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Finanzaktivitäten und Geschäftspolitik

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2004
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Der IWF ist eine kooperative Institution, die Finanzierungen für Mitgliedsländer mit Zahlungsbilanzproblemen bereitstellt. Er gewährt Finanzierungen auf drei Wegen:

Reguläre Finanzierungsaktivitäten. Der IWF vergibt Finanzierungen aus einem revolvierenden Fonds, der aus den Kapitalzeichnungen der Mitglieder (Quoten) besteht, unter der Bedingung, dass der Kreditnehmer wirtschaftliche Anpassungs-und Reformmaßnahmen ergreift, um seine Zahlungsbilanzprobleme zu lösen. Diese Finanzierungen werden im Rahmen verschiedener Politiken und Fazilitäten gewährt, die jeweils auf die Bewältigung spezifischer Zahlungsbilanzprobleme ausgerichtet sind (siehe Tabelle 3.1). Die Kredite werden zu marktorientierten Sätzen verzinst. Die Rückzahlungsfristen variieren je nach Kreditfazilität.

Konzessionäre Finanzierungsaktivitäten. Der IWF vergibt Kredite zu einem sehr geringen Zinssatz an Mitgliedsländer mit niedrigem Einkommen, um Programme zu unterstützen, die ihre Zahlungsbilanzsituation stärken und ein nachhaltiges Wachstum fördern. Dadurch wird ein höherer Lebensstandard und eine Verringerung der Armut erreicht. Des Weiteren gewährt der IWF anspruchsberechtigten hochverschuldeten armen Ländern (HIPCs) Zuschüsse, um sie zu unterstützen, eine tragfähige externe Verschuldungsposition zu erreichen. Das Kapital für konzessionäre Darlehen wird durch bilaterale Kreditgeber aufgebracht, die dem IWF die Mittel zu marktorientierten Zinsen zur Verfügung stellen, wobei der IWF als Treuhänder fungiert. Der Zinssatz, der den Kreditnehmern berechnet wird, und die Zuschüsse für die HIPC-Schuldenerleichterung werden durch separate Beiträge von einigen Mitgliedsländern und durch Eigenmittel des IWF subventioniert.

Sonderziehungsrechte. Außerdem kann der IWF internationale Reserveaktiva durch Zuteilung von Sonderziehungsrechten (SZR) an seine Mitglieder schaffen, die genutzt werden können, um Devisen von anderen Mitgliedern zu erwerben oder Zahlungen an den IWF zu leisten.

Zu den wichtigsten finanziellen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2004 gehörten die Folgenden:

  • Die ausstehenden IWF-Kredite erreichten Ende 2003 einen historischen Höchststand, aber am Ende des Geschäftsjahres 2004 lagen sie unter dem Endstand des Geschäftsjahres 2003. Dies ist sowohl auf eine verhaltene Nachfrage nach neuen Krediten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zurückzuführen – teilweise wegen des verbesserten weltwirtschaftlichen Umfeldes – als auch darauf, dass die Rückzahlungen höher ausfielen als die Auszahlungen.

  • Die ausstehenden Kredite waren weiterhin auf eine kleine Anzahl von großen Mitgliedsländern mit mittleren Einkommen konzentriert und riefen damit Bedenken über finanzielle Risiken für den IWF hervor. Das Exekutivdirektorium überprüfte die Risikomanagement-Mechanismen und den Stand der Risikorücklagen des IWF.

  • Der IWF setzte seine Bemühungen fort, seinen ärmsten Mitgliedern zu helfen, ihre Schuldenlast abzubauen. Zudem wurden erste Schritte unternommen, um den IWF dauerhaft in die Lage zu versetzen, Niedrigeinkommensländern mittelfristig ausreichende Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Reguläre Finanzierungsaktivitäten

Der IWF wickelt seine regulären Kreditvergabeaktivitäten über das Allgemeine Konto (General Resources Account – GRA) ab, auf dem die Quoteneinzahlungen der Mitglieder gehalten werden (siehe Kasten 7.1). Der Großteil der IWF-Finanzierungen wird im Rahmen von Bereitschaftskredit-Vereinbarungen gewährt, die auf die Überwindung kurzfristiger Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten von Mitgliedern abzielen, sowie unter der Erweiterten Fonds-Fazilität (Extended Fund Facility – EFF), die sich auf externe Zahlungsschwierigkeiten konzentriert, welche durch längerfristige Strukturprobleme verursacht werden. Kredite im Rahmen von Bereitschafts-und Erweiterten Kreditvereinbarungen können durch kurzfristige Mittel aus der Fazilität zur Stärkung von Währungsreserven (Supplemental Reserve Facility — SRF) ergänzt werden, um Mitglieder zu unterstützen, die sich einem plötzlichen und störenden Verlust des Zugangs zum Kapitalmarkt gegenüber sehen. Alle Kredite sind verzinslich und können je nach Art und Laufzeit des Kredits sowie nach dem Volumen der insgesamt ausstehenden IWF-Kredite mit Zinsaufschlägen versehen werden. Auch die Rückzahlungsfristen unterscheiden sich je nach Kreditart (siehe Tabelle 3.1).

Kasten 7.1Der Finanzierungsmechanismus des IWF

Die reguläre Kreditvergabe des IWF wird durch die eingezahlten Kapital-bzw. Quotenzeichnungen der Mitgliedsländer finanziert. Jedem Land ist – unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Größe und des Außenhandels des Landes – eine Quote zugeordnet, die seine maximale finanzielle Verpflichtung gegenüber dem IWF festlegt. Ein Teil der Quote wird dem IWF in Form von Reserveaktiva (vom IWF akzeptierte Devisen oder SZR) zur Verfügung gestellt, der Rest in der Landeswährung des Mitglieds. Der IWF gewährt Finanzierungen. indem er dem Kreditnehmer Reserveaktiva aus den Reserveaktiva-Einzahlungen der Mitglieder bereitstellt, oder indem er Länder, die als finanziell stark eingeschätzt werden, ersucht, ihre Einzahlungen in eigener Währung gegen Reserveaktiva einzutauschen (siehe Kasten 7.4).

Der Kredit wird vom IWF ausgezahlt, indem der Kreditnehmer mit seiner eigenen Währung Reserveaktiva vom IWF „ankauft”. Der Kredit ist dann zurückgezahlt, wenn der Kreditnehmer seine Währung mit Reserveaktiva vom IWF „zurückkauft”. Basierend auf dem SZR-Zinssatz (siehe Kasten 7.8) belegt der IWF Kredite mit einem Basiszinssatz (Gebühren) und erhebt Aufschläge je nach Höhe und Laufzeit des Kredits sowie nach dem Volumen ausstehender Kredite.

Ein Land, das dem IWF – entweder als Teil seiner Quoteneinzahlung oder durch Verwendung seiner eigenen Währung – Reserveaktiva zur Verfügung stellt, erwirbt damit einen liquiden Anspruch gegenüber dem IWF (Reserveposition), der auf Verlangen gegen Reserveaktiva zur Deckung des eigenen Bedarfs an Zahlungsbilanz-Finanzierung eingelöst werden kann. Diese Ansprüche werden basierend auf dem SZR-Zinssatz verzinst (Vergütung) und von den Mitgliedern als Teil ihrer internationalen Reserveaktiva betrachtet. Bei der Rückzahlung (Rückkauf) von IWF-Krediten werden diese Reserveaktiva den Gläubigerländern im Tausch gegen ihre Landeswährung gutgeschrieben und die Gläubigeransprüche gegenüber dem IWF erlöschen.

Der der IWF-Kreditvergabe zugrunde liegende „Ankauf/Rückkauf”-Ansatz beeinflusst die Zusammensetzung der IWF-Mittel, nicht jedoch deren Gesamtvolumen. Ein Anstieg des ausstehenden Kreditvolumens verringert den Umfang der vom IWF gehaltenen Reserveaktiva und der Währungen finanziell starker Mitgliedsländer. Gleichzeitig erhöht sich das Volumen der vom IWF gehaltenen Währungen der Kreditnehmer des IWF. Die Ausleihkapazität des IWF (Liquidität) (siehe Kasten 7.5) wird durch das Volumen der vom IWF gehaltenen Reserveaktiva und der Währungen finanziell starker Mitglieder bestimmt.

Detaillierte Informationen über verschiedene Aspekte der Finanzstruktur des IWF und regelmäßige Aktualisierungen seiner finanziellen Aktivitäten sind auf der Webseite des IWF unter www.imf.org/external/fin.htm verfügbar.

Kreditvergabe

Die weltwirtschaftliche Erholung und sich verbessernde globale Finanzierungsbedingungen sowie die in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften vorgenommene Aufstockung der Devisenreserven führten zu einem Rückgang an Neukreditzusagen des IWF von 29,4 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2003 auf 14,5 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2004.1

Der IWF billigte fünf neue Bereitschaftskredit-Vereinbarungen und eine Aufstockung einer bestehenden Bereitschaftskredit-Vereinbarung mit Zusagen von insgesamt 14,5 Mrd. SZR (Tabelle 7.1). Außerdem nahm Burundi eine kleine Ziehung (9,6 Mio. SZR) unter der IWF-Politik für Notfallhilfe vor. Während des Jahres wurden keine Erweiterten Vereinbarungen gebilligt und es gab keine Zusagen unter der Fazilität zur kompensierenden Finanzierung (Compensatory Financing Facility – CFF) des IWF.2

Tabelle 7.1Im GJ 2004 gebilligte reguläre Kredite
MitgliedArt der VereinbarungDatum der BilligungGebilligter Betrag1

(Millionen SZR)
Argentinien3-jähriger Bereitschaftskredit20. September 20038 981,0
BrasilienErhöhung des Bereitschaftskredits12. Dezember 20034 554,0
Dominikanische Republik2-jähriger Bereitschaftskredit29. August 2003437,8
Guatemala9-monatiger Bereitschaftskredit19. Juni 200384.0
Paraguay15-monatiger Bereitschaftskredit15. Dezember 200350,0
Ukraine1-jähriger Bereitschaftskredit29. März 2004411,6
14 518.4

Bei den Erhöhungen wird nur der Betrag der Aufstockung aufgeführt.

Bei den Erhöhungen wird nur der Betrag der Aufstockung aufgeführt.

Es gab zwei hohe neue Fondszusagen während des Geschäftsjahres. Im September 2003 wurde eine dreijährige Bereitschaftskredit-Vereinbarung über 9,0 Mrd. SZR mit Argentinien gebilligt, die das Wirtschaftsprogramm der Regierung unterstützen soll und die im August 2003 ausgelaufene Vereinbarung ersetzt.3 Im Dezember 2003 billigte der IWF eine 15-monatige Verlängerung und eine Aufstockung von 4,6 Mrd. SZR für die laufende Bereitschaftskredit-Vereinbarung mit Brasilien, die ursprünglich im September 2002 gebilligt worden war.4 Auf diese beiden Fälle zusammengenommen entfielen über 90 % der gesamten im Geschäftsjahr 2004 gebilligten Neuzusagen.

Von den Ende des Geschäftsjahres 2004 bestehenden 13 Bereitschaftskredit-und Erweiterten Vereinbarungen werden fünf als vorbeugend betrachtet, d. h. die Kreditnehmer haben zu verstehen gegeben, dass sie nicht beabsichtigen, die ihnen vom IWF zugesagten Mittel in Anspruch zu nehmen. Darunter fällt auch die Vereinbarung mit Brasilien, unter der die Behörden seit September 2003 angesichts der Verbesserungen in der Zahlungsbilanzlage des Landes nicht gezogen haben. Unter 15 der 23 Bereitschaftskredit-und Erweiterten Vereinbarungen, die während des Jahres in Kraft waren, wurden Ziehungen vorgenommen. Dies spiegelt die Nutzung vorbeugender Bereitschaftskredit-Vereinbarungen sowie nicht abgeschlossene Programmüberprüfungen wider (siehe Anhang II, Tabelle II.3). Ende April 2004 beliefen sich die im Rahmen der noch laufenden Vereinbarungen nicht in Anspruch genommenen Mittel auf 19,8 Mrd. SZR.

Aufgrund der Auszahlungen an Argentinien, Brasilien, Indonesien, die Türkei und Uruguay in den ersten Monaten des Geschäftsjahres erreichte das ausstehende Kreditvolumen des IWF mit 70 Mrd. SZR im September 2003 einen historischen Höchststand, ging aber in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2004 zügig zurück. Während des Geschäftsjahres 2004 betrugen die Rückzahlungen insgesamt 21,6 Mrd. SZR und überstiegen damit die 17,8 Mrd. SZR, die der IWF an Kreditauszahlungen aus dem Allgemeinen Konto (GRA) leistete. Dazu gehörten die hohen Rückzahlungen von Argentinien, Brasilien, Russland und der Türkei sowie die vorzeitigen Rückzahlungen von Thailand (0,1 Mrd. SZR), das seinen ausstehenden IWF-Kredit tilgte. Entsprechend betrug das ausstehende Kreditvolumen zum Ende des Geschäftsjahres 62,2 Mrd. SZR, 3,5 Mrd. SZR weniger als im Vorjahr.

