukturierung eintrat. In geringerem Umfang waren auch Mitarbeiter betroffen, die ihren Kündigungstermin freiwillig auf später verlegten.

Vor diesem Hintergrund will die Haushaltsstrategie für die GJ 2010-12 die Krisenreaktion des Fonds voll finanzieren und die bereits vereinbarten realen Einsparungen von 100 Mio. US$ erzielen. Damit dies möglich ist, fordert die Haushaltsstrategie eine wesentliche Umverteilung der Mittel innerhalb der einzelnen Abteilungen und über mehrere Abteilungen und Geschäftsjahre hinweg. Letzteres wurde durch die Unterschreitung der veranschlagten Verwaltungskosten im GJ 2009 ermöglicht, die zum Teil auf das GJ 2010 vorgetragen wurden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der krisenbedingten Ausgaben durch interne Umverteilung bestritten werden kann. Der Rest wird durch vorübergehende Ressourcen erreicht, namentlich den Vortrag vom Haushalt des GJ 2009 und die Zusicherung von jeweils etwa der Hälfte der budgetierten Rücklagen im GJ 2010 und GJ 2011.

Der MFH für die GJ 2010-12 wurde demnach in einem ungewöhnlich unsicheren Umfeld aufgestellt. Die weltweite Krise fügte einen neuen Katalog von Anforderungen für Länderprogramme und erweiterte Überwachung hinzu, der noch anwachsen könnte, wenn die Krise sich ausweitet, vertieft oder länger anhält als erwartet. Der Fonds könnte im Rahmen einer neuen globalen Finanzarchitektur auch zusätzliche Aufgaben zugewiesen bekommen, die wiederum das Arbeitsprogramm der Institution beeinflussen würden. Diese Zusatzaufgaben würden bei den mit der Krise betrauten Mitarbeitern eine erhebliche Mehrbelastung erzeugen. Dennoch werden in den GJ 2010-12 Überwachung und Kapazitätsaufbau voraussichtlich die größten unter den vorrangingen Ausgabenposten sein. Ihr Anteil wird aber geringer ausfallen als zunächst geplant, weil Mittel für Länderprogramme und globale Überwachung zur Erfüllung des Krisenbedarfs aufgestockt werden (Tabelle 5.3). Insbesondere werden die Mittel, die für die globale Überwachung bereitgestellt werden, zusätzliche Arbeiten an der globalen Finanzarchitektur und Reformen der Verwaltungsführung finanzieren. Die multilaterale Überwachung wird voraussichtlich ebenfalls einen höheren Anteil an Mitteln bekommen, damit die Arbeit an der gemeinsamen Frühwarnübung des IWF und des Rates für Finanzstabilität finanziert und die Analyse makrofinanzieller Verknüpfungen und ihrer Auswirkungen auf aufsichtsrechtliche und regulatorische Regelwerke verbessert werden können.

Tabelle 5.3Veranschlagte Ausgabenanteile nach Leistungsbereich und spezifischer Leistung, GJ 2008–12(In Prozentanteilen der Gesamtausgaben, abzüglich Rücklagen)
GJ 2008GJ 2009GJ 2010GJ 2011GJ 2012
GLOBALE ÜBERWACHUNG17,418,018,318,418,5
Aufsicht über das internationale Währungssystem5,25,05,55,55,4
Multilaterale Überwachung4,55,05,75,75,7
Länderübergreifende Statistikinformation und –methodik3,03,53,53,53,6
Allgemeine Forschung0,40,30,40,40,4
Allgemeine Außenkontakte4,34,23,23,23,3
LÄNDERSPEZIFISCHE UND REGIONALE ÜBERWACHUNG35,236,734,434,334,7
Bilaterale Überwachung28,328,526,326,326,5
Regionale Überwachung3,13,43,93,73,8
Standards und Kodizes sowie Finanzsektorbeurteilungen3,84,84,34,34,4
LÄNDERPROGRAMME UND FINANZUNTERSTÜTZUNG23,220,723,122,921,3
Allgemein verfügbare Fazilitäten10,08,311,411,39,8
Fazilitäten für einkommensschwache Länder13,212,311,711,611,4
KAPAZITÄTSAUFBAU24,224,624,124,525,6
Technische Hilfe17,017,517,518,219,3
Externe Ausbildung7,27,26,66,36,3
INSGESAMT, abzüglich Rücklagen100,0100,0100,0100,0100,0
Merkposten
Unterstützung31,530,228,929,229,4
Verwaltungsführung9,29,29,09,29,5
Hinweis: Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 beziehen sich auf veranschlagte Beträge. Die Ausgaben in den Bereichen Länderunterstützung und Regierungsführung werden nach den einzelnen Leistungskategorien zugewiesen. Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung
Hinweis: Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 beziehen sich auf veranschlagte Beträge. Die Ausgaben in den Bereichen Länderunterstützung und Regierungsführung werden nach den einzelnen Leistungskategorien zugewiesen. Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung

Mit dem Kapitalhaushalt von 45 Mio. US$, der vom Exekutivdirektorium für das GJ 2010 verabschiedet wurde, sollen Investitionsprojekte finanziert werden, die die Antwort des Fonds auf die weltweite Krise mit wesentlich weniger Mitarbeitern unterstützen und „Effi zienzdividenden" bereitstellen. Somit enthält der Kapitalplan für die GJ 2010-12 im Vergleich zum vorhergehenden Dreijahresplan eine phasenweise Umverteilung von Kapitalressourcen vom Bereich Reparatur/Instandhaltung der Gebäudeeinrichtungen auf die Informationstechnologie.

Vor allem unter den zuvor beschriebenen Umständen wird die anvisierte Haushaltsstrategie fähige Haushaltsverwaltung und zeitnahe Ausführung verlangen. Demgemäß werden die Kapazitäten des IWF für Haushaltsplanung und Umsetzung weiter gestärkt, so auch durch die Einführung der maßnahmenbasierten Kostenrechnung. Damit können Zuteilungsentscheidungen unterstützt und Ausgaben und Tätigkeiten mit niedrigerer Priorität benannt werden, ebenso Arbeitsprozesse, die verschlankt oder eingestellt werden können, um Mittel für neuen Bedarf freizusetzen.

