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Kapite 6. Finanzoperationen und Politikmaßnahmen im Geschäftsjahr 2002

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2002
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Der IWF ist eine kooperative Institution, die Finanzierungen für Mitgliedsländer mit Zahlungsbilanz-Problemen bereitstellt. Er gewährt Finanzierungen auf drei Wegen:

Reguläre Operationen: Der IWF vergibt Finanzierungen aus einem revolvierenden Fonds, der aus den Kapitalzeichnungen der Mitglieder (Quoten) besteht, unter der Bedingung, dass der Kreditnehmer wirtschaftliche Anpassungs- und Reformmaßnahmen ergreift, um seine Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten zu lösen. Diese Finanzierungen werden im Rahmen verschiedener Politiken und Fazilitäten gewährt, die jeweils auf die Bewältigung spezifischer Zahlungsbilanz-Probleme ausgerichtet sind (siehe Tabelle 4.1). Die Kredite werden zu marktorientierten Sätzen verzinst. Die Rückzahlungsfristen variieren je nach Ausleihepolitik oder Kreditfazilität.

Konzessionäre Ausleihungen. Der IWF vergibt Kredite zu einem sehr niedrigen Zinssatz an arme Länder, um ihnen zu helfen, durch eine Restrukturierung ihrer Volkswirtschaften ihre Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten zu bewältigen, indem sie ihre Volkswirtschaften restrukturieren und so das Wachstum fördern und die Armut verringern. Der IWF gewährt des Weiteren hochverschuldeten armen Ländern finanziellen Beistand auf der Basis von Zuschüssen (zins- und gebührenfrei), um sie zu unterstützen, eine tragfähige externe Verschuldungsposition zu erreichen. Das Kapital für konzessionäre Darlehen wird vorwiegend durch bilaterale Kredite zu marktorientierten Zinsen an den IWF aufgebracht. Die Mittel zur Subventionierung des Zinssatzes, der den Kreditnehmern berechnet wird, und die Zuschüsse für die Schuldenerleichterung werden durch freiwillige bilaterale Beiträge von Mitgliedern und Einkommen aus den Eigenmitteln des IWF finanziert.

SZR. Außerdem kann der IWF internationale Reserveaktiva durch Zuteilung von Sonderziehungsrechten (SZR) an seine Mitglieder schaffen, die genutzt werden können, um Devisen von anderen Mitgliedern zu erwerben oder Zahlungen an den IWF zu leisten (21,4 Mrd. SZR sind zugeteilt worden). Das SZR dient zudem als Rechnungseinheit des IWF. Sein Wert basiert auf einem Korb der wichtigsten internationalen Währungen. Der SZR-Zinssatz wird aus den Marktzinssätzen der Währungen im Währungskorb abgeleitet und bildet die Basis für andere IWF-Zinssätze.

Kasten 6.1Veröffentlichte Informationen über die IWF-Finanzen

In den vergangenen Jahren hat der IWF den Umfang, die Qualität und die Aktualität der Informationen über seine Finanzen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, erheblich ausgeweitet. Während des Geschäftsjahres 2002 wurde eine Neuauflage der Standard-Broschüre des IWF, die detaillierte Informationen über seine finanzielle Struktur enthält, herausgegeben.1 Der IWF stellt auch Hintergrundangaben und aktuelle Daten über seine finanziellen Aktivitäten auf der Webseite des IWF (http://www.imf.org/external/fin.htm) zur Verfügung. Diese umfassen u.a.:

  • die aktuelle finanzielle Position

  • die Liquidität des IWF und seine Finanzierungsquellen

  • SZR-Bewertung und -Zinssatz

  • den Gebührensatz für IWF-Kredite und den Zinssatz, der an Gläubiger gezahlt wird

  • Länderinformationen über

  • —bestehende Kreditvereinbarungen

  • —Kreditauszahlungen und ausstehende Kredite

  • —Kreditrückzahlungen und voraussichtliche Verpflichtungen

  • —Zahlungsrückstände

  • —SZR-Zuteilungen und -Bestände

  • Finanzausweise

1 Abteilung Finanzen, Financial Organization and Operations of the IMF, IMF Pamphlet Series, No. 45, 6th ed. (Washington: International Monetary Fund, 2001).

Um die Kenntnisse über die IWF-Finanzen zu verbessern, veröffentlicht der IWF regelmäßig eine breite Palette aktueller und umfassender Daten (siehe Kasten 6.1)

Zu den wichtigsten finanziellen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2002 gehören die Folgenden:

  • eine Zunahme der ausstehenden IWF-Kredite, da das langsamere Wachstum der Weltwirtschaft zu einer Verschärfung der Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten mehrerer Mitglieder beitrug, die einen verminderten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten verzeichneten;

  • anhaltende Bemühungen zur Unterstützung der ärmsten IWF-Mitglieder durch die Umsetzung von Initiativen zur Verringerung der Schuldenlasten der hochverschuldeten armen Länder sowie durch eine stärkere Konzentration der konzessionären Kreditvergabe des IWF auf die Armutsbekämpfung;

  • Einleitung einer Überprüfung der Höhe und der Verteilung der Kapitalsubskriptionen der Mitglieder und Erörterung einer möglichen allgemeinen Zuteilung von SZR im IWF.

Reguläre Finanzierungsaktivitäten

Der IWF wickelt seine regulären Kreditvergabeaktivitäten über das Allgemeine Konto (General Resources Account – GRA) ab, das die Quoteneinzahlungen der Mitglieder enthält (siehe Kasten 6.2). Der Großteil der Finanzierungen wird im Rahmen von Bereitschaftskredit-Vereinbarungen gewährt, die auf die Überwindung kurzfristiger zyklischer Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten von Mitgliedern abzielen sowie unter der Erweiterten Fondsfazilität (EFF), die sich auf externe Zahlungsschwierigkeiten konzentriert, welche durch längerfristige Strukturprobleme verursacht werden. Kredite im Rahmen von Bereitschafts-und Erweiterten Kreditvereinbarungen können durch kurzfristige Mittel aus der Fazilität zur Stärkung von Währungsreserven (Supplemental Reserve Facility – SRF) ergänzt werden, um Mitglieder zu unterstützen, die sich einem plötzlichen und störenden Verlust des Zugangs zum Kapitalmarkt gegenüber sehen. Alle Kredite sind verzinslich und können je nach Art und Laufzeit des Kredits sowie nach dem Volumen der insgesamt ausstehenden IWF-Kredite mit Zinsaufschlägen versehen werden. Auch die Rückzahlungsfristen unterscheiden sich je nach Fazilität.

Kasten 6.2Der Finanzierungsmechanismus des IWF

Die Kreditvergabe des IWF wird durch die eingezahlten Kapitalzeichnungen der Mitgliedsländer finanziert. Jedem Land ist eine Quote zugeordnet, die seine maximale finanzielle Verpflichtung gegenüber dem IWF festlegt. Ein Teil der Quote wird dem IWF in Form von Reserveaktiva (vom IWF akzeptierte Devisen oder SZR) zur Verfügung gestellt, der Rest in der Landeswährung des Mitglieds. Der IWF gewährt Finanzierungen, indem er dem Kreditnehmer Reserveaktiva aus den Reserveaktiva-Einzahlungen der Mitglieder bereitstellt, oder indem er Länder, die als finanziell stark eingeschätzt werden, ersucht, ihre Einzahlungen in eigener Währung gegen Reserveaktiva einzutauschen (siehe Kasten 6.3).

Der Kredit wird ausgezahlt bzw. in Anspruch genommen, indem der Kreditnehmer mit seiner eigenen Währung Reserveaktiva vom IWF „ankauft”. Die Rückzahlung des Kredits wird dadurch erreicht, dass der Kreditnehmer seine Währung mit Reserveaktiva vom IWF „zurückkauft”. Basierend auf dem SZR-Zinssatz (siehe Kasten 6.6) belegt der IWF Kredite mit einem Basiszinssatz (Gebühren) und erhebt Aufschläge je nach Art und Laufzeit des Kredits sowie nach dem Gesamtvolumen ausstehender Kredite.

Ein Land, das dem IWF – entweder als Teil seiner Quoteneinzahlung oder durch Verwendung seiner eigenen Währung – Reserveaktiva zur Verfügung stellt, erwirbt damit einen liquiden Anspruch gegenüber dem IWF (Reserveposition), der auf Verlangen gegen Reserveaktiva zur eigenen Zahlungsbilanz-Finanzierung eingelöst werden kann. Basierend auf dem SZR-Zinssatz werden diese Ansprüche verzinst (Vergütung) und von den Mitgliedern als Teil ihrer internationalen Reserven betrachtet. Bei der Rückzahlung (Rückkauf) von IWF-Krediten werden die SZR-und Landeswährungsbeträge der Gläubigerländer wieder aufgestockt und der Gläubigeranspruch gegenüber dem IWF erlischt.

Der der IWF-Kreditvergabe zugrundeliegende „Ankauf/Rückkauf”-Ansatz beeinflusst die Zusammensetzung der IWF-Ressourcen, nicht jedoch deren Gesamtvolumen. Ein Anstieg des ausstehenden Kreditvolumens verringert den Umfang der vom IWF gehaltenen Reserveaktiva und der Währungen finanziell starker Mitgliedsländer. Gleichzeitig erhöht sich das Volumen der vom IWF gehaltenen Währungen der Kreditnehmer. Die Ausleihkapazität des IWF (Liquidität) (siehe Kasten 6.4) wird durch das Volumen der vom IWF gehaltenen Reserveaktiva und der Währungen finanziell starker Mitglieder bestimmt.

Kreditvergabe

Aufstockungen bestehender Vereinbarungen sowie neue Vereinbarungen mit Brasilien und der Türkei – alle mit höheren Beträgen als üblich – trugen zu einem starken Zuwachs der IWF-Neukreditzusagen im Geschäftsjahr 2002 bei. Die Zusagen stiegen im Geschäftsjahr 2002 auf insgesamt 39,4 Mrd. SZR1 von 13,1 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2001. Der IWF billigte neun neue Bereitschaftskredit-Vereinbarungen, die Zusagen von insgesamt 26,7 Mrd. SZR umfassten. Außerdem wurden die Zusagen an Argentinien und die Türkei unter bereits laufenden Bereitschaftskredit-Vereinbarungen um 12,7 Mrd. SZR erhöht. Im Geschäftsjahr 2002 wurden keine EFF-Vereinbarungen gebilligt (siehe Tabelle 6.1).

Tabelle 6.1Vom IWF im Geschäftsjahr 2002 gebilligte Finanzhilfe
MitgliedArt

der Finanzhilfe
Datum der

Bewilligung
Bewilligter Betrag1

(Millionen SZR)
ArgentinienErhöhung des Bereitschaftskredits7. September 20016 351,3
ArmenienDreijährige PRGF23. Mai 200169,0
AserbaidschanDreijährige PRGF6. Juli 200180,5
ÄthiopienErhöhung der PRGF18. März 200213,0
Brasilien215-monatiger Bereitschartskredit14. September 200112 144,4
BulgarienZweijähriger Bereitschaftskredit27. Februar 2002240,0
Côte d’IvoireDreijährige PRGF29. März 2002292,7
GhanaErhöhung der PRGF27. Juni 200137,0
GuatemalaEinjähriger Bertitsehaitskredit1. April 200284,1
GuineaDreijährige PRGF2. Mai 200164,3
Jngoslawien, Bundesrep.Einjähriger Bereitschaftskredit11. Juni 2001200,0
Kap VerdeDreijährige PRGF10. April 20028,6
Kirgisische RepublikDreijährige PRGF6. Dezember 200173,4
Litauen18-monatiger Bereitschaftskredit30. August 200186,5
MaliErhöhung der PRGF26. Juli 20014,7
MongoleiDreijährige PRGF28. September 200128,5
PakistanDreijährige PRGF6. Dezember 20011 033,7
PeruZweijähriger Bereitschaftskredit1. Februar 2002255,0
Rumänien18-monatiger Bereitschaftskredit31. Oktober 2001300,0
Sierra LeoneDreijährige PRGF26. September 2001130,8
TschadErhöhung der PRGF16. Januar 20025,6
TürkeiErhöhimg des Bereitschartskredits15. Mai 20016 362,4
Dreijähriger Bereitschaftskredit4. Februar 200212 821,2
UruguayZweijähriger Bereitschaftskredit1. April 2002594,1

Bei Erhöhungen wird nur der Betrag des Zuwachses angegeben.

Der gebilligte Betrag enthält die Bereitstellung und die unter der SRF zur Verfügung stehenden Beträge,

Bei Erhöhungen wird nur der Betrag des Zuwachses angegeben.

Der gebilligte Betrag enthält die Bereitstellung und die unter der SRF zur Verfügung stehenden Beträge,

Die höchsten IWF-Zusagen während des Geschäftsjahres entfielen auf neue Bereitschaftskredit-Vereinbarun gen mit Brasilien und der Türkei, die die Gewährung kürzerfristiger Finanzierungen unter der SRF einschlössen. Im September 2001 wurde eine Bereitschaftskreditdit-Vereinbarung über 12,1 Mrd. SZR (10,0 Mrd. SZR unter der SRF) mit Brasilien gebilligt zur Unterstützung des Wirtschafts- und Finanzprogramms der Regierung bis Ende Dezember 2002. Im Februar 2002 genehmigte der IWF eine dreijährige Bereitschaftskreditdit-Vereinbarung über 12,8 Mrd. SZR mit der Türkei zur Unterstützung des Wirtschaftsprogramms der Regierung. Sie ersetzte die vorherige Vereinbarung, die im Dezember 1999 getroffen worden war.

Die jüngere Entwicklung fortsetzend wird ein zunehmender Teil der finanziellen Zusagen des IWF als vorbeugend betrachtet, d.h. die Kreditnehmer geben zu verstehen, dass sie nicht beabsichtigen, die ihnen vom IWF zugesagten Mittel in Anspruch zu nehmen. Die steigende Nutzung vorbeugender Bereitsehaftskredit-Vereinbarungen sowie andere Faktoren wie nicht abgeschlossene Programmüberprüfungen und unterbrochene Programme führten dazu, dass Ziehungen nur unter 16 der 34 Bereitschafts- und Erweiterten Kreditvereinbarungen, die während des Jahres in Kraft waren, vorgenommen wurden (siehe Anhang II, Tabelle II.7). Ende April 2002 beliefen sich die im Rahmen der 17 noch bestehenden Bereitschafts- und Erweiterten Kreditvereinbarungen nicht in Anspruch genommenen Mittel auf 26,9 Mrd. SZR, etwa die Hälfte des gesamten zugesagten Betrags (51,7 Mrd. SZR).

Keine Zusagen erfolgten während des Jahres gemäß der IWF-Politik für Nothilfe, unter der Fazilität zur kompensierenden Finanzierung (Compensatory Financing Facility – CFF) oder den Vorbeugenden Kreditlinien (Contingent Credit Lines – CCLs).

Während des Geschäftsjahres hat der IWF Kredite in Höhe von 29,1 Mrd. SZR aus seinem Allgemeinen Konto ausgezahlt. Das Volumen der Neukredite überstieg die Rückzahlung von Krediten, die in früheren Jahren gewährt worden waren. Die Rückzahlungen betrugen insgesamt 19,2 Mrd. SZR, einschließlich vorzeitiger Rückzahlungen von Brasilien (3,3 Mrd. SZR), Korea (1,9 Mrd. SZR), Russland (1,9 Mrd. SZR) und der Türkei (4,5 Mrd. SZR). Entsprechend belief sich das ausstehende Kreditvolumen zum Ende des Geschäftsjahres auf 52,1 Mrd. SZR, 9,9 Mrd. SZR höher als im Vorjahr, aber etwa 8,5 Mrd. SZR unter dem Höchstwert, der während der jüngsten Finanzkrisen erreicht worden war.

Eine im Geschäftsjahr 2001 abgeschlossene Überprüfung der IWF-Fazilitäten führte zu einer Reihe wichtiger Maßnahmen, die Auswirkungen haben auf die Laufzeit und das Volumen künftiger IWF-Finanzierungen unter Bereitscharts- und Erweiterten Kreditvereinbarungen (siehe Kapitel 4). Die neuen Regeln für zeitabhängige vorzeitige Rückkaufserwartungen sowie den volumenabhängigen Zinsaufschlag finden auf alle Kreditziehungen Anwendung, die nach der entsprechenden Entscheidung des Exekutivdirektoriums (28. November 2000) getätigt werden. Diesen Regeln entsprechend unterlagen zum 30. April 2002 Finanzierungen in Höhe von 21,9 Mrd. SZR vorzeitigen Rückkaufserwartungen. Zum gleichen Zeitpunkt waren 11,6 Mrd. SZR dem volumenabhängigen Zinsaufschlag unterworfen.

Ressourcen und Liquidität

Die Kreditausleihungen des IWF werden in erster Linie durch das vollständig eingezahlte Kapital (Quoten) finanziert, das die Mitgliedsländer in Form von Reserveaktiva und der jeweiligen Landeswährung gezeichnet haben (siehe Kasten 6.2)2. Allerdings steht aufgrund früherer Zusagen und wegen IWF-Bestimmungen, die die Verwendung von Währungen auf jene finanziell starker Mitgliedsländer beschränken, nur ein Teil der Ressourcen ohne weiteres für neue Finanzierungen zur Verfügung (siehe Kasten 6.3 und 6.4). Allgemeine Überprüfungen der IWF-Quoten werden in einem fünfjährigen Turnus durchgeführt. In deren Rahmen werden Anpassungen sowohl der Quotensumme als auch der Quotenverteilung vorgeschlagen, die die Veränderungen in der Weltwirtschaft widerspiegeln sollen. Um wichtigen Entwicklungen Rechnung zu tragen, kann die Quote eines Mitglieds auch außerhalb einer allgemeinen Überprüfung angepasst werden. Der IWF kann seine Quotenressourcen zudem durch Kreditaufnahme ergänzen.

Die finanzielle Situation des IWF schwächte sich im Geschäftsjahr etwas ab, blieb aber komfortabel. Zum 30. April 2002 hatte der IWF 64,7 Mrd. SZR an netto ungebundenen verwendbaren Mitteln im Vergleich zu 78,7 Mrd. SZR im Vorjahr. Wie bereits erwähnt, führte eine Anzahl neuer umfangreicher Bereitschaftskredit-Vereinbarungen und die Aufstockung mehrerer bestehender Vereinbarungen zu einem Rückgang der verfügbaren Mittel. Diese Entwicklung wurde jedoch durch das Auslaufen einiger Vereinbarungen mit ungenutzten Kreditzusagen und durch einige vorzeitige Rückzahlungen (darunter Brasilien, Korea und Russland) teilweise wieder ausgeglichen, da beides die für neue Kreditausleihungen verfügbaren Mittel erhöhte. Gleicherweise erhöhte sich das Volumen der verwendbaren Mittel, weil zwei Länder (Korea und Zypern) als finanziell stark genug eingestuft wurden, um ihre Währungen erstmals in die Transferseite des IWF-Finanztransaktionsplans einzubeziehen.

Kasten 6.3Finanztramsaktionsplan

Der IWF vergibt Kredite, indem er Reserveaktiva aus seinem eigenen Bestand bereitsteilt und finanziell starke Länder ersucht, Bestände ihrer Währungen beim IWF gegen Reserveaktiva einzutauschen. Die Mitglieder, die an der Finanzierung von IWF-Devisentransaktionen teilnehmen, werden vom Exekutivdirektorium aufgrund einer Beurteilung ihrer jeweiligen finanziellen Leistungsfähigkeit ausgewählt. Diese Beurteilungen sind letzten Endes eine Ermessenssache und berücksichtigen jüngste wie auch voraussichtliche Entwicklungen der Zahlungsbilanz, der Reserven und der Wechselkurstrends sowie Umfang und Dauer externer Schuldenverprlichtungen.

Die von diesen Mitgliedern übertragenen und erhaltenen Beträge werden so verwaltet, dass ihre Gläubigerpositionen im IWF im Verhältnis zu ihrer Quote – dem zentralen Maßstab für die Rechte und Verpflichtungen eines jeden Mitglieds im IWF – im Wesentlichen gleich bleiben. Dies wird im Rahmen eines indikativen vierteljährlichen Plans der Finanztransaktionen verwirklicht. Der IWF veröffentlicht das Ergebnis des Finanztransaktionsplans für das drei Monate vor der Veröffentlichung abgeschlossene Quartal auf seiner Webseite. Zum 30. April 2002 nahmen die 40 unten aufgeführten Länder an der Finanzierung von IWF-Transaktionen teil.

  • Australien

  • Belgien

  • Botsuana

  • Brunei Darussalam

  • Chile

  • China

  • Dänemark

  • Deutschland

  • Finnland

  • Frankreich

  • Griechenland

  • Irland

  • Israel

  • Italien

  • Japan

  • Kanada

  • Katar

  • Korea

  • Kuwait

  • Luxemburg

  • Neuseeland

  • Niederlande

  • Norwegen

  • Oman

  • Österreich

  • Polen

  • Portugal

  • Saudi-Arabien

  • Schweden

  • Schweiz

  • Singapur

  • Slowenien

  • Spanien

  • Trinidad und Tobago

  • Tschechische Republik

  • Ungarn

  • Vereinigte Arab.Emirate

  • Vereinigte Staaten

  • Vereinigtes Königreich

  • Zypern

Quotenentwicklungen

Während des Geschäftsjahres fand eine Reihe quotenbezogener Entwicklungen statt:

  • Die Zwölfte Allgemeine Quotenüberprüfung begann im Dezember 2001 mit der Bildung eines Plenarausschusses, der den möglichen Bedarf an einer Quotenerhöhung erörtern sollte. Als Teil dieses Prozesses veranstaltete das Exekutivdirektorium ein informelles Seminar über konzeptionelle Fragestellungen, die bei der Beurteilung der Angemessenheit der Ressourcenbasis des IWF eine Rolle spielen (Kasten 6.5). Die Direktoren stellten fest, dass die Zwölfte Überprüfung durchgeführt wird vor dem Hintergrund einer gestiegenen globalen wirtschaftlichen und finanziellen Integration. Dazu gehört auch, dass eine wachsende Anzahl von Ländern Zugang zu den privaten Kapitalmärkten hat und dass die Anfälligkeit gegenüber wirtschaftlichen Schocks und gegenüber Finanzmarkt-Volatilitäten größer geworden ist. Gleichzeitig haben viele Länder ihre Wirtschaftspolitik und deren Leistung verbessert, was zu einer Abnahme der Anfälligkeit führte. Es wurde weithin anerkannt, dass sowohl diese unterschiedlichen Faktoren als auch die Bemühungen des IWF, seine Politiken anzupassen, um den Herausforderungen der Globalisierung zu begegnen, wesentliche Folgen für die künftige Nachfrage nach Finanzierungen durch den IWF haben werden. Dennoch gab es im Exekutivdirektorium keine Übereinstimmung über das Ausmaß, in dem die verschiedenen Entwicklungen im Ganzen gesehen den notwendigen Umfang der Ressourcenbasis des IWF beeinflussen können.

Kasten 6.4IWF-Finanzmittel und Liquidität

Während die Ausleihungen des IWF und andere Transaktionen in erster Linie durch die Quotenzeichnungen der Mitgliedsländer finanziert werden, steht nur ein Teil dieser Mittel für neue Kredite zur Verfügung. Die verwendbaren Mittel des IWF bestehen aus seinen Beständen an Währungen der finanziell starken Mitglieder, die am Finanztransaktionsplan teilnehmen (Kasten 6.3), und aus SZR. Überdies ist ein Teil der verwendbaren Mittel im Rahmen bestehender Kreditvereinbarungen bereits zugesagt worden und muss daher als Ärbeitsguthaben zurückbehalten werden. Folglich umfassen die netto ungebundenen verwendbaren Mittel des IWF diejenigen Mittel, die für neue Ausleihungen sowie für die Befriedigung von Anträgen auf Auszahlung liquider Gläubigerforderungen (Reservepositionen) verfügbar sind. Die verwendbaren Mittel des IWF werden wieder aufgefüllt, wenn die-Kreditnehmer ihre ausstehenden Kredite zurückzahlen.

Zum 30. April 2002 betrugen die netto ungebundenen verwendbaren Mittel des IWF 64,7 Mrd. SZR, ca. 30% der gesamten Quotensumme (siehe Auflistung 2 im Jahresabschluss des Allgemeinen Kontos in Anhang IX). Detaillierte Informationen zur Liquiditätslage des IWF werden monatlich auf der Webseite des IWF veröffentlicht.

Über die beiden permanenten Kreditvereinbciriingen des IWF – die Neuen Kreditvereinbarungen (NKV) und die Allgemeinen Kredirvereinbarungen (AKV) – können unter bestimmten Umständen bis zu 34 Mrd. SZR an zusätzlichen Mitteln aufgebracht werden. Jede dieser Kreditaufnahmen erhöht die Reserveposition des Gläubigers und damit das Volumen der liquiden Verbindlichkeiten des IWF.

Der IWF muss in ausreichendem Maße Liquidität vorhalten, um den laufenden und voraussichtlichen Finanzierungsbedarf zu decken. Zur Messung der Liquiditätslage des IWF wird traditionell eine Liquiditätsquote als Verhältnis der netto ungebundenen verwendbaren Mittel zu den liquiden Verbindlichkeiten des IWF verwendet. Zum 30. April 2002 betrug die Liquiditätsquote 117% gegenüber 168% im Vorjahr, aber mehr als dreieinhalbmal so viel wie der Tiefstand vor der IWF-Quotenerhöhung von 1999 (siehe Schaubild 6.1).

Schaubild 6.1IWF-Liquiditätsquote, April 1993-April 2002

(Prozent)
  • Das Exekutivdirektorium führte zudem weitere Diskussionen über mögliche Revisionen der Formeln zur Bestimmung der Quoten der Mitgliedsländer. Die Direktoren äußerten ein breites Spektrum von Ansichten über die Struktur und den Inhalt alternativer Quotenformeln. Sie stimmten darin überein, dass weitere Arbeiten nötig seien, um Quotenformeln zu entwickeln, die umfassender die Rolle der Mitgliedsländer in der Weltwirtschaft widerspiegelten. Allerdings wurde von vielen Direktoren angemerkt, dass dies eine schwicrige Aufgabe sei, da die Quoten eine Vielzahl von Funktionen hätten. Die meisten Direktoren stimmten darin überein, dass jede neue Quotenformel einfach und transparent sein sollte, und sie unterstützten generell die Anwendung von Variablen in den Quotenformeln, die traditionell berücksichtigt wurden, um die finanziellen Funktionen des IWF widerzuspiegeln (d. h. BIP, Offenheit, Variabilität und möglicherweise Währungsreserven). Die Direktoren stellten jedoch test, dass diese Variablen modernisiert werden müssten, um den Veränderungen in der Weltwirtschaft Rechnung zu tragen – insbesondere der erheblichen und wachsenden Rolle internationaler Kapitalströme. Die meisten Direktoren hielten es außerdem für unwahrscheinlich, dass sich Fragestellungen in Bezug auf die Kontrollund Steuerungsmechanismen des IWF allein durch Revisionen der Quotentörmeln lösen lassen, obwohl revidierte Formeln, die sich einer breiten Unterstützung erfreuten, zu einer allmählichen Anpassung der Quoten beitragen könnten. Gleichzeitig vertraten viele Direktoren die Ansicht, dass es – unabhängig von der Wahl der Formel – wichtig sei, sich unverzüglich mit der Situation derjenigen Länder zu befassen, deren aktuelle Quoten deutlich unterhalb ihrer kalkulierten Quoten lägen. Viele Direktoren unterstrichen, dass es wünschenswert sei, bei der Entscheidungsfindung des IWF eine angemessene Vertretung der Entwicklungsländer sicherzustellen, insbesondere der ärmsten Mitglieder des Fonds, vor allem in Afrika.

  • Zum 30. April 2002 hatten 174 Mitgliedsländer, die insgesamt mehr als 99 Prozent der 1998 im Rahmen der Elften Allgemeinen Quotenüberprüfung vorgeschlagenen Quotensumme auf sich vereinigen, ihrer Quotenerhöhung zugestimmt und entsprechende Zahlungen geleistet. Drei Mitgliedsländer, die berechtigt sind, ihrer Quotenerhöhung zuzustimmen, hatten dies bis zum Ende des Geschäftsjahres noch nicht getan. Sechs Länder sind aufgrund von Zahlungsrückständen gegenüber dem IWF nicht berechtigt, ihrer Quotenerhöhung zuzustimmen. Am 31. Januar 2002 hat das Exekutivdirektorium eine Verlängerung der Zustimmungs- und Einzahlungs-frist für die Quotenerhöhungen im Rahmen der Elften Überprüfung bis zum 31. Juli 2002 gebilligt. Zum Ende des Geschäftsjahres belief sich die Quotensumme auf rund 212,4 Mrd. SZR.

Kasten 6.5Zwölfte Quotenüberprüfung

Der IWF führt normalerweise alle fünf” Jahre eine aligemeine Uberprüfung der Quoten seiner Mitgliedsländer durch, um die Angemessenheit seiner Ressourcenbasis zu beurteilen und um Quotenanpassungen einzelner Mitglieder vorzunehmen mit dem Ziel, ihrer veränderten relativen Position in der Weltwirtschaft Rechnung zu tragen. Die Zwölfte Allgemeine Quotenüherprüfung begann formell im Dezember 2001 und soil planmäßig bis zum 30. Januar 2003 abgeschlossen sein.

Während des Geschäftsjahres führte das Exekutivdirektoriixrn eine Reihe von Diskussionen, um Fragen über Höhe und Verteilung der Quoten zu erörtern. Ein Seminar im Februar 2002 bot Gelegenheit für einen vorläufigen Meinungsaustausch über die Auswirkungen der Entwicklungen in der Weltwirtschaft und der sich wandelnden Rolle des IWF auf die Ressourcenbasis der Institution. Ein nachfblgendes Stabspapier wird die geäußerten Ansichten berücksichtigen und die mögliche Größe des IWF unter verschiedenen Szenarien quarttifiziercn, die auf neuen und traditionellen Indikatoren beruhen.

Wie vom Gouverneursrat des IWF bei Abscliluss der letzten Quotenüberprüfting erbeten, erörterte das Exekutivdirektorium zudem mögliche Revisionen der Formeln, die der IWF zur Bestimmimg der Quoten einzelner Mitgliedsländer anwendet. Die vom Exckutivdirektorium diskutierten Dokumente umfassten u.a. einen Bericht einer Gruppe externer Experten und einen begleitenden Stabskommentar sowie ein Stabspapier, das grundsatzliche Überlegungen hinsichtlich der Wahl der Variablen, der Formelausgestaltung und der Gewichtung der Variablen behandelte.

Konzessionäre Finanzierungen

Zur Stärkung des Wirtschaftswachstums und zur Verringerung der Armut gewährt der IWF seinen armsten Mitgliedern konzessionäre Finanzhilfen mittels seiner-Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilitat (Poverty Reduction and Growth Facility – PRGF) und im Rahmen der Initiative für hochverschuldete arme Länder (Highly Indebted Poor Countries – HIPCs). Die Mobilisierung von Kredit- und Subventionsmitteln zur Fortsetzung der PRGF im Zeitraum 2002–2005 und der HIPC-Initiative wurde im Geschäftsjahr 2002 abgeschlossen. Im Berichtsjahr erhielten insgesamt 36 Mitgliedsländer PRGF-Finanzierungen, und 26 Ländern wurden bis zum Ende des Berichtsjahres finanzielle Zusagen im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative erteilt.

Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität

Die Zielsetzung der konzessionären Ausleihetätigkeit des IWF wurde 1999 verändert, so dass diese nun eine explizite Ausrichtung auf die Armutsbekämpfung im Rahmen einer wachstumsorientierten Wirtschaftstrategie einschließt. Zusammen mit der Weltbank unterstützt der IWF Strategien, die vom Kreditnehmerland unter Mitwirkung der Zivilgesellschaft und anderer Entwicklungspartner im Rahmen eines Strategiedokuments zur Armutsbekämpfung (Poverty Reduction Strategy Paper – PRSP) erarbeitet werden. Um die neuen Zielsetzungen und Verfahren zu verwirklichen, hat der IWF die PRGF eingerichtet, die die Erweiterte Strukturanpassungsfazilität (Enhanced Structural Adjustment Facility – ESAF) ersetzt. Die PRGF gewährt Finanzierungen im Rahmen von Vereinbarungen auf der Basis der PRSPs. Die Kreditzusagekapazität der PRGF wird derzeit auf rund 1,1 Mrd. SZR pro Jahr bis Ende 2005 geschätzt.

Im Geschäftsjahr 2002 genehmigte das Exekutivdirektorium neun neue PRGF-Vereinbarungen (Armenien, Aserbaidschan, Cöte d’Ivoire, Guinea, Kap Verde, die Kirgisische Republik, die Mongolei, Pakistan und Sierra Leone) mit einem Zusagevolumen von insgesamt 1,8 Mrd. SZR; zusätzlich wurden Aufstockungen bestehender Zusagen in einer Gesamthöhe von 66 Mio. SZR zugunsten von Äthiopien, Ghana, Mali und Tschad genehmigt (siehe Anhang II, Table II.5 und II.7). Die PRGF-Auszahlungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2002 auf insgesamt 1,0 Mrd. SZR im Vergleich zu 0,6 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2001. Ende April 2002 wurden die Reformprogramme von 36 Mitgliedsländern durch PRGF-Vereinbarungen unterstützt. Die IWF-Zusagen beliefen sich dabei auf insgesamt 4,3 Mrd. SZR, wovon 2,7 Mrd. SZR noch nicht in Anspruch genommen worden waren.

Die Finanzierung der PRGF erfolgt getrennt von den quotenbasierten Ressourcen des IWF durch Treuhandfonds – den PRGF-Treuhandfonds und den PRGF-HIPC-Treuhandfonds -, die vom IWF verwaltet werden. Beiträge eines breiten Kreises der IWF-Mitglieder und des IWF selbst bilden die Finanzierung beider Treuhandfonds. Der PRGF-Treuhandfonds nimmt Kredite zu Marktzinssätzen oder zu Zinssätzen unter dem Marktsatz von den Darlehensgebern – Zentralbanken, Regierungen und Regierungsinstitutionen – auf und verleiht sie an PRGF-berechtigte Mitgliedsländer zu einem Jahreszinssatz von 0,5%. Der PRGF-Treuhandfonds erhält Beiträge auf Zuschussbasis zur Subventionierung des Zinssatzes für PRGF-Darlehen. Er unterhält ein Reservekonto als Sicherheit für die an den Treuhandfonds gewährten Kredite. Sowohl der PRGFTreuhandfonds als auch der PRGF-HIPC-Treuhandfonds verfügen über Subventionsmittel zur Subventionierung von PRGF-Aktivitäten. Der PRGF-HIPCTreuhandfonds stellt außerdem Mittel für die Hilfe im Rahmen der HIPC-Initiative zur Verfügung.3

Im Geschäftsjahr 2002 stellten zehn Kreditgeber (Tabelle 6.2) 4,4 Mrd. SZR an neuen Kreditmitteln zur Verfügung, um künftige PRGF-Aktivitäten zu finanzieren. Folglich wurde die Kreditaufnahmegrenze für Darlehen des PRGF-Treuhandfonds im September 2001 von 11,5 Mrd. SZR auf 16,0 Mrd. SZR erhöht.

Tabelle 6.2Neue von Kreditgebern zugesagte PRGF-Kreditmittel, per 21. Februar 2002(Millionen SZR)
Ägypten56
Belgien150
China100
Deutschland1,000
Frankreich1,000
Italien550
Japan785
Niederlande200
Schweiz250
Spanien300
Insgesamt4,390

Das PRGF-Rahmenwerk sieht vor, dass Zusagen bis Ende 2005 durch externe Quellen finanziert werden. Die Fortsetzung der konzessionären Ausleihungen in der Zeit nach 2005 muss neu beurteilt werden, wenn dieser Zeitpunkt näher rückt. Jedoch ist zu erwarten, dass solche Ausleihungen dann zu einem erheblichen Teil aus IWF-eigenen Mitteln finanziert werden, die sich auf dem PRGF-Treuhandreservekonto angesammelt haben werden. Diese Mittel werden wieder zur Verfügung stehen, sobald die PRGF-Darlehensgeber ihre Kredite zurückerhalten und die vom Reservekonto gewährte Sicherheit nicht länger benötigt wird.

Erweiterte HIPC-Initiative

Die HIPC-Initiative, die ursprünglich von IWF und Weltbank im Jahre 1996 ins Leben gerufen worden war, erfuhr 1999 eine beträchtliche Stärkung, um eine tiefere, schnellere und umfassendere Schuldenentlastung für die hochverschuldeten armen Länder der Welt zu bewirken. Ende April 2002 hatten IWF und Weltbank 26 HIPC-zugangsberechtigte Länder im Rahmen der erweiterten Initiative und ein Land (Cöte d’Ivoire) im Rahmen der ursprünglichen Initiative an ihren Entscheidungszeitpunkt herangeführt.

Der IWF leistet HIPC-Unterstützung in Form von Zuschüssen oder zinslosen Darlehen, die für einen Teil des Schuldendienstes des Landes gegenüber dem IWF verwendet werden. Ende April 2002 hatte der IWF 27 zugangsberechtigten Ländern (Äthiopien, Benin, Bolivien, Burkina Faso, Cúte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Honduras, Kamerun, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Nicaragua, Niger, Ruanda, Sambia, Sao Tome und Principe, Senegal, Sierra Leone, Tansania, Tschad und Uganda) HIPC-Zuschüsse in Höhe von 1,6 Mrd. SZR zugesagt. Vier Mitglieder (Bolivien, Burkina Faso, Mosambik und Tansania) erreichten im Laufe des Geschäftsjahres 2002 ihren Abschlusszeitpunkt im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative. Im Rahmen der erweiterten Initiative kann ein Teil der zum Entscheidungszeitpunkt zugesagten Mittel ausgezahlt werden, bevor ein Land seinen Abschlusszeitpunkt erreicht. Diese Interimsunterstützung des IWF kann sich auf bis zu 20% jährlich und 60% insgesamt (25% bzw. 75% unter außergewöhnlichen Umständen) des zugesagten HIPC-Unterstützungsbeträges belaufen. Ende April 2002 betrugen die Gesamtauszahlungen des IWF im Rahmen der HIPC-Initiative 688,7 Mio. SZR (Tabelle 6.3).

Tabelle 6.3Zusagen und Auszahlungen der Hilfe im Rahmen der HIPC-Initiative, per 30. April 2002(Millionen SZR)
Betrag1Betrag1
MitgliedZugesagtAusgezahltMitgliedZugesagtAusgezahlt
Äthiopien26,94,0Mali44,417,2
Benin18,47,4Mauretanien34,816,9
Bolivien65,565,5Mosambik108,0108,0
Burkina Faso44,033,0Nicaragua63,0
Cöte d’Ivoire16,7Niger21,61,5
Gambia1,80,1Ruanda33,89,1
Ghana90,19,9Sambia468,8117,2
Guinea24,22,4Säo Tome und
Guinea-Bissau9,20,5Principe
Guyana56,231,7Senegal33,88,2
Honduras22,74,5Sierra Leone98,523,6
Kamerun28,52,5Tansania96,496,4
Madagaskar16,62,1Tschad14,32,9
Malawi23,12,3Uganda121,7121,7
27 Mitglieder, davon 26 unter der erweiterten
HIPC-Initiative21582,9688,7

Die Beträge können Zinsen auf zugesagte, aber in der Übergangszeit nicht ausgezahlte Hilfsleistungen enthalten.

Côte d’Ivoire hat den Entscheidungszeitpunkt unter der ursprünglichen HIPC-Initiative erreicht

Die Beträge können Zinsen auf zugesagte, aber in der Übergangszeit nicht ausgezahlte Hilfsleistungen enthalten.

Côte d’Ivoire hat den Entscheidungszeitpunkt unter der ursprünglichen HIPC-Initiative erreicht

Finanzierung der HIPC-Initiative und der PRGF-Subventionen

Die Finanzierung der IWF-Beteiligung an der erweiterten HIPC-Inititative sowie der Subventionierungs-Erfordernisse der PRGF erfolgt durch den PRGF-HIPC-Treuhandfonds bzw. durch den PRGF-Treuhandfonds. Die für diese Zwecke erforderlichen Mittel werden auf insgesamt 7,5 Mrd. SZR geschätzt, wovon für die Unterstützung im Rahmen der HIPC-Initiative rund 2,2 Mrd. SZR und für die Kosten der Subventionen für PRGF-Ausleihungen 5,3 Mrd. SZR veranschlagt werden. Es wird erwartet, dass der Mittelbedarf vollständig durch bilaterale Beiträge von Mitgliedsländern und seitens des IWF gedeckt wird.

Die bilateralen Zusagen von Mitgliedsländern für den PRGF-HIPC-Treuhandfonds und für das Subventionskonto des PRGF-Treuhandfonds belaufen sich auf rund 3,8 Mrd. SZR und stammen von einem weiten Querschnitt der IWF-Mitgliedschaft, was die breite Unterstützung für die HIPC-und die PRGF-Initiative zeigt. Insgesamt haben 93 Länder ihre Unterstützung zugesagt: 27 fortgeschrittene Länder, 57 Entwicklungsländer und 9 Transformationsländer. Ende April 2002 beliefen sich die gesamten effektiven bilateralen Beiträge auf 3,7 Mrd. SZR, von denen 1,2 Mrd. SZR auf die Beiträge zum PRGF- HIPC -Treuhandfonds entfielen (siehe Anhang II, Tabele II.11).

Der eigene Beitrag des IWF beläuft sich auf 2,6 Mrd. SZR, wovon 2,2 Mrd. SZR auf die Beiträge zum PRGF-HIPC-Trcuhandfonds entfielen. Der Großteil dieses Beitrags – 1,76 Mrd. SZR – stammt aus Erträgen aus der Anlage der Nettoerlöse, die mit Verkäufen von 12,9 Mio. Feinunzen Gold außerhalb des Marktes verbunden sind. Die Verkäufe außerhalb des Marktes, die Nettoerlöse von 2,226 Mio. SZR erbrachten, wurden im April 2000 abgeschlossen. Diese Mittel wurden in das Konto für Sonderverwendungen (Special Disbursement Account – SDA) eingestellt und zugunsten der HIPC-Initiative angelegt.

Außerdem leistet der IWF einen Beitrag von ca. 0,8 Mrd. SZR mittels eines einmaligen Übertrages vom SDA und durch einen Verzicht auf eine Vergütung aus dem PRGF-Reservckonio für Verwaltungskosten, die im Zusammenhang mit PRGF-Operationen in den Geschäftsjahren 1998 bis 2004 anfallen. Der entsprechende Betrag wird stattdessen auf den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen. Zusätzlich wurde ein Teil des Zinsaufschlages, der in den Jahren 1998 und 1999 auf im Rahmen der Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven erfolgte Finanzierungen erhoben wurde, auf den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen; diese Finanzierungen standen im Zusammenhang mit der Aktivierung der Neuen Kreditvereinbarungen. Es wird erwartet, dass die Beiträge der IWF-Mitgliedschaft und des IWF selbst durch die auf diese Beiträge anfallenden Anlageerträge ergänzt werden.

Anlage von SDA-, PRGF- und PRGF-HIPC-Mitteln

Im März 2000 führte der IWF eine neue Anlagestrategie für die 6,4 Mrd. SZR ein, mit denen die PRGF-und die HIPC-Inititative unterstützt werden. Ziel ist es, im Zeitablauf die Anlageerträge zu steigern und gleichzeitig umsichtige Risikobegrenzungen einzuhalten. Zusätzliche Erträge werden verwendet, um die Finanzierung der PRGF-und der HIPC-Inititative sicherzustellen.

Im Rahmen des neuen Ansatzes wurde die Laufzeit der Anlagen verlängert, indem der Großteil der Mittel, die früher in kurzfristigen SZR-denominierten Einlagen bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) investiert waren, in Portfolios überführt wurde, die aus Anleihen und anderen mittelfristigen Instrumenten bestehen und die die Zusammensetzung des SZR-Korbes widerspiegeln. Die verbleibenden kurzfristigen Einlagen werden auf einem Niveau gehalten, das es ermöglicht, die Liquiditätserfordernisse zu erfüllen und gleichzeitig die mit bestimmten Gebern getroffenen Verwaltungs-Vereinbarungen einzuhalten.

Die Gradmesser für den Anlageerfolg des aus Anleihen und anderen mittelfristigen Instrumenten bestehenden Portfolios ist ein speziell gebildeter Index, der Indizes ein- bis dreijähriger Regierungsanleihen für Deutschland, Japan, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten umfasst und bei dem die einzelnen Märkte so gewichtet sind, dass sie die Währungszusammensetzung des SZR-Korbes widerspiegeln. Regelmäßige Anpassungen des Portfolios gewährleisten, dass die Währungszusammensetzung des Anlageportfolios soweit wie möglich der Währungszusammensetzung des SZR-Korbes entspricht. Nach einer zeitweiligen Verkürzung der durchschnittlichen Laufzeit des Portfolios Mitte Januar 2002 wurde die Benchmark ebenfalls vorübergehend in einen speziell gebildeten Index umgewandelt, der auf Drei-Monats-Einlagenzinsen und auf null- bis einjährigen Regierungsanleihen beruht. Die neue Strategie wird im Auftrag des IWF von der BIZ, der Weltbank und drei privaten Anlageverwaltern umgesetzt.

In den 24 Monaten seit ihrer Einführung hat die neue Anlagestrategie die Rendite um 392 Basispunkte (auf Jahresbasis, abzüglich Gebühren) gegenüber dem früheren Verfahren der Anlage in SZR-denominierten Einlagen erhöht und zusätzliche Erträge von 250 Mio. SZR zur Unterstützung der PRGF- und PRGF-HIPC-Operationen erzielt.

Nothilfe nach Konflikten

Der IWF gewährt Ländern, die einen Konflikt durchgemacht haben, Nothilfe in Form von Krediten, die dem Grundgebührensatz unterliegen. Am 4. Mai 2001 wurde ein Verwaltlingskonto eingerichtet, auf das Beiträge bilateraler Geber eingezahlt werden, die es dem IWF ermöglichen, eine derartige Unterstützung zu einem konzessionären Gebührensatz von 0,5% für PRGF-berechtigte Mitglieder bereitzustellen.4 Zum 30. April 2002 hatten Schweden und das Vereinigte Königreich Zuschüsse auf dem Konto zur Verfügung gestellt; Belgien, die Niederlande und die Schweiz hatten zudem die Bereitstellung solcher Mittel zugesagt. Der Gesamtbetrag der zugesagten Zuschussbeiträge belief sich auf rund 7 Mio. SZR, von denen 1,4 Mio. SZR bereits eingezahlt sind. Insgesamt wurden 0,8 Mio. SZR ausgezahlt, um den Gebührensatz für Post-Kontfikt-Nothilfen für sechs Länder zu subventionieren (Albanien, Guinea-Bissau, Republik Kongo, Ruanda, Sierra Leone und Tadschikistan) (siehe Tabelle 6.4).

Tabelle 6.4Beiträge zur Subventionierung von Nothilfe nach Konflikten, per 30. April 2002(Millionen SZR)
Beitrag

leistendes Land
Zugesagter

Beitrag
Erhaltener

Beitrag
Ausge-zahlte

Subvention
Belgien1,0
Niederlande1,6
Schweden0,80,80,2
Schweiz0,8
Vereinigtes Königreich2,80,60,6
Insgesamt7,01,40,8

Sonderziehungsrechte

Das SZR ist ein 1969 vom IWF geschaffenes Reserveaktivum, das den Mitgliedern im Verhältnis zu ihren IWF-Quoten zugeteilt wird, um einen langfristigen globalen Bedarf zur Ergänzung der bestehenden Reserveaktiva zu befriedigen. Ein Mitglied kann SZR nutzen, um hierfür Devisenreserven von anderen Mitgliedern zu erhalten oder um Zahlungen an den IWF zu leisten. Eine solche Nutzung stellt keinen Kredit dar. SZR werden den Mitgliedern unkonditioniert zugeteilt; sie können die SZR zur Zahlungsbilanz-Finanzierung einsetzen, ohne dass sie wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen müssten oder zur Rückzahlung verpflichtet wären. Allerdings hat ein Mitglied, das netto Gebrauch von den ihm zugeteilten SZR macht, den SZR-Zinssatz zu entrichten, während ein Mitglied, das SZR über seine Zuteilung hinaus erwirbt, Zinsen zum SZR-Zinssatz erhält. Insgesamt wurden den Mitgliedern 21,4 Mrd. SZR zugeteilt, davon 9,3 Mrd. SZR in den Jahren 1970–72 und 12,1 Mrd. SZR 1978–81. Der Wert des SZR basiert auf dem gewichteten Durchschnittswert eines Korbes mit den wichtigen internationalen Währungen. Der SZR-Zinssatz ist ein Durchschnitt von Zinssätzen kurzfristiger Schuldtitel auf den Märkten der Währungen, die im SZR-Bewertungskorb enthalten sind (siehe Kasten 6.6). Das SZR dient außerdem als Rechnungseinheit für den IWF, und der SZR-Zinssatz bildet die Basis für die Berechnung von Zinszahlungen im Rahmen regulärer IWF-Finanzierungen wie auch für die Zinszahlungen an Mitglieder, die Gläubiger des IWF sind.

Kasten 6.6SZR-Bewertung und Zinssatz

Bewertung. Der Wert des SZR basiert auf dem gewichteten Durchschnittswert eines Korbes wichtiger internationaler Währungen. Die Bewertungsmethode wird in Fünrjahresmtervallen überprüft. Die letzte Überprüfung wurde im Geschäftsjahr 2001 abgeschlossen. Dabei entschied das Exekurivdirektorium über eine Reihe von Änderungen, um die Einführung des Euro als gemeinsame Währung für eine Anzahl europäischer Länder und die wachsende Rolle der internationalen Finanzmärkte zu berücksichtigen. Die in dem Bewertungskorb enthaltenen Währungen gehören zu den Währungen, die am häufigsten bei internationalen Transaktionen verwendet und auf den wichtigsten Devisenmärkten breit gehandelt werden. Die in den SZR-Korb für den Zeitraum 2001–05 aufgenommenen Währungen sind der US-Dollar, der Euro, der japanische Yen und das Pfund Sterling (Tabelle 6.5).

Tabelle 6.5SZR-Bewertung(per 30. April 2002)
WährungBetrag an

Währungseinheiten
Wechselkurs1US-Dollar-Äquivalent
Euro0,42600,901100,383869
Japanischer Yen21,0000128,450000,163488
Pfund Sterling0,09841,456800,143349
US-Dollar0,57701,000000,577000
1,267706
Merkposten:
1 SZR – 1,267706 US-$
1 US-$ = 0,788826 SZR

Der Wechselkurs lautet auf US Dollar pro Währungseinheit, mit Ausnahme des japanischen Yen, der auf Währungseinheiten pro US-Dollar lautet.

Der Wechselkurs lautet auf US Dollar pro Währungseinheit, mit Ausnahme des japanischen Yen, der auf Währungseinheiten pro US-Dollar lautet.

Zinssatz. Im Geschäftsjahr 2001 überprüfte der IWF ebenso die Methode zur Festlegung des SZR-Zinssatzes und entschied, weiterhin den wöchentlichen Zinssatz auf der Basis eines gewichteten Mittels der Zinssätze kurzfristiger Schuldtitel auf den Märkten der im SZR-Bewertungskorb enthaltenen Währungen zu ermitteln. Jedoch wurden die Finanzinstrumente, die zur Bestimmung des repräsentativen Zinssatzes des Euro und des japanischen Yen verwendet werden, geändert, um den Entwicklungen auf dem Finanzmarkt Rechnung zu tragen. Der SZR-Zinssatz bewegte sich während des Geschäftsjahres in Übereinstimmung mit den Entwicklungen an den wichtigen Geldmärkten: In den ersten drei Quartalen des Jahres sank er und stabilisierte sich danach, wobei er im Verlauf des Berichtsjahres im Schnitt bei 2,79 % lag (siehe Schaubild 6.2).

Schaubild 6.2SZR-Zinssätze, 1992–2002

(Prozent)
  • Allgemeine SZR--Zuteilungen. Entscheidungen über allgemeine Zuteilungen werden alle fünf Jahre getroffen und erfordern die Feststellung, dass die Zuteilung einem langfristigen globalen Bedarf zur Ergänzung der bestehenden Reserveaktiva nachkommt. Die Entscheidung über eine SZR-Zuteilung erfordert eine 85-prozentige Mehrheit aller Stimmrechte. Im Geschäftsjahr erörterte das IWF-Exekutivdirektorium, ob angesichts der gegenwärtigen und voraussichtlichen weltwirtschaftlichen Umstände eine allgemeine SZR-Zuteilung vorzunehmen sei. Eine Reihe von Direktoren war der Ansicht, dass die Konstellation von Faktoren, die für die Erwägung einer SZR-Allokation von Bedeutung sind, heute eindeutiger sei als seit vielen Jahren. Diesbezüglich wiesen sie auf die Schwierigkeit und die hohen Kosten der Beschaffung von Reserven durch Kreditaufnahmen auf den risikoscheuer gewordenen Kapitalmärkten hin. Andere Direktoren betonten, dass der globale Bedarf an einer Ergänzung der Reserven in einer mittelfristigen Perspektive erwogen werden müsse. Dieser Ansicht nach würden derzeitige Projektionen für die Entwicklung der Weltwirtschaft in den fünf Jahren der nächsten Basisperiode nicht für eine SZR-Zuteilung sprechen. Folglich berichtete der Geschäftsführende Direktor dem IWF-Gouverneursrat, dass es keine ausreichend breite Unterstützung für einen konkreten Vorschlag einer SZR-Zuteilung während der achten Basisperiode gebe. Jedoch wies der Geschäftsführende Direktor auf seine Absicht hin, angesichts des Interesses an weiteren Erörterungen dieser Frage das Thema einer allgemeinen SZR-Zuteilung zu gegebener Zeit dem Exekutivdirektorium zur weiteren Diskussion vorzulegen.

  • Einmalige Sonderzuteilung. Im September 1997 schlug der Gouverneursrat des IWF eine Änderung des IWF-Übereinkommens mit dem Ziel einer einmaligen SZR-Sonderzuteilung vor, um den Umstand zu korrigieren, dass mehr als ein Fünftel der IWF-Mitglieder niemals eine SZR-Zuteilung erhalten haben. Die SZR-Sonderzuteilung würde es allen IWF-Mitgliedern ermöglichen, auf gleicher Basis am SZR-System teilzunehmen. Damit würden die kumulierten SZR-Zuteilungen auf 42,87 Mrd. SZR verdoppelt. Der Vorschlag tritt in Kraft, wenn ihn drei Fünftel der IWF-Mitglieder (110 Mitglieder), die zusammen über mindestens 85% der gesamten Stimmrechte verfügen, akzeptieren. Zum 30. April 2002 hatten 118 Mitglieder, die zusammen 73% der gesamten Stimmrechte auf sich vereinigen, zugestimmt. Damit ist nur noch die Zustimmung der Vereinigten Staaten erforderlich, um den Vorschlag umzusetzen.

  • SZR-Operationen und -Transaktionen. Alle SZR-Transaktionen werden über die SZR-Abteilung abgewickelt. SZR werden größtenteils von Mitgliedsländern gehalten, der Rest im Allgemeinen Konto des IWF (GRA) sowie von offiziellen Stellen, die vom IWF als SZR-Inhaber zugelassen wurden. Zugelassene Inhaber erhalten keine SZR-Zuteilungen; sie können SZR jedoch erwerben und bei Operationen und Transaktionen mit IWF-Mitgliedern oder anderen zugelassenen Inhabern zu den gleichen Bedingungen nutzen wie IWF-Mitglieder.5 SZR-Transaktionen werden durch 13 freiwillige Vereinbarungen ermöglicht, in deren Rahmen die Beteiligten sich bereit erklärt haben, SZR gegen Währungen zu kaufen oder zu verkaufen, die für internationale Transaktionen frei verwendbar sind, sofern ihre SZR-Bestände innerhalb bestimmter Grenzen bleiben. Diese Vereinbarungen haben dazu beigetragen, die Liquidität des SZR-Systems zu gewährleisten.6

Der Rückgang des Gesamtvolumens von SZR-Transfers setzte sich auch im Geschäftsjahr 2002 fort – auf 14,0 Mrd. SZR, verglichen mit 18,7 Mrd. SZR im Vorjahr und dem Höchststand von 49,1 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 1999, als das Volumen der SZR-Transaktionen durch die Zahlungen im Zusammenhang mit der Quotenerhöhung deutlich höher war (siehe Tabelle 6.6). Am Ende des Geschäftsjahres 2002 waren die SZR-Eigenbestände des IWF, die im Zuge der Quoteneinzahlungen 1999 stark zugenommen hatten, von 2,4 Mrd. SZR im Vorjahr auf 1,5 Mrd. SZR gesunken. Damit bewegten sie sich in der Bandbreite von 1,0-1,5 Mrd. SZR, innerhalb derer der IWF seine SZR-Bestände zu halten versucht. Die von zugelassenen Inhabern gehaltenen SZR beliefen sich auf 0,4 Mrd. SZR Entsprechend stiegen die SZR-Bestände der Teilnehmer von 18,7 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 2001 auf 19,6 Mrd. SZR. Die SZR-Bestände der Industrie- und Nettogläubigerländer erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr im Verhältnis zu ihrer kumulativen Nettozuteilung. Der Anstieg resultierte zum größten Teil aus umfangreichen Zinszahlungen (Vergütungen), die an diese Mitglieder geleistet wurden. Die SZR-Bestände der nicht-industrialisierten Länder stiegen relativ zu ihrer kumulativen Nettozuteilung von 54,6% im Vorjahr auf 56,9% an.

Tabelle 6.6Übertragimg von SZR(Millionen SZR)
Am 30. April abgelaufenes Geschäftsjahr
199419951996199719981999200020012002
Übertragungen zwischen Teilnehmern
und zugelassenen Inhabern
Transaktionen im Einvernehmen13 1228 9878 9317 4118 567138176 6395 0463 669
Zugelassene Operationen24061241 95188864 577293544290
IWF-bezogene Operationen3436301704606901756684922866
Ncttozinscn auf SZR121174319268284289214302228
Insgesamt4 0859 58611 9058 3729 83919 4397 8316 8145 053
Übertragungen von Teilnehmern an das Allgemeine Konto
Rückkäufe6421 1815 5724 36429184 7613 8263 1991631
Gebühren1 425l3861 9851 6161 8772 8062 60024172 304
QuoteneinZahlungen7124708 64452865
Auf Bestände des Allgemeinen Kontos
eingegangene Zinsen3362625351443513811856
Umalagen444443322
Insgesamt2 4782 8577 6836 0354 84416 2497 0945 8003 993
Übertragungen vom Allgemeinen Konto an Teilnehmer und zugelassene Inhaber
Käufe2 6765 9706 4604 0604 2439 5223 5923 1662 361
Rückzahlungen von IWE-Mittelaumahmen3008621 429
Zinsen auf Mittclauriiahmcn des IWF162974618
Im Austausch gegen Währungen anderer Länder
Erwerb zur Begleichung von Gebühren1669949224205451 5771 1071 130
Vergütung958815I 09210551 2201 8261 7471 7831 361
Sonstiges108512592790741 0083193
Insgesamt4 3707 8947 8595 3665 57413 4427 9426 0874 945
Übertragungen insgesamt10 93320 33627 44819 77320 25649 13022 86718 70213 991
Bestände des Allgemeinen Kontos zum Periodenende6 0381 0018251 4947643 5722 7242 4371 485

Transaktionen im Einvernehmen sind Transaktionen, bei denen Teilnehmer der SZR Abteilung (zurzeit alle Mitglieder) und oder zugelassene Inhaber freiwillig zum offiziellen, vom IWF festgelegten Kurs SZR gegen Währungen eintauschen. Diese Transaktionen werden gewöhnlich vom IWF arrangiert.

Operationen unter Beteiligung zugelassener SZR-Inhaber. Ein zugelassener SZR-Inhaber ist ein Nichncilnchmcr in der SZR-Abteilung, der vom IWF als SZR-Inhaber zugelassen wurde.

In SZR getätigte Operationen zwischen Mitgliedern und dem IWF, die durch einen zugelassenen Inhaber durchgeführt werden, werden„ WF-bezogene Operationen” genannt. Der IWF hat eine Reihe von Beschlüssen verabschiedet, um SZR Operationen im Rahmen des Treuhandfonds, des SFF Subvcntionskonuw, der SAE, der ESAF, der PRGF und der HIPC-Iniriarive zuzulassen.

Transaktionen im Einvernehmen sind Transaktionen, bei denen Teilnehmer der SZR Abteilung (zurzeit alle Mitglieder) und oder zugelassene Inhaber freiwillig zum offiziellen, vom IWF festgelegten Kurs SZR gegen Währungen eintauschen. Diese Transaktionen werden gewöhnlich vom IWF arrangiert.

Operationen unter Beteiligung zugelassener SZR-Inhaber. Ein zugelassener SZR-Inhaber ist ein Nichncilnchmcr in der SZR-Abteilung, der vom IWF als SZR-Inhaber zugelassen wurde.

In SZR getätigte Operationen zwischen Mitgliedern und dem IWF, die durch einen zugelassenen Inhaber durchgeführt werden, werden„ WF-bezogene Operationen” genannt. Der IWF hat eine Reihe von Beschlüssen verabschiedet, um SZR Operationen im Rahmen des Treuhandfonds, des SFF Subvcntionskonuw, der SAE, der ESAF, der PRGF und der HIPC-Iniriarive zuzulassen.

Ertragslage, Gebühren, Vergütung und Lastenteilung

Wie andere Finanzinstitutionen, erzielt der IWF Einkommen durch Zinseinkünfte und Gebühren auf seine Kredite und verwendet dieses, um die Finanzierungskosren und die Verwaltungsausgaben zu bestreiten. Der Rückgriff des IWF auf Kapitalzeichnungen und intern erzielte Mittel verleiht eine gewisse Flexibilität bei der Festsetzung des Grundgebührensatzes. Andererseits muss der IWF aber auch sicherstellen, dass er seinen Kreditgebern einen konkurrenzfähigen Zinssatz für deren Forderungen gegenüber dem IWT bietet. Als eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme setzt das IWF’Übereinkommen am SZR-Zinssatz orientierte Grenzen für den maximalen Zinssatz, der an Kreditgeber gezahlt wird.

Der Grundgebührensatz für reguläre Ausleihungen wird zu Beginn des Geschäftsjahres als Prozentsatz des SZR-Zinssatzes so festgelegt, dass für das Geschäftsjahr ein vereinbartes Nettoeinkommensziel erreicht wird. Dieser abgeleitete Zinssatz soll die Refinanzierungskosten und die Verwaltungsausgaben abdecken und zusätzlich Einstellungen in die Rücklagen des IWE ermöglichen. Der spezitische Prozentsatz beruht auf Schätzungen des Einkommens und der Ausgaben im Geschäftsjahr. Er kann – im Lichte der tatsächlichen Nettoeinkommens-Entwicklung oder wenn die Einkommensentwicklung für das Gcsamrjahr erheblich von den Annahmen abweicht – zur Mitte des Geschäftsjahres angepasst werden. Zum Jahresende wird der Einkommensteil, der über die Zielgröýe hinausgeht, den Mitgliedern zurückerstattet, die während des Jahres Zinszahlungen geleistet haben; Fehlbeträge dagegen werden im folgenden Jahr ausgeglichen.

Der IWF wendet volumenabhängige Zinsaufschläge bei nach dem 28. November 2000 vergebenen Krediten an, um eine übermäßig hohe Kreditinanspruchnahme im Rahmen der Kredittranchen und im Rahmen der Erweiterten Fondsfazilität zu verhindern. Der IWF erhebt außerdem Aufschläge auf kürzerfristige Kredite im Rahmen der SRF und der CCL, die in Abhängigkeit von der Zeitspanne variieren, während der die Kredite ausstehen. Das aus den Aufschlägen erzielte Einkommen men wird in die IWF-Rücklagen eingestellt und bei der Bestimmung des Einkommensziels für das Jahr nicht berücksichtigt.

Darüber hinaus erzielt der IWF Einkommen von Kreditnehmern in Form von Bearbeitungs-, Bereitstellungs- und Sondergebühren. Eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 0,5% wird auf jede Kreditauszahlung aus dem Allgemeinen Konto erhoben. Auf Kredite im Rahmen der Erweiterten Fondsfazilität und der Bereitschaftskredit-Vereinbarungen wird eine erstattungsfahige Bereitstellungsgebühr erhoben. Sie ist zu Beginn jeder Zwölfmonatsperiode auf die Beträge zu entrichten, die in dieser Zeit gezogen werden können, einschließlich der im Rahmen der SRF oder CCL verfügbaren Beträge. Die Provision beträgt 0,25% auf zugesagte Beträge bis zu 100% der Quote und 0,10% für Beträge, die 100% der Quote überschreiten. Im Falle der Inanspruchnahme von Krediten wird die Bereitstellungsprovision proportional zu den gezogenen Beträgen zurückerstattet. Daneben erhebt der IWF Sondergebühren auf überfällige Kredittilgungen und auf Gebühren, die weniger als sechs Monate überfällig sind.

Auf Basis des SZR-Zinssatzes zahlt der IWF seinen Kreditgebern Zinsen (Vergütung) auf ihre Forderungen gegenüber dem IWF (Reserveposition). Der Basisvergütungssatz ist derzeit auf 100% des SZR-Zinssatzes (der maximal zulässige) festgesetzt. Das IWF-Übereinkommen erlaubt jedoch eine niedrigere Festlegung bis auf 80% des SZR-Zinssatzes (Untergrenze).

Seit 1986 unterliegen Gebühren- und Vergütungssatz einem Lastenteilungs-Mechanismus, der die Kosten überfälliger finanzieller Verpflichtungen zwischen Gläubiger- und Schuldnermitgliedern verteilt. Einkommens-verluste, die aus nicht gezahlten Zinsverpflichtungen resultieren, die sechs Monate oder länger überfällig sind, werden durch eine Anpassung des Gebührensatzes nach oben sowie des Vergütungssatzes nach unten ausgeglichen. Die so vereinnahmten Beträge werden nach Begleichung der überfälligen Zinsen zurückerstattet. Zusätzlich werden Anpassungen des Grundgebühren- und des Basisvergütungssatzes vorgenommen, um Mittel für ein Sonderkonto 1 für Eventualfälle (Special Contingent Account – SCA-1) zu erzielen. Dieses Sonderkonto wurde speziell zu dem Zweck eingerichtet, den IWF vor Verlustrisiken zu schützen, die aus überfälligen Verpflichtungen resultieren. Die SCA-1-Mittel sind nach Begleichung aller Rückstände erstattungsfähig. Der IWF kann aber entscheiden, sie früher zurückzuerstatten. Im Geschäftsjahr 2002 führten die Anpassungen für nicht gezahlte Zinsverptlichtungen und die Zuführungen zum SCA-1 zusammengenommen zu einer Anhebung des Grundgebührensatzes um 14 Basispunkte sowie zu einer Verringerung des Vergütungssatzes um 15 Basispunkte. Die angepassten durchschnittlichen Gebühren- und Vergütungssätze beliefen sich für das Geschäftsjahr auf 3,39% bzw. 2,65%.

Im April 2001 wurde der Grundgebührensatz für das Geschäftsjahr 2002 auf 117,6% des SZR-Zinssatzes festgelegt, um das vereinbarte Einkommensziel zu erreichen. Das Nettoeinkommen des IWF, abzüglich der Rückerstattungen von Zinszahlungen (siehe unten), betrug 360 Mio. SZR im Geschäftsjahr 2002. Hierin enthalten waren Einkommen aus Autschlägen in Höhe von 314 Mio. SZR, abzüglich der jährlichen Verwaltungskosten für den PRGF-Treuhandfonds. Wie ursprünglich im Geschäftsjahr 1998 vereinbart, wurden dem IWF die Kosten für die Verwaltung des PRGF-Treuhandfonds im Geschäftsjahr 2002 nicht erstattet; stattdessen wurde ein entsprechender Betrag (62 Mio. SZR) vom PRGF-Treuhandfonds über das Konto für Sonderverwendungen an den PRGF-HIPC-Treuhandfonds übertragen. Wie zu Beginn des Geschäftsjahres vereinbart, wurde der über dem Einkommensziel liegende Betrag von 17 Mio. SZR am Ende des Geschäftsjahres 2002 jenen Mitgliedern zurückerstattet, die Gebühren gezahlt hatten. Dadurch wurde der Gebührensatz für das Geschäftsjahr 2002 rückwirkend auf 116,4% des SZR-Zinssatzes abgesenkt. Zusätzlich wurden 94 Mio. SZR, die durch den oben beschriebenen Leistenteilungs-Mechanismus erwirtschaftet worden waren, in das SCA-1 eingestellt.

Nach der rückwirkenden Absenkung des Gebührensatzes wurde den IWF-Rücklagen ein Betrag von 360 Mio. SZR zugewiesen. Davon gingen 314 Mio. SZR an Einkommen aus Zuschlägen an die Allgemeine Rücklage und der Rest an die Spezielle Rücklage. Die gesamten Rücklagen erhöhten sich zum 30. April 2002 auf 3,6 Mrd. SZR, verglichen mit 3,3 Mrd. SZR im Jahr zuvor.

Im April 2002 beschloss das Exekutivdirektorium die Fortführung der bestehenden finanziellen Mechanismen und legte den Grundgebührensatz für das Geschäftsjahr 2003 auf 128,0% des SZR-Zinssatzes fest.

Sicherung der IWF-Mittel und Umgang mit Zahlungsrückständen

Die Anstrengungen des IWF zur Sicherung seiner Mittel wurden im Geschäftsjahr 2002 verstärkt, indem der Sicherungs-bewertungs-Prozess erweitert und zu einer stündigen Einrichtung gemacht wurde. Die Sicherungs-bewerrungen waren im Jahr 2000 eingeführt worden, um die internen Kontroll-, Rechnungslegungs-, Berichts-und Prüfungssysteme in den Zentralbanken der Länder zu verbessern, die IWF-Mittel in Anspruch nehmen. Darüber hinaus wurde der rechtliche und operationale Rahmen, der sich mit der Angabe falscher Informationen befasst, erweitert, um die HIPC-Initiative einzuschließen. Schließlich wurde die Strategie des IWF zum Umgang mit Zahlungsrückständen auch auf PRGF-Ausleihungen ausgedehnt und die Aktualität der Veröffentlichung von Zahlungsrückstandsfällen wurde verbessert.

Sicherungsbewertungen

Im Geschäftsjahr 2002 intensivierte der IWF weiter seine Bemühungen zur Sicherung seiner Ressourcen, indem Sicherlingsbewertungen bei den Zentralbanken der kreditaufnehmenden Mitgliedsländer – normalerweise die Empfänger von IWF-Auszahlungen – durchgeführt wurden. Sicherungsbewertungen, die im März 2000 auf experimenteller Basis eingeführt worden waren, wurden im März 2002 durch das Exekutivdirektorium als eine ständige IWF-Politik gebilligt (siehe Kasten 6.7). Die Sicherungspolitik, die vor dem Hintergrund mehrerer Fälle von fehlerhaft gemeldeten Daten und Vorwürfen über Missbrauch von IWF-Mitteln eingeführt wurde, zielt auf eine Ergänzung der Konditionalität, der technischen Hilfe und anderer Instrumente, die traditionell eine bestimmungsgemäße Verwendung der IWF-Kredite gewährleistet haben. Sicherungsbewertungen sollen dem IWF insbesondere eine angemessene Gewähr bieten, dass das Berichts- und Kontrollsystem einer Zentralbank ausreichend ist für die Verwaltung der Mittel, einschließlich der IWF-Auszahlungen.

Sicherungsbewertungen finden bei allen Ländern mit Vereinbarungen über die Inanspruchnahme von IWF-Mitteln Anwendung, die nach dem 30. Juni 2000 genehmigt wurden. Mitgliedsländer mit Vereinbarungen, die vor dem 30. Juni 2000 in Kraft traten, unterliegen einer verkürzten Bewertung, die nur ein einziges Schlüsselelement des Sicherungsrahmenwerkes prüft, und zwar, ob die Zentralbanken Jahresabschlüsse veröffentlichen, die von externen Prüfern in Übereinstimmung mit international akzeptierten Standards unabhängig geprüft werden. Obwohl Sicherungsbewertungen formal nicht bei Ländern mit einem stabsüberwachten Programm (Statl Monitored Program – SMP) angewandt werden, werden diese Länder ermutigt, sich auf freiwilliger Basis einer Bewertung zu unterziehen, da in vielen Fällen diese Programme durch eine formale Vereinbarung mit dem IWF abgelöst werden. Im Geschäftsjahr 2002 wurden 49 Sichcrungsbewertungen abgeschlossen, einschließlich jener im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens.

Kasten 6.7IWF-Exekutivdirektorium überprüft Erfahrungen mit Sicherungsbewertungen

Im März 2002 überprüfte das Exekutivdirektorium das Rahmenwerk für die Sicherungen und die Erfahrungen alier Beteiligten mit Sicherungsbewertungen seit ihrer Einführung im März 2000, Das Exekutivdirektorium wurde unterstützt durch ein Gremium von herausragenden externen Fachleuten, die unabhängig die Wirksamkeit der neuen Politik bewerteten.

Das Exekutivdirektoriuni stellte fest, dass Zentralbanken weitgehend die Ergebnisse der Sicherungsbewertungen akzeptiert haben, und erklärte die Einführung der Sicherungspolitik als einen uneingeschränkten Erfolg. Zudem billigte es das Sicherungsrahmenwerk als eine ständige Politik. Die Überprüfung der Erfahrungen mit den Sicherungsbewertungen zeigte, dass diese Politik den Ruf und die Glaubwürdigkeit des IWF als umsichtiger Kreditgeber erhöht hat, während sie gleichzeitig dazu beitrug, die Operationen und Rechnungslegungs-Verfahren der Zentralbanken zu verbessern. Die Ergebnisse der Sicherungsbewertungen zeigten, dass möglicherweise in einzelnen Fällen bedeutende, aber vermeidbare Risiken für die IWF-Mittel bestanden haben, Das Exekutivdirektorium begrüßte die Schritte, die viele Zentralbanken unternommen haben, um aufgedeckte Anfälligkeiten zu reduzieren.

Sicherungsbewertungen haben gezeigt, dass trotz Fortschritten bei den Sk’herungsraaßnahmen der Zentralbanken in den letzten Jahren bedeutende Anfälligkeiten bei den Kontrollen, die von einer Reihe von Zentralbanken von kreditnehmenden Mitgliedsländern angewendet werden, verbleiben. Die aufgezeigten Anfälligkeiten könnten zu einer möglichen Angabe falscher Informationen gegenüber dem IWF oder zum Missbrauch von Zentralbankmitteln, einschließlich IWF-Auszahlungen, führen. Insbesondere zeigten die Sicherungshewertungen, dass (1) eine namhafte Anzahl von Zentralbank-Jahresabschlüssen keiner unabhängigen und externen, im Einldang mit international akzeptierten Standards durchgeführten Prüfung unterlagen, dass (2) mehrere Zentralbanken nur unzureichende Kontrollen über ihre Währungsreserven und über die Datenberichterstattung an den IWF aufwiesen und dass (3) eine Reihe von Zentralbanken ein unklares Rahmenwerk für die finanzielle Berichterstattung und unangemessene Rechnungslegungs-Standards angewendