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Kapite 7. Technische Hilfe und Ausbildung

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2002
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Neben seiner wirtschaftspolitischen Beratung und Finanzierung gewährt der IWF seinen Mitgliedsländern technische Hilfe und Ausbildung in den Bereichen seines Fachwissens – darunter Einnahmenund Ausgabenmanagement, Zentralbankwesen, Finanzsektor- Tragfähigkeit, Wechselkurssysteme, Wirtschafts- und Finanzstatistiken und verwandte rechtliche Gebiete. Die technische Hilfe ist ein wichtiger Vorteil der IWF-Mitgliedschaft und ist in den meisten Fällen kostenlos, es sei denn, sie wird Ländern zur Verfügung gestellt, die es sich leisten können, die Kosten zu tragen, die bei der Bereitstellung der Hilfe entstehen. Die technische Hilfe des IWF zielt auf die Stärkung der Ausgestaltung und Umsetzung solider makroökonomischer und Finanzpolitiken und auf den Wissenstransfer in diesem Prozess. Dabei versucht der IWF, die institutionelle Kapazität seiner Mitgliedsländer zu fördern. Er bemüht sich, Hilfe so zu leisten, dass sie einen anhaltenden Nutzen für die Volkswirtschaft des Mitgliedslandes erbringt, was auch ein tragfähiges Wachstum und die Bekämpfung der Armut im Falle der ärmeren Mitgliedsländer einschließt. Die technische Hilfe unterstützt Länder dabei, wirkungsvolle Reformen zu ergreifen und umzusetzen. Dabei profitieren die Länder von den weltweiten Erfahrungen des IWF in der Behandlung ähnlicher Probleme in anderen Ländern wie auch von seinen hochqualifizierten Fachleuten, die sowohl aus dem Mitarbeiterstab als auch von erstrangigen öffentlichen und privaten Institutionen, Zentralbanken und Wirtschaftsinstitutionen rund um die Welt rekrutiert werden.

Die IWF-Mitglieder haben in den letzten Jahren der technischen Hilfe zunehmende Bedeutung beigemessen, um die Wirksamkeit von Überwachungstätigkeit und Programmarbeit des IWF zu stärken. Es wird zudem erwartet, dass die technische Hilfe eine zentra le Rolle spielt bei der Unterstützung der Arbeit des IWF im Bereich der Krisenvorbeugung und -bewältigung, beim Kapazitätsaufbau in Ländern mit niedrigem Einkommen und bei der Wiederherstellung der makroökonomischen Stabilität im Gefolge einer Krise. So haben beispielsweise die systematischen Folgearbeiten zu den Empfehlungen des Programms zur Bewertung des Finanzsektors (Financial Sector Assessment Program – FSAP), die Übernahme internationaler Standards, die Analyse öffentlicher Ausgaben und anderer Indikatoren im Rahmen der Initiative für die hochverschuldeten armen Länder (Highly Indebted Poor Countries – HIPC) sowie die Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus (Kasten 7.1) alle zu einer gestiegenen Nachfrage nach technischer Hilfe geführt.

Vor diesem Hintergrund hat das Exekutivdirektorium des IWF die Notwendigkeit unterstrichen, die technische Hilfe des IWF mit institutionellen Prioritäten zu verbinden, die Effizienz der technischen Hilfeleistung zu verbessern und zusätzliche externe Ressourcen zu mobilisieren. Angesichts des begrenzten Angebots an technischer Hilfe ist eine wirkungsvolle Koordinierung und Zusammenarbeit unter den Anbietern – insbesondere den internationalen Finanz- und Entwicklungsin-stitutionen und bilateralen Entwicklungsagenturen – um so wichtiger geworden.

In Anerkennung des zunehmenden Einflusses der technischen Hilfe auf die anderen Kerngeschäftsfelder des IWF – Überwachungstätigkeit und Inanspruch nahme von finanziellen Mitteln – beschloss die Geschäftsführung, ihre Aufsicht über die technische Hilfe des IWF zu stärken. Dazu hat sie im Juni 2001 das ehemalige Sekretariat für technische Hilfe zu einem separaten Büro unterhalb des Büros des Geschäftsführenden Direktors aufgewertet. Das Büro wurde in Büro für das Management der technischen Hilfe (Office of Technical Assistance Management – OTM) umbenannt und vergrößert und wird nun von einem Direktor geleitet.

Eine vollständigere Beschreibung der Ziele, des Umfangs und der operationalen Methoden der technischen Hilfe des IWF findet sich in einer Reihe von Dokumenten, unter anderem in der Grundsatzerklärung über die technische Hilfe des IWF (Policy Statement on IMF Technical Assistance) (2001), zugänglich auf der IWF-Webseite.

Kasten 7.1Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung: Technische Hilfe und Koordinierungsanstrengungen

Seit April 2001 hat der IWF seine Arbeit bei den globalen Bemühungen zur Geldwäschebekämpfung intensiviert. Diese Anstrengungen erlangten eine größere Bedeutung in Folge der Ereignisse des 11. September 2001, was sich auch in den Kommunikees des IMFC vom November 2001 und April 2002 widerspiegelt. Beide Kommunikees unterstreichen die Notwendigkeit einer verbesserten technischen Hilfe, um den Ländern zu helfen, Mängel bei ihren Anstrengungen zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) zu identifizieren und zu beseitigen. Daher hat der IWF seine technische Hilfe im Bereich der AML/CFT für die Mitgliedsländer verstärkt. Zugleich koordiniert er seine Aktivitäten mit der Weltbank und anderen Organisationen, um die Wirksamkeit der Hilfe zu verbessern und Doppelarbeit zu vermeiden. (Siehe Kapitel 3.)