Die gesamten konsolidierten mittelfristigen Verwaltungsausgaben des IWF

Der umfassendste Wert der Verwaltungsausgaben des IWF – die gesamten konsolidierten Verwaltungsausgaben – wird ermittelt, indem die Ausgaben unter dem Netto-Verwaltungshaushalt, die Ausgaben im Zusammenhang mit Abschreibung, verbuchte Kapitalhaushaltsposten und Umstrukturierung gebündelt werden (Tabelle 5.4). Wie oben erörtert, wird der Verwaltungshaushalt jährlich vom Exekutivdirektorium verabschiedet, und er ging infolge der Ausgabenkürzung im GJ 2009 zurück. In Zukunft werden die Verwaltungsausgaben wegen des angenommenen realen Nullwachstums engen Eingeschränkungen unterliegen. Abschreibung und Kapitalausgaben (als Ausgaben verbuchte Kapitalhaushaltsposten) fallen viel kleiner aus und hängen mit früheren und geplanten Kapitalprojekten zusammen. Das Kapitalprogramm wird sich zunehmend auf Informationstechnologien konzentrieren, die für eine effiziente Verwaltung sowie für das Fazilitäten-management notwendig sind. Im GJ 2008 billigte das Exekutivdirektorium einen Umstrukturierungshaushalt von bis zu insgesamt 185 Mio. US$ für den Zeitraum der GJ 2008-11, um die Kosten der Neustrukturierung des Fonds zu finanzieren. Die Ausgaben für die Umstrukturierung entsprechen bisher weitgehend dem veranschlagten Haushalt, und die dafür zugeteilten Mittel werden voraussichtlich im GJ 2011 erschöpft sein.

Tabelle 5.4Die gesamten konsolidierten Verwaltungsausgaben des IWF, GJ 2008 – GJ 2012(Millionen US-Dollar)
GJ 2008GJ 2009
HAUSHALTERGEBNISHAUSHALTERGEBNISGJ 2010 HAUSHALTGJ 2011 HAUSHALTGJ 2012 HAUSHALT
DIE GESAMTEN KONSOLIDIERTEN VERWALTUNGSAUSGABEN1.1621.053921916936948986
Nettoverwaltungshaushalt92289186881388018951932
Verbuchte Kapitalhaushaltsposten20161716171110
Abschreibungsausgaben35353638394244
Umstrukturierungsausgaben185111n.z.49n.z.n.z.n.z.
Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück. Zahlen werden periodengerecht ausgewiesen und enthalten keine versicherungsmathematisch errechneten Posten für Pensionen und Sozialleistungen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses (siehe Tabelle 5.5). n.z. = nicht zutreffend.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung

Enthält keine Ausgaben von tatsächlichen oder geschätzten Überträgen von bereits verabschiedeten Verwaltungsgeldern.

Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück. Zahlen werden periodengerecht ausgewiesen und enthalten keine versicherungsmathematisch errechneten Posten für Pensionen und Sozialleistungen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses (siehe Tabelle 5.5). n.z. = nicht zutreffend.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung

Enthält keine Ausgaben von tatsächlichen oder geschätzten Überträgen von bereits verabschiedeten Verwaltungsgeldern.

Im Abschlussbericht ausgewiesene Verwaltungsausgaben

Für den Finanzausweis werden die Verwaltungsausgaben des IWF in Übereinstimmung mit den internationalen Standards für die Rechnungslegung (International Financial Reporting Standards – IFRS) und nicht nach der Einnahmen-Ausgabenrechnung von Haushaltsauslagen verbucht. Die IFRS verlangen unter anderem die periodengerechte Buchführung und die Bewertung und Amortisierung von Kosten für Sozialleistungen auf der Grundlage versicherungsmathematischer Bewertungen. Wie in Tabelle 5.5 gezeigt, reflektiert die Differenz zwischen dem Ergebnis des Nettoverwaltungshaushalts in Höhe von 813 Mio. US$ und den IFRS-basierten Verwaltungskosten von 532 Mio. SZR (819 Mio. US$) (1) zum Teil zeitliche Unterschiede in Ausweis und Rechnungslegung von Kapitalausgaben sowie Kosten für Pensionen und Sozialleistungen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses sowie (2) Kosten im Zusammenhang mit den unmittelbar als Ausgaben verbuchten Kapitalausgaben und dem Umstrukturierungshaushalt, die getrennt vom Verwaltungshaushalt geführt werden. Zeitliche Unterschiede ergeben sich aus (1) dem unmittelbaren Ausweis im Haushalt der Beiträge, die der IWF für Pensionen und Sozialleistungen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses im Lauf des Geschäftsjahres aufwendet, im Gegensatz zu den versicherungsmathematisch errechneten Ausgaben nach IRFS und (2) Kapitalausgaben, die über die geschätzte Nutzungsdauer der Kapitalgüter laut IFRS abgeschrieben werden. Im Abschlussbericht sind außerdem folgende in den Verwaltungsausgaben enthaltene Beträge ausgewiesen: (1) die Kapitalausgaben für das laufende Jahr, insoweit sie laut IFRS unmittelbar als Ausgaben verbucht werden, sowie (2) Umstrukturierungskosten, die ausgewiesen werden, sobald sie anfallen.