Während des Jahres zahlten fünf Mitglieder – Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Pakistan, Rumänien und die Türkei – gemäß dem für Rückkaufserwartungen geltenden Zeitplan (siehe Kasten 7.2) 10,8 Mrd. SZR zurück, darunter SRF-Rückzahlungen in Höhe von 8,4 Mrd. SZR durch Brasilien.5 Sechs Mitgliedern wurde auf ihren Antrag hin die Verlängerung der Rückkaufserwartungen gewährt (Tabelle 7.2).6 Zum 30. April 2004 unterlagen ausstehende IWF-Kredite im Betrag von 30,6 Mrd. SZR den zeitabhängigen Rückkaufserwartungen, die im Rahmen der im November 2000 beschlossenen Politik eingeführt wurden.

Tabelle 7.2Verlängerung der Rückkaufserwartungen durch den IWF im GJ 2004
MitgliedVerlängerungszeltraum1Datum der BilligungGebilligter Betrag

(Millionen SZR)
ArgentinienSeptember 03-September 0420. September 20031 940,7
BrasilienMärz 05-Dezember 0612. Dezember 20038 096,1
Papua-NeuguineaJuli 03-Juni 044. Juni 200326,0
Serbien und MontenegroSeptember 03-Dezember 0330. Juli 200318,8
TürkeiMai 04-November 051. August 20038 273,4
UruguayJuni 04-Dezember 0420. Februar 2004226,6
18 581,6

Der Zeitraum, in dem die verlängerten Rückkäufe ursprünglich fällig waren.

Der Zeitraum, in dem die verlängerten Rückkäufe ursprünglich fällig waren.

Kasten 7.2Erwartungen im Vergleich zu Verpflichtungen

Nach dem IWF-Übereinkommen (Artikel V Abschnitt 7 (b)) wird von den Mitgliedern erwartet, dass sie „Rückkäufe” (Rückzahlungen von Krediten) vornehmen, sobald sich ihre Zahlungsbilanz-und Reserveposition verbessert. Um eine frühe Tilgung zu fördern, hat die im Geschäftsjahr 2001 durchgeführte Überprüfung der Fonds-Fazilitäten zeitabhängige Rückkaufserwartungen auf „Käufe” (Kreditaufnahmen) eingeführt, die nach dem 28. November 2000 in den Kredittranchen, unter der Erweiterten Fonds-Fazilität und unter der Fazilität zur kompensierenden Finanzierung vorgenommen wurden. Käufe unter der Fazilität zur Stärkung von Währungsreserven sind seit Einrichtung dieser Fazilität Rückkaufserwartungen unterworfen; im März 2003 wurden die Fälligkeiten der SRF-Erwartungen und -Verpflichtungen um ein Jahr bzw. sechs Monate verlängert. Der Zeitplan der Erwartungen sieht frühere Rückzahlungen vor als der ursprüngliche Zeitplan der Verpflichtungen, wie die Tabelle zeigt.

Auf Antrag des Mitglieds können die zeitabhängigen Rückkaufserwartungen verlängert werden.

KreditfazilitätVerpflichtungs

zeitplan

(Jahre)
Erwartungszeitplan

(Jahre)
Bereitschaftskredit3¼-52¼-4
Fazilität zur kompensierenden Finanzierung (CFF)3¼-52¼-4
Erweiterte Fondsfazilität (EFF)4¼-104½-7
Fazilität zur Stärkung von Währungsreserven (SRF)2½-32-2½

Kasten 7.3Kreditaufnahme-Vereinbarungen des IWF

Der IWF kann Kredite aufnehmen, um seine quotenbezogenen Ressourcen zu ergänzen. Er unterhält zwei ständige Kreditvereinbarungen mit offiziellen Kreditgebern: die Allgemeinen Kreditvereinbarungen (AKV) und die Neuen Kreditvereinbarungen (NKV). Der IWF kann zudem von privaten Stellen Mittel aufnehmen, wenngleich er dies bislang nicht getan hat. Die AKV wurden 1962 eingerichtet, um eine Beeinträchtigung des internationalen Währungssystems zu verhüten oder zu beheben. Das potenzielle, dem IWF durch die AKV verfügbare Kreditvolumen beträgt insgesamt 17 Mrd. SZR, die von elf Industrieländern (oder ihren Zentralbanken) zur Verfügung gestellt werden. Zusätzliche 1,5 Mrd. SZR stehen unter einer assoziierten Vereinbarung mit Saudi-Arabien zur Verfügung. Die AKV wurden zuletzt im Juli 1998 aktiviert. Die NKV, die im November 1998 in Kraft traten, wurden zu einem ähnlichen Zweck geschaffen. Unter den NKV haben sich 26 Teilnehmer (Mitgliedsländer und offizielle Institutionen) bereit erklärt, dem IWF bis zu 34 Mrd. SZR zur Verfügung zu stellen. Die NKV sind bisher einmal, im Dezember 1998, aktiviert worden.

Die NKV sind die erste und wichtigste Quelle, falls der IWF zusätzliche Mittel benötigt. Bei Bedarf stehen die AKV jedoch ebenso zur Verfügung. Das maximale Kreditvolumen, das dem IWF unter den NKV und AKV zusammengenommen zur Verfügung steht, beträgt 34 Mrd. SZR. Im November 2002 wurden die NKV und die AKV mit Beginn im November bzw. im Dezember 2003 um fünf Jahre verlängert. Am 30. April 2004 hatte der IWF keine ausstehenden Kredite.

Eine detailliertere Beschreibung der AKV und der NKV bietet der Jahresbericht 2003, S. 80 und 81.

Ressourcen und Liquidität

Die Kreditvergabe des IWF wird in erster Linie durch das vollständig eingezahlte Kapital (Quoten) finanziert, das die Mitgliedsländer in Form von Reserveaktiva und der jeweiligen Landeswährung gezeichnet haben.7 In einem fünfjährigen Turnus werden Allgemeine Überprüfungen der IWF-Quoten durchgeführt, in deren Rahmen Anpassungen sowohl der Quotensumme als auch der Quotenverteilung vorgeschlagen werden können, die Veränderungen in der Weltwirtschaft widerspiegeln. Die Quote eines Mitglieds kann auch außerhalb einer Allgemeinen Überprüfung angepasst werden, um wichtigen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Der IWF kann seine Quotenmittel durch Kreditaufnahme ergänzen, wofür er zwei formelle Kreditaufnahme -Vereinbarungen abgeschlossen hat (Kasten 7.3).

Kasten 7.4Finanztransaktionsplan

Der IWF vergibt Kredite, indem er Reserveaktiva aus seinem eigenen Bestand bereitstellt und finanziell starke Länder ersucht, Bestände ihrer Währungen beim IWF gegen Reserveaktiva einzutauschen. Die Mitglieder, die an der Finanzierung von IWF-Devisentransaktionen teilnehmen, werden vom Exekutivdirektorium auf der Basis einer Beurteilung ihrer jeweiligen finanziellen Leistungsfähigkeit ausgewählt. Diese Beurteilungen sind letzten Endes eine Ermessenssache und berücksichtigen jüngste wie auch voraussichtliche Entwicklungen der Zahlungsbilanz und Reserven eines Landes, seine Wechselkurstrends sowie Umfang und Dauer seiner externen Schuldenverpflichtungen.

Die von diesen Mitgliedern übertragenen und erhaltenen Beträge werden so verwaltet, dass ihre Gläubigerpositionen im IWF im Verhältnis zu ihrer Quote – dem zentralen Maßstab für die Rechte und Verpflichtungen eines jeden Mitglieds im IWF – im Wesentlichen gleich bleiben. Dies wird im Rahmen eines indikativen vierteljährlichen Plans der Finanztransaktionen verwirklicht. Der IWF veröffentlicht das Ergebnis des Finanztransaktionsplans drei Monate nach dem jeweiligen abgeschlossenen Quartal auf seiner Webseite. Zum 30. April 2004 nahmen die 45 unten aufgeführten Mitglieder an der Finanzierung von IWF-Transaktionen teil.

AustralienIrlandMexikoSingapur
BelgienIsraelNeuseelandSlowenien
BotsuanaItalienNiederlandeSpanien
Brunei DarussalamJapanNorwegenThailand
ChileKanadaOmanTrinidad und Tobago
ChinaKatarÖsterreichTschechische Rep.
DänemarkKoreaPolenUngarn
DeutschlandKuwaitPortugalVer. Arab. Emirate
FinnlandLuxemburgSaudi-ArabienVereinigte Staaten
FrankreichMalaysiaSchwedenVer. Königreich
GriechenlandMauritiusSchweizZypern
Indien

Aufgrund früherer Zusagen des IWF und wegen der IWF-Politik, für die Kreditvergabe nur die Währungen der finanziell starken Mitgliedsländer zu verwenden, steht nur ein Teil des eingezahlten Kapitals unmittelbar zur Finanzierung neuer Kredite zur Verfügung. Das Volumen der verwendbaren Mittel erhöhte sich während des Geschäftsjahres 2004, da Thailand als ausreichend stark eingestuft wurde, um seine Währung in den Finanztransaktionsplan des IWF einzubeziehen (siehe Kasten 7.4).

Die Liquiditätsposition des IWF blieb während des Jahres ausreichend, um den Bedarf seiner Mitglieder zu decken. Nach einer Stärkung zu Anfang des Geschäftsjahres 2004 sank die Kreditzusagekapazität des IWF für das folgende Jahr, was in erster Linie auf die hohen Neuzusagen an Argentinien und Brasilien zurückzuführen war (siehe Kasten 7.5). Gegen Ende des Geschäftsjahres erholte sie sich etwas (siehe Schaubild 7.1). Im Geschäftsjahr 2004 ging die Kreditzusagekapazität des IWF für das folgende Jahr insgesamt leicht zurück, auf 58 Mrd. SZR zum 30. April 2004 gegenüber 61 Mrd. SZR ein Jahr zuvor.

Schaubild 7.1Kreditzusagekapazität für das folgende Jahr, 1994–April 2004

(Milliarden SZR)

Quelle: IWF. Abteilung Finanzen.

Hinweis: Der IWF veröffentlicht seit Dezember 2002 Daten über die FCC. Für frühere Perioden zeigt das Schaubild Schätzungen der FCC. Die FCC erhöht sich, wenn Quotenzahlungen getätigt werden und sinkt, wenn der IWF neue Finanzzusagen macht Die Verweise auf Mitgliedsländer und die Asienkrisen zeigen ausgewählte großvolumige Finanzzusagen des IWF an Mitglieder und Mitgliedergruppen.

Konzessionäre Finanzierungsaktivitäten

Zur Stärkung des Wirtschaftswachstums und zur Verringerung der Armut gewährt der IWF seinen ärmsten Mitgliedern konzessionäre Finanzhilfen – d. h. eine Finanzierung zu Zinsen unterhalb des Marktsatzes und mit langen Laufzeiten – im Rahmen seiner Armutsbekämpfungs-und Wachstumsfazilität (PRGF). Zudem gibt er berechtigten Mitgliedern Zuschüsse im Rahmen der Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC), um einer übermäßigen Schuldenlast abzuhelfen. Im Geschäftsjahr 2004 erhielten insgesamt 36 Mitgliedsländer PRGF-Finanzierungen, und im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative wurden bis Ende April 2004 27 Ländern finanzielle Zusagen erteilt.

Armutsbekämpfungs-und Wachstumsfazilität

1999 veränderte der IWF die Zielsetzung seiner konzessionären Ausleihetätigkeit, sodass diese nun eine explizite Ausrichtung auf die Armutsbekämpfung im Rahmen einer wachstumsorientierten Wirtschaftsstrategie einschließt. Zusammen mit der Weltbank unterstützt der IWF Strategien, die vom Kreditnehmerland unter Mitwirkung der Zivilgesellschaft sowie weiterer Entwicklungspartner im Rahmen eines Strategiedokuments zur Armutsbekämpfung (PRSP) erarbeitet werden. Um die neuen Zielsetzungen und Verfahren zu verwirklichen, hat der IWF die Erweiterte Strukturanpassungsfazilität (Enhanced Structural Adjustment Facility – ESAF) durch die PRGF ersetzt. Die PRGF gewährt Finanzierungen im Rahmen von Vereinbarungen, die auf PRSPs basieren.

Im Geschäftsjahr 2004 genehmigte das Exekutivdirektorium zehn neue PRGF-Vereinbarungen für Bangladesch, Burkina Faso, Burundi, Dominica, Ghana, Honduras, Kenia, Mauretanien, Nepal und Tansania mit einem Zusagevolumen von insgesamt 955 Mio. SZR (Tabelle 7.3). Zusätzlich billigte das Direktorium eine Aufstockung der bestehenden Vereinbarung mit Madagaskar um 12,2 Mio. SZR, um dem Land zu helfen, sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Zyklons zu erholen. Die PRGF-Auszahlungen an diese und andere Länder mit laufenden Vereinbarungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2004 auf insgesamt 865 Mio. SZR. Per 30. April 2004 wurden die Reformprogramme von 36 Mitgliedsländern durch PRGF-Vereinbarungen unterstützt. Die Zusagen beliefen sich dabei auf insgesamt 4,4 Mrd. SZR.

