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Technische Hilfe und Ausbildung

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2004
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Bei der Gestaltung und Umsetzung von Wirtschaftspolitik sind Fachwissen und wirksame Regierungsinstitutionen erforderlich. Viele Entwicklungsländer benötigen Hilfe zur Erlangung solcher Fachkenntnisse sowie Beratung hinsichtlich der Frage, welche Politikmaßnahmen, Reformen und institutionelle Regelungen angemessen sind und in anderen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt werden. Der IWF stellt eine solche technische Beratung sowie Ausbildungsmöglichkeiten für Bedienstete der Mitgliedsländer bereit. Arme Länder erhalten diese Unterstützung gebührenfrei.

Der IWF bietet diese Hilfe in den Kernbereichen seiner Sachkenntnis an. Sie erfolgt durch Entsendung von Stabsmissionen aus dem Hauptquartier, die kurzzeitige Bereitstellung von Spezialisten, örtliche Berater oder regionale Ausbildungsinstitute des IWF. Die Hilfen umfassen Formulierung und Steuerung der Makropolitik, Geldpolitik, Zentralbankwesen, Finanzsystem, Devisenmärkte und -politik, öffentliche Finanzen und Fiskalsteuerung sowie makroökonomische, Außenwirtschafts-, Fiskal-und Finanzstatistik.

Seit den frühen neunziger Jahren, als die Mitgliederzahl des IWF anstieg und eine wachsende Zahl von Ländern den Übergang zu einer marktorientierten Volkswirtschaft vollzog, stieg die technische Hilfe des Fonds rapide an. In letzter Zeit führten die Bemühungen des IWF um eine Stärkung der globalen Finanzarchitektur, durch die das Krisenrisiko verringert und die Bewältigung und Lösung entstehender Krisen verbessert werden soll, zu einer neuen Nachfrage nach technischer Hilfe, vor allem aus Ländern, die die Übernahme internationaler Standards und Kodizes im Finanz-, Fiskal-und Statistikbereich anstreben. Die Arbeit des Fonds in Offshore-Finanzzentren sowie der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung führten ebenfalls zu neuen Anträgen auf technische Hilfe. Außerdem hat der IWF -in Zusammenarbeit mit anderen bilateralen und multilateralen Anbietern von technischer Hilfe -in den letzten Jahren beachtliche Anstrengungen unternommen, Ländern in der Konfliktfolgezeit unmittelbar Politikberatung und operationelle Hilfe zukommen zu lassen. Des Weiteren benötigen die hochverschuldeten armen Länder (HIPCs) weiterhin Unterstützung bei Schuldentragfähigkeitsanalysen und Programmen zum Schuldenabbau und die einkommensschwachen Länder brauchen Hilfe bei der Gestaltung und Umsetzung von Programmen zur Wachstumssteigerung und Armutsbekämpfung.

Der IWF ist bemüht, seine technische Hilfe so wirksam wie möglich zu gestalten, vor allem indem er sie enger mit seiner Länderüberwachung und seinen Finanzhilfen für Politikprogramme verzahnt. Zu diesem Zweck verstärkt er die Koordination und die Zusammenarbeit mit anderen Anbietern technischer Hilfe, insbesondere der Weltbank (siehe Anhang IV). Ferner verbessert er die Art der Bereitstellung der technischen Hilfe, hauptsächlich durch den Aufbau regionaler Zentren für technische Hilfe (Kasten 5.1). Darüber hinaus stärkt er die Überwachung und Beurteilung seiner Programme für technische Hilfe und erweitert die Verbreitung von Informationen über die Programme.

Kasten 5.1Regionale Bereitstellung technischer Hilfe in Afrika

Der IWF hat als Bestandteil seiner Initiative für den Aufbau der Kapazitäten in Afrika -welche die Steigerung des Umfangs, der Reichweite und der Koordination der technischen Hilfe von verschiedenen multilateralen und bilateralen Gebern zum Ziel hat -in den Jahren 2002-03 zwei Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika (African Regional Technical Assistance Centers -AFRITACs) eröffnet. Das Östliche AFRITAC hat seinen Sitz in Daressalam in Tansania und ist zuständig für Äthiopien, Eritrea, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda. Das Westliche AFRITAC mit Sitz in Bamako in Mali versorgt Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Guinea, Guinea-Bissau, Mali, Mauretanien, Niger, den Senegal und Togo.

Die AFRITACs sollen die Kapazitäten der afrikanischen Länder zur Gestaltung und Umsetzung ihrer Armutsbekämpfungsstrategien stärken, hauptsächlich indem sie die Abstimmung der technischen Hilfe im Rahmen der Strategiedokumente zur Armutsbekämpfung (PRSP) verbessern.

Der IWF nutzt diesen regionalen Ansatz zur Bereitstellung technischer Hilfe für seine Mitgliedsländer seit 1993, als er das Pazifisehe Zentrum für technische Hilfe im Finanzbereich (PFTAC) auf Fidschi eröffnete. Alle diese regionalen Zentren für technische Hilfe werden von Lenkungsausschüssen geleitet, die mit Vertretern der teilnehmenden Länder und der unterstützenden Geberbehörden sowie mit Beobachtern aus regionalen, am Kapazitätsaufbau beteiligten Institutionen besetzt werden. Jedes Land ernennt einen Vertreter und einen Stellvertreter für den Ausschuss. Die Ausschüsse halten halbjährlich Sitzungen ab. Die Zentrums-Koordinatoren aus dem IWF-Stab sind verantwortlich für das Tagesgeschäft und die Arbeitsprogramme der Zentren.