Tabelle 5.5Im Abschlussbericht genannte Verwaltungsausgaben(Millionen US-Dollar, wenn nicht anders angegeben)
NETTOVERWALTUNGSHAUSHALT GJ 2009813
ZEITLICHE UNTERSCHIEDE:
Kosten für Pensionen und Sozialleistungen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses−98
Kapitalausgaben – Amortisierung der Ausgaben des laufenden und der vorhergehenden Jahre38
NICHT IM VERWALTUNGSHAUSHALT ENTHALTENE BETRÄGE (KAPITAL- UND UMSTRUKTURIERUNGSHAUSHALTE):
Kapitalausgaben – unmittelbar laut IFRS als Ausgaben verbuchte Posten16
GJ 2009 IFRS Umstrukturierungskosten149
GESAMTVERWALTUNGSAUSGABEN, DIE IM GEPRÜFTEN ABSCHLUSSBERICHT GENANNT WERDEN819
MERKPOSTEN:
Gesamtverwaltungsausgaben, die im geprüften Abschlussbericht genannt wurden (in Millionen SZR)532
Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück. Die Umrechnungen basieren auf dem durchschnittlichen US$/SZR-Wechselkurs während des GJ 2009 von 1,54.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung.

Stellt im GJ 2009 ausgewiesene Kosten dar. Laut IFRS wurden bestimmte Umstrukturierungskosten vor der tatsächlichen Auslage von Barmitteln ausgewiesen; der Abschlussbericht des GJ 2008 enthielt Rückstellungen von 68 Mio. SZR, d.h. 111 Mio. US$.

Hinweis: Abweichungen bei den Gesamtbeträgen gehen auf das Runden der Zahlen zurück. Die Umrechnungen basieren auf dem durchschnittlichen US$/SZR-Wechselkurs während des GJ 2009 von 1,54.Quelle: IWF, Büro für Haushalt und Planung.

Stellt im GJ 2009 ausgewiesene Kosten dar. Laut IFRS wurden bestimmte Umstrukturierungskosten vor der tatsächlichen Auslage von Barmitteln ausgewiesen; der Abschlussbericht des GJ 2008 enthielt Rückstellungen von 68 Mio. SZR, d.h. 111 Mio. US$.

Personalpolitik und Organisation

Die personellen Maßnahmen des IWF erfolgten im GJ 2009 vor dem Hintergrund institutioneller Herausforderungen und eines sich stark wandelnden globalen Umfelds. Eine Umstrukturierung, die 2008 initiiert wurde und in der Geschichte des IWF bisher einmalig ist, führte zu einer großen Anzahl freiwilliger Kündigungen, die denn auch das GJ 2009 beherrschten. Während der Umstrukturierung führte der Beginn der Finanzkrise zu einem unerwarteten Richtungswechsel bei den personellen Prioritäten, und so wurden im späteren Verlauf des GJ 2009 intensiv neue Mitarbeiter angeworben.

IWF-Beraterin für Vielfalt Kedibone Letlaka Rennert spricht zu den Teilnehmern der Konferenz „Vielfalt und Gemeinschaft" am Hauptsitz des IWF in Washington.

Ergebnis des Stellenabbaus im GJ 2009

Ziel des Personalabbaus durch vornehmlich freiwillige Kündigungen war die Stützung der Reformen des IWF, um seine Tätigkeit neu auszurichten und seine Kosteneffizienz zu verbessern. Obwohl die Streichung von 380 Stellen angestrebt war, um dem Fonds genügend Spielraum für die Neuausrichtung und Schärfung seiner Fähigkeiten zu geben, wurden 490 freiwillige Kündigungen auf der Grundlage des personellen Regelwerks und der dafür entwickelten Haushaltsparameter gebilligt (siehe Webtabelle 5.1).

Die Implementierung der Umstrukturierung ruhte auf den Prinzipien der Fairness (gegenüber den Mitarbeitern, die die Institution verließen, und gegenüber den verbleibenden Mitarbeitern) und der Transparenz. Zur Erleichterung des Prozesses wurden eine Reihe von Personalregelungen den freiwilligen Kündigungen angepasst, darunter Änderungen im Angestellten-Pensionsplan, um einen vorgezogenen Ruhe-stand mit 50 Jahren bei geringeren Pensionszahlungen zu ermöglichen, die zeitweilige Krankenversicherung für Mitarbeiter, die nach der Kündigung als Rentner keinen Krankenversicherungsschutz genießen, sowie Unterstützung bei der Stellensuche. Die Ziele des Stellenabbaus wurden erreicht, und der IWF erfüllte seine Zielvorgabe, indem Entlassungen großenteils vermieden werden konnten. In der ersten Hälfte des Jahres 2008 führte der Fonds einen Einstellungsstopp durch, um eine Bestandsaufnahme des gewünschten Kenntnisstands durchführen zu können und den verbleibenden Mitarbeitern Aufstiegs- und Versetzungsmöglichkeiten zu bieten. Nach dem massiven Stellenanbau sah sich der Fonds jedoch zu Beginn der globalen Finanzkrise gezwungen, verstärkt neue Mitarbeiter anzuwerben. Nach einer anfänglichen Phase interner Versetzungen wurde eine beachtliche Anwerbeaktion gestartet, um die Personallücke rasch zu schließen und auf künftige offene Stellen vorbereitet zu sein. In einer konzertierten Aktion unter der Federführung der Personal-abteilung wurden bis Ende des GJ 2009 mehr als 100 Ökonomen eingestellt, und die Anwerbung wurde im GJ 2010 fortgesetzt. Es gibt ein skalierbares Regelwerk und ausreichenden Nachschub, falls diese Krise länger andauern sollte als erwartet.

Die Belegschaft und ihre Zusammensetzung

Der Stab des IWF wird vom Geschäftsführenden Direktor ernannt und ist ausschließlich dem IWF verantwortlich. Zum 30. April 2009 zählte der IWF 1862 Fach- und Führungskräfte sowie 616 Stabsmitglieder auf anderen Ebenen. Das Regelwerk für das Personalmanagement des Fonds spiegelt die Entwick-lung bester Praktiken wider, die im Einklang stehen mit dem Auftrag der Institution und dem Ziel, die Qualität und Vielfalt des Stabes zu gewährleisten. Laut IWF-Übereinkommen wird von Stabsmitarbeitern ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit und Sachkunde erwartet. Außerdem wird vorausgesetzt, dass alle Stabsmitarbeiter den höchsten ethischen Ansprüchen genügen und damit den Werten Integrität, Objektivität und Diskretion entsprechen, die im Verhaltenskodex und den Geschäftsbestimmungen des IWF niedergelegt sind.