Tabelle 7.3Im GJ 2004 gebilligte PRGF-Kredite
MitgliedArt der VereinbarungDatum der BewilligungBewilligter Betrag

(Millionen SZR)
Bangladesch3-jährige PRGF20. Juni 2003347,0
Burkina Faso3-jährige PRGF11. Juni 200324,1
Burundi3-jährige PRGF23. januar 200469,3
Dominica3-jährige PRGF29. Dezember 20037,7
Ghana3-jährige PRGF9. Mai 2003184,5
Honduras3-jährige PRGF27. Februar 200471,2
Kenia3-jährige PRGF21. November 2003175,0
Mauretanien3-jährige PRGF18. Juli 20036,4
Nepal3-jährige PRGF19. November 200349,9
Tansania3-jährige PRGF16. August 200319,6
954,7
MadagaskarErhöhung17. März 200412,2

Die Finanzierung der PRGF erfolgt getrennt von den quotenbezogenen Ressourcen des IWF durch Treuhandfonds – den PRGF-Treuhandfonds und den PRGF-HIPC-Treuhandfonds –, die vom IWF verwaltet werden. Beide Treuhandfonds werden durch Beiträge eines breiten Kreises der IWF-Mitglieder und des IWF selbst finanziert.8 Der PRGF-Treuhandfonds nimmt Kredite zu Marktzinssätzen oder zu niedrigeren Zinssätzen von Zentralbanken, Regierungen und Regierungsinstitutionen auf und verleiht sie an PRGF-berechtigte Mitgliedsländer zu einem Jahreszinssatz von 0,5 %. Der PRGF-Treuhandfonds erhält Beiträge zur Subventionierung des Zinssatzes für PRGF-Darlehen und unterhält ein Reservekonto als Sicherheit für die ihm gewährten Kredite.

Kasten 7.5Künftige Kreditzusagekapazität – Ein Maß der Kreditvergabekapazität

Das wichtigste Maß der Liquidität des IWF ist seine künftige Kreditzusagekapazität (forward commitment capacity – FCC) – ein Indikator der IWF-Kapazität zur Vergabe neuer Kredite. Die einjährige FCC, die den Umfang der aus Quoteneinzahlungen stammenden Mittel aufzeigt, der für Neukredite in den nächsten zwölf Monaten verfügbar ist, hat die traditionelle Liquiditätsquote als primäres Maß der IWF-Liquidität ersetzt.

Die einjährige FCC ist definiert als der Bestand des IWF an verwendbaren Mitteln abzüglich der unter bestehenden Kreditvereinbarungen nicht gezogenen Beträge, plus der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Rückzahlungen, minus einer Sicherheitsrücklage, die die Liquidität der Forderungen der Gläubiger gewährleisten und gegen einen möglichen Schwund in der Mittelbasis des IWF schützen soll. Die verwendbaren Mittel des IWF bestehen aus seinen SZR-Guthaben und seinen Beständen an Währungen der finanziell starken Mitglieder, die in den Finanztransaktionsplan aufgenommen wurden. Die Sicherheitsrücklage beläuft sich auf 20 % der Quoten der Mitglieder, die am Finanztransaktionsplan teilnehmen, und der Mittel, die der IWF unter Kreditvereinbarungen aufgenommen hat.

Informationen über die einjährige FCC werden wöchentlich (Financial Activities: Week-at-a-Glance) und monatlich (Financial Resources and Liquidity) auf der Webseite des IWF unter www.imf.org/external/fin.htm veröffentlicht

Der PRGF-HIPC-Treuhandfonds wurde eingerichtet, um PRGF-Aktivitäten im Zeitraum 2002-05 zu subventionieren und er stellt außerdem Mittel für die Hilfe im Rahmen der HIPC-Initiative zur Verfügung.

Per 30. April 2004 waren für PRGF-Aktivitäten 15,8 Mrd. SZR zur Verfügung gestellt worden; davon waren 13 Mrd. SZR zugesagt und 11 Mrd. SZR ausgezahlt. Es wird erwartet, dass die restlichen nicht zugesagten PRGF-Kreditmittel in Höhe von 2,7 Mrd. SZR geschätzte jährliche Zusagen in Höhe von rund 1,3 Mrd. SZR im Rahmen neuer PRGF-Vereinbarungen bis Ende 2005 abdecken. Dies läge leicht über den jahresdurchschnittlichen Zusagen der Vergangenheit. Im Geschäftsjahr 2004 diskutierte das Exekutivdirektorium die künftige Rolle des IWF in den Mitgliedsländern mit niedrigem Einkommen und erörterte verschiedene Finanzierungsoptionen für eine Fortsetzung der konzessionären Ausleihungen des IWF nach 2005. Die meisten Exekutivdirektoren unterstützten eine Option, die eine sich selbst tragende PRGF ab 2006 zulassen würde und deren Ausleihekapazität mit neuen bilateralen Krediten ergänzt würde (siehe Kasten 7.6).

Erweiterte HIPC-Initiative

Die HIPC-Initiative, die ursprünglich von IWF und Weltbank im Jahre 1996 ins Leben gerufen wurde, erfuhr 1999 eine beträchtliche Stärkung, um eine tiefere, schnellere und breitere Schuldenentlastung für die hochverschuldeten armen Länder der Welt zu bewirken. Zum 30. April 2004 hatten 27 HIPC-zugangsberechtigte Länder im Rahmen der erweiterten Initiative und ein Land (Cöte d’Ivoire) im Rahmen der ursprünglichen Initiative ihren Entscheidungszeitpunkt erreicht. Davon hatten 13 Länder ihren Abschlusszeitpunkt im Rahmen der erweiterten Initiative erreicht (siehe auch Kapitel 4).

Unter der HIPC-Initiative leistet der IWF Unterstützung in Form von Zuschüssen, die für einen Teil des Schuldendienstes des Mitgliedslandes gegenüber dem Fonds verwendet werden. Ende April 2004 hatte der IWF Zuschüsse in Höhe von 1,8 Mrd. SZR an folgende Länder zugesagt: Äthiopien, Benin, Bolivien, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Honduras, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Nicaragua, Niger, Ruanda, Sambia, Säo Tome und Príncipe, Senegal, Sierra Leone, Tansania, Tschad und Uganda. Fünf Mitglieder (Äthiopien, Guyana, Nicaragua, Niger und Senegal) erreichten im Laufe des Geschäftsjahres 2004 ihren Abschlusszeitpunkt im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative. Ende April 2004 betrugen die Gesamtauszahlungen des IWF im Rahmen der HIPC-Initiative 1,2 Mrd. SZR (Tabelle 7.4).

Tabelle 7.4Stand der IWF-Zusagen für HIPC-Unterstützung(Millionen SZR; per 30. April 2004)
MitgliedEntscheidungs

zeitpunkt
Abschluss

zeitpunkt
Zugesagter

Betrag
Ausgezahlter

Betrag1
Unter der ursprünglichen HIPC-Initiative
BolivienSep. 1997Sep. 199821,221,2
Burkina FasoSep. 1997Jul. 200016,316,3
Cöte d’IvoireMär. 1998_16,72_
GuyanaDez. 1997Mai 199925,625,6
MaliSep. 1998Sep. 200010,810,8
MosambikApr. 1998Jun. 199993,293,2
UgandaApr. 1997Apr. 199851,551,5
Ursprüngliche HIPC-Initiative insgesamt235,3218,6
Unter der erweiterten HIPC-Initiative
ÄthiopienNov. 2001Apr. 200426,9326,9
BeninJul. 2000Mär. 200318,420,1
BolivienFeb. 2000Jun. 200141,144,2
Burkina FasoJul. 2000Apr. 200216,7418,1
GambiaDez. 2000Gleitend1,80,1
GhanaFeb. 2002Gleitend90,125,1
GuineaDez. 2000Gleitend24,25,2
Guinea-BissauDez. 2000Gleitend9,20,5
GuyanaNov. 2000Dez. 200331,134,0
HondurasJun. 2000Gleitend22,78,8
KamerunOkt. 2000Gleitend28,55,5
Kongo, Dem. Rep.Jul. 2003Gleitend228,351,1
MadagaskarDez. 2000Gleitend16,65,6
MalawiDez. 2000Gleitend23,16,9
MaliSep. 2000Mär. 200334,738,5
MauretanienFeb. 2000Jun. 200234,838,4
MosambikApr. 2000Sep. 200113,714,8
NicaraguaDez. 2000Jan. 200463,571,2
NigerDez. 2000Apr. 200421,6621,6
RuandaDez. 2000Gleitend33,810,0
SambiaDez. 2000Gleitend468,8351,6
São Tomé and PrincipeDez. 2000Gleitend
SenegalJun. 2000Apr. 200433,833,8
Sierra LeoneMär. 2002Gleitend98,562,0
TansaniaApr. 2000Nov. 200189,096,4
TschadMai 2001Gleitend14,37,2
UgandaFeb. 2000Mai 200068,170,2
Erweiterte HIPC-Initiative insgesamt1 553,31 017,8
Gesamtbetrag1 788,61 236,4

Einschließlich Zinsen auf unter der erweiterten HIPC-Initiative zugesagte Beträge.

Zu am Entscheidungspunkt (17. März 1998) geltenden Wechselkursen beläuft sich der zugesagte Betrag auf 22,5 Mio. US-$.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 18.19 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 10.93 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Der zugesagte Betrag entspricht dem Restbetrag der gesamten HIPC-Unterstützung des IWF in Höhe von 337,9 Mio. SZR nach Abzug von 109,6 Mio. SZR, dem konzessionären Element der Auszahlung eines PRGF-Kredits nach Begleichung der Rückstände der Dem. Rep. Kongo an den IWF am 12. Juni 2002.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 9,664 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Einschließlich Zinsen auf unter der erweiterten HIPC-Initiative zugesagte Beträge.

Zu am Entscheidungspunkt (17. März 1998) geltenden Wechselkursen beläuft sich der zugesagte Betrag auf 22,5 Mio. US-$.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 18.19 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 10.93 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Der zugesagte Betrag entspricht dem Restbetrag der gesamten HIPC-Unterstützung des IWF in Höhe von 337,9 Mio. SZR nach Abzug von 109,6 Mio. SZR, dem konzessionären Element der Auszahlung eines PRGF-Kredits nach Begleichung der Rückstände der Dem. Rep. Kongo an den IWF am 12. Juni 2002.

Zusätzliche Unterstützungszusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative in Höhe von 9,664 Mio. SZR, die unter dem Vorbehalt zufrieden stellender Finanzierungsgarantien anderer Gläubiger stehen, werden nicht erfasst.

Darüber hinaus billigte der IWF im Geschäftsjahr 2004 Äthiopien und Niger an ihrem Abschlusszeitpunkt eine zusätzliche Aufstockung der HIPC-Hilfe, da er davon ausging, dass exogene Faktoren die wirtschaftliche Lage dieser Mitglieder fundamental verändert und ihre Schuldentragfähigkeit weiter beeinträchtigt haben. Einschließlich der Aufstockung der Hilfe für Burkina Faso (im Geschäftsjahr 2002 gebilligt) beläuft sich die zusätzliche HIPC-Unterstützung für die drei Mitglieder auf insgesamt 38,8 Mio. SZR, die ausgezahlt werden, sobald zufrieden stellende Finanzierungszusagen anderer Gläubiger vorliegen.

Im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative kann ein Teil der zum Entscheidungszeitpunkt zugesagten Mittel ausgezahlt werden, bevor ein Land seinen Abschlusszeitpunkt erreicht. Diese Unterstützung des IWF kann sich auf bis zu 20 % jährlich mit einem kumulierten Höchstbetrag von 60 % des insgesamt zugesagten HIPC-Unterstützungsbetrages belaufen. Unter außergewöhnlichen Umständen können der jährliche bzw. kumulierte Höchstbetrag auf bis zu 25 % bzw. 75 % erhöht werden. Im Geschäftsjahr 2004 wurde 13 Ländern Interimsunterstützung in Höhe von 63,8 Mio. SZR ausgezahlt.

Finanzierung der PRGF-Subventionen und der HIPC-Initiative

Die Finanzierung der Subventionierungserfordernisse der PRGF sowie der IWF-Beteiligung an der erweiterten HIPC-Inititative erfolgt durch den PRGF-Treuhandfonds und durch den PRGF-HIPC-Treuhandfonds. Die für diese Zwecke bis zum Jahresende 2019 erforderlichen Mittel werden auf Kassenbasis auf insgesamt 7,1 Mrd. SZR geschätzt: Für PRGF-Subventionen werden 4,9 Mrd. SZR und für die Kosten der HIPC-Unterstützung des IWF werden 2,2 Mrd. SZR veranschlagt. Es wird erwartet, dass diese Kosten durch Beiträge der Mitgliedsländer und des IWF vollständig gedeckt werden.

Die bilateralen Zusagen von Mitgliedsländern für den PRGF-Treuhandfonds und für den PRGF-HIPC-Treuhandfonds stammen von einem weiten Querschnitt der IWF-Mitgliedschaft (94 Länder haben ihre Unterstützung zugesagt), was die breite Unterstützung für die PRGF-und HIPC-Initiative zeigt. Die bilateralen Beiträge bis Ende 2019 werden auf Kassenbasis auf 3,7 Mrd. SZR veranschlagt. Bis Ende April 2004 waren alle zugesagten bilateralen Beiträge an den PRGF-Treuhandfonds und 98 % der gesamten Beiträge an den PRGF-HIPC-Treuhandfonds zur Verfügung gestellt worden. Von zehn Ländern zugesagte Beiträge in Höhe von etwa 32 Mio. SZR stehen noch aus.