In jedem Zentrum bietet eine kleine Zahl von örtlichen Beratern technische Hilfe und Ausbildung innerhalb der betreffenden Region an; sie werden in der Regel von kurzfristig eingesetzten Experten unterstützt. Zu den Vorteilen dieses regionalen Ansatzes gehören die Flexibilität, im Bedarfsfall schnell reagieren zu können, die Möglichkeit häufiger Folgebesuche, welche den Reformimpuls erhalten und die Beziehungen festigen sowie stetiger Zugang zu qualitativ hochwertigem technischem Fachwissen, das für Länder mit knappen Mitteln anderweitig schwer erhältlich ist. Außerdem tragen sowohl Format als auch Rolle der regionalen Zentren dazu bei, regionale Politikinitiativen zu prägen und voranzutreiben sowie die Zusammenarbeit zu stärken.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage und konkurrierender Bedürfnisse an technischer Hilfe muss der IWF bei seinen Mitteln für technische Hilfe effektiv Prioritäten setzen. Der Fonds führte im Jahr 2001 eine Reihe von Prioritätsfiltern und Richtlinien ein. Diese sollen es den Fachabteilungen ermöglichen, die Mittel gemäß den Kernkompetenzen des IWF, seinen Hauptprogrammbereichen und seinen wichtigsten Politikinitiativen systematischer auf die Bedürfnisse der Empfängerländer auszurichten. (Siehe Kasten 5.2)

Kasten 5.2Der Rahmen für die Projektauswahl

Das Exekutivdirektorium des IWF beschloss im Geschäftsjahr 2001 die Einführung eines formellen Rahmens für eine wirksamere und besser auf die politischen Prioritäten ausgerichtete Zuteilung von Mitteln für technische Hilfe. In diesem Rahmen wird die technische Hilfe des IWF in fünf „Hauptprogrammgebiete” eingeteilt: Krisenverhütung. Armutsbekämpfung, Krisenlösung und -management. Länder nach Beendigung von Konflikten bzw. Isolation sowie regionale und multilaterale Vereinbarungen. Diese Programmgebiete werden durch folgende drei Filterkategorien ergänzt:

  • Zielfilter. Die technische Hilfe muss innerhalb der Kerngebiete der Spezialisierung des IWF liegen und eine begrenzte Anzahl von Schlüsselprogrammbereichen unterstützen oder politische Prioritäten fördern.

  • Wirksamkeitsfilter. Es muss als wahrscheinlich gelten, dass die technische Hilfe einen wesentlichen Einfluss hat und durch das Empfängerland tatkräftig unterstützt und umgesetzt wird. Zudem sollte sie hinsichtlich ihrer Finanzierung tragfähig und in ihrer Wirkung dauerhaft sein.

  • Partnerschaftsfilter. Anträge auf technische Hilfe genießen Vorrang, wenn die Hilfe auf regionaler Basis bereitgestellt wird, mehreren Empfängern zugute kommt, auf verschiedene Finanzquellen zurückgreift oder die Hilfeleistungen Dritter ergänzt.

Externe Finanzierung

Der IWF finanziert seine technische Hilfe hauptsächlich aus Eigenmitteln; die externe Finanzierung bietet allerdings eine wichtige Ergänzung. Die externe Finanzierung wird in Form von Zuschüssen gewährt. Dies geschieht vor allem unter dem Rahmenkonto des IWF für technische Hilfe. Die Finanzierung erfolgt jedoch auch durch Kostenteilungsvereinbarungen im Rahmen von Projekten des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und, in einer geringen Zahl von Fällen, durch direkte Vergütungsvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2004 gab es 15 Unterkonten innerhalb des Rahmenkontos, darunter drei Unterkonten mehrerer Geber zur Unterstützung des Pazifischen Zentrums für technische Hilfe im Finanzbereich (PFTAC), der Regionalen Zentren für technische Hilfe in Afrika (AFRITACs) und der technischen Hilfe für den Irak (siehe “Other Administered Accounts” im Finanzausweis. Kasten 5.3 beschreibt die neuen Unterkonten, die im abgelaufenen Geschäftsjahr eingerichtet wurden.

Kasten 5.3Neue Unterkonten für technische Hilfe

Das Unterkonto für technische Hilfe Chinas wurde im Mai 2003 als Sondervereinbarung zur Mitfinanzierung des Östlichen AFRITAC eingerichtet. Es ging ein Beitrag von 200 000 $ ein.

Das Unterkonto für technische Hilfe an den Irak wurde im Juli 2003 eingerichtet. um die Fähigkeit des Irak zu verbessern, Politikmaßnahmen im makroökonomischen, fiskalischen sowie geld-und finanzpolitischen Bereich und den damit verbundenen statistischen Feldern zu formulieren und umzusetzen. Dazu gehören auch Ausbildungsprogramme und Maßnahmen zur Stärkung des Rechts-und Verwaltungsrahmens in diesen Kerngebieten. Das Vereinigte Königreich, Kanada, Australien, Italien und Indien haben einen Beitrag von insgesamt 7,6 Mio. $ zugesagt. (Weitere Informationen über die Beziehungen des IWF mit Irak finden sich in Kapitel 1).

Das Unterkonto für technische Hilfe Kanadas wurde im Januar 2004 eingerichtet, um in Indonesien die freiwillige Einhaltung der Gesetze durch die Steuerzahler zu fördern, die Effizienz der Steuerverwaltung zu erhöhen und das Vertrauen der Steuerzahler in die Steuerzahler und Integrität der Steuerverwaltung wiederherzustellen. Die Internationale Entwicklungsagentur Kanadas (CIDA) hat einen Beitrag von 2.3 Mio. $ für das Projekt zur Reform der indonesischen Steuerverwaltung zugesagt.

Im Geschäftsjahr 2004 machte die externe Finanzierung 29 % der durch den IWF bereitgestellten Hilfe aus. Japan blieb mit rund 60 % der gesamten externen Finanzmittel für technische Hilfe der größte Einzelgeldgeber. Zu den anderen bilateralen Gebern zählten Australien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Irland, Italien, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Russland, Schweden, die Schweiz, Singapur, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Multilaterale Geber waren die Afrikanische Entwicklungsbank, der Arabische Währungsfonds, die Asiatische Entwicklungsbank, die Europäische Kommission, die Interamerikanische Entwicklungsbank, das UNDP, die Vereinten Nationen und die Weltbank.

Die technische Hilfe des IWF wird vom Büro für das Management der technischen Hilfe im Büro des Geschäftsführenden Direktors koordiniert und überwacht. Eine ausführlichere Beschreibung der Ziele, des Umfangs und der Arbeitsmethoden der technischen Hilfe des IWF findet sich in einer Reihe von Dokumenten, die auf der Internetseite des IWF verfügbar sind, darunter die Grundsatzerklärung über die technische Hilfe des IWF (Policy Statement on IMF Technical Assistance).