Vielfalt

Der IWF unternimmt die größten Anstrengungen, um zu errei-chen, dass die personelle Vielfalt den Mitgliedsländern entspricht, und sucht aktiv Bewerber aus aller Welt. Er hat dazu einen Rat für personelle Vielfalt einberufen, um diese Belange voranzubringen. Die Anwerbeaktionen im GJ 2009 und weiter im GJ 2010 zeitigten bei den neu eingestellten Ökonomen hinsichtlich Vielfalt einige erfolgversprechende Ergebnisse. Im GJ 2009 wurden vor allem bei der Geschlechterverteilung und Vertretung unterrepräsentierter Regionen Fortschritte im Hinblick auf die Vielfalt erzielt, wobei sich das Ökonomenprogramm des Fonds als ausgezeichnete Quelle der Vielfalt für die Institution erwies. Obwohl der IWF weiterhin Makroökonomen sucht, wurden auch versierte Ökonomen mit einem breiteren Erfahrungshorizont sowie Finanzsektorspezialisten eingestellt, um auf ein breiteres Wissensspektrum zurückgreifen zu können. Im Ökonomenprogramm besaßen annähernd die Hälfte der Neueinstellungen Erfahrungen auf dem Finanzsektor, und etwas mehr als die Hälfte hatten an Universitäten außerhalb der USA studiert und stammten aus unterrepräsentierten Regionen.

Gehaltsstruktur der Geschäftsführung

Ende April 2009 waren 143 der 185 Mitgliedsländer des IWF im Stab vertreten. Eine Liste der leitenden IWF-Beamten und das Organigramm des IWF befinden sich auf Seite 84 bzw. 85 dieses Berichts. Die Webtabellen 5.2 – 5.5 zeigen die Aufteilung des IWF-Stabs nach Nationalität, Geschlecht und Entwicklungsund Industrieländern sowie die Gehaltsstruktur des Stabes. Mit Stand vom 1. Juli 2008 gestaltete sich die Gehaltsstruktur der Geschäftsführung wie folgt:

Geschäftsführender Direktor:441.980 US$52
Erster Stellvertretender
Geschäftsführender Direktor:384.330 US$
Stellvertretende
Geschäftsführende Direktoren:366.030 US$

Die Entlohnung der Exekutivdirektoren betrug 230.790 US$ und die Bezüge der Stellvertretenden Exekutivdirektoren lagen bei 199.650 US$.

Modernisierung der Personalfunktion

Der IWF braucht ein flexibles Regelwerk für Beschäftigungsverhältnisse, um seine stets neuen geschäftlichen Anforderungen erfüllen zu können. In Anbetracht dieser Tatsache stellt die Personalabteilung strategische Überlegungen zu einer Personalpolitik an, die die Organisation unterstützen kann und ein stimmiges Regelwerk für die Pflege fähiger Mitarbeiter innerhalb der Organisation bereitstellt. Für einen nachhaltigen Erfolg müssen nicht nur die fähigsten Mitarbeiter angeworben, sondern auch talentierte und effektive Führungskräfte herangezogen werden. Deshalb führte der Fonds Ende des GJ 2009 einen systematischeren Ansatz für die Heranbildung von Nachfolgern und die Ausbildung von Führungskräften ein. Dieser Ansatz signalisierte den starken Einsatz der Institution für die Stärkung der Mitarbeiterführung auf allen Ebenen.

Die Modernisierung der Personalfunktion war für den IWF im Jahresverlauf auch eine wichtige Säule der Personalstrategie. Das Personalmanagementprojekt, das auf die Verschlankung von Arbeitsprozessen ausgerichtet ist, nahm Anfang des GJ 2009 an Fahrt auf. Es wurden Fortschritte in der Bereitstellung einer modernen Infrastruktur in allen Fondsbereichen erzielt, indem die Personalprozesse und Personalpolitik vereinfacht und wichtige Funktionen automatisiert wurden. Ein Großteil der Arbeit erfolgte im Bereich der Anwerbung, für die im GJ 2009 das Instrumentarium gestärkt und neue automatische Funktionen eingeführt wurden. Bedeutende Beispiele sind das automatische Nachverfolgungssystem für Bewerber, ein Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm sowie ein Einweisungs-system zur Unterstützung neu eingestellter Mitarbeiter. Die Automatisierung und Verschlankung der personellen Infra-struktur ist eine laufende Investition in die Verbesserung der Effektivität, und weitere Reformen in anderen Personalbereichen wurden im GJ 2009 begonnen und im GJ 2010 fortgesetzt.

Rechenschaftspflicht

Die Tätigkeit des IWF erfolgt gemäß der internen Verwaltungsführung des IWF (siehe Kasten 5.1), die eine klare Kette der Rechenschaftspflicht gegenüber den Mitgliedsländern des Fonds aufstellt.

Kasten 5.1Die allgemeine Struktur der Verwaltungsführung des Fonds

Der IWF ist den Regierungen seiner Mitgliedsländer zur Rechenschaft verpflichtet. An der Spitze der Organisation steht der Gouverneursrat, der sich aus einem Gouverneur und einem Stellvertreter aus den 185 Mitgliedsländern1 des IWF zusammensetzt. Der Gouverneur wird vom Mitgliedsland ernannt und ist in der Regel der Finanz-minister oder der Präsident der Zentralbank des Mitglieds. Die gesamte Entscheidungsbefugnis des IWF liegt beim Gouverneursrat, der mit wenigen Ausnahmen sämtliche Befugnisse an das Exekutivdirektorium übertragen kann. Der Gouverneursrat tagt normalerweise einmal pro Jahr während der Jahrestagung von IWF und Weltbank.