Der eigene Beitrag des IWF beläuft sich auf 2,6 Mrd. SZR, wovon 2,2 Mrd. SZR auf den PRGF-HIPC-Treuhandfonds entfallen. Der Großteil dieses Beitrags stammt aus den Anlageerträgen der Nettoerlöse in Höhe von 2,2 Mrd. SZR, die in den Jahren 1999-2000 durch Goldverkäufe außerhalb des Marktes erzielt wurden (siehe Jahresbericht 2000, Seite 84). Die Erträge aus der Anlage der bei den Goldverkäufen erzielten Erlöse, die im Konto für Sonderverwendungen (Special Disbursement Account – SDA) eingestellt sind, dürfen bis zu einer Obergrenze von 1,76 Mrd. SZR zur Deckung des IWF-Anteils der HIPC-Initiative verwendet werden.

Zu den weiteren Beiträgen des IWF gehören eine einmalige Übertragung von 0,4 Mrd. SZR vom SDA an den PRGF-Treuhandfonds aus dem Jahr 1994 sowie ein Verzicht auf eine Vergütung für Verwaltungskosten, die im Zusammenhang mit PRGF-Operationen in den Geschäftsjahren 1998 bis 2004 anfallen, aus dem PRGF-Reservekonto zugunsten des GRA. Der entsprechende Betrag wird stattdessen auf den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen. Zusätzlich wurde ein Teil des Zinsaufschlages, der in den Jahren 1998 und 1999 auf Finanzierungen im Rahmen der Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven erhoben wurde, auf den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen. Diese Finanzierungen standen in Zusammenhang mit der Aktivierung der Neuen Kreditvereinbarungen. Außerdem werden die Anlageerträge der beiden Treuhandfonds für die Finanzierung der PRGF-Kreditsubventionen und der HIPC-Initiative herangezogen.

Anlage von PRGF-, PRGF-HIPC-und SDA-Mitteln

Der IWF legt die Mittel zur Finanzierung der PRGF-Subventionen und der HIPC-Initiative in einem diversifizierten Portfolio mit festverzinslichen Wertpapieren an, die von Regierungen und internationalen Finanzinstitutionen begeben worden sind. Zum 30. April 2004 betrug der Wert dieser Anlagen insgesamt 9,7 Mrd. SZR.

Kasten 7.6Mittelfristige Finanzierung der PRGF-Aktivitäten

Im März 2004 beendete das Exekutivdirektorium des IWF seine Diskussionen über das Stabspapier „Unterstützung des Fonds von Mitgliedsländern mit niedrigem Einkommen: Überlegungen zu Instrumenten und Finanzierung”.

Das Dokument bietet eine vorläufige Beurteilung der potenziellen Größenordnung der Finanzmittel, die erforderlich sind, um auch künftig ein fortgesetztes Engagement des IWF in den Ländern mit niedrigem Einkommen zu unterstützen. Die Stabsanalyse zeigte, dass (1) die verfügbaren PRGF-Mittel für 2004-05, dem verbleibenden Zeitraum der Interims-PRGF, wahrscheinlich ausreichen, den projizierten Bedarf zu decken, (2) dass für 2006-10, der Schwerpunkt des Dokumentes, der geschätzte Finanzierungsbedarf eine Ausleihekapazität der PRGF von 0,8 -1,2 Mrd. SZR (rd. 1,2 -1,8 Mrd. $) pro Jahr erfordert, was dem Ausleiheniveau der jüngsten Vergangenheit entspricht, und dass (3) der Finanzierungsbedarf für PRGF-Aktivitäten nach 2010 möglicherweise zurückgehen wird, dass es aber für den IWF dennoch wichtig bleibt, die Finanzierungskapazität beizubehalten, um den Zahlungsbilanzbedarf der einkommensschwachen Mitglieder zu decken.

Im Dokument werden die folgenden Optionen zur mittelfristigen Fortsetzung der konzessionären Finanzierung des IWF erörtert

  • Drei Optionen wurden in Erwägung gezogen, die sich ausschließlich auf die Mittel stützen, die auf dem Reservekonto des PRGF-Treuhandfonds angesammelt werden

  • die sich selbst tragende PRGF, das planmäßige Auslaufen der PRGF und Zuschüsse. Diese Alternativen würden nicht ausreichen, den geschätzten Finanzierungsbedarf für den Zeitraum 2006-10 in Höhe von 0,8 -1,2 Mrd. SZR zu decken.

  • Optionen, die die Inanspruchnahme von Mitteln des Reservekontos vorsehen, um den Gebührensatz für Kredite aus dem Allgemeinen Konto im Rahmen von Vereinbarungen zu subventionieren, die denen ähnlich sind, die durch die Erweiterte Fonds-Fazilität finanziert werden, könnten den geschätzten Umfang des Finanzierungsbedarfs decken. Sie würden allerdings einen Bruch mit der derzeitigen Finanzierungsstruktur für die konzessionären Aktivitäten des IWF durch Treuhandvereinbarungen bedeuten.

  • Eine Option, die es ermöglicht, im Jahr 2006 eine sich selbst tragende PRGF zu aktivieren und deren Ausleihekapazität mit neuen bilateralen Kreditmitteln zu ergänzen, würde genügend Flexibilität bieten, den für den Zeitraum 2006-10 projizierten Finanzierungsbedarf zu decken. Diese Option würde auch eine Fortsetzung der sich selbst tragenden PRGF-Aktivitäten in beachtlichem Umfang über 2010 hinaus gewährleisten.

Die meisten Direktoren stimmten darin überein, dass eine Finanzierungskapazität in der Größenordnung von 0,8 – 1,2 Mrd. SZR jährlich eine vernünftige Basis für PRGF-Ausleiheaktivitäten im Zeitraum 2006-10 bietet. Nahezu alle Direktoren waren der Ansicht, dass die drei Finanzierungsoptionen, die sich ausschließlich auf die Mittel des Reservekontos des PRGF-Treuhandfonds stützen, nicht ausreichen, um den geschätzten Finanzierungsbedarf zu decken. Die meisten Direktoren unterstützten stattdessen die Option, die vorsieht, ab 2006 eine sich selbst tragende PRGF einzuführen und deren Ausleihekapazität durch neue bilaterale Kreditmittel zu ergänzen.

Im März 2000 verabschiedete das Exekutivdirektorium des IWF Anlageziele und Risikotoleranz-Parameter, die die Anlageerträge im Laufe der Zeit steigern und gleichzeitig umsichtige Risikobegrenzungen gewährleisten sollen.9 Im Rahmen der neuen Anlagestrategie wurde etwa die Hälfte der Mittel in Portfolios mit festverzinslichen Wertpapieren angelegt, für die ein Laufzeit-Referenzwert von 1-3 Jahren festgelegt worden ist. Die verbleibenden Mittel wurden in kurzfristigen Einlagen angelegt, die als Liquiditätstranche dienen. Gleichzeitig entsprach dies den mit bestimmten Gebern getroffenen Verwaltungsvereinbarungen. Währungsrisiken werden minimiert, indem der Erwerb von Wertpapieren auf die Denominierungen der vier Währungen beschränkt wird, die im SZR-Korb enthalten sind (Euro, japanischer Yen, Pfund Sterling und US-Dollar). Regelmäßige Anpassungen der Korbgewichte sollen die Währungsbewegungen widerspiegeln. Die Weltbank und zwei private externe Anlagever-walter sind – entsprechend dem Anlagemandat und den Referenzwertindizes – derzeit mit der Anlage der Mittel für das Bondportfolio beauftragt. Die übrigen Mittel werden in SZR-denominierten Einlagen und mittelfristigen Instrumenten bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gehalten.

Angesichts der historisch niedrigen Erträge an den Märkten der SZR-Korbwährungen wurde Anfang 2002 die taktische Entscheidung getroffen, die Dauer des Anleiheportfolios zu verkürzen. Für das am 30. April abgelaufene Jahr betrug die Jahresrendite des Portfolios 1,7 %, gegenüber 2,4 % im Vorjahr. In den vier Jahren, seitdem die neue Anlagestrategie umgesetzt wird, betrug die jahresdurchschnittliche Portfoliorendite 3,7%.

Nothilfe nach Konflikten

Der IWF gewährt Ländern in der Konfliktfolgezeit Nothilfe in Form von Krediten, die dem Grundgebührensatz des IWF unterliegen. Am 4. Mai 2001 wurde ein Treuhandkonto für Beiträge bilateraler Geber eingerichtet, die es dem IWF ermöglichen, eine derartige Unterstützung zu einem subventionierten Gebührensatz von 0,5 % pro Jahr für PRGF-berechtigte Mitglieder bereitzustellen. Während des Geschäftsjahres 2004 erhielt ein Land, Burundi, 9,6 Mio. SZR Nothilfe. Zum 30. April 2004 belief sich der Gesamtbetrag der von sieben Ländern zugesagten Zuschussbeiträge auf 11,2 Mio. SZR, von denen 9,6 Mio. SZR eingezahlt sind (Tabelle 7.5). Insgesamt wurden bisher 1,9 Mio. SZR ausgezahlt, um den Gebührensatz der Nothilfe für sieben Länder in der Konfliktfolgezeit zu subventionieren (Albanien, Burundi, Guinea-Bissau, die Republik Kongo, Ruanda, Sierra Leone und Tadschikistan). Von diesen Ländern haben nur zwei – die Republik Kongo und Guinea-Bissau – noch ausstehende Verbindlichkeiten im Rahmen der Nothilfe nach Konflikten.

Tabelle 7.5Beiträge zur Subventionierung von Nothilfe nach Konflikten(Millionen SZR. per 30. April 2004)
Beitrag

leistendes Land
Zugesagter

Betrag
Erhaltener

Betrag
Ausgezahlte

Subvention
Belgien0,60,60,3
Kanada1,61,0
Niederlande1,51,5
Norwegen3,02,0
Schweden0,80,80,8
Schweiz0,80,8
Vereinigtes Königreich2,92,90,8
Insgesamt11,29,61,9
Hinweis: Striche bedeuten null.
Hinweis: Striche bedeuten null.

Im März 2004 unterstützte das Exekutivdirektorium weitgehend einen Vorschlag zur Subventionierung des Gebührensatzes für Nothilfen, die PRGF-berechtigten Ländern angeboten wird, wenn sie von Naturkatastrophen heimgesucht worden sind. Dies soll in der gleichen Weise geschehen, wie es derzeit für PRGF-berechtigte Länder in der Konfliktfolgezeit getan wird, vorausgesetzt, die Mittel stehen zur Verfügung. Es wird erwartet, dass dieser Vorschlag während des Geschäftsjahres 2005 endgültig ausgearbeitet wird.

Ertragslage, Gebühren, Vergütung und Lastenteilung

Wie andere Finanzinstitutionen erzielt der IWF Einkommen durch Zinseinkünfte und Gebühren auf seine Kredite und verwendet diese Erträge, um die Finanzierungskosten, die Verwaltungsausgaben und den Aufbau von Risikorücklagen zu finanzieren. Der Rückgriff des IWF auf Quotenzeichnungen und intern erzielte Mittel verleiht eine gewisse Flexibilität bei der Festsetzung des Grundgebührensatzes. Andererseits muss der IWF aber auch sicherstellen, dass er seinen Kreditgebern einen konkurrenzfähigen Zinssatz für deren Forderungen gegenüber dem IWF bietet.

Der Grundgebührensatz für reguläre Ausleihungen wird zu Beginn des Geschäftsjahres als Prozentsatz des SZR-Zinssatzes (siehe unten den Unterabschnitt zu SZR-Entwicklungen) so festgelegt, dass für das Geschäftsjahr ein vereinbartes Nettoeinkommensziel erreicht wird. Dieser Zinssatz soll die Refinanzierungskosten und die Verwaltungsausgaben abdecken und zusätzlich Einstellungen in die Rücklagen des IWF ermöglichen. Der spezifische Prozentsatz basiert auf Schätzungen des Einkommens und der Ausgaben im Geschäftsjahr. Er kann zur Mitte des Geschäftsjahres angepasst werden, wenn das tatsächliche Nettoeinkommen zu diesem Zeitpunkt anzeigt, dass die Einkommensentwicklung für das Gesamtjahr wahrscheinlich erheblich von den Annahmen abweicht. Zum Ende des Geschäftsjahres wird der Einkommensteil, der über die Zielgröße hinausgeht, jenen Mitgliedern zurückerstattet, die während des Jahres Gebührenzahlungen geleistet haben. Fehlbeträge dagegen werden in Übereinstimmung mit den derzeitigen Direktoriumsentscheidungen im Folgejahr ausgeglichen.

Der IWF belegt die nach dem 28. November 2000 vergebenen Kredite mit Zinsaufschlägen, die vom Volumen der ausstehenden Kredite abhängen, um eine übermäßig hohe Kreditinanspruchnahme im Rahmen der Kredittranchen und unter den Erweiterten Vereinbarungen zu verhindern. Der IWF erhebt außerdem Aufschläge auf kürzerfristige Kredite im Rahmen der Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven (SRF). Diese Aufschläge variieren in Abhängigkeit von der Zeitspanne, die die Kredite ausstehen. Das aus den Aufschlägen erzielte Einkommen wird in die IWF-Rücklagen eingestellt und der IWF berücksichtigt es nicht bei der Bestimmung des Netto-Einkommensziels für das Jahr.

Darüber hinaus erzielt der IWF Einkommen von Kreditnehmern in Form von Bearbeitungs-, Bereitstellungs-und Sondergebühren. Eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 0,5 % wird auf jede Kreditauszahlung aus dem Allgemeinen Konto erhoben. Auf Kredite im Rahmen der Erweiterten Fondsfazilität und der Bereitschaftskredit-Vereinbarungen wird eine erstattungsfähige Bereitstellungsgebühr erhoben. Sie ist zu Beginn jeder Zwölfmonatsperiode auf die Beträge zu entrichten, die in dieser Zeit gezogen werden können, einschließlich der im Rahmen der SRF verfügbaren Beträge. Die Provision beträgt 0,25 % auf zugesagte Beträge bis zu 100 % der Quote und 0,10 % für Beträge, die 100 % der Quote überschreiten. Im Falle der Inanspruchnahme von Krediten wird die Bereitstellungs-provision proportional zu den gezogenen Beträgen zurückerstattet. Des Weiteren erhebt der IWF Sondergebühren auf überfällige Tilgungszahlungen und auf Gebühren, die weniger als sechs Monate überfällig sind.

Der IWF zahlt seinen Kreditgebern auf Basis des SZR-Zinssatzes Zinsen (Vergütung) auf ihre Forderungen gegenüber dem IWF (Reserveposition). Der Basisvergütungssatz ist derzeit auf 100 % des SZR-Zinssatzes festgesetzt (der nach dem IWF-Übereinkommen maximal zulässige Satz). Erlaubt ist jedoch eine niedrigere Festlegung bis auf 80 % des SZR-Zinssatzes (Minimum).

Seit 1986 unterliegen Gebühren-und Vergütungssatz einem Lastenteilungs-Mechanismus, der die Kosten überfälliger finanzieller Verpflichtungen zwischen Gläubiger-und Schuldnermitgliedern verteilt. Einkommensverluste, die aus nicht gezahlten Zinsverpflichtungen resultieren, die sechs Monate oder länger überfällig sind, werden durch eine Erhöhung des Grundgebührensatzes sowie eine Senkung des Vergütungssatzes ausgeglichen. Die so vereinnahmten Beträge werden nach Begleichung der überfälligen Zinsen zurückerstattet. Zusätzlich werden Anpassungen des Grundgebühren-und Vergütungssatzes vorgenommen, um Mittel für ein Sonderkonto für Eventualfälle (Special Contingent Account – SCA-1) zu erzielen. Dieses Sonderkonto wurde speziell zu dem Zweck eingerichtet, den IWF vor Verlustrisiken zu schützen, die aus Zahlungsrückständen resultieren. Im Geschäftsjahr 2004 führten die Anpassungen für nicht gezahlte Zinsverpflichtungen und die Zuführungen zum SCA-1 zusammengenommen zu einer Anhebung des Grundgebührensatzes um acht Basispunkte sowie zu einer Verringerung des Vergütungssatzes um neun Basispunkte. Der angepasste durchschnittliche Gebühren-und Vergütungssatz belief sich im Geschäftsjahr auf 2,17 % bzw. 1,49 %.

Im April 2003 wurde der Grundgebührensatz für das Geschäftsjahr 2004 auf 132,0 % des SZR-Zinssatzes festgelegt, um das vereinbarte Nettoeinkommensziel des IWF von 108 Mio. SZR (ohne Einkommen aus Gebührenaufschlägen) zu erreichen. Das Nettoeinkommen des IWF betrug 73 Mio. SZR und lag damit 35 Mio. SZR unter dem Einkommensziel, was insbesondere auf den Rückgang des SZR-Zinssatzes und auf die niedriger als erwartete Kreditinanspruchnahme während des Jahres zurückzuführen ist. Der Fehlbetrag wurde teilweise durch einen Rückgang der in SZR denominierten Verwaltungsausgaben ausgeglichen. In Übereinstimmung mit den Direktoriumsbeschlüssen zu Beginn des Geschäftsjahres 2004 muss der Fehlbetrag ausgeglichen werden durch eine entsprechende Anhebung des Nettoeinkommensziels für das Geschäftsjahr 2005, das auf 191 Mio. SZR festgelegt worden ist. Das Einkommen aus SRF-bezogenen und volumenabhängigen Gebührenaufschlägen belief sich im Geschäftsjahr 2004 auf 848 Mio. SZR. Bereinigt um die mit der Verwaltung des PRGF-Treuhandfonds verbundenen Kosten (58 Mio. SZR)10 und um die Kosten der Rückstellungen für Pensionen und andere Leistungen für Stabsmitarbeiter im Ruhestand (39 Mio. SZR) betrug das Nettoeinkommen des Jahres insgesamt 824 Mio. SZR. Dieser Betrag wurde in die Rücklagen des IWF eingestellt. Davon gingen 790 Mio. SZR (Einkommen aus Gebührenzuschlägen minus Verwaltungskosten des PRGF-Treuhandfonds) in die Allgemeine Rücklage und der Rest in die Sonderrücklage.

Im April 2004 legte das Exekutivdirektorium den Grundgebührensatz für das Geschäftsjahr 2005 auf 154 % des SZR-Zinssatzes fest. Darüber hinaus hat das Exekutivdirektorium beschlossen, vor Ende 2004 eine umfassende Überprüfung der Finanzen und des Finanzierungsmechanismus des IWF durchzuführen.

Finanzrisiko-Management und Risikorücklagen

Angesichts einer anhaltend hohen Kreditkonzentration und ungünstiger Entwicklungen in der Volkswirtschaft eines großen Kreditnehmers befasste sich das Exekutivdirektorium während des Geschäftsjahres 2004 mit Themen, die die Ausgestaltung des Risikomanagements des IWF und die Höhe der Risikorücklagen des Fonds betreffen. Der IWF begrenzt seine finanziellen Risiken durch eine rigorose Umsetzung der Grundsätze, die die Inanspruchnahme seiner Mittel bestimmen, durch ein sorgfältiges Liquiditätsmanagement und durch den Aufbau angemessener Risikorücklagen.11

Finanzrisiko-Management

Die wichtigsten finanziellen Risiken für den IWF ergeben sich aus umfangreichen Kreditvereinbarungen mit Ländern mittleren Einkommens. Ende April 2004 entfielen auf drei Länder (Argentinien, Brasilien und die Türkei) rund 71 % aller im Allgemeinen Konto ausstehenden Kredite, und diese drei Länder plus Indonesien und die Russische Föderation machten 86 % aus. Das IWF-Übereinkommen erteilt dem IWF das Mandat, einem kooperierenden Mitglied – auch in sehr schwierigen Umständen – zu helfen. Daher kann sich die Größe des Kreditportfolios des IWF kurzfristig dramatisch ändern, ebenso wie die Risikobewertung des Kreditportfolios des IWF. Ein solides Risikomanagement verlangt vom IWF, auf mögliche Zahlungsunterbrechungen vorbereitet zu sein, die sich aus einer Zunahme und Konzentration seiner ausstehenden Kredite ergeben können. Aufgrund des kooperativen Charakters des Fonds und seiner Aufgabe zur Förderung der globalen Stabilität als öffentlichem Gut ist eine Diversifizierung der Kreditvergabe jedoch kein Ziel des Fonds, und kann es auch nicht sein.

Die besonderen Merkmale des institutionellen Rahmens und der Finanzierungsaufgabe des IWF lassen darauf schließen, dass sich eine hohe Kreditkonzentration in einer unsicheren Welt nicht vermeiden lässt. Eine solche Konzentration bedeutet jedoch für den IWF nicht das gleiche Risiko wie für andere Finanzinstitutionen. Wichtig für die Begrenzung des finanziellen Risikos ist der bevorzugte Gläubigerstatus des IWF, der zur Folge hat, dass seine Mitglieder der Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber dem IWF Priorität gegenüber anderen Gläubigern geben. Dies ist entscheidend für die Rolle des IWF im internationalen Finanzsystem und für den Finanzierungsmechanismus des IWF. Der bevorzugte Gläubigerstatus gestattet es dem IWF, die notwendigen Risiken auf sich zu nehmen, die damit verbunden sind, Mitgliedern in außergewöhnlich schwierigen Zahlungsbilanzsituationen Finanzhilfe zu gewähren, um ihre Bemühungen zu unterstützen, eine durchgreifende Anpassungspolitik zu verfolgen, ohne zu Maßnahmen Zuflucht nehmen zu müssen, die dem nationalen und internationalen Wohlstand schaden.

Aus einer anderen Perspektive ist auf folgende wichtige Elemente des IWF-Regelwerks für das Risikomanagement hinzuweisen: die Grundsätze des IWF hinsichtlich des Zugangs zu und des Einsatzes von IWF-Mitteln sowie eine effektive Krisenvorbeugung und Konditionalität zur Unterstützung von überzeugenden Programmen, die die Länder von sich aus bejahen. Die Bereitschaft der IWF-Mitglieder, eine solide Wirtschaftspolitik zu verfolgen, die Konditionalität des IWF und die bestehenden Sicherungsmaßnahmen (darunter eine Beurteilung der Fähigkeit der Mitglieder, Kredite gegenüber dem IWF zurückzuzahlen) verringern die mit den Ausleihungen und der Kreditkonzentration verbundenen Risiken für den IWF.

In Reaktion auf das sich verändernde globale Umfeld und die zunehmende finanzielle Interdependenz der Mitglieder hat sich die Ausleihepolitik des IWF in den letzten Jahren tief greifend gewandelt. Das im Jahr 2003 verabschiedete Regelwerk für den außergewöhnlichen Zugang zu IWF-Mitteln ist eine tragende Säule des erweiterten Risikomanagement-Konzepts des IWF. Die strikte Anwendung der Kriterien, die den außergewöhnlichen Zugang zu den IWF-Mitteln regeln, und die strenge Bewertung der Risiken, die sich aus dem hohen Zugang zu Krediten und aus der Rückzahlungsfähigkeit der Mitglieder für den IWF ergeben, sind für ein wirksames Risikomanagement entscheidend. Darüber hinaus sind die IWF-Mitglieder, die in den Genuss der finanziellen Hilfe kommen, gehalten, die Kredite gegenüber dem IWF zurückzuzahlen, sobald die vorübergehenden Zahlungsbilanzprobleme gelöst sind. Anreize dafür sind die Gebührenaufschläge des IWF und die Annahme, dass der außergewöhnliche Zugang zu SRF-Bedingungen erfolgt.

Risikorücklagen

Zur Sicherung seiner Finanzlage verfolgt der IWF die Politik, Risikorücklagen im Allgemeinen Konto anzusammeln. Diese Risikorücklagen bestehen aus den Rücklagen und dem Sonderkonto für Eventualfälle (SCA-1, siehe vorherigen Unterabschnitt). Die Rücklagen gewähren dem IWF Schutz gegen finanzielle Risiken, darunter Einkommensund Kapitalverluste. Das SCA-1 wurde als zusätzlicher Schutzwall gegen negative finanzielle Folgen hartnäckiger Zahlungsrückstände eingerichtet.

Die bestehenden Risikorücklagen wurden durch die Einbehaltung von Einkommen und den Lastenteilungs-Mechanismus finanziert (siehe vorherigen Unterabschnitt). Das Nettoeinkommen und das Einkommen aus den Aufschlägen werden durch Einstellung in die Sonderrücklage und die Allgemeine Rücklage den Rücklagen zugeführt. Nach dem IWF-Übereinkommen kann der IWF die Mittel der Allgemeinen Rücklage an die Mitglieder entsprechend ihrer Quotenanteile verteilen. Mit Ausnahme der Verteilung kann der IWF die Sonderrücklage für die gleichen Zwecke nutzen wie die Allgemeine Rücklage. Per 30. April 2004 waren die gesamten Rücklagen von 4,3 Mrd. SZR im Vorjahr auf 5,1 Mrd. SZR angestiegen. Die Mittel im SCA-1 beliefen sich auf 1,5 Mrd. SZR, verglichen mit überfälligen Tilgungszahlungen von 0,7 Mrd. SZR. Die SCA-1-Mittel werden nach Begleichung aller Rückstände zurückerstattet. Durch einen Beschluss des Exekutivdirektoriums können sie aber auch früher zurückgezahlt werden.

Im Februar 2004 bekräftigte das Exekutivdirektorium erneut den Beschluss aus dem Jahre 2002, der einen Zielwert von etwa 10 Mrd. SZR für den Risikorücklagenbestand festlegte. Außerdem bestand Einvernehmen, dass die Angemessenheit des Bestandes der Risikorücklagen, die Geschwindigkeit ihres Aufbaus und die Anwendung des Lastenteilungs-Mechanismus weiterhin sorgfältig überwacht werden müssen.

Kasten 7.7Zwölfte und Dreizehnte Allgemeine Quotenüberprüfung

Der IWF führt normalerweise alle fünf Jahre eine allgemeine Überprüfung der Quoten seiner Mitgliedsländer durch, um die Angemessenheit seiner Ressourcenbasis zu beurteilen und um Quotenanpassungen einzelner Mitglieder vorzunehmen mit dem Ziel, ihrer veränderten relativen Position in der Weltwirtschaft Rechnung zu tragen. Das Direktorium schloss die Zwölfte Allgemeine Quotenüberprüfung am 30. Januar 2003 ohne Vorschlag für eine Erhöhung (oder Anpassung) ab. Damit bleibt das maximale Volumen der Quoten unverändert bei 213,7 Mrd. SZR.

Während der Dreizehnten Allgemeinen Quotenüberprüfung, die mit dem Abschluss der Zwölften Überprüfung begann, wird das Exekutivdirektorium des IWF die Angemessenheit der IWF-Ressourcen sorgfältig überwachen und bewerten, Maßnahmen erwägen, um eine Quotenverteilung zu erreichen, die die Entwicklungen in der Weltwirtschaft widerspiegelt, und Schritte zur Stärkung der Führungs-und Kontrollmechanismen des IWF prüfen. Der Internationale Währungsund Finanzausschuss (IMFC) beauftragte im April 2004 das Exekutivdirektorium, seine Arbeiten in den Bereichen Quoten, Stimmrechte und Vertretung fortzusetzen und auf der nächsten IMFC-Tagung im Herbst 2004 einen Fortschrittsbericht vorzulegen.

Kasten 7.8SZR-Bewertung und-Zinssatz

Bewertung

Der Wert des SZR basiert auf dem gewichteten Durchschnittswert eines Korbes wichtiger internationaler Währungen. Die Bewertungsmethode wird in Fünfjahresintervallen überprüft. Nach Abschluss der letzten Überprüfung im Geschäftsjahr 2001 entschied das Exekutivdirektorium über eine Anzahl von Änderungen, um die Einführung des Euro als gemeinsame Währung für eine Reihe europäischer Länder und die wachsende Rolle der internationalen Finanzmärkte zu berücksichtigen. Die im Bewertungskorb enthaltenen Währungen gehören zu denjenigen, die bei internationalen Transaktionen am häufigsten verwendet und auf den wichtigsten Devisenmärkten breit gehandelt werden. Die in den SZR-Korb für den Zeitraum 2001-2005 aufgenommenen Währungen sind der US-Dollar, der Euro, der japanische Yen und das Pfund Sterling (Tabelle 7.7).

Tabelle 7.6Übertragungen von SZR(Millionen SZR)
Am 30. April abgelaufenes Geschäftsjahr
1996199719981999200020012002200320041
Übertragungen zwischen Teilnehmern und zugelassenen Inhabern
Transaktionen im Einvernehmen28 9317 4118 56713 8176 6395 0463 6692 8581 140
Zugelassene Operationen31 95188864 5772935442901 186228
IWF-bezogene Operationen47046069017566849228661 794925
Nettozinsen auf SZR319268284289214302228162117
Insgesamt11 9058 3729 83919 4397 8316 8145 0546 0002 410
Übertragungen von Teilnehmern an das Allgemeine Konto
Rückkäufe5 5724 3642 9184 7613 8263 1991 63119552 981
Gebühren1 9851 61618772 8062 6002 4172 3042 5052 456
Quoteneinzahlungen708 644528656216
Auf Bestände des Allgemeinen Kontos eingegangene Zinsen53514435138118563118
Umlagen444332222
Insgesamt7 6836 0354 84416 2497 0945 8013 9934 5555 472
Übertragungen vom Allgemeinen Konto an Teilnehmer und zugelassene Inhaber
Käufe6 4604 0604 2439 5223 5923 1662 3612 2153 500
Rückzahlungen von IWF-Mittelaufnahmen1 429
Zinsen auf Mittelaufnahmen des IWF4618
Im Austausch gegen Währungen anderer Länder Erwerb zur Begleichung von Gebühren49224205451 5771 1071 1301 5981398
Vergütung1 0921 0551 2201 8261 7471 7831 3611 175947
Sonstiges2592790741 00831948984
Insgesamt7 8595 3665 57413 4427 9426 0874 9455 0775 929
Übertragungen insgesamt27 44819 77320 25649 13022 86718 70213 99115 63213 811
Bestände des Allgemeinen Kontos zum Perlodenende82514947643 5722 7242 4371485963506
Hinweis: – bedeutet null.

Per 31. März 2004. ausgenommen Bestände des Allgemeinen Kontos, deren Stichtag der 26. April 2004 ist.

Transaktionen im Einvernehmen sind Transaktionen, bei denen Teilnehmer der SZR-Abteilung (zurzeit alle Mitglieder) und zugelassene Inhaber freiwillig zum offiziellen, vom IWF festgelegten Kurs SZR gegen Währungen eintauschen. Diese Transaktionen werden gewöhnlich vom IWF arrangiert.

Operationen unter Beteiligung zugelassener SZR-Inhaber. Ein zugelassener SZR-Inhaber ist ein Nichtteilnehmer in der SZR-Abteilung, der vom IWF als SZR-Inhaber zugelassen wurde.

In SZR getätigte Operationen zwischen Mitgliedrn und dem IWF, die durch einen zugelassenen Inhaber durchgeführt werden, werden _IWF-bezogene Operationen” genannt. Der IWF hat eine Reihe von Beschlüssen verabschiedet, um SZR-Operationen im Rahmen des Treuhandfonds, des SFF-Subventionskontos, der SAF, der ESAF, der PRGF und der HIPC-Initiative zuzulassen.

Hinweis: – bedeutet null.

Per 31. März 2004. ausgenommen Bestände des Allgemeinen Kontos, deren Stichtag der 26. April 2004 ist.

Transaktionen im Einvernehmen sind Transaktionen, bei denen Teilnehmer der SZR-Abteilung (zurzeit alle Mitglieder) und zugelassene Inhaber freiwillig zum offiziellen, vom IWF festgelegten Kurs SZR gegen Währungen eintauschen. Diese Transaktionen werden gewöhnlich vom IWF arrangiert.

Operationen unter Beteiligung zugelassener SZR-Inhaber. Ein zugelassener SZR-Inhaber ist ein Nichtteilnehmer in der SZR-Abteilung, der vom IWF als SZR-Inhaber zugelassen wurde.

In SZR getätigte Operationen zwischen Mitgliedrn und dem IWF, die durch einen zugelassenen Inhaber durchgeführt werden, werden _IWF-bezogene Operationen” genannt. Der IWF hat eine Reihe von Beschlüssen verabschiedet, um SZR-Operationen im Rahmen des Treuhandfonds, des SFF-Subventionskontos, der SAF, der ESAF, der PRGF und der HIPC-Initiative zuzulassen.

Tabelle 7.7Zahlungsrückstände von sechs Monaten oder länger gegenüber dem IWF seitens der Länder, nach Art und Dauer(Millionen SZR; per 30. April 2004)
Nach Art
InsgesamtAllgemeine

Abteilung

(inkl. SAF)
SZR-

Abteilung
Treuhan

dfonds
PRGFNach Dauer
Weniger als

6 Monate
Mehr als

6 Monate
Irak54,354,31,053,3
Liberia504,4450,024,230,22,6501,8
Simbabwe196,7118,378,418,1178,7
Somalia219,9201,610,37,91,3218,6
Sudan1,070,2991,20,178,93,91,066,3
Insgesamt2 045,51761,188,9117,078,426,92 018,7

Zinssatz

Seitdem die Methode zur Bestimmung des SZR-Zinssatzes im Geschäftsjahr 2001 überprüft worden ist, wird der wöchentliche Zinssatz auf der Basis eines gewichteten Mittels von Zinssätzen (ausgedrückt als entsprechende jährliche Anleiherendite) kurzfristiger Schuldtitel festgesetzt, die auf den Märkten der Währungen, die im SZR-Bewertungskorb enthalten sind, gehandelt werden. Dazu gehört der Dreimonats-Euribor (Euro Interbank Offered Rate), 13-wöchige Finanzierungs-Schatzwechsel der japanischen Regierung, Dreimonats-Schatzwechsel des Vereinigten Königreichs und Dreimonats-Schatzwechsel der USA. Während des Geschäftsjahres 2004 bewegte sich der SZR-Zinssatz in Übereinstimmung mit den Entwicklungen an den wichtigen Geldmärkten. Er sank im Juli 2003 auf 1,49 %, seinen bisher niedrigsten Stand, bevor er bis Ende April 2004 allmählich wieder auf 1,62 % stieg. Im Verlauf des Berichtsjahres lag der SZR-Zinssatz im Schnitt bei 1,58 % (Schaubild).

SZR-Bewertung, per 30. April 2004
Betrag an

Währungseinheiten
Wechsel

kurs1
US-Dollar-

Äquivalent2
Euro0,42601,196800,509837
Japanischer Yen21,0000110,230000,190511
Pfund Sterling0,09841,773200,174483
US-Dollar0,57701,000000,577000
1,451831
Merkposten:
1 SZR = 1,451831 US-$
1 US-$ = 0,688785 SZR

Der Wechselkurs lautet auf US-Dollar pro Währungseinheit, mit Ausnahme des japanischen Yen, der auf Währungseinheiten pro US-Dollar lautet.

Auf sechs Ziffern gerundet.

Der Wechselkurs lautet auf US-Dollar pro Währungseinheit, mit Ausnahme des japanischen Yen, der auf Währungseinheiten pro US-Dollar lautet.

Auf sechs Ziffern gerundet.

SZR-Zinssatz, 1994–April 2004

(Prozent)

Quotenentwicklungen

Da die Liquiditätslage des IWF während des Geschäftsjahres angemessen war und die Dreizehnte Allgemeine Quotenüberprüfung (siehe Kasten 7.7) sich noch in einem frühen Stadium befindet, gab es im Geschäftsjahr 2004 nur wenige erwähnenswerte quotenbezogene Entwicklungen.

Im Juli 2003 setzten die Exekutivdirektoren ihre Aussprache über eine Reihe von Fragestellungen zur Quotenverteilung der IWF-Mitglieder fort.12 Die Diskussion bestätigte eine breite Unterstützung für eine Quotenformel, die einfacher und transparenter als die traditionelle Formel ist. Die Direktoren stellten fest, dass vorläufige Ergebnisse von Quotenberechnungen anhand von Variablen, deren Aufnahme in eine neue Quotenformel weitgehend unterstützt wird, nicht zu signifikanten Änderungen der berechneten Quotenanteile der einzelnen Ländergruppen führen würde. Allerdings würde eine neue Quotenformel es leichter machen zu messen, wie stark die Quoten einzelner Länder von ihrer relativen wirtschaftlichen Größe abweichen. Bei der Erörterung der Frage, wie man am besten vorgehen sollte, um eine Anpassung der Quotenanteile zu verwirklichen, stellten die Direktoren fest, dass bedeutsame Anpassungen der Quotenanteile in der Vergangenheit normalerweise im Rahmen einer allgemeinen Quotenerhöhung vorgenommen wurden. Deshalb befürworteten die meisten Direktoren ein Gesamtpaket, das die folgenden Punkte umfasst: eine allgemeine Quotenerhöhung, Ad-hoc-Quotenerhöhungen mit dem Ziel, die offensichtlichsten Fälle von Quotenanteilen, die der realen Lage nicht mehr entsprechen, zu korrigieren, sowie eine Erhöhung der Zahl der Basisstimmen, die insbesondere darauf abzielt, das schwindende Stimmengewicht der kleinsten Mitglieder auszugleichen. Die meisten Direktoren ließen verlauten, dass es angesichts der befriedigenden Liquiditätslage des IWF keinen unmittelbaren Bedarf für eine Quotenerhöhung gibt.

Zum 30. April 2004 hatten 179 Mitgliedsländer, die insgesamt 99,46 % der 1998 im Rahmen der Elften Allgemeinen Quotenüberprüfung vorgeschlagenen Quotensumme auf sich vereinigen, ihrer Quotenerhöhung zugestimmt und entsprechende Zahlungen geleistet. Alle Mitgliedsländer, die berechtigt sind, ihrer Quotenerhöhung zuzustimmen, hatten dies bis zum Ende des Geschäftsjahres getan. Vier Länder waren nicht berechtigt, die für sie vorgeschlagenen Erhöhungen anzunehmen, weil sie Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF aufwiesen. Am 28. Januar 2004 billigte das Exekutivdirektorium eine Verlängerung der Zustimmungs-und Einzahlungsfrist für die Quotenerhöhungen im Rahmen der Elften Überprüfung bis zum 31. Juli 2004. Zum Ende des Geschäftsjahres belief sich die Quotensumme auf 212,8 Mrd. SZR.

Entwicklung bei Sonderziehungsrechten (SZR)

Das SZR ist ein Reserveaktivum, das 1969 vom IWF geschaffen wurde, um einen langfristigen globalen Bedarf zur Ergänzung der bestehenden Reserveaktiva zu befriedigen. SZR werden den Mitgliedern im Verhältnis zu ihren IWF-Quoten zugeteilt. Ein Mitglied kann SZR nutzen, um hierfür Devisen von anderen Mitgliedern zu erhalten oder um Zahlungen an den IWF zu leisten. Eine solche Nutzung stellt keinen Kredit dar. SZR werden den Mitgliedern ohne Bedingungen zugeteilt, d. h. sie können die SZR zur Zahlungsbilanzfinanzierung einsetzen, ohne dass sie wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen müssten oder zur Rückzahlung verpflichtet wären. Allerdings hat ein Mitglied, das Gebrauch von den ihm zugeteilten SZR macht, den SZR-Zinssatz auf den in Anspruch genommenen Teil zu entrichten, während ein Mitglied, das SZR über seine Zuteilung hinaus erwirbt, Zinsen zum SZR-Zinssatz erhält. Insgesamt wurden den Mitgliedern 21,4 Mrd. SZR zugeteilt – 9,3 Mrd. SZR in den Jahren 1970-72 und 12,1 Mrd. SZR 1978-81. Der Wert des SZR basiert auf dem gewichteten Durchschnittswert eines Korbes mit den führenden internationalen Währungen. Der SZR-Zinssatz ist ein gewichteter Durchschnitt von Zinssätzen kurzfristiger Schuldtitel auf den Märkten der Währungen, die im SZR-Bewertungskorb enthalten sind (siehe Kasten 7.8). Der SZR-Zinssatz bildet die Basis für die Berechnung von Zinszahlungen im Rahmen regulärer IWF-Finanzierungen sowie für die Zinszahlungen an Mitglieder, die Gläubiger des IWF sind. Außerdem dient das SZR dem IWF und einer Reihe anderer internationaler Organisationen als Recheneinheit.

Es gibt zwei Arten von SZR-Zuteilungen:

  • Allgemeine Zuteilungen. Entscheidungen über allgemeine SZR-Zuteilungen werden für aufeinander folgende Zeiträume von bis zu fünf Jahren getroffen und erfordern die Feststellung, dass die Zuteilung einem langfristigen globalen Bedarf zur Ergänzung der bestehenden Reserveaktiva nachkommt. Die Entscheidung über eine SZR-Zuteilung erfordert eine 85-prozentige Mehrheit aller Stimmrechte der Mitglieder. Bisher wurden zwei allgemeine Zuteilungen genehmigt. Die erste fand 1970-72, die zweite 1979-81 statt.

  • Einmalige Sonderzuteilungen. Im September 1997 schlug der Gouverneursrat des IWF eine Änderung des IWF-Übereinkommens mit dem Ziel einer einmaligen SZR-Sonderzuteilung vor, um den Umstand zu korrigieren, dass mehr als ein Fünftel der IWF-Mitglieder dem IWF erst nach der letzten Allgemeinen Zuteilung beigetreten sind und deshalb niemals eine SZR-Zuteilung erhalten haben. Die SZR-Sonderzuteilung würde es allen IWF-Mitgliedern ermöglichen, auf gleicher Basis am SZR-System teilzunehmen. Damit würden die kumulierten SZR-Zuteilungen auf 42,9 Mrd. SZR verdoppelt. Der Vorschlag tritt in Kraft, wenn ihn drei Fünftel der IWF-Mitglieder (111 Mitglieder), die zusammen über mindestens 85 % der gesamten Stimmrechte verfügen, akzeptieren. Zum 30. April 2004 hatten 131 Mitglieder, die zusammen 77,57 % der gesamten Stimmrechte auf sich vereinigen, zugestimmt. Damit ist nur noch die Zustimmung der Vereinigten Staaten erforderlich, um den Vorschlag umzusetzen.

SZR-Operationen und -Transaktionen

Alle SZR-Transaktionen werden über die SZR-Abteilung (eine Finanz-und keine Organisationseinheit) abgewickelt. SZR werden größtenteils von Mitgliedsländern sowie von offiziellen Stellen gehalten, die vom IWF als SZR-In-haber zugelassen wurden. Der Rest der zugeteilten SZR wird im Allgemeinen Konto des IWF gehalten. Zugelassene Inhaber erhalten keine SZR-Zuteilungen, sie können SZR jedoch erwerben und bei Operationen und Transaktionen mit IWF-Mitgliedern oder anderen zugelassenen Inhabern zu den gleichen Bedingungen nutzen wie IWF-Mitglieder. SZR-Transaktionen werden durch 13 freiwillige Vereinbarungen ermöglicht, in deren Rahmen die Beteiligten sich bereit erklärt haben, SZR gegen Währungen zu kaufen oder zu verkaufen, die für internationale Transaktionen frei verwendbar sind, sofern ihre SZR-Bestände innerhalb bestimmter Grenzen bleiben.13 Diese Vereinbarungen haben dazu beigetragen, die Liquidität des SZR-Systems zu gewährleisten.14

Das Gesamtvolumen der SZR-Transfers ging von 15,6 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2003 auf 13,8 Mrd. SZR im Berichtsjahr zurück. Der Höchststand der SZR-Transfers (49,1 Mrd. SZR) wurde im Geschäftsjahr 1999 erreicht, als das Volumen der SZR-Transaktionen durch die Zahlungen der Mitglieder im Zusammenhang mit der Quotenerhöhung deutlich höher war (siehe Tabelle 7.6).

Per 30. April 2004 waren die SZR-Eigenbestände des IWF, die im Zuge der Quoteneinzahlungen 1999 stark zugenommen hatten, von etwa 1,0 Mrd. SZR im Vorjahr auf 0,5 Mrd. SZR gesunken. Die von zugelassenen Inhabern gehaltenen SZR beliefen sich auf 0,4 Mrd. SZR. Die SZR-Bestände der Teilnehmer stiegen von 19,9 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2003 auf 20,6 Mrd. SZR. Die SZR-Bestände der Industrie-und Nettogläubigerländer stiegen gegenüber dem Vorjahr im Verhältnis zu ihrer kumulativen Nettozuteilung. Die SZR-Bestände der nicht-industrialisierten Länder beliefen sich auf 76 % ihrer kumulativen Nettozuteilung, verglichen mit 72 % im Vorjahr.

Sicherungsbewertungen

Im Geschäftsjahr 2004 setzte der IWF seine Bemühungen zur Sicherung der GRA-, PRGF-und HIPC-Ressourcen fort, indem er Sicherungsbewertungen bei den Zentralbanken der kreditaufnehmenden Mitgliedsländer durchführte. Sicherungsbewertungen sollen dem IWF eine angemessene Gewähr bieten, dass die Zentralbanken über hinlängliche Berichts-, Prüfungs-und Kontrollsysteme zur Verwaltung ihrer Mittel, einschließlich der IWF-Auszahlungen, verfügen (siehe Kasten 7.9). Der IWF spricht Empfehlungen aus, wie die Zentralbanken die bei Überprüfungen festgestellten Schwachstellen beseitigen und damit dauerhaft ihre Kontrollen und Aktivitäten verbessern können. Die Sicherungspolitik konzentriert sich auf Zentralbanken, da sie normalerweise die Empfänger von IWF-Auszahlungen sind.

Das Exekutivdirektorium führte das Sicherungsbewertungssystem im März 2002 nach einer zweijährigen Erprobungsphase als ständige IWF-Politik ein. Die Sicherungspolitik wurde eingeführt als Reaktion auf mehrere Fälle von fehlerhaft gemeldeten Daten und Vorwürfe über Missbrauch von IWF-Mitteln und sie zielt auf eine Ergänzung der Konditionalität, der technischen Hilfe und anderer Instrumente, die in der Vergangenheit eine bestimmungsgemäße Verwendung der IWF-Kredite gewährleistet haben.

Sicherungsbewertungen finden Anwendung auf alle Länder mit Vereinbarungen über die Inanspruchnahme von IWF-Mitteln, die nach dem 30. Juni 2000 genehmigt wurden. Sie werden bei jeder neuen Vereinbarung durchgeführt, die dem Exekutivdirektorium zur Genehmigung vorgelegt wird. Obwohl Sicherungsbewertungen bei Ländern mit einem stabsüberwachten Programm (Staff-Monitored Program – SMP) formal nicht angewandt werden, werden diese Länder ermutigt, sich auf freiwilliger Basis einer Bewertung zu unterziehen, da in vielen Fällen auf ein SMP eine formale Vereinbarung mit dem IWF folgt. Im Geschäftsjahr 2004 führte der Fonds 20 Sicherungsbewertungen bei Zentralbanken der Mitgliedsländer durch, darunter eine freiwillige, sodass die Gesamtzahl der bis zum 30. April 2004 abgeschlossenen Bewertungen bei 95 liegt. Diese Gesamtzahl schließt auch die 27 Kurzbewertungen ein, die bei Vereinbarungen durchgeführt wurden, welche vor dem 30. Juni 2000 in Kraft waren. Diese Bewertungen beurteilen nur ein einziges Schlüsselelement des Sicherungsrahmenwerkes, nämlich, ob die Zentralbanken Jahresabschlüsse veröffentlichen, die von externen Prüfern unabhängig, in Übereinstimmung mit international akzeptierten Standards, geprüft werden.

Sicherungsbewertungen folgen einem festen Muster, um eine konsistente Anwendung zu gewährleisten. Alle Zentralbanken, die einer Bewertung unterliegen, stellen dem IWF-Stab einen Standardsatz von Dokumenten zur Verfügung. Der Stab überprüft die Informationen und setzt sich bei Bedarf mit Zentralbankvertretern und den externen Prüfern in Verbindung. Die Überprüfung kann durch einen Vor-Ort-Besuch bei der Zentralbank ergänzt werden, wenn es gilt, Informationen einzuholen oder zu klären, die notwendig sind, um Schlüsse ziehen und Empfehlungen erteilen zu können. Diese Besuche werden von IWF-Mitarbeitern durchgeführt – gegebenenfalls unter Beteiligung von Experten, die aus der IWF-Mitgliedschaft rekrutiert werden. Die Überprüfung berücksichtigt die Ergebnisse und den Zeitrahmen vorhergehender Sicherungsbewertungen, einschließlich der Resultate einer etwaigen Folge-Überwachung.

Das Ergebnis einer Sicherungsbewertung ist ein vertraulicher Bericht, der Anfälligkeiten aufzeigt, Risikoeinstufungen vornimmt und Empfehlungen an die Zentralbankbehörden über die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der aufgezeigten Risiken ausspricht. Von den Behörden, die Gelegenheit haben, zu allen Sicherungsbewertungs-Berichten Stellung zu nehmen, wird erwartet, dass sie die Sicherungs-bewertungs-Empfehlungen umsetzen. In einigen Fällen kann diese Umsetzung Bedingung für eine Programmunterstützung werden. Die Schlussfolgerungen und vereinbarten Gegenmaßnahmen werden in zusammengefasster Form dem Exekutivdirektorium des IWF zugeleitet, entweder bei Billigung einer Vereinbarung oder spätestens bis zur ersten Überprüfung der Erfolgsbilanz des Landes im Rahmen der Vereinbarung. Der Sicherungsbericht selbst wird weder dem Exekutivdirektorium noch der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Kasten 7.9Politik der Sicherungsbewertungen: Eine Zusammenfassung

Ziel der Sicherungsbewertungen

  • dem IWF eine angemessene Gewähr zu bieten, dass das angewandte Kontroll-, Rechnungslegungs-, Berichts-und Prüfungssystem sowie der rechtliche Rahmen einer Zentralbank zur Verwaltung der Mittel, einschließlich der IWF-Auszahlungen, ausreichen, um die Integrität der Finanzoperationen und der Berichterstattung an den IWF sicherzustellen.

Anwendungsbereich der Sicherungsbewertungen

  • Zentralbanken mit neuen, nach dem 30. Juni 2000 gebilligten Vereinbarungen über die Inanspruchnahme von IWF-Mitteln; bestehende Vereinbarungen, die aufgestockt werden; Mitgliedsländer, die ein Programm zur Ansammlung von Rechten auf spätere Ziehungen (Rights Accumulation Program – RAP) durchführen, im Rahmen dessen Mittel zugesagt werden;

  • Kurzbewertungen bei Mitgliedern mit vor dem 30. Juni 2000 in Kraft getretenen Vereinbarungen, die auf externe Prüfungsverfahren begrenzt sind:

  • freiwillig für Mitglieder mit stabsüberwachten Programmen; sowie

  • nicht anwendbar bei Nothilfe, Ziehungen in der ersten Kredittranche und eigenständigen CFFs.

Anwendungsbereich der Politik – ELRIC

  • das externe (External) Prüfungsverfahren;

  • die rechtliche (Legal) Struktur und Unabhängigkeit;

  • das finanzielle Berichtswesen (Reporting);

  • das interne (Internal) Prüfungsverfahren; sowie

  • das interne Kontrollsystem (Control).

Veröffentlichungshinweise

Die Umsetzung der Sicherungsempfehlungen wird regelmäßig vom IWF-Stab überwacht. Sicherungsüberwachungen beginnen, sobald der endgültige Bewertungsbericht den Behörden übergeben worden ist, und dauern so lange, wie der Kredit aussteht. Der Überwachungsprozess bezieht sich in erster Linie auf die Empfehlungen, die bei den Sicherungsbewertungen ausgesprochen wurden, und soll sicherstellen, dass (1) von den Behörden eingegangene Verpflichtungen erfüllt und (2) die Empfehlungen zufrieden stellend umgesetzt worden sind. Allgemein werden von den Behörden eingegangene Verpflichtungen zusammen mit der gesamten Programmkonditionalität überwacht. Der Schwerpunkt der Sicherungsüberwachung liegt daher auf der Wirksamkeit der Umsetzung. Zu diesem Zweck bittet der IWF-Stab um periodische Aktualisierungen und er kann eine Vor-Ort-Überwachungsüberprüfung durchführen. Im Überwachungsverfahren müssen die Länderbehörden dem IWF jährlich ihre geprüften Jahresabschlüsse mit allen von den externen Prüfern der Zentralbank erstellten Empfehlungen und Sonderberichten vorlegen.

Die Ergebnisse der bisherigen Sicherungsbewertungen haben gezeigt, dass möglicherweise in einzelnen Fällen bedeutende, aber vermeidbare Risiken für die IWF-Mittel vorlagen, selbst wenn mit der Zeit die Bedeutung und Häufigkeit identifizierter Schwachstellen zurückgegangen ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Zentralbanken zunehmend die vom Fonds empfohlenen Maßnahmen umsetzen. Im Geschäftsjahr 2004 setzten die Zentralbanken die Umsetzung der Bewertungsempfehlungen in hohem Umfang fort (über 92 % bei den wichtigsten Maßnahmen). Die wichtigsten Bereiche, in denen die Geschäftstätigkeit und die Kontrollen der Zentralbanken aufgrund der Umsetzung von Sicherungsmaßnahmen verbessert worden sind, umfassen (1) die Einführung des Grundsatzes einer unabhängigen externen Prüfung im Einklang mit internationalen Standards, (2) die Abstimmung der dem IWF zum Zwecke der Programmüberwachung mitgeteilten Wirtschaftsdaten mit den zu Grunde liegenden Rechnungslegungs-Unterlagen der Zentralbank, (3) die Verbesserung der Transparenz und Konsistenz des Finanzberichtswesens, einschließlich der Veröffentlichung der geprüften Jahresabschlüsse, (4) die Verbesserung der Kontrollen über die Reservenverwaltung sowie (5) die Einführung eines unabhängigen, qualitativ hochwertigen internen Prüfungssystems. Die Zentralbanken akzeptieren die Ergebnisse der Sicherungsbewertungen im Allgemeinen, und diese Politik hat den Ruf und die Glaubwürdigkeit des IWF in Bezug auf seine Rolle als umsichtiger Kreditgeber gestärkt. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die Geschäftstätigkeit und die Rechnungslegungsverfahren der Zentralbanken zu verbessern.

Der IWF-Stab erstellt halbjährlich für das Exekutivdirektorium zusammenfassende Berichte über die Aktivitäten und Ergebnisse der Sicherungspolitik. Diese Berichte sind auf der IWF-Webseite unter www.imf.org/external/fin.htm verfügbar. Eine umfassende Überprüfung der Sicherungspolitik unter Beteiligung externer Experten ist für Anfang 2005 geplant.

Wie im Vorjahr verbesserte der IWF-Stab auch im Geschäftsjahr 2004 die Informationsarbeit im Bereich der Sicherungspolitik für die Zielgruppe der Zentralbankmitarbeiter. Im Juni 2003 wurden Kurse über Sicherungsbewertungen im Gemeinsamen Afrika-Institut (Tunis) durchgeführt und im November 2003 im IWF-Institut (Washington). Am 30. April 2004 hatten 112 Beamte aus 87 Ländern an den Kursen über Sicherungsbewertungen teilgenommen.

Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF

Die verstärkte kooperative Strategie bei Zahlungsrückständen gegenüber dem IWF besteht aus drei wesentlichen Elementen: Vorbeugung, intensivierte Zusammenarbeit und Gegenmaßnahmen.15

Die gesamten Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF betrugen Ende April 2004 2,05 Mrd. SZR und lagen damit geringfügig über den 2,01 Mrd. SZR zu Beginn des Geschäftsjahres (Tabelle 7.7). Die Zahlungsrückstände des Sudan gegenüber dem IWF sanken zwar infolge regelmäßiger monatlicher Zahlungen, die über die fällig werdenden Beträge hinausgingen, die überfälligen finanziellen Verpflichtungen der anderen vier Länder mit hartnäckigen Zahlungsrückständen – Irak, Liberia, Simbabwe und Somalia – nahmen jedoch weiter zu. Zum 30. April 2004 waren nahezu alle Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF längerfristiger Natur (mehr als sechs Monate überfällig). Davon betrafen 45% überfällige Kapitalsummen, der Rest entfiel auf überfällige Gebühren und Zinsen. Mehr als vier Fünftel der Zahlungsrückstände bestanden gegenüber dem Allgemeinen Konto und der Rest gegenüber der SZR-Abteilung und dem PRGF-Treuhandfonds.

Die zwei Länder mit den höchsten hartnäckigen Zahlungsrückständen – der Sudan und Liberia – machen 77 % der überfälligen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem IWF aus, wobei auf Simbabwe und Somalia der größte Teil des Restes entfällt.16 Im Rahmen der verstärkten kooperativen Strategie des IWF gegen Zahlungsrückstände wurden Gegenmaßnahmen gegen Länder mit längerfristigen Zahlungsrückständen gegenüber dem Fonds ergriffen.17 Während des Geschäftsjahres 2004 wurden keine Änderungen an der verstärkten kooperativen Strategie des IWF gegen Zahlungsrückstände vorgenommen.

Das Exekutivdirektorium des IWF überprüfte die gesamte Strategie gegen Zahlungsrückstände und verlängerte den Ansatz der Gewährung von Rechten auf spätere Ziehungen18 um ein weiteres Jahr. Außerdem überprüfte das Direktorium im Geschäftsjahr 2004 die überfälligen finanziellen Verpflichtungen mehrer Mitgliedsländer gegenüber dem IWF:

  • Im September 2003 verschob das Direktorium die geplante Überprüfung der überfälligen finanziellen Verpflichtungen Liberias gegenüber dem IWF aufgrund der angespannten politischen Situation und der unruhigen Sicherheitslage im Land sowie wegen des Mangels an zuverlässigen Wirtschaftsdaten, der eine Überprüfung der Wirtschaftspolitik und -leistung des Landes unmöglich machte. Am 1. März 2004 führte das Direktorium dann die erste Überprüfung nach der am 5. März 2003 beschlossenen zeitweiligen Aussetzung von Liberias Stimm-und anderen diesbezüglichen Rechten im IWF durch. Im Rahmen der Überprüfung vom März 2004 begrüßte das Direktorium die Bereitschaft der nationalen Übergangsregierung Liberias, die Beziehungen zum IWF zu verbessern, sowie die ersten Schritte dieser Regierung zur Wiederherstellung einer funktionierenden Wirtschaft und Regierung. Das Direktorium begrüßte außerdem die Tatsache, dass die Übergangsregierung wieder monatliche Zahlungen von 50 000 US-$ an den IWF leistet. Es erörterte die Modalitäten der künftigen Beziehungen des IWF zu Liberia und betonte, dass ein anhaltender Nachweis erfolgreicher Zusammenarbeit und einer überzeugenden Politik notwendig ist, um im Laufe der Zeit die Grundlage für eine Normalisierung der Beziehungen zum IWF und zu anderen Gläubigern zu schaffen. Angesichts dieser ersten Schritte zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem IWF sowohl im Bereich der Politikmaßnahmen als auch bei den Zahlungen und aufgrund der begrenzten technischen Kapazität und des überwältigenden Wiederaufbaubedarfs des Landes genehmigte das Direktorium die Wiederaufnahme der technischen Hilfe für Liberia.

  • Das Direktorium überprüfte die überfälligen finanziellen Verpflichtungen des Sudan zweimal – am 6. Juni 2003 und am 20. Februar 2004. Bei der Überprüfung im Juni nahm das Direktorium die gute wirtschaftspolitische Erfolgsbilanz zur Kenntnis, die die sudanesischen Behörden im Rahmen des stabsüberprüften Programms (SMP) für 2002 vorweisen konnten, und es würdigte die Bereitschaft des Landes, die monatlichen Zahlungen an den IWF etwas zu erhöhen. Es begrüßte die Vereinbarung über ein neues SMP für 2003 und forderte den Sudan auf, die im Programm aufgezeigten makroökonomischen und strukturellen Politikmaßnahmen vollständig umzusetzen. Bei der Überprüfung im Februar verwies das Direktorium auf die anhaltend gute wirtschaftspolitische Erfolgsbilanz, die die sudanesischen Behörden im Rahmen des SMP für 2003 erzielt haben.

  • Das Direktorium überprüfte die überfälligen Verpflichtungen Simbabwes gegenüber dem IWF zweimal. Angesichts zunehmender Zahlungsrückstände und unzureichender Verbesserungen in der Wirtschaftspolitik entschied das Direktorium am 6. Juni 2003, Simbabwes Stimm-und andere diesbezügliche Rechte im IWF einstweilig auszusetzen. Bei seiner Überprüfung am 3. Dezember 2003 brachte das Direktorium seine Absicht zum Ausdruck, unverzüglich das Verfahren zum zwangsweisen Ausscheiden Simbabwes einzuleiten. Am 6. Februar 2004 reichte der Geschäftsführende Direktor im Exekutivdirektorium eine Beschwerde in Bezug auf das zwangsweise Ausscheiden Simbabwes aus dem IWF ein. Diese Beschwerde wurde zur eingehenden Erörterung auf die Tagesordnung des Exekutivdirektoriums in der Sitzung am 7. Juli 2004 gesetzt.

Ende April 2004 waren Liberia, Simbabwe, Somalia und der Sudan nach Artikel XXVI Abschnitt 2(a) nicht länger berechtigt, die allgemeinen Mittel des IWF in Anspruch zu nehmen. Zudem war Simbabwe von der Liste PRGF-berechtigter Länder gestrichen worden. Eine Erklärung über mangelnde Kooperationsbereitschaft – ein weiterer Schritt im Rahmen der verstärkten kooperativen Strategie gegen Zahlungsrückstände – war in Kraft für Liberia und Simbabwe. Ihre Stimm-und anderen diesbezüglichen Rechte im IWF waren suspendiert. Die Beschwerde hinsichtlich des zwangsweisen Ausscheidens Simbabwes aus dem IWF steht noch aus.

Per 30. April 2004: 1 SZR = 1,45183 US-$.

Eine andere Fazilität, die Vorbeugenden Kreditlinien (CCL), lief planmäßig am 30. November 2003 aus.

Gleichzeitig verlängerte der IWF in den Geschäftsjahren 2004 und 2005 entstehende Rückkaufserwartungen in Höhe von 1,9 Mrd. SZR.

Gleichzeitig verlängerte der IWF in den Geschäftsjahren 2005, 2006 und 2007 entstehende Rückkaufserwartungen in Höhe von 8,1 Mrd. SZR.

Die Rückkaufserwartungen wurden während einer im Geschäftsjahr 2001 abgeschlossenen Überprüfung der IWF-Fazilitäten eingeführt (siehe Kasten 7.2).

Im Geschäftsjahr 2003 wurden im Geschäftsjahr 2004 fällige Rückkaufserwartungen für Argentinien, Ecuador, Sri Lanka und Uruguay verlängert.

Darüber hinaus bestimmen die Quoten auch das Stimmengewicht eines Landes im IWF, seinen Zugang zu IWF-Finanzierungen sowie seinen Anteil an SZR-Zuteilungen.

Eine umfassendere Aufstellung der Mittelherkunft für die konzessionäre Kreditvergabe des IWF findet sich in Financial Organization and Operations of the IMF, Pamphlet Nr. 45, 6th ed. (Washington: International Monetary Fund, 2001), verfügbar im Internet unter www.imf.org/external/pubs/ft/pam/pam45/contents.htm.

Vor dieser Änderung der Anlagestrategie wurden diese Mittel in kurzfristige SZR-denominierte Einlagen bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angelegt.

Wie 1999 vereinbart, werden dem IWF die Kosten für die Verwaltung des PRGF-Treuhandfonds nicht erstattet. Stattdessen wird ein entsprechen-der Betrag vom PRGF-Treuhandfonds über das Konto für Sonderverwendungen an den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen.

Umfassendere Informationen können der IWF-Webseite unter www.imf.org/external/np/sec/pn/2004/pn0416.htm entnommen werden.

Umfassendere Informationen konnen der IWF-Webseite unter www.imf.org/external/np/sec/pn/2003/pn03106.htm entnommen werden.

Diese betreffen zwölf IWF-Mitglieder und einen zugelassenen SZR-Inhaber. Darüber hinaus hat ein Mitglied eine eingleisige Vereinbarung (nur Verkauf) mit dem IWF getroffen.

Nach dem Designationsverfahren können Teilnehmer, deren Zahlungsbilanz-und Reserveposition als ausreichend solide angesehen wird, im Fall einer Designation durch den IWF verpflichtet werden, bis zu einem festgelegten Betrag frei verwendbare Währungen im Tausch gegen SZR bereitzustellen. Das Designationsverfahren ist seit 1987 nicht mehr genutzt worden, nachdem 1986 freiwillige Vereinbarungen ermöglicht wurden.

Siehe Jahresbericht 2001, Seite 83 und 84, zum Hintergrund über die verstärkte kooperative Strategic des IWF zum Umgang mit Zahlungsrückständen.

Auf die überfälligen Netto-SZR-Gebühren und Umlagen des Irak entfallen 3,1%.

In zwei Fällen (Irak und Somalia) wurde die Anwendung von Gegenmaßnahmen aufgrund von Bürgerkriegen, des Fehlens einer arbeitsfähigen Regierung oder internationaler Sanktionen aufgeschoben.

Der 1990 geschaffene „Ziehungsrechte“-Ansatz ermöglicht es einem Mitglied, im Rahmen eines Programms zur Ansammlung von Rechten auf spätere Ziehungen Erfolge in der Wirtschaftspolitik und im Zahlungsverhalten gegenüber dem IWF nachzuweisen. Dadurch erwirbt es „Ziehungsrechte” mit denen es im Rahmen von Folgevereinbarungen nach Abschluss des Programms und nach Begleichung der Zahlungsrückstände gegenüber dem Fonds IWF-Mittel erhalten kann.

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