Um seine technische Hilfe bei der AML/CFT auf sein Mandat und auf seinen fachlichen Kernbereich auszurichten, konzentrierte sich der IWF auf die Stärkung der Überwachung der Finanzsektoren (sowohl Onshore- als auch Offshore-Sektoren) und des rechtlichen sowie institutionellen Rahmenwerks der AML/CFT. Diese Bereiche umfassen im Wesentlichen:

  • Formulierung von AML/CFT-Ge-setzen und Verordnungen, die internationalen Konventionen und be-währten Praktiken entsprechen;

  • die Entwicklung des rechtlichen und institutionellen Rahmenwerkes für zentrale Meldestellen, die den Anforderungen der Egmont-Gruppe entsprechen, einschließlich von Vereinbarungen für grenzüberschreiten-de Zusammenarbeit;

  • Stärkung des regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmenwerkes für die Finanzsektoren, die sich auf AML/CFT-Überprüfungen, Compliance und Kontrollmechanismen konzentrieren; sowie

  • Ausbildungs- und Sensibilisicrungs-programme im Bereich der AML/CFT für die öffentlichen und privaten Sektoren. Ein wichtiges Element der technischen Hilfe des IWF ist seine Arbeit mit nationalen Behörden und Offshore-Finanzzentren, um den Missbrauch ihrer Finanzsysteme und ihres Gebietes durch kriminelle Elemente zu verhüten.

Mit weiter zunehmenden Beurteilungstätigkeiten von IWF und Weltbank wird die engere Zusammenarbeit mit den Gebern und Organisatoren technischer Hilfe eine entscheidende Notwendigkeit darstellen. Daher haben der IWF und die Weltbank in Zusammenarbeit mit den VN, der Financial Action Task Force (FATF) und der Egmont-Gruppe eine globale Koordinie-rungsinitiative in die Wege geleitet, um Doppelarbeit zu vermeiden und die Wirksamkeit der verfügbaren Ressourcen zu stärken. Im April 2002 veranstalteten der IWF und die Weltbank in Washington ein Treffen von Vertretern der Institutionen, die bei der AML/CFT auf globaler Ebene aktiv sind, einschließlich der FATF, der VN, der Egmont-Gruppe, regionaler FATF-ähnlicher Organisationen, multilateraler Entwicklungsbanken, des Commonwealth-Sekretariats und bilateraler Geher. Das Hauptziel dieses Treffens war es, die betroffenen Parteien in die Lage zu versetzen, ihre technischen Hilfeleistungen wirkungsvoller auszurichten und ein Netzwerk von Kontakten unter den teilnehmenden Organisationen zu schaffen. Das Treffen bot zudem ein Forum zum Meinungsaustausch über die vorrangigen Bereiche der technischen Hilfe und über den Ressourcenbedarf beim Aufbau von institutionellen Kapazitäten, insbesondere für die FATF-ähnlichen regionalen Institutionen.

Prioritätensetzung bei der technischen Hilfe des IWF

Im vorigen Geschäftsjahr führte das Direktorium ein Verfahren ein, das die Ressourcen der technischen Hilfe wirksamer einsetzen und die technische Hilfe besser auf die Politikprioritäten ausrichten soll. Das entsprechende Rahmenwerk basiert auf einer Reihe von „Filtern”, die eingesetzt werden, um den Nutzen einzelner Anträge oder Projekte der technischen Hilfe zu bewerten und dem Stab zu helfen, Zuteilungsentscheidungen zu treffen.1 Die technische Hilfe des IWF ist in fünf Hauptprogrammbereiche aufgeteilt, die die Themen Krisenverhütung, Armutsbekämpfung, Krisenlösung und management, Länder nach Beendigung von Konflikten bzw. Isolation sowie regionale/multilaterale Vereinbarungen umfassen. Diese Programmbereiche werden wie folgt durch drei Filterkategorien ergänzt:

  • Zielfilter: Die technische Hilfe muss innerhalb des Kernbereichs der Spezialisierung des IWF liegen, eine begrenzte Anzahl von Schlüsselprogrammberei-chen unterstützen oder Politikprioritäten fördern.

  • Wirksamkeitsfilter: Es muss als wahrscheinlich gelten, dass die technische Hilfe eine substantielle Wirkung erzielt und tatkräftig vom Empfangerland unterstützt und umgesetzt wird. Sie sollte zudem hinsichtlich ihrer Finanzierung tragfahig und in ihrer Wirkung dauerhaft sein.

  • Partnerschaftsfilter: Anträgen auf technische Hilfe wird bevorzugt entsprochen, wenn die Hilfe auf regionaler Basis geleistet wird, mehreren Empfängern zu Gute kommt, aus verschiedenen Finanzquellen schöpft oder die Hilfe von dritter Seite ergänzt.

Obwohl der Gesamtumfang der gewährten technischen Hilfe in den Geschäftsjahren 2001 und 2002 mit je rund 340 Personenjahren weitgehend stabil blieb und trotz einer verhältnismäßig kurzen Umsetzungszeit des Prioritätensystems, fand doch eine gewisse Verlagerung der Aktivitäten statt, vor allem hin zu Arbeiten, die sich mit der Krisenverhütung, Ländern nach Konflikten bzw. Isolation sowie regionalen Initiativen befassen (Tabelle 7.1).

Tabelle 7.1Indikatoren für technische Hilfe in den wichtigsten Programmbereichen und Politikinitiativen und -anliegen

(Vor Ort durchgeführte Hilfe in Personenjabren)1

GJ 2001GJ 2002
Wichtigste Programmbereiche
Krisenprävention28,632,6
Armutsbekämpfung77,369,3
Krisenlösung und -management35,928,9
Hilfe nach Konflikten/Isolation18,523,2
Regional27,234,9
Insgesamt187,4188,8
Wichtigste Politikinitiativen und -anliegen
Hilfe hei Standards und Kodizes, außer FSAP16,213,6
FSAP-bezogen1,83,4
HIPC-bezogen13,721,4
Sicherung der IWF-Mittel0,50,6
Offshore-Finanzplätze1,45,1
Reform der Politikmaßnahmen/
Aufbau der Kapazitäten153,8144,7
Insgesamt187,4188,8
Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.Hinweis: FSAP = Programm zur Bewertung des Finanzsektors; HIPC = Hochverschuldete arme Länder.

Abzüglich der in der Zentrale für technische Hilfe durchgerührten Aktivitäten.

Quelle: IWF-Büro für das Management der technischen Hilfe.Hinweis: FSAP = Programm zur Bewertung des Finanzsektors; HIPC = Hochverschuldete arme Länder.

Abzüglich der in der Zentrale für technische Hilfe durchgerührten Aktivitäten.

Neue Entwicklungen

In den vergangen Jahren haben regionale Vereinbarungen zur Gewährung der technischen Hilfe des IWF eine größere Bedeutung erlangt. Dies galt insbesondere für das Ausbildungsangebot, für die Unterstützung bei der Teilnahme der Länder am Allgemeinen Datenveröffentlichungs System (General Data Dissemination-System – GDDS) und für die Zusammenarbeit mit be-stehenden regionalen Organisationen. Der IWF hat zudem regionale Zentren für technische Hilfe zur Verbesserung der Hilfegewährung an die Mitgliedsländer genutzt, insbesondere für solche mit ähnlichen Bedürfnissen. Dieser Ansatz war ursprünglich konzipiert worden, um den kleinen Inselvolkswirtschaften in der Pazifikregion im Jahr 1993 mit der Gründung des Zentrums für technische Hilfe im Finanzbereich im Pazifikraum (Pacific Financial Technical Assistance Center – PFTAC) in Suva, Fidschi, technische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Das Zentrum wurde gemeinsam vom IWF und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Program – UNDP) in 15 pazifischen Inselländern errichtet als regionales Büro für das „Projekt zur Reform des Finanz-und Währungsmanagements und zur Verbesserung der Statistik” (Fiscal and Monetary Management Reform and Statistical Improvement Project) und hat seitdem erfolgreich gearbeitet.

Nach dem Modell des PFTAC wurde im November 2001 das Regionale Zentrum für technische Hilfe im Karibikraum (Caribbean Regional Technical Assistance Center – CARTAC) errichtet (Kasten 7.2). Wie im Fall der pazifischen Inselländer haben die karibischen Regierungen einen starken Einfluss bei der Formulierung der Arbeitspläne für die technische Hilfe um sicherzustellen, dass diese die nationalen Prioritäten und Realitäten widerspiegeln und von einem hohen Maß an lokaler Unterstützung bei der Ausgestaltung, Umsetzung und den Folgearbeiten profitieren. Regierungsvertreter der Mitgliedsländer spielen durch ihre Teilnahme im Lenkungsausschuss eine wesentliche Rolle bei der Festsetzung der allgemeinen Politik des CARTAC. Neben anderen Aktivitäten ist das Zentrum dabei, eine Informationsaustausch-Webseite einzurichten, in die die betroffenen Parteien Informationen über laufende und vorgeschlagene Aktivitäten im Bereich der technischen Hilfe einstellen können.

Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen mit den Zentren im pazifischen und karibischen Raum verfolgte der IWF einen ähnlichen Ansatz bei seiner neuen Initiative für den Aufbau der Kapazitäten in Afrika, die auf Bitte afrikanischer Staatsoberhäupter im Jahr 2001 um verbesserte IWF-Unterstützung einge-leitet wurde. Die Initiative betrifft die Gründung Regionaler Zentren für technische Hilfe in Afrika (Regional Technical Assistance Centers in Africa – AFRITACs), und die ersten beiden Zentren sollen im Herbst 2002 als Pilotprojekte in Ost- und Westafrika eröffnet werden. Sollten diese erfolgreich sein, werden drei weitere Zentren hinzukommen, die den übrigen Teil des süd-lich der Sahara gelegenen Afrikas abdecken sollen. Jedes Zentrum wird einen Stab mit einem Koordinator und bis zu fünf ortsansässigen Fachleuten haben, die die Mitgliedsländer bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Kapazitätsaufbau-Programme unterstützen werden, wobei das von jedem Land erstellte Strategie dokument zur Armutsbekämpfung (Poverty Reduction Strategy Paper – PRSP) als Orientierungshilfe dient. Außerdem werden die Zentren die Umsetzung und Überwachung der fortlaufenden Programme für technische Hilfe erleichtern, die Koordinierung der Geber bei den fortlaufenden Kapazitätsaufbau-Aktivitäten unterstützen und technische Beratung zur Verfügung stellen.