Das Tagesgeschäft des IWF wird am Hauptsitz in Washington vom Exekutivdirektorium geführt. Das Exekutivdirektorium besteht aus 24 Exekutivdirektoren, die von den Mitgliedsländern oder Ländergruppen ernannt oder gewählt werden, und aus dem Geschäftsführenden Direktor, der vom Exekutivdirektorium ernannt wird und dessen Vorsitz führt. Der Geschäftsführende Direktor ist auch der Vorgesetzte des IWF-Mitarbeiterstabes. Das Exekutivdirektorium kommt in der Regel mehrmals pro Woche zu Sitzungen zusammen.

Es gibt zwei Gouverneursausschüsse, die die gesamte Mitgliedschaft vertreten: der Internationale Währungs- und Finanzausschuss (International Monetary and Financial Committee – IMFC) und der Entwicklungsausschuss. Der IMFC ist ein Beratungsgremium aus derzeit 24 IWF-Gouverneuren (oder ihren Stellvertretern), die dieselben Länder oder Wahlgruppen (Ländergruppen) vertreten wie die 24 Exekutivdirektoren. Der IMFC berät den Gouverneursrat und erteilt ihm Bericht in folgenden Bereichen: Verantwortung des Gouverneursrats für die Aufsicht über die Steuerung und Anpassung des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Er tagt normalerweise zweimal im Jahr während der Frühjahrs- und Jahrestagung.

Der Entwicklungsausschuss (formell: der gemeinsame Ministerausschuss der Gouverneursräte von Weltbank und IWF für den Transfer realer Ressourcen an Entwicklungsländer) ist ein gemeinsames Organ von Weltbank und IWF und besteht aus 24 Gouverneuren von Weltbank oder IWF oder ihren Stellvertretern. Er berät die Gouverneursräte von IWF und Weltbank zu wichtigen Entwicklungsfragen und hinsichtlich der Finanzmittel, die zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungsländern benötigt werden. Er tagt ebenso wie der IMFC zweimal jährlich.

1 Per 30. April 2009. Mit Stand vom Juni 2009 zählte der IWF 186 Mitgliedsländer.

Das Regelwerk der Rechenschaftspflicht für die Geschäftsführung des IWF

Im GJ 2009 erörterte das Direktorium die Evaluierung der Verwaltungsführung des IWF durch das Unabhängige Evaluierungsbüro mit dem Titel: „Aspects of IMF Corporate Governance—Including the Role of the Executive Board“. Es wurde eine Arbeitsgruppe aus Exekutivdirektoren gebildet und ihr Mandat war die Ausarbeitung eines Arbeitsplans, um die Folgearbeiten aus der IEO-Analyse bestmöglich zu organisieren. Der Plan umfasste eine Reihe von Empfehlungen, um das Regelwerk der Verwaltungsführung des IWF zu stärken (siehe Kapitel 4).

Die IEO-Evaluierung erkannte eine Lücke in der Rechenschaftspflicht des Fonds als die größte Schwachstelle der Geschäftsführung hinsichtlich der Verwaltungsführung. Um diese Lücke zu beheben, führte das Direktorium ein Regelwerk der Rechenschaftspflicht für die Geschäftsführung ein. Die Arbeiten an diesem Vorhaben laufen derzeit und werden klare Vorschläge zu Leistungskriterien, einzusetzenden Prozessen und Umsetzung von Beurteilungen in Anreize enthalten. Die Kriterien werden sich voraussichtlich auf die Führung der ordentlichen Geschäfte des Fonds durch die Geschäftsführung und auf die Qualität und Ergebnisse der Fondstätigkeit konzentrieren. Damit die Beurteilung der Geschäftsführung wirksam ist, muss sie eventuell an einen Direktoriumsausschuss delegiert werden, der die Ansichten aller Exekutivdirektoren einholt und das gesamte Direktorium von seiner Beurteilung in Kenntnis setzt. Diese Beurteilung müsste vermutlich vertraulich durchgeführt werden, damit die Glaubwürdigkeit des Geschäftsführenden Direktors gegenüber der allgemeinen Mitgliedschaft nicht untergraben wird.

Integritäts-Hotline

Die Mitarbeiter des IWF sind dazu angehalten, ihre Aufgaben in Übereinstimmung mit den Regeln und Vorschriften des Fonds zu erledigen, wie sie im Verhaltenskodex dargelegt sind, und zur guten Verwaltungsführung und zum guten Ruf des IWF beizutragen, indem sie die maßgeblichen Standards der Rechtschaffenheit, Integrität und Objektivität aufrechterhalten. Im Juni 2008 richtete der Fonds eine vertrauliche Integritäts-Hotline ein, die von einer unabhängigen Firma betreut wird. Mitarbeiter können dort mutmaßliches Fehlverhalten anonym oder mit Namensnennung intern oder extern melden. Sämtliche Meldungen, die über die Hotline eingehen, werden vom Ethikbüro des IWF bearbeitet. Zur Wahrung der Vertraulichkeit werden keinerlei Versuche unternommen, die Anrufer der Hotline ausfindig zu machen, wenn diese sich für Anonymität entschieden haben.

Nachdem das Direktorium die Vorschläge des Dekans des Exekutivdirektoriums und des Ethikbüros gebilligt hat, gilt die Integritäts-Hotline jetzt auch für den Geschäftsführenden Direktor und die Exekutivdirektoren, wobei jedoch der Dekan und der Ethikausschuss statt des Ethikbeauftragten die Meldungen bearbeiten. (Die Stellvertretenden Geschäftsführenden Direktoren gehören dem IWF-Mitarbeiterstab an und werden wie Mitarbeiter behandelt.)

Ermittlungen zu allen Meldungen über Fehlverhalten der Mitarbeiter erfolgen in Übereinstimmung mit der allgemeinen Verwaltungsanordnung Nr. 33 und den Verfahrensrichtlinien des Fonds für die Durchführung von Ermittlungen zu Meldungen über Fehlverhalten. Der Fonds verlangt erhärtende Beweise, bevor Disziplinarmaßnahmen im Zusammenhang mit einer Meldung über Fehlverhalten ergriffen werden können. Der IWF erkennt Warnhinweise als wichtiges Mittel an, um gute Verwaltungsführung zu gewährleisten. Deshalb sind Mitarbeiter und andere, die mutmaßliches Fehlverhalten melden, in vollem Umfang gegen Vergeltungsmaßnahmen geschützt.