Technische Hilfe im Geschäftsjahr 2004

Eine Möglichkeit zur Messung der technischen Hilfe des IWF besteht darin, die für die Länderhilfe aufgebrachte Zeit zu berechnen. Im Geschäftsjahr 2004 stellte der IWF technische Hilfe in Höhe von 367 Personenjahren bereit. Das waren 3 % mehr als im Geschäftsjahr 2003 und über 100 Personenjahre mehr als ein Jahrzehnt zuvor (263 Personenjahre im Geschäftsjahr 1994).

Vor dem Hintergrund neuer Bedürfnisse in den Programm-bereichen wurde im Geschäftsjahr 2004 die technische Hilfe für Politikreformen und Kapazitätsaufbau erhöht. Ebenso wurde die Hilfe für Länder, die sich um die Einhaltung internationaler Standards und Kodizes bemühen, sowie die Hilfe zur Förderung von Verbesserungen im Finanzsektor ausgeweitet. Die technische Hilfe im Rahmen der auslaufenden Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC) nahm hingegen ab (siehe Tabelle 5.1).

Tabelle 5.1Programmbereiche der technischen Hilfe, GJ 2002–04

(Vor Ort durchgeführte Hilfe in Personenjahren)1

GJ 2002GJ 2003GJ 2004
Wichtigste Programmbereiche
Krisenprävention32,034,934,8
Armutsbekämpfung69.360.857,0
Krisenlösung und -management28.926.325,2
Hilfe nach Konflikten/Isolation23.230.427,2
Regional34,941.257,0
Insgesamt188,2193,6201,1
Wichtigste Politlkinitiativen und -anliegen
Hilfe bei Standards und Kodizes, außer FSAP13,618.121.7
FSAP-bezogen3,46,09,9
HIPC-bezogen21,416.811.5
Offshore-Finanzplätze und AML/CFT5,110,48,6
Politikreform/Kapazitätsaufbau144,7142,3147,4
Sonstiges1.9
Insgesamt188,2193,3201,1
Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.Hinweis: FSAP = Programm zur Bewertung des Finanzsektors, HIPC = Hochverschuldete arme Länder, AML/CFT = Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung.

Abzüglich der in der Zentrale für technische Hilfe durchgeführten Aktivitäten. Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe beträgt 260 Tage.

Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.Hinweis: FSAP = Programm zur Bewertung des Finanzsektors, HIPC = Hochverschuldete arme Länder, AML/CFT = Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung.

Abzüglich der in der Zentrale für technische Hilfe durchgeführten Aktivitäten. Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe beträgt 260 Tage.

Von allen Regionen erhielt das südlich der Sahara gelegene Afrika weiterhin den größten und einen zunehmenden Anteil der technischen Hilfe des IWF. Die technische Hilfe stieg ebenfalls in der asiatisch-pazifischen Region -und blieb damit auf hohem Niveau. Dies war teilweise auf Hilfen nach der Beendigung von Konflikten wie etwa in Kambodscha oder Timor-Leste sowie auf die Unterstützung der Reformen in China, Indonesien und der Mongolei zurückzuführen. Ein Teil der technischen Hilfe für Mittel-und Osteuropa unterstützte die Anstrengungen der EU-Beitrittsländer bei der Vorbereitung auf ihre EU-Mitgliedschaft am 1. Mai 2004. Die technische Hilfe für andere geographische Gebiete sowie für interregionale Projekte blieb in den letzten drei Jahren weitgehend unverändert (siehe Tabelle 5.2 und Schaubild 5.1).

Tabelle 5.2Bereitstellung und Quellen der technischen Hilfe, GJ 2000–04

(In effektiven Personenjahren)1

GJ 2000GJ 2001GJ 2002GJ 2003GJ 2004
IWF-Haushalt für technische Hilfe251,7265,5268,8262,2262,1
Stabsmitarbeiter158,5171,8172,2174,1186.1
In der Zentrale tätige Berater16.422,723,220,120,6
Sachverständige vor Ort76,971,073,468,055.4
Externe Ressourcen der technischen Hilfe85,577,777,893,5105,3
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen8.78,49,69.68.1
Japan68,059,556,261,961,6
Sonstige Kofinanzierer8,89,812,022,035.6
Gesamtmittel der technischen Hilfe337,2343.3346.6355,7367,4
Regionale Bereitstellung technischer Hilfe2282,2275,8280,0286,5291,1
Afrika69,868,271,972.183,8
Asien und Pazifik44,457,063,167,569,0
Europa I24,130,230,327.7
Europa II40,440,832,625,1
Europa35.5
Naher Osten27.527,822,426,5
Naher Osten und Zentralasien40.1
Westliche Hemisphäre28,223,728,032,626,6
Regional und interregional47,928,031,735,136,0
Nicht-regionale technische Hilfe355,167,566,669,276,4
Gesamtbereltstellung technischer Hilfe337,2343,3346,6355,7367,4
Bereitstellung technischer Hilfe nach IWF-Abteilung
Abteilung Währungs-und Finanzsysteme112,2101,2115,5120,0122,0
Abteilung Fiskalpolitik101,4111,997,594,395,6
Abteilung Statistik49,148,249,255,759,0
IWF-Institut154,654,456,055,453,6
Abteilung Recht8,615,415,519.623.9
Sonstige Abteilungen511,312,212,910.713,3
Gesamtbereitstellung technischer Hilfe337.2343,3346,6355,7367,4
Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Seit 2001 wird eine neue Definition verwendet; die Daten werden rückwirkend angepasst.

Im Geschäftsjahr 2004 wurde die frühere Abteilung Europa II aufgelöst, und die davon betroffenen Länder wurden auf die neu eingerichtete Abteilung Europa und die Abteilung Naher Osten und Zentralasien aufgeteilt.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung sowie sonstige mit technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

Der aus dieser Tabelle hervorgehende Rückgang der im Geschäftsjahr 2003/04 durch das IWF-Institut bereitgestellten Hilfe ist auf Änderungen in den Finanzvereinbarungen bezüglich der Verwaltung der regionalen Ausbildungsinstitute des IWF zurückzuführen und nicht auf einen Rückgang der Ausbildung insgesamt. Aus Tabelle 5.5 geht hervor, dass die durch das IWF-Institut bereitgestellte Ausbildung während des Berichtszeitraums sogar gestiegen ist.

Enthält die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, die Abteilung Technologie und allgemeine Dienste sowie das Büro für das Management der technischen Hilfe.

Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Seit 2001 wird eine neue Definition verwendet; die Daten werden rückwirkend angepasst.

Im Geschäftsjahr 2004 wurde die frühere Abteilung Europa II aufgelöst, und die davon betroffenen Länder wurden auf die neu eingerichtete Abteilung Europa und die Abteilung Naher Osten und Zentralasien aufgeteilt.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung sowie sonstige mit technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

Der aus dieser Tabelle hervorgehende Rückgang der im Geschäftsjahr 2003/04 durch das IWF-Institut bereitgestellten Hilfe ist auf Änderungen in den Finanzvereinbarungen bezüglich der Verwaltung der regionalen Ausbildungsinstitute des IWF zurückzuführen und nicht auf einen Rückgang der Ausbildung insgesamt. Aus Tabelle 5.5 geht hervor, dass die durch das IWF-Institut bereitgestellte Ausbildung während des Berichtszeitraums sogar gestiegen ist.

Enthält die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, die Abteilung Technologie und allgemeine Dienste sowie das Büro für das Management der technischen Hilfe.

Schaubild 5.1Technische Hilfe nach Region, GJ 2002

(Prozent der gesamten regionalen Hilfe in effektiven Personenjahren)

Die IWF-Abteilung Währungs-und Finanzsysteme blieb der größte Anbieter von technischer Hilfe des Fonds. Sie stellte etwa 122 Personenjahre für Hilfe bereit, was Initiativen des IWF im Finanzsektor widerspiegelt. Die Abteilung Fiskalpolitik, der zweitgrößte Anbieter von technischer Hilfe des IWF, steigerte ihre Bereitstellung auf 96 Personenjahre. Auch die Abteilungen Statistik und Recht stockten ihre technische Hilfe auf. Der Anstieg bei der Abteilung Recht war hauptsächlich auf ihren Einbezug in Aktivitäten zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zurückzuführen (siehe Schaubild 5.2 und Tabelle 5.3).

Schaubild 5.2Technische Hilfe nach Abteilung, GJ 2004

(Prozent der Gesamtressourcen in effektiven Personenjahren)
Tabelle 5.3Bereitstellung technischer Hilfe nach Funktion, GJ 20041
Langfristige Abstellungen2Kurzfristige Missionen
ThemenbereicheAbstellungen

(Anzahl)
Bereitstellung (Personenjahre)Durchschn. Dauer (Tage)Abstellungen (Anzahl)Bereitstellung (Personenjahre)Durchschn. Dauer (Tage)
Fiskalpolitik83261142592719
Währungs-, Wechselkurs und Finanzsysteme55382464353417
Makroökonomische und Finanzstatistik26121632091622
Rechtsfragen42145158816
Sonstiges7420319319
Insgesamt175811671,0808818

Von der Zentrale aus geleistete technische Hilfe, Ausbildungsmaßnahmen und Missionen in Verbindung mit der Verwaltung des technischen Hilfsprogramms, wie Mittelmobilisierung, Überwachung und Evaluierung, werden nicht erfasst.

Langfristige Abstellungen haben eine Mindestdauer von sechs Monaten. Da Verlängerungen, die kürzer sein künnen, als eigenstündige Abstellung gezählt werden, kann die Durchschnittsdauer kürzer als sechs Monate sein.

Von der Zentrale aus geleistete technische Hilfe, Ausbildungsmaßnahmen und Missionen in Verbindung mit der Verwaltung des technischen Hilfsprogramms, wie Mittelmobilisierung, Überwachung und Evaluierung, werden nicht erfasst.

Langfristige Abstellungen haben eine Mindestdauer von sechs Monaten. Da Verlängerungen, die kürzer sein künnen, als eigenstündige Abstellung gezählt werden, kann die Durchschnittsdauer kürzer als sechs Monate sein.

Bewertung der technischen Hilfe

Im April 2003 hat der IWF ein formelles Programm zur Bewertung der Effektivität und Wirksamkeit seiner technischen Hilfe eingeleitet. Die ersten drei Beurteilungen wurden dem Exekutivdirektorium des IWF im März 2004 vorgelegt.

Das Evaluierungsprogramm hat folgende Ziele: (1) die Verbesserung von Rechenschaftspflicht und Transparenz bei der technischen Hilfe des Fonds, (2) die Erhöhung der Häufigkeit und die Erweiterung der Erfassung der Beurteilungen der technischen Hilfe, (3) die Verbreitung der Lehren die gezogen werden, um die technische Hilfe des IWF effektiver zu gestalten sowie (4) die Integration der technischen Hilfe in die Überwachungs-und Programmarbeit des IWF. Die Evaluierungsergebnisse sollen eine Grundlage für die Reaktion auf zukünftige Anforderungen darstellen und die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen und Anbietern technischer Hilfe effektiver gestalten. Mit zunehmender Zahl der Evaluierungen werden weiter reichende Lehren gezogen und das Exekutivdirektorium kann sich bei seinen regelmäßigen Überprüfungen der Politik und Praxis des IWF im Bereich der technischen Hilfe auf diese Ergebnisse stützen.

Es ist beabsichtigt, dem Exekutivdirektorium pro Jahr drei oder vier Bewertungen vorzulegen. Es handelt sich dabei um interne wie externe Beurteilungen, die einen breiten Fächer von Themen abdecken.

Bei der Auswahl der ersten Themen wurde der Schwerpunkt auf vier Bereiche gelegt, die geschäftspolitisch besonders relevant sind: (1) die Verbindung zwischen technischer Hilfe und der Überwachungs-und Programmarbeit des Fonds, (2) die technische Hilfe, die von regionalen Zentren wie dem Östlichen und Westlichen AFRITAC bereitgestellt wird, (3) die Rolle der technischen Hilfe des IWF in den hochverschuldeten armen Ländern (HIPCs) und in den einkommensschwachen Ländern, die für die Unterstützung der Armutsbekämpfungs-und Wachstumsfazilität des IWF berechtigt sind sowie (4) Maßnahmen der technischen Hilfe, die darauf abzielen, auf neue Initiativen und Anträge auf internationale Hilfe zu reagieren.