Der IWF unterstützt seine Mitgliedsländer in zunehmendem Maße bei den langfristigen Anstrengungen zum Aufbau der Kapazitäten. Neben der Gewährung von unmittelbarer wirtschaftspolitischer Beratung erlangen die Zusammenarbeit und Koordinierung mit anderen bilateralen und multilateralen Anbietern technischer Hilfe ein größeres Gewicht. Eine solche Koordinierung hat dazu beigetragen, Doppelarbeit zu vermeiden und Bereiche der technischen Hilfe einzubringen, die der IWF normalerweise nicht anbietet (z. B. Computerausrüstung, Ausbildungs- und andere Materialien wie auch alltägliche praktische Unterstützung).

Kasten 7.2Regionales Zentrum für technische Hilfe im karibischen Raum

Das Regionale Zentrum für technische Hilfe im karibischen Raum (CARTAC) gewährt technische Hilfe und Ausbildung im Bereich der Wirtschafts- und Finanzverwaltung für seine Mitgliedsländer. Das Zentrum mit Sitz in Barbados wurde im November 2001 eingeweiht. Es ist als ein UNDP-Regional-programm organisiert, wobei der IWF als ausführende Institution fungiert. Der IWF führt die Geschäfte des Zentrums, stellt seinen Programmkoordinator und sichert durch seine Technische-Hilfe-Abteilungen die Einstellung und technische Überwachung seiner ortsansässigen Berater. Das Zentrum hat den Auftrag, die Mitglieder der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) und die Dominikanische Republik in folgenden Bereichen zu unterstützen: Stärkung der Wirt-schafts-und Finanzverwaltung, Verbesserung der Finanzsektorüberwachung und- regulierung sowie Erstellung von aktuelleren und brauchbareren Wirtschafts-, Finanz- und Sozialstatistiken. Kernbereiche der technischen Hilfe des Zentrums betreffen die öffentliche Ausgabenverwaltung, die Steuer- und Zollpolitik und deren Verwaltung, „Offshore”- und „Offshore”-Finanzsektor-regulierung und -Überwachung sowie Wirtschafts- und Finanzstatistiken, da Bedarfsanalysen gezeigt haben, dass dies die Bereiche sind, in denen Verbesserungen am nötigsten sind. Da einige der karibischen Volkswirtschaften klein sind und ausreichend qualifiziertes und ausgebildetes Personal knapp ist, wurde der regionale Ansatz als der kosteneffektivste Weg gesehen, eine tragfähige Kapazität zu schaffen.

Das Zentrum gewährt Hilfe mittels eines Programmkoordinators und eines Stabes von fünf ortsansässigen Beratern, die durch Fachleute auf kurzfristiger Vertragsbasis ergänzt werden. Es zeichnet sich durch eine starke Aus-bildungskomponente aus, die im jeweiligen Land stattfindende Seminare, regionale Ausbildungskurse und praktische berufsbegleitende Einheiten (Praktikumsprogramme für Regierungsbeamte auf mittlerer Ebene) anbietet. Die Ausbildungsaktivitäten des CARTAC finden in Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen statt, darunter die Universität der Westindischen Inseln und die Ostkaribische Zentralbank. Die Koordinierung und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, die technische Hilfe im Bereich der Wirtschafts- und Finanzverwaltung anbieten, sind ein wichtiger Aspekt der Arbeit des CARTAC.

Kanada trägt über 50% der Finanzierung des CARTAC. Andere Geber sind unter anderem das Entwicklungshilfeministerium des Vereinigten Königreiches, die Interamerikanische Entwicklungsbank, Irland, das UNDP, USAID und die Weltbank. Die Karibische Entwicklungsbank stellt auf Vollzeitbasis einen Ökonomen zur Verfügung. Die teilnehmenden Länder tragen zur Finanzierung der Kosten des Zentrums bei, während das Gastgeberland Büroräume und Einrichtungen zur Verfügung stellt.

Die Zusammenarbeit zwischen dem IWF und anderen Anbietern technischer Hilfe umfasst viele Ebenen, vom einfachen Informationsaustausch (z. B. durch die Teilnahme des IWF an regelmäßigen Beratungsgruppen oder „Runden Tischen” zur Koordinierung der Hilfen der Geber für Entwicklungsländer) über das Organisieren der Bereitstellung von komplementären Formen der Hilfe (wie die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und anderen bilateralen Gebern, die am Wiederaufbau unmittelbar nach Beendigung von Konflikten beteiligt sind, wie im Fall des Kosowo und Osttimors) bis hin zu einer umfassenderen proaktiven Rolle des IWF, in der er die Führung beim Aufbau makroökonomischer Institutionen übernimmt – wie z. B. durch die umfassenden mehrjährigen Aktionspläne für technische Zusammenarbeit (Technical Cooperation Action Plans – TCAPs).

Als Antwort auf die Aufforderung des IMFC, der G7, der G20 und des Forums für Finanzstabilität schloss sich der IWF im April 2002 Kanada, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und der Weltbank an, um die Initiative zur Reform und Stärkung des Finanzsektors (Financial Sector Reform and Strengthening – FIRST) ins Leben zu rufen. Diese bietet einen Mechanismus zur Koordinierung und Mobilisierung zusätzlicher Finanzierung für technische Hilfe zur Stärkung der Finanzsektoren und zur Umsetzung von Standards und Kodizes. Darüber hinaus befasst sich der IWF gegenwärtig gemeinsam mit der Weltbank, den VN, der Financial Action Task Force (FATF) und der Egmont-Gruppe mit der Frage, auf welche Weise die Technische-Hilfe-Leistungen zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus am besten koordiniert, mobilisiert und finanziert werden können (siehe Kasten 7.1).

Obwohl der IWF seine technische Hilfe in erster Linie aus seinen Eigenmitteln finanziert, stellt die externe Finanzierung eine wichtige Quelle zusätzlicher Unterstützung dar. Solch eine externe Finanzierung wird als Zuschuss unter dem Rahmenkonto für technische Hilfe des IWF zur Verfügung gestellt. Es gab im Geschäftsjahr 2002 neun aktive Unterkonten unter dem Rahmenkonto.2 Das Konto wurde im Dezember 2001 geändert, um die Einrichtung von Unterkonten für mehrere Geber zu ermöglichen, die spezifische Programme für technische Hilfe unterstützen, wie z. B. PFTAC und AFRITAC. Kasten 7.3 beschreibt die beiden Unterkonten, die im Geschäftsjahr 2002 eröffnet worden sind.

Im Geschäftsjahr 2002 belief sich die externe Finanzierung seitens bilateraler und multilateraler Partner auf rund 25% der gesamten technischen Hilfe des IWF. Japan ist weiterhin der größte Geber und stellt rund 70% dieser externen Finanzierung bereit. Andere bilaterale Geber waren Australien. Dänemark, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland, die Niederlande, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Multilaterale Geber waren die Asiatische Entwicklungsbank, die Europäische Union, die Interamerikanische Entwicklungsbank, das UNDP und die Weltbank.

Technische Hilfe im Geschäftjahr 2002

Veränderungen in der geografischen Verteilung der technischen Hilfe im Geschäftsjahr 2002 zeigen an, wie die Prioritäten gesetzt worden sind (Tabelle 7.2 und Schaubilder 7.1 und 7.2). Im Zuge der weiteren Betonung der Armutsbekämpfung in den letzten Jahren stieg der Anteil des südlich der Sahara gelegenen Afrikas; im Geschäftsjahr 2002 erhielt es den größten Teil der technischen Hilfe des IWF. Die den mittel- und südeuropäischen Transformationsländern gewährte technische Hilfe erreichte im Geschäftsjahr 2001 ihren Höhepunkt, was die großen Anstrengungen beim Kapazitätsaufbau in den Balkanländern widerspiegelt. Seitdem hat allerdings eine rückläufige Entwicklung eingesetzt. Dem Trend der letzten fünf Jahre entsprechend ging die technische Hilfe für osteuropäische Länder deutlich zurück, da die meisten Transformationsländer nicht länger der hohen Hilfebeträge bedürfen, die ihnen vor einem Jahrzehnt gewährt wurden. Die technische Hilfe für die Asien-Pazifik-Region blieb trotz der nachlassenden Auswirkungen der Finanzkrise von 1997/98 hoch. Dies ist zurückzuführen auf eine Verschiebung der Hilfeleistung zu Nachkonflikt-Fällen wie Kambodscha und Osttimor, auf ein anhaltend hohes Hilfsniveau zur Unterstützung der Reformen in Indonesien und in der Mongolei sowie auf eine umfangreichere technische Hilfe für China. Das Niveau der Hilfe für andere geografische Regionen und für interregionale Projekte blieb weitgehend unverändert.

Tabelle 7.2Bereitstellung und Quellen der technischen Hilfe, GJ 1998–GJ 2002

In effektiven Personenjahren)1

GJ 1998GJ 1999GJ 2000GJ 2001GJ 2002
IWF-Haushalt für technische Hilfe257,1266,2251,7265,5268,8
Stabsmitarbeiter165,6164,0158,5171,8172,2
In der Zentrale tätige Berater22,020,316,422,723,2
Sachverständige vor Ort69,481,876,971,073,4
Externe Ressourcen der technischen Hilfe92,499,285,577,777,8
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen22,814,38,78,49,6
Japan53,670,368,059,556,2
Sonstige kofinanzierer16,014,78,89,812,0
Gesamtmittel der technischen Hilfe349,5365,4337,2343,2346,6
Regionale Bereitstellung technischer Hilfe293,8308,5282,2275,8280,0
Afrika64,572,969,868,271,9
Asien und Pazifik47,257,944,457,063,1
Europa I24,822,724,130,230,3
Europa II49,244,940,440,832,6
Naher Osten29,231,927,527,822,4
Westliche Hemisphäre36,232,528,223,728,0
Regional und interregional42,745,847,928,031,7
Nicht-regionale technische Hilfe255,656,955,167,566,6
Gesamtbereitstellung technischer Hilfe349,5365,4337,2343,2346,6
Bereitstellung technischer Hilfe nach Abteilung
Abteilung Geld- und Wechsclkurspolitik121,9127,2112,2101,2115,2
Abteilung Fiskalpolitik103,2107,4101,4111,997,5
IWF-Institut51,454,554,648,249,2
Abteilung Statistik47,248,949,154,456,0
Abteilung Recht10,512,78,615,415,5
Sonstige Abteilungen315,414,711,312,212,9
Gesamtbereitstellung technischer Hilfe349,5365,4337,2343,2346,6
Quelle: IWF Büro für das Management der technischen Hilfe.

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Seit 2001 werden neue Definitionen verwendet; die Daten werden rückwirkend angepasst.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung sowie sonstige mil technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

Enthält die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, das Büro für Informationstechnologie Dienstleistungen sowie das Büro für das Management der technischen Hilfe.

Quelle: IWF Büro für das Management der technischen Hilfe.

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Seit 2001 werden neue Definitionen verwendet; die Daten werden rückwirkend angepasst.

Indirekte technische Hilfe, darunter Grundsatzfragen, Management, Evaluierung sowie sonstige mil technischer Hilfe zusammenhängende Aktivitäten.

Enthält die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, das Büro für Informationstechnologie Dienstleistungen sowie das Büro für das Management der technischen Hilfe.

Schaubild 7.1Technische Hilfe nach Funktion, GJ 2002

(Prozent der Gesamtressourcen in effektiven Personenjahren)1

1 Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Für das IWF-Institut sind Ausbildungsdienste, die es in der Zentrale bereitgestellt oder koordiniert hat, nicht inbegriffen.

Schaubild 7.2Technische Hilfe nach Region, GJ 2002

(Prozent der Gesamtressourcen in effektiven Personenjahren)

Die Abteilung für Geld- und Wechselkurspolitik war der größte Anbieter für technische Hilfe des IWF und steigerte ihre Leistung im Geschäftsjahr 2002 um rund 12% auf 114 Personenjahre, was die Zunahme von Aktivitäten widerspiegelt, die mit der Entstehung der neuen internationalen Finanzarchitektur verbunden sind. Die Abteilung für Fiskalpolitik blieb die zweitgrößte Technische-Hilfe-Abteilung des IWF, obwohl ihre Aktivitäten etwas zurückgingen. Das IWF-Institut (siehe unten) und die Abteilung Statistik gewährten den Großteil der verbleibenden technischen Hilfe, die im Geschäftsjahr 2002 geleistet worden ist.

Kasten 7.3Kürzlich eingerichtete Unterkonten für technische Hilfe

Während des Geschäftsjahres 2002 wurden zwei neue Unterkonten für technische Hilfe eingerichtet.

  • Das Unterkonto für technische Hilfe des Entwicklungshilfeministeriums des Vereinigten Königreichs wurde im Juni 2001 eingerichtet, um die Fähigkeit der Mitgliedsländer zur Formulierung und Durchführung ihrer Politik im makroökonomischen, fiskalischen, geldpolitischen, finanziellen und den damit verbundenen statistischen Bereichen zu verbessern. Drei Beiträge wurden zur Unterstützung der folgenden speziellen Projekte geleistet: (1) TCAP-Programm für Kambodscha (1,2 Mio. $), (2) Fernstudium für afrikanische Länder (0,9 Mio. $) – ein 15-monatiges Projekt zur Finanzierung der Teilnahme von 80 Beamten am Kurs des IWF-Instituts „Finanzplanung und -politik”, wobei Fernstudiumstechniken eingesetzt werden, die durch eine zweiwöchige Komponente vor Ort ergänzt werden, und (3) das Projekt des Allgemeinen Datenveröffentlichungs-Systcms (GDDS) für das anglophone Afrika (2,4 Mio. S) – ein zweijähriges Projekt für technische Hilfe, das 14 Ländern im englischsprachigen Afrika helfen soll, ihre Fähigkeiten zur Erstellung und Verbreitung verlässlicher und aktueller makroökonomischer und sozialer Statistiken zu verbessern, wobei das GDDS als Rahmenwerk benutzt wird.

  • Das Unterkonto für technische Hilfe Italiens wurde im November 2001 eingerichtet, um die Fähigkeit der Mitgliedsländer zu verbessern, ihre Politik im Bereich der Makroökonomie, der Fiskal- und Geldpolitik, im Finanzbereich und in den damit verbundenen statistischen Gebieten zu formulieren und umzusetzen, einschließlich Ausbildungsprogramme und Projekte, die den rechtlichen und administrativen Reformrahmen in diesen Bereichen stärken. Der erste Beitrag über rund 2 Mio. $ ist vorgesehen für die Finanzierung der technischen Hilfe in den Ländern Mittel- und Osteuropas, im Baltikum, in Russland und in anderen Mitgliedsstaaten der ehemaligen Sowjetunion, um deren Fähigkeit zu stärken, Politikmaßnahmen zu formulieren und umzusetzen, die mit internationalen Standards und Kodizes für finanzielle, fiskalische und statistische Verwaltung verbunden sind, einschließlich Arbeiten zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus.

Ausgeweitete Ausbildung durch das IWF-Institut

In den vergangenen Jahren hat das IWF-Institut die Anzahl der Ausbildungskurse für Regierungsmitarbeiter als Antwort auf die große Nachfrage seitens der Mitgliedsländer deutlich erhöht. Gleichzeitig berücksichtigt es bei der Zusammenstellung der angebotenen Kurse und bei der Entwicklung von neuen Kursen weiterhin die sich ständig fortentwickelnden Bedürfnisse der Mitgliedsländer.

Im Geschäftsjahr 2002 führte das IWF-Institut 117 Ausbildungskurse und -seminare für Beamte in über 8.700 Teilnehmerwochen durch (Tabelle 7.3). Die Anzahl der Ausbildungsaktivitäten und der Teilnehmer überstieg das Niveau des Geschäftsjahres 2001 um 8% bzw. 10% und verdoppelte sich gegenüber dem Umfang des Geschäftsjahres 1998. Die Anzahl der Teilnehmerwochen im Bereich der Ausbildung stieg in den vergangenen vier Jahren um 36% – ein etwas geringerer Anstieg als bei der Zahl der Ausbildungsaktivitäten. Dies ist zurückzuführen auf die in den letzten Jahren eingetretene höhere Gewichtung von kürzeren und spezialisierteren Kursen, die den Bedürfnissen der IWF-Mitgliedsländer gerecht werden.

Tabelle 7.3Ausbildungsprogramme des IWF-Instituts für Beamte, GJ 1998–GJ 2002
ProgrammGJ 1998GJ 1999GJ 2000GJ 2001GJ 2002
Ausbildung in der Zentrale
Kurse und Seminare1920222221
Teilnehmer658676776798819
Teilnehmerwochen3 6283 8373 6233 6712 982
Regionale Ausbildungseinrichtungen1
Kurse und Seminare2138576780
Teilnehmer5671 0951 6322 1022 536
Teilnehmerwochen1 5752 3253 1853 7604 613
Sonstige Ausbildung in Übersee
Kurse und Seminare2120241916
Teilnehmer631605775564439
Teilnehmerwochen1 1961 1201 3641 048828
Fernunterricht
Kurse2113
Teilnehmer35043134
Teilnehmerwochen410086311
Kurse und Seminare insgesamt6178103108117
Teilnehmer insgesamt1 8562 3763 1833 4643 794
Teilnehmerwoehen insgesamt6 3997 2828 2728 5658 734
Quellt: IWF-Inuiiui.

Einschließlich Gemeinsames Institut in Wien (gegründet 1992), Regionales IWF Ausbildung-zentrum in Singapur (1998), Regionales IWF AWF Ausbildungsprogramm in den Vereinigten Arabischen Emiraten (1999), Gemeinsames Afrika-Institut in Cöte d’Ivoire (1999), Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF (2000) sowie Gemeinsames regionales Ausbildungs-zentrum für Lateinamerika in Brasilien (2001). Die Daten für das Gemeinsame Afrika-Institut erfassen Kurse, die von der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank bereitgestellt wurden.

Diese Kurse werden in der Gesamtzahl der Kurse nicht erfasst, da der Teil dieser Kurse, der in der Zentrale durchgeführt wird, bereits in dieser Kategorie erfasst wird.

Die Teilnehmer, die zum in der Zentrale stattfindenden Teil der Kurse eingeladen wurden, werden sowohl hier als auch unter der Ausbildung in der Zentrale erfasst. In den unten aufgeführten Gesamtzahlen werden sie nur einmal erfasst.

Es werden nur die Teilnehmerwochen der Kurse erfasst, die als Fernunterricht erteilt wurden. Die Teilnehmerwochcn, die in der Zentrale statifanden, werden in dieser Kategorie aufgeführt.

Quellt: IWF-Inuiiui.

Einschließlich Gemeinsames Institut in Wien (gegründet 1992), Regionales IWF Ausbildung-zentrum in Singapur (1998), Regionales IWF AWF Ausbildungsprogramm in den Vereinigten Arabischen Emiraten (1999), Gemeinsames Afrika-Institut in Cöte d’Ivoire (1999), Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF (2000) sowie Gemeinsames regionales Ausbildungs-zentrum für Lateinamerika in Brasilien (2001). Die Daten für das Gemeinsame Afrika-Institut erfassen Kurse, die von der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank bereitgestellt wurden.

Diese Kurse werden in der Gesamtzahl der Kurse nicht erfasst, da der Teil dieser Kurse, der in der Zentrale durchgeführt wird, bereits in dieser Kategorie erfasst wird.

Die Teilnehmer, die zum in der Zentrale stattfindenden Teil der Kurse eingeladen wurden, werden sowohl hier als auch unter der Ausbildung in der Zentrale erfasst. In den unten aufgeführten Gesamtzahlen werden sie nur einmal erfasst.

Es werden nur die Teilnehmerwochen der Kurse erfasst, die als Fernunterricht erteilt wurden. Die Teilnehmerwochcn, die in der Zentrale statifanden, werden in dieser Kategorie aufgeführt.

Die Ausweitung der Ausbildungsaktivitäten des IWF-Instituts wurde wesentlich durch die Entwicklung eines Netzwerkes von regionalen Ausbildungsinstituten und Programmen des IWF gefördert und ist eine Folge der guten Erfahrungen mit dem 1992 gegründeten Gemeinsamen Institut in Wien (Joint Vienna Institute – JVI) (Tabelle 7.4). Fünf neue regionale Institute und Programme haben in den letzten vier Jahren ihre Arbeit aufgenommen: das Regionale IWF-Ausbildungzentrum in Singapur (IMF-Singapur Regional Training Institute – STI) 1998, das Regionale Ausbildungsprogramm von IWF und AWF (IMF-AMF Regional Training Program – RTP), und das Gemeinsame Afrika-Institut (Joint Africa Institute – JAI) 1999, das Gemeinsame Ausbildungsprogramm von IWF und China (Joint China-IMF Training Program – CTP) 2000 sowie das Gemeinsame regionale Ausbildungszentrum für Lateinamerika (Joint Regional Training Center for Latin America – BTC) 2001. Die Anzahl der Ausbildungsaktivitäten der regionalen Programme stieg von 21 im Geschäftsjahr 1998 auf 80 im Geschäftsjahr 2002.

Tabelle 7.4Regionale Ausbildungsprogramme des IWF-Instituts
Regionales ProgrammDatum der

Einrichtung
StandortGemeinsame TrägerTeilnehmerländer
Gemeinsames Institut in Wien1992ÖsterreichÖsterreichische Behörden, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Weltbank sowie Welthandelsorganisation1Transformationsländer in Europa und Asien
Regionales IWF-Ausbildungs-zentrum in Singapur1998SingapurRegierung von SingapurEntwicklungs- und Transformationsländer in Asien und im pazifischen Raum
Regionales IWF-AWF-Ausbildungsprogramm1999Vereinigte Arab. EmirateArabischer WährungsfondsMitgliedsländer des Arab. Währungsfonds
Gemeinsames Afrika-Institut1999Côte d’IvoireAfrikanische Entwicklungsbank, WeltbankAfrikanische Länder
Gemeinsames Ausbildungsprogramm von China und IWF2000ChinaZentralbank von ChinaChina
Gemeinsames regionales Ausbildungszentrum für Lateinamerika2001BrasilienRegierung von BrasilienLateinamerikanische und portugiesisch-sprachige afrikanische Länder

Eine Reihe anderer europäischer Länder und die Europäische Union sind zwar keine offiziellen Träger des Gemeinsamen Instituts in Wien, leisten jedoch finanzielle Unterstützung.

Eine Reihe anderer europäischer Länder und die Europäische Union sind zwar keine offiziellen Träger des Gemeinsamen Instituts in Wien, leisten jedoch finanzielle Unterstützung.

Dieser regionale Ansatz erlaubte es dem IWF-Institut, seine Ausbildungsaktivitäten erheblich zu steigern und seine Programme auf die Bedürfnisse der verschiedenen Regionen zuzuschneiden, ohne seine Ausbildungseinrichtungen in Washington zu erweitern. Dies war auch ein kostengünstiger Weg, die große Ausbildungsnachfrage zu befriedigen, da Kosponsoren der regionalen Ausbildungsinstitute und -programme erhebliche finanzielle Beiträge im Rahmen von Kostenteilungs-Vereinbarungen leisten.

Die Anwendung neuer Technologien hat ebenfalls zur Ausweitung der Ausbildungsaktivitäten beigetragen, und zwar mittels eines Fernkurses zur Finanzplanung und -politik, der zum ersten Mal im Geschäftsjahr 2000 angeboten wurde. Im Geschäftjahr 2002 bot das IWF-Institut drei derartige Kurse an. Dabei wird ein neun- bis zehnwöchiger Unterricht über das Internet mit einem zweiwöchigen Segment vor Ort in Washington kombiniert.

Obwohl der Schwerpunkt seiner Ausbildungsaktivitäten in Übersee jetzt bei den regionalen Instituten und Programmen des IWF liegt, sieht das IWF-Institut weiterhin in der Zusammenarbeit mit regionalen Ausbildungsinstituten außerhalb des IWF-Netzwerkes ein wichtiges Instrument für den Ausbau der Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig bleiben Kurse und Seminare in Washington ein zentraler Bestandteil des Programms des IWF-Instituts. Die in der Zentrale stattfindenden Kurse bieten Zugang zu einem breiteren Spektrum an Erfahrungen und Fähigkeiten des Mitarbeiterstabes als in den Übersee-Aktivitäten bereitgestellt werden kann, was insbesondere für längere Kurse wichtig ist. Teilnehmer in Washington haben Gelegenheit zu einem breiteren Erfahrungsaustausch, können ein größeres Netzwerk an Kontakten knüpfen und leichter Einblick in die Arbeit des IWF bekommen.

Das IWF-Institut achtet sehr auf die Entwicklung des Seminarprogramms. Im Geschäftsjahr 2002 wurden neue Kurse über direkte Inflationsziele in der Geldpolitik und über Bankenaufsicht angeboten. Zudem befanden sich Kurse über Bewertung der Finanz-systemstabilität, Finanzmarktanalyse, fiskalpolitische Tragfähigkeit und Transparenz sowie über makroökonomische Prognosen in der Konzeptionsphase. Sie sollen im Geschäftsjahr 2003 angeboten werden. Das IWF-Institut richtet auch weiterhin Programme über wichtige aktuelle Fragestellungen am Bedarf hochrangiger Beamter aus. Dazu gehörten im Geschäftsjahr 2002 Seminare über Wechselkursregime, Investoren Beziehungen, fiskalpolitische Regeln sowie Strategien zur Armutsbekämpfung. Das vom Mitarbeiterstab des IWF-Instituts getragene aktive Forschungsprogramm hat, zusammen mit den Arbeiten von Gastforschern, dazu beigetragen, dass die Programme auf dem aktuellsten Stand und von hoher Qualität sind.

Für eine Beschreibung dieser Filter siehe Jahresbericht 2001, Kasten 7.1, Seite 87.

Zu diesen gehören das Unterkonto des Stipendium-Programms Japans, das Unterkonto des gemeinsamen Stipendium-Programms von Australien und dem IWF für Asien, das Unterkonto für technische Hilfe der Schweiz, das französische Unterkonto für technische Hilfe, das dänische Unterkonto für technische Hilfe, das Unterkonto für technische Hilfe Australiens, das Unterkonto für technische Hilfe der Niederlande, das Unterkonto für technische Hilfe des Entwicklungshilfeministeriums des Vereinigten Königreiches und das Unterkonto für technische Hilfe Italiens.

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