Ordentliche Wahl der Exekutivdirektoren 2008

Die ordentliche Wahl der Exekutivdirektoren des IWF fand zwischen dem 5. September und 13. Oktober 2008 gemäß den Regeln der Gouverneursratbeschlüsse 63-5 statt. Das resultierende Exekutivdirektorium setzt sich aus 5 ernannten und 19 gewählten Exekutivdirektoren zusammen und wurde am 1. November aufgestellt. Eine Liste der derzeitigen Mitglieder des Exekutivdirektoriums und ihrer Stimmrechte befindet sich in Anhang IV.

In Vorbereitung auf die Wahl 2008 änderte das Exekutivdirektorium die Übereinkunft zur Berechnung von Gläubigerpositionen der Mitglieder im Fonds hinsichtlich Artikel XII Abschnitt 3 Buchstabe c, um die gegenwärtige Finanzstruktur des Fonds genauer wiederzugeben. Artikel XII Abschnitt 3 Buchstabe c erlaubt jeweils den beiden Mitgliedern, die in den vorangegangenen zwei Jahren die größten Gläubigerpositionen im Fonds hielten, einen Exekutivdirektor zu ernennen, falls ihnen das nicht ohnehin gestattet ist, weil sie zu den fünf Mitgliedern mit den größten Quoten gehören. Da die USA und Japan für den relevanten Zeitraum die größten Gläubigerpositionen im Fonds besaßen und zu den fünf Mitgliedern mit den höchsten Quoten gehörten, trat die Ernennung von Exekutivdirektoren auf der Grundlage von Artikel XII Abschnitt 3 Buchstabe c bei der Wahl 2008 nicht ein.

Unabhängiges Evaluierungsbüro

Das Unabhängige Evaluierungsbüro (Independent Evaluation Office – IEO) wurde 2001 eingerichtet, um unabhängige und objektive Evaluierungen über die Politik und Tätigkeit des IWF durchzuführen und dadurch die Transparenz und Rechenschaftspflicht des Fonds zu verbessern und seine Lernkultur zu stärken. Die Haupttätigkeit des IEO ist die Durchführung unabhängiger Untersuchungen, die das Mandat des IWF betreffen: systematische Evaluierungen der allgemeinen Gechäftspolitik des IWF, vergleichende länderübergreifende Analysen der wirtschaftspolitischen Beratung des IWF im Zusammenhang mit Überwachung und IWF-gestützten Programmen sowie Evaluierungen abgeschlossener Ländermaß-nahmen. Nach dem Mandat ist das IEO völlig unabhängig von der Geschäftsführung des IWF und arbeitet rechtlich unabhängig gegenüber dem Exekutivdirektorium, dem es seine Erkenntnisse berichtet.

Treffen des Entwicklungsausschusses bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank 2008 in Washington, D.C.

Eine Evaluierung des IEO zur Teilnahme des IWF an internationalen Fragen der Handelspolitik wurde Ende des GJ 2009 abgeschlossen und vom Direktorium im Juni 2009 erörtert. Neben der Beurteilung der IWF-Verwaltungsführung durch das IEO,53 die vom Direktorium bereits besprochen wurde (siehe Kapitel 4), besprach das Direktorium im GJ 2009 den Implementierungsplan der Geschäftsführung in Reaktion auf die Evaluierung der strukturellen Konditionalität in IWF-gestützten Programmen, die das IEO im Januar 2008 durchgeführt hatte (siehe Kapitel 3).54 Die Implementierungspläne der Geschäftsführung sind Teil eines Regelwerks, das nach einer externen Evaluierung durch das IEO aufgestellt wurde, um eine systematischere Bearbeitung und Überwachung der Umsetzung von IEO-Empfehlungen zu gewährleisten, die vom Direktorium befürwortet wurden.

Im Januar 2009 besprach das Direktorium den periodischen Überwachungsbericht (Periodic Monitoring Report – PMR) des IEO vom Dezember 2008, der sich mit dem Status der Implementierungspläne in Reaktion auf IEO-Empfehlungen auseinandersetzt, die vom Direktorium befürwortet wurden. Der PMR wurde 2007 eingerichtet, um sicherzustellen, dass die vom Direktorium befürworteten IEO-Empfehlungen systematischer umgesetzt und überwacht werden. Der PMR kam im Allgemeinen zu dem Schluss, dass die Empfehlungen des IEO deutlichen Einfluss auf die Fondstätigkeit besitzen. Die Exekutivdirektoren unterstützten die Schlussfolgerungen des Berichts und billigten die empfohlenen Leistungsrichtwerte für den nächsten PMR.55

Ende des GJ 2009 befasste sich das IEO mit der Ausarbeitung von zwei Evaluierungsberichten über das Verhältnis des IWF zu seinen Mitgliedsländern und über die Forschungsvorhaben des IWF: „The IMF’s Interactions with Its Member Countries" und „The Research Agenda of the IMF“. Es gab zudem die Aufnahme einer Evaluierung bekannt, bei der die Rolle des Fonds im Vorfeld der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise bewertet werden soll und die Fragen enthält zur Wirksamkeit der Überwachung, vor allem in reifen Volkswirtschaften; zur Identifizierung systemrelevanter Risiken, besonders in Bezug auf die Anfälligkeitsübung; zu den multilateralen Konsultationen sowie zur Behandlung der Beratung zu Kapitalbilanz und Finanzsektor in einigen Schwellenmärkten. Nachdem der gegenwärtige Direktor des IEO Thomas Bernes angekündigt hatte, dass er seine Position Ende Juli 2009 verlassen werde, wurden die Unterbreitung und die Auswahl künftiger Themen auf die Ankunft des neuen Direktors vertagt.

Weitere Informationen zur Tätigkeit des IEO und seinen Berichten stehen auf seinem Internetauftritt (www.ieo-imf.org) zur Verfügung.

Prüfungsverfahren des IWF

Das Prüfungsverfahren des IWF besteht aus einer externen Prüfungsgesellschaft, einer Innenrevision und einem unabhängigen Externen Rechnungsprüfungsausschuss (External Audit Committee – EAC), der die Arbeit beider Gremien überwacht.

Die externe Prüfungsgesellschaft, die vom Exekutivdirektorium in Rücksprache mit dem EAC ausgewählt und vom Geschäftsführenden Direktor bestellt wird, ist verantwortlich für die Durchführung der externen Jahresprüfung und die Herausgabe des Prüfungsgutachtens über die Finanzausweise des IWF, die gemäß Artikel V Abschnitt 2 Buchstabe b verwalteten Konten und den Angestellten-Pensionsplan. Die externe Prüfungsgesellschaft wird normalerweise für einen Zeitraum von fünf Jahren bestellt. Die externe Prüfungsgesellschaft des IWF ist derzeit Deloitte & Touche LLP. Sie stellte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk über die Finanzausweise des IWF aus für das Geschäftsjahr mit Ende zum 30. April 2009.

Die Innenrevision obliegt dem Büro für interne Revision und Inspektion (Office of Internal Audit and Inspection – OIA), das unabhängige Untersuchungen über die Effektivität der Risikosteuerung, der Kontrollmechanismen und der internen Verwaltungsführung des IWF durchführt. Das OIA dient außerdem als Sekretariat für den Beratungsausschuss zum Risikomanagement (Advisory Committee on Risk Management – ACRM). Das OIA führt pro Jahr ungefähr 25 Prüfungen und Revisionen durch, darunter Finanzprüfungen, IT-Prüfungen sowie Untersuchungen zu Arbeitsprozessen und Effektivität. Finanzprüfungen untersuchen die Angemessenheit von Kontrollmechanismen und Verfahren zur Sicherung und Verwaltung der Vermögenswerte und Finanzkonten des IWF. IT-Prüfungen beurteilen die Angemessenheit des IT-Managements und die Wirksamkeit der Informationssicherheit. Die Untersuchungen zu Arbeitsprozessen und Effektivität konzentrieren sich auf Verfahren und diesbezügliche Kontrollen sowie die Effizienz und Effektivität von Arbeitsabläufen und ihre Abstimmung mit den Gesamtzielen des IWF. Nach Maßgabe der bestmöglichen Praktiken berichtet das OIA an die Geschäftsführung des IWF und den EAC, womit seine Unabhängigkeit gewährleistet bleibt. Darüber hinaus wird das Exekutivdirektorium jährlich über das Arbeitsprogramm des OIA und die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen seiner Prüfungen und Untersuchungen informiert.

Der EAC hat drei Mitglieder, die vom Exekutivdirektorium ausgewählt und vom Geschäftsführenden Direktor bestellt werden. Nach der Satzung des IWF hat der EAC die allgemeine Aufsicht über die Jahresprüfung, die im vom Exekutivdirektorium verabschiedeten Mandat genauer dargelegt ist. Die Mitglieder dienen in zeitlicher Staffelung jeweils drei Jahre und sind unabhängig vom IWF. Die EAC-Mitglieder sind Staatsangehörige verschiedener Mitgliedsländer; sie müssen die notwendigen Sachkenntnisse und Qualifikationen zur Ausübung der Aufsicht über die jährliche Prüfung besitzen. In der Regel bringen die Mitglieder des EAC reiche Erfahrung in Wirtschaftsprüfung, aus dem öffentlichen Sektor oder der akademischen Forschung mit.

Der EAC bestimmt eines seiner Mitglieder zum Vorsitzenden, legt seine Verfahren selbst fest und ist bei der Aufsicht über die jährliche Rechnungsprüfung unabhängig von der Geschäftsführung des IWF. Die Mitglieder des EAC waren 2009 Steve Anderson, Leiter der Abteilung Risikobewertung und -versicherung, Reserve Bank of New Zealand, Thomas O’Neill, Vorstandsmitglied und ehemaliger Vorsitzender von PricewaterhouseCoopers Consulting, sowie Ulrich Graf, Prüfungsdirektor für Bundesfinanz- und Schuldenpolitik am Bundesrechnungshof der Bundesrepublik Deutschland. Der EAC tagt normalerweise dreimal jährlich in Washington: im Januar, im Juni nach Abschluss der Rechnungsprüfung und im Juli, um dem Exekutivdirektorium Bericht zu erstatten. Der IWF-Stab und die externen Wirtschaftsprüfer halten das ganze Jahr über Rücksprache mit den Mitgliedern des EAC. Nach Abschluss der jährlichen Prüfung informiert der EAC das Exekutivdirektorium über die Ergebnisse der Wirtschaftsprüfung und übermittelt den Bericht der externen Prüfungsgesellschaft über den Geschäftsführenden Direktor und das Exekutivdirektorium an den Gouverneursrat zur Kenntnisnahme.

Informationsgespräche zu Kontroll- und Prüfungsangelegenheiten

Das Direktorium wird regelmäßig von der Finanzabteilung des IWF über Kontroll- und Prüfungsangelegenheiten informiert. Die Informationsgespräche behandelten dieses Jahr unter anderem interne Kontrollmechanismen und Fragen der Finanzausweise, so auch die Fertigstellung eines zweijährigen Projekts zur Verschlankung der Finanzausweise des IWF und der Konten, die er als Treuhänder verwaltet. Das Direktorium wird außerdem regelmäßig über das Arbeitsprogramm und die Tätigkeit des OIA informiert, so etwa über wichtige Erkenntnisse aus den Prüfungen und Untersuchungen und die Umsetzung seiner Empfehlungen.

Risikomanagement

Es sind weiterhin Bestrebungen im Gange, das Risikomanagement des IWF zu stärken. Das Direktorium wurde während des GJ 2009 zweimal zu Fragen des Risikomanagements informiert. Im Juni 2008 erhielt das Direktorium Informationen vom ACRM über die Übergangsrisiken, die sich durch den Personalabbau und die Umstrukturierung des IWF ergeben können. Das Informationsgespräch im März 2009 befasste sich mit einer vollständigen Risikobewertung im Zusammen-hang mit dem „2009 Report on Risk Management“, der Beurteilungen von strategischen, finanziellen und operationellen Risiken sowie Risiken für die Kernaufgaben im GJ 2009 enthielt. Die Exekutivdirektoren stimmten allgemein mit der Bewertung der wichtigsten Risiken und den Abhilfemaßnahmen im Bericht überein.

In ihrer Überprüfung des Berichts betonten die Exekutivdirektoren, wie wichtig es sei, die Risikolandschaft des Fonds aufmerksam zu beobachten. Eine Anzahl Direktoren forderten häufigere Informationsgespräche über die sich ändernde Risikolage des Fonds, und einige Direktoren sahen darin eine Aufgabe für einen Direktoriumsausschuss. Die Exekutivdirektoren begrüßten die Überprüfung des Regelwerks zum Risikomanagement des Fonds, die für das GJ 2010 anberaumt ist. Es wurden Vorschläge für den möglichen Einsatz modernerer Verfahren des Risikomanagements unterbreitet, darunter eine dynamischere Risikobewertung, der Einsatz von Risikoindikatoren und die Benennung konkreter Maßnahmen für jeden spezifischen Risikotyp.

Transparenz

Offenheit und Klarheit über die Politik des IWF und seine Beratung an die Mitglieder tragen zu einem besseren Verständnis der Aufgabe und Tätigkeit des Fonds bei und steigern die Rechenschaftspflicht des IWF für seine Politikberatung. Die Transparenzpolitik des IWF56 ist der Versuch des Exekutivdirektoriums, ein Gleichgewicht zwischen der Verantwortung des Fonds für die Aufsicht des internationalen Währungssystems und seiner Rolle als vertraulicher Berater seiner Mitglieder herzustellen. Der IWF stellt regelmäßig Informationen zu einer Anzahl von Themen bereit: Überwachung der Mitglieder, IWF-gestützte Programme der Länder, finanzielle und opera-tionelle Daten über den Fonds, Dialog und Beratung mit der Öffentlichkeit zur Fondstätigkeit sowie interne und externe Evaluierungen der Fondspraktiken.

Infolge der Transparenzprüfung des IWF im Jahr 2005 erhält das Exekutivdirektorium nun jährlich Aktualisierungen zum Umsetzungsstatus der Transparenzpolitik. Diese Berichte sind auch Teil der Informationen, die der IWF im Rahmen seiner Transparenzbestrebungen veröffentlicht. Der Bericht 2009,57 der Statistiken zu einer Anzahl von Maßnahmen zur Transparenz des IWF bis Ende 2008 enthält, zeigte, dass die Veröffentlichungen der Mitgliedsländer 2008 gestiegen waren. Die Veröffentlichungsrate bei den Länderberichten des Stabes lag ähnlich wie in den vergangenen Jahren bei 83 Prozent, und die Veröffentlichungsrate für Dokumente in mehreren Kategorien stieg an, so für Anträge auf Fondsmittel (96 Prozent gegenüber 85 Prozent 2007) sowie Öffentliche Informationsmitteilungen zu Artikel IV (97 Prozent gegenüber 93 Prozent). Unter der „freiwilligen, aber vorausgesetzten" Veröffentlichungspolitik des Fonds für Direktoriumsdokumente, die sich mit den Mitgliedsländern des Fonds befassen, ist für die Veröffentlichung die ausdrückliche Zustimmung des betreffenden Mitglieds erforderlich, die in der Regel binnen 30 Tagen ab dem Direktoriumsgespräch erwartet wird.

Das Direktorium wird plangemäß die Transparenzpolitik des IWF im GJ 2010 überprüfen.

Außenbeziehungen und Informationsarbeit

Mit zunehmender Transparenz und Rechenschaftslegung des IWF nicht nur gegenüber seinen Regierungen, sondern auch gegenüber der breiteren Öffentlichkeit spielen die Außenbeziehungen eine größere Rolle. Genaue Beobachtung durch Medien, Universitäten, Organisationen der Zivilgesellschaft und andere externe Gruppen fördert die Rechenschaftslegung des IWF gegenüber seinen Mitgliedsländern und der allgemeinen Öffentlichkeit in Bezug auf seine Tätigkeit. Sie sorgt auch dafür, dass der IWF den Menschen Gehör schenkt, die von seiner Arbeit betroffen sind.

Die Geschäftsführung des IWF und leitende Stabsmitglieder halten täglich Kontakt zu den Medien. Außerdem findet zweimal wöchentlich eine Presseveranstaltung am Hauptsitz des IWF statt, bei dem ein Sprecher Fragen von Journalisten beantwortet. Journalisten, die nicht anwesend sein können, sind eingeladen, ihre Fragen über das Online-Media-Briefing-Center einzureichen.

IWF-Stabsmitarbeiter auf allen Ebenen treffen regelmäßig mit Vertretern von Universitäten zum Ideen- und Gedankenaustausch zusammen. Der IWF unterhält zudem ein aktives Informationsprogramm mit Organisationen der Zivilgesellschaft, und im Dezember 2007 wurde eine entsprechende Webseite eingerichtet.58

Im September kamen die Exekutivdirektoren mit Organisationen der Zivilgesellschaft zu einem informellen Seminar zusammen, um auf der Grundlage weltweiter Gespräche ihre Ansichten zur IWF-Reform zu hören. Organisationen der Zivilgesellschaft und weitere externe Gruppen sind dazu aufgefordert, über die „Vierte Säule" eine aktive Rolle bei den fortlaufenden Reformbestrebungen des IWF zu spielen (siehe „Einbindung der Zivilgesellschaft und anderer externer Gruppen" in Kapitel 4).

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