Bei zwei der ersten drei im Geschäftsjahr 2003 begonnenen und im Geschäftsjahr 2004 abgeschlossenen Beurteilungen handelte es sich um technische Hilfe, die die IWF-Abteilung Fiskalpolitik in ausgewählten Ländern in Afrika südlich der Sahara im Bereich der Verwaltung der öffentlichen Ausgaben geleistet hat. Sie wurden durch IWF-Stabsmitarbeiter und externe Berater durchgeführt. Die dritte Bewertung, eine Zwischenevaluierung des Regionalen Zentrums für technische Hilfe im karibischen Raum (CARTAC), wurde von einem externen Team durchgeführt. (Der Bericht über die Evaluierungen ist verfügbar unter www.imf.org/external/np/ta/2004/eng/030104.htm.) Für die Geschäftsjahre 2005-07 sind zehn weitere Beurteilungen geplant. (Siehe Tabelle 5.4)

Tabelle 5.4Evaluierungsprogramm für technische Hilfe – GJ 2005–07
Themenbereich des EvaluierungsberichtsGeschäftsjahr

(geplant)
Pazifisches Zentrum für technische Hilfe im Finanzbereich (PFTAC)12005
TH in Bezug auf die Stärkung des Handelsgerichts und die Umsetzung des Konkursrechts in Indonesien
Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika (AFRITACs)1
TH im Bereich der Steuerpolitik in Ländern, die aufgrund von Handelsund Zolltarifreformen vor Einnahmeeinbußen stehen2006
TH zur Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
TH an die Demokratische Republik Kongo
TH für Länder in der Konfliktfolgezeit2007
Verwaltung der öffentlichen Einnahmen -TH an Länder im Nahen Osten
Verwaltung der öffentlichen Einnahmen -TH an Südostasien
Allgemeines Datenveröffentlichungs-System (GDDS) -Regionale TH-Projekte

Die Überprüfung und Evaluierung der regionalen TH-Zentren wird im Rahmen eines zweistufigen Überwachungs-und Evaluierungsprozesses der Zentren durchgeführt, bei dem die Führungsgremien der Zentren für die regulären Überprüfungen der Leistungen der jeweiligen Zentren zuständig sind, während weniger häufig durchgeführte, tiefer gehende Evaluierungen gewöhnlich von externen Beratern oder Dritten im Namen der Lenkungsausschüsse durchgeführt werden.

Die Überprüfung und Evaluierung der regionalen TH-Zentren wird im Rahmen eines zweistufigen Überwachungs-und Evaluierungsprozesses der Zentren durchgeführt, bei dem die Führungsgremien der Zentren für die regulären Überprüfungen der Leistungen der jeweiligen Zentren zuständig sind, während weniger häufig durchgeführte, tiefer gehende Evaluierungen gewöhnlich von externen Beratern oder Dritten im Namen der Lenkungsausschüsse durchgeführt werden.

Das Unabhängige Evaluierungsbüro des IWF (IEO) führt außerdem eine Bewertung der durch den IWF in den Jahren 2000-03 bereitgestellten technischen Hilfe durch. Der Bericht des IEO soll im Geschäftsjahr 2005 fertig gestellt werden.

Überprüfung der technischen Hilfe durch das Direktorium

Das Exekutivdirektorium des IWF überprüfte im März 2004 die technische Hilfe, die der Fonds seit der letzten Überprüfung im Juli 2002 geleistet hat. Das Direktorium befasste sich insbesondere mit den Erfahrungen des Fonds in einkommensschwachen Ländern sowie mit der Anwendung eines regionalen Ansatzes für technische Hilfe und Ausbildung. Außerdem erörterte das Direktorium die zunehmende Bedeutung der externen Finanzierung der technischen Hilfe, die kontinuierlichen Bemühungen zur Verbesserung der Informationen über die technische Hilfe und der Verwaltung der Mittel, Vorschläge zur stärkeren externen Verbreitung der Berichte über die technische Hilfe sowie die Überwachung der technischen Hilfeprojekte und den damit verbundenen Mitteleinsatz.

Die Direktoren stellten im Wesentlichen fest, dass im Bereich der technischen Hilfe in den letzten beiden Jahren sowohl bei der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung als auch bei der Steigerung von Wirksamkeit und Effektivität beträchtliche Fortschritte erzielt werden konnten. Angesichts der zentralen Rolle der technischen Hilfe in zahlreichen Politikbereichen und der anhaltend starken Nachfrage seitens der IWF-Mitglieder betonten die Direktoren, dass die größte Herausforderung darin besteht, eine fortlaufend gute Ausrichtung und weiterhin hohe Wirksamkeit sowie angemessene Prioritäten sicherzustellen. Einige Direktoren vertraten die Auffassung, dass angesichts der erheblichen Übernachfrage nach der technischen Hilfe des Fonds auch überlegt werden sollte, mehr Mittel dafür bereitzustellen. Die Direktoren unterstrichen die große Bedeutung der technischen Hilfe des IWF für einkommensschwache Länder und Länder nach Beendigung von Konflikten, insbesondere durch Schaffung der institutionellen Grundlagen für einen dauerhaften Abbau der Armut.

Die Direktoren begrüßten den Fortschritt des Fonds bei der Umsetzung des Verfahrens zur Prioritätensetzung, das 2001 eingeführt worden war. Sie erwarteten eine Fortsetzung der umfassenden Bemühungen, die Prioritätensetzung und Effektivität der technischen Hilfe weiter zu verbessern, die Hilfe stärker ergebnisorientiert auszurichten und die Lehren aus den Bewertungen der technischen Hilfe systematisch einzubeziehen. Sie unterstützten die vorgeschlagenen Maßnahmen, die diesen Zielen dienen.

Die Direktoren stimmten darin überein, dass das technische Hilfeprogramm seine Flexibilität beibehalten müsse. Nur so könne es permanent gut ausgerichtet sein. Damit würde sichergestellt, dass die Ausgewogenheit zwischen Programmen und Initiativen im Einklang mit den sich weiter entwickelnden Bedürfnissen der Mitglieder stehe. Obwohl die Anforderungen der technischen Hilfe strategisch zu erfüllen seien, müsse der IWF weiterhin über solche Instrumente der technischen Hilfe verfügen, mit denen auf sich ändernde Bedürfnisse flexibel und zeitgerecht reagiert werden könne. Eine enge Zusammenarbeit der Fachabteilungen des IWF, welche die technische Hilfe organisieren und bereitstellen, mit den Regionalabteilungen des IWF sei in dieser Hinsicht weiterhin wichtig.

Indonesien

Steigerung der Steuereinnahmen durch Kapazitätsaufbau

Indonesien hat mit Hilfe des IWF in den letzten beiden Jahren bemerkenswerte Fortschritte bei der Stärkung seiner Steuer-und Zollverwaltung gemacht. Die Initiativen zur vermehrten Registrierung von steuerpflichtigen Unternehmen und Einzelpersonen, zur Rationalisierung der Buchprüfungen und zur Beschleunigung des Einzugs von Steuerrückständen führten im Jahr 2002 zu Steuereinnahmen in Höhe von 0,3 % des BIP und im Jahr 2003 von 0,5 % des Blp. Zu den weiteren Errungenschaften zählen die Einrichtung eines modernen Steuerbüros für große Steuerzahler und eines computergestützten Systems zur Abgabe von Steuererklärungen und zur Aufzeichnung des Eingangs von Steuerzahlungen. Im Bereich der Zollverwaltung wird eine umfassende Modernisierungsstrategie durchgeführt, darunter die Straffung der Zollabfertigungsverfahren, die Eindämmung von Schmuggel, die Kontrolle der Unterbewertung von Importen sowie die Verbesserung der Führung der Zollabteilung.

Die Reform der indonesischen Einnahmenverwaltung profitiert von der engen Zusammenarbeit zwischen dem IWF und Geberagenturen aus Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten. Vor dem Hintergrund der breiten Verantwortungsteilung zwischen den Agenturen formulierte die IWF-Abteilung Fiskalpolitik die Reformstrategie – die eng mit Indonesiens IWF-Programm verbunden war – und identifizierte den Bedarf an technischer Hilfe, während die bilateralen Agenturen die technischen Experten finanzierten und einstellten. Die Abteilung Fiskalpolitik definierte die Zuständigkeiten für die verschiedenen Aufgaben der technischen Hilfe, überwachte die Umsetzung der Reformen und die Fortschritte der Experten und hielt die Geberagenturen über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Auch im Bereich von Rechtsreformen koordiniert der IWF die technische Hilfe der Geber. Das von den Niederlanden finanzierte Programm unterstützt die Bemühungen der indonesischen Behörden, ein wirksames Konkursrecht zu etablieren sowie ein Gerichtswesen aufzubauen, welches dieses Recht kompetent und objektiv umsetzt. Trotz bemerkenswerter Fortschritte bleibt hier noch viel zu tun.

Eine sorgfältige Planung und Überwachung, die Koordination mit anderen Anbietern sowohl beim Entwurf als auch bei der Umsetzung der technischen Hilfestrategien, ein effizienter Einsatz der externen Finanzierung und eine stärkere Verbreitung der gezogenen Lehren sind den Direktoren zufolge wesentliche Schritte in den umfassenden Bemühungen zur Erhöhung der Wirksamkeit der technischen Hilfe. Die Direktoren hoben hervor, dass es wichtig ist, die nationalen Behörden in den Entwurf der technischen Hilfeprojekte aktiv einzubeziehen, um die Eigenverantwortung und das Engagement der Länder zu fördern und zugleich die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sicherzustellen. In diesem Zusammenhang befürworteten die Direktoren den Vorschlag, insbesondere im Zusammenhang mit längerfristigen Programmen gestaffelte Teilziele für die Weiterführung der technischen Hilfe festzulegen. Sie schlugen außerdem vor, die Entwicklung von Ausstiegsstrategien zur Erhöhung der Wirksamkeit der Reformbemühungen und der Einsicht in ihre Notwendigkeit zu prüfen.

Die Direktoren unterstützten die im Gang befindlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Steuerung, Überwachung und ergebnisorientierten Bewertung der technischen Hilfe. Sie befürworteten eine standardisierte Bewertungsmethode und die mögliche Einrichtung einer unabhängigen, IWF-internen Evaluierungsstelle für technische Hilfe. Die Direktoren unterstützten außerdem die rasche Errichtung eines IWF-weiten computergestützten Informations-managementsystems für technische Hilfe als Basis für eine wirksamere Überwachung.

Der Hauptteil der technischen Hilfe des IWF an einkommensschwache Länder wird, so die Direktoren, im Rahmen von Kreditvereinbarungen mit dem IWF bereitgestellt. Um unter diesen Umständen Effektivität und Dauerhaftigkeit der Ergebnisse sichern zu helfen, sprachen sich die Direktoren dafür aus, die technischen Hilfestrategien für diese Länder eng an den länderspezifischen Armutsbekämpfungsstrategien auszurichten. Ferner müssten die absorptiven und administrativen Kapazitätsbeschränkungen und die Rolle anderer Geber technischer Hilfe berücksichtigt werden. Es ist außerdem wichtig, dass die technischen Hilfestrategien in einkommensschwachen Ländern nicht nur auf kurzfristige Erfolge abzielen. Sie sollten fest darauf ausgerichtet bleiben, den längerfristigen Aufbau von Institutionen zu unterstützen, dabei aber zugleich eine ausreichende Flexibilität wahren, um rasch auf sich ändernde Bedürfnisse reagieren zu können. Um eine enge Abstimmung der technischen Hilfe des IWF mit der anderer Anbieter technischer Hilfe zu sichern, empfahlen die Direktoriumsmitglieder dem Stab, mögliche Partner bei der technischen Hilfe frühzeitig zu identifizieren und sich für klare Vereinbarungen zwischen den Gebern technischer Hilfe und den Behörden der Empfängerländer über die wesentlichen Aspekte der Hilfe und die Arbeitsteilung einzusetzen. Sie hoben die nützliche Rolle hervor, die die örtlichen Vertreter des IWF auf diesem Gebiet spielen können.

Die Direktoren begrüßten die zunehmenden Belege dafür, dass regionale Einrichtungen für die Gewährung technischer Hilfe und Ausbildung effizient sind und gleichzeitig die Eigenverantwortung fördern und die Abstimmung mit anderen Bereitstellern technischer Hilfe verbessern. Angesichts der erheblichen Beanspruchung der Mittel des IWF und externer Geber betonten die Direktoren die Notwendigkeit einer fortgesetzten genauen Überwachung und einer regelmäßigen Bewertung der Tätigkeiten der regionalen Zentren für technische Hilfe. Sie verwiesen weiter auf die bevorstehende Zwischenbewertung der Regionalen Zentren für technische Hilfe in Afrika. Die meisten Direktoren begrüßten die Ausweitung der regionalen Programme des IWF-Instituts; sie bewerteten diese als kosteneffizient und gut an die Bedürfnisse der Regionen angepasst, für die sie bestimmt sind.

Die Direktoriumsmitglieder lobten die großzügige von Gebern zur Ergänzung der IWF-Mittel für technische Hilfe bereitgestellte externe Finanzierung. Sie sahen für die Zukunft mehrere Herausforderungen. Zu diesen gehörte die langfristige Sicherung eines angemessenen Umfangs externer Mittel. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass ausreichend Stabsressourcen sowie Instrumente und angemessene Systeme verfügbar sind, um externe Finanzierungen entsprechend international anerkannter Praktiken zu verwalten. Schließlich müsse die Prioritätensetzung für die extern finanzierte technische Hilfe genauso strikt gehandhabt werden wie für die vom IWF finanzierte technische Hilfe.

Zur Förderung einer breiteren Nutzung der Lehren, die aus den Erfahrungen mit der technischen Hilfe gezogen wurden, empfahlen die Direktoren den Mitgliedsländern – unter angemessener Berücksichtigung der Vertraulichkeit sensitiver Informationen – ihre Zustimmung zur freiwilligen Veröffentlichung von Berichten über die technische Hilfe auf der externen Website des IWF zu geben.

Zum Abschluss ihrer Überprüfung betonten die Direktoren, dass die Bemühungen für eine verbesserte Bereitstellung der technischen Hilfe einen kontinuierlichen Prozess darstellen, der im Lichte der bei der Überwachung und Bewertung der technischen Hilfe erzielten Fortschritte ständig verfeinert werden muss. Sie verwiesen auf die bevorstehende Evaluierung der technischen Hilfe des IWF durch das IEO, von der sie sich zusätzliche Hinweise zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der technischen Hilfe erwarten.

Das IWF-Institut

Das IWF-Institut bietet für Regierungsmitarbeiter aus den Mitgliedesländern Kurse und Seminare an. Diese konzentrieren sich auf die vier Kerngebiete makroökonomische Politik sowie Finanzsektor-, Fiskal-und Außenwirtschaftspolitik. Die Kurse werden von Mitarbeitern des Instituts und Mitarbeitern aus anderen Abteilungen des IWF geleitet, die gelegentlich von externen Akademikern und Fachleuten unterstützt werden. Die Kurse finden am Hauptsitz des IWF in Washington, D.C., und an verschiedenen Orten in Übersee statt. Regierungsmitarbeitern aus Entwicklungs-und Transformationsländern wird bei der Annahme ein gewisser Vorrang eingeräumt.

Im Geschäftsjahr 2004 hat das IWF-Institut – mit Unterstützung anderer IWF-Abteilungen – 120 Kurse angeboten, die von 3846 Teilnehmern besucht wurden (siehe Tabelle 5.5). Etwa zwei Drittel dieser Ausbildungsmaßnahmen, gemessen an der Zahl der Kurse, und etwa die Hälfte, gemessen an der Zahl der Teilnehmerwochen, entfielen auf die sechs regionalen Institute und Programme des IWF, die sich in Australien, Brasilien, China, Singapur, Tunesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten befinden (siehe Tabelle 5.6). Die Ausbildung in Washington, die längere Kurse beinhaltet, spielte weiterhin eine wichtige Rolle und umfasste etwa ein Drittel der Teilnehmerwochen. Die übrigen Ausbildungsmaßnahmen wurden an Orten in Übersee außerhalb des regionalen IWF-Netzwerks durchgeführt, in der Regel im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem IWF-Institut und nationalen oder regionalen Ausbildungsprogrammen, aber auch in Form von Fernlehrgängen.

Tabelle 5.5Ausbildungsprogramme des IWF-Instituts für Beamte, GJ 2000–04
GJ 2000GJ 2001GJ 2002GJ 2003GJ 2004
Ausbildung in der Zentrale
Kurse und Seminare2222212320
Teilnehmer778808813808687
Teilnehmerwochen3 6083 6722 9523 2252 908
Regionale Institute und Programme1
Kurse und Seminare5264737382
Teilnehmer149319982 2922 3012 608
Teilnehmerwochen3 0213 6914 2733 9674 455
Sonstige Ausbildung in Übersee
Kurse und Seminare2418161718
Teilnehmer775534439496551
Teilnehmerwochen1 367980828899949
Fernunterricht
Kurse211332
Teilnehmer3494313411480
Teilnehmerwochen49886311276200
Kurse und Seminare insgesamt98104110113120
Teilnehmer insgesamt3 0463 3403 5443 6053 846
Teilnehmerwochen insgesamt8 0948 4298 3648 3678 512
Quelle: IWF-Institut.

Einschließlich Gemeinsames Institut in Wien (gegründet 1992), Regionales IWF-Ausbildungszentrum in Singapur (1998), Regionales IWF-AWF-Ausbildungsprogramm in den Vereinigten Arabischen Emiraten (1999), Gemeinsames Afrika-Institut zur Zeit in Tunesien (1999), Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF (2000) sowie Gemeinsames regionales Ausbildungszentrum für Lateinamerika in Brasilien (2001). Kurse, die von anderen Organisationen in den regionalen Ausbildungsinstituten und Programmen des IWF angeboten werden, werden von den Daten nicht erfasst.

Diese Kurse werden in der Gesamtzahl der Kurse nicht erfasst, da der Teil dieser Kurse, der in der Zentrale durchgeführt wird, bereits in dieser Kategorie erfasst wird.

Die Teilnehmer, die zum in der Zentrale stattfindenden Teil der Kurse eingeladen wurden, werden sowohl hier als auch unter der Ausbildung in der Zentrale erfasst.

Es werden nur die Teilnehmerwochen der Kurse erfasst, die als Fernunterricht erteilt wurden. Die Teilnehmerwochen, die in der Zentrale stattfanden, werden in dieser Kategorie aufgeführt.

Quelle: IWF-Institut.

Einschließlich Gemeinsames Institut in Wien (gegründet 1992), Regionales IWF-Ausbildungszentrum in Singapur (1998), Regionales IWF-AWF-Ausbildungsprogramm in den Vereinigten Arabischen Emiraten (1999), Gemeinsames Afrika-Institut zur Zeit in Tunesien (1999), Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF (2000) sowie Gemeinsames regionales Ausbildungszentrum für Lateinamerika in Brasilien (2001). Kurse, die von anderen Organisationen in den regionalen Ausbildungsinstituten und Programmen des IWF angeboten werden, werden von den Daten nicht erfasst.

Diese Kurse werden in der Gesamtzahl der Kurse nicht erfasst, da der Teil dieser Kurse, der in der Zentrale durchgeführt wird, bereits in dieser Kategorie erfasst wird.

Die Teilnehmer, die zum in der Zentrale stattfindenden Teil der Kurse eingeladen wurden, werden sowohl hier als auch unter der Ausbildung in der Zentrale erfasst.

Es werden nur die Teilnehmerwochen der Kurse erfasst, die als Fernunterricht erteilt wurden. Die Teilnehmerwochen, die in der Zentrale stattfanden, werden in dieser Kategorie aufgeführt.

Tabelle 5.6Regionale Ausbildungsprogramme des IWF-Instituts
Datum der EinrichtungStandortGemeinsame TrägerGeplante Teilnehmerländer
Gemeinsames Institut in Wien1992ÖsterreichÖsterreichische Behörden, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Organisation für Wirtschaftliche Zusammen-, arbeit und Entwicklung, Weltbank sowie Welthandelsorganisation1Transformationsländer in Europa und Asien
Regionales IWF-Ausbildungszentrum In Singapur1998SingapurRegierung von SingapurEntwicklungs-und Transformationsländer in Asien und im pazifischen Raum
Regionales IWF-AWF Ausbildungsprogramm1999Vereinigte Arab. Emirate Arabischer WährungsfondsMitgliedsländer des Arab. Währungsfonds
Gemeinsames Afrika-Institut21999TunesienAfrikanische Entwicklungsbank, WeltbankAfrikanische Länder
Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF2000ChinaZentralbank von ChinaChina
Gemeinsames regionales Ausbildungszentrum für Lateinamerika2001BrasilienRegierung von BrasilienLateinamerikanische Länder

Eine Reihe anderer europäischer Länder und die Europäische Union sind zwar keine offiziellen Träger des Gemeinsamen Instituts in Wien, leisten jedoch finanzielle Unterstützung.

Im Jahr 2003 hat das Gemeinsame Afrika-Institut seine Geschäftstätigkeit aufgrund der Sicherheitslage in Côte d–lvoire vorübergehend von Côte d–lvoire nach Tunesien verlegt.

Eine Reihe anderer europäischer Länder und die Europäische Union sind zwar keine offiziellen Träger des Gemeinsamen Instituts in Wien, leisten jedoch finanzielle Unterstützung.

Im Jahr 2003 hat das Gemeinsame Afrika-Institut seine Geschäftstätigkeit aufgrund der Sicherheitslage in Côte d–lvoire vorübergehend von Côte d–lvoire nach Tunesien verlegt.

Die Zahl der Ausbildungskurse und Seminare stieg im Geschäftsjahr 2004 um 6 %, und die Zahl der Teilnehmerwochen erhöhte sich um 2 %. Die geringere Zunahme der Zahl der Teilnehmerwochen folgt dem Trend der letzten Jahre. In der Zusammensetzung der Kurse des IWF-Instituts, die im Rahmen der regionalen Programme angeboten werden, ist eine Änderung in Richtung kürzerer, spezialisierterer Kurse zu verzeichnen. Die Ausweitung der Ausbildungsaktivität wurde trotz der Auswirkungen des Kriegs im Irak und des Ausbruchs des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) in einigen asiatischen Ländern zu Beginn des Geschäftsjahres 2004 erreicht. Aufgrund der Sicherheitslage in Cöte d’Ivoire wurde der Sitz des Gemeinsamen Afrika-Instituts im Juni 2003 nach Tunis verlegt. Die logistischen Herausforderungen dieses Umzugs trugen dazu bei, dass die Ausbildungsmaßnahmen des IWF im Gemeinsamen Afrika-Institut geringfügig hinter den Planungen zurückblieben. Ihre Anzahl war dennoch höher als im Geschäftsjahr 2003, und das Institut bot in Afrika zugleich mehr Kurse außerhalb des Gemeinsamen Afrika-Instituts an, um die Ausfälle auszugleichen.

Das IWF-Institut entwickelt sein Lehrprogramm ständig weiter. Im Geschäftsjahr 2004 wurden in neuen Kursen The men wie Schuldenmanagement, Finanzmarktanalyse, Finanzsektorstandards und -Stabilität, Indikatoren für die Solidität des Finanzsektors sowie Politikmaßnahmen zur Förderung von Währungs-und Finanzstabilität behandelt. Das Institut bietet weiterhin sowohl in Washington als auch durch die regionalen Institute und Programme kurze Seminare zu wichtigen Themen an. Diese Seminare sind speziell auf die Bedürfnisse hochrangiger Regierungsmitarbeiter zugeschnitten. Zu den im Geschäftsjahr 2004 im Rahmen dieser Seminare behandelten Themen gehörten unter anderem die Herausforderungen des Wachstums und der Globalisierung im Nahen Osten und Nordafrika, die Einführung des Euro in den EU-Beitrittsländern, die finanzielle Entwicklung und Integration in Afrika sowie das Finanzund Schuldenmanagement auf der Ebene der Gebietskör-perschaften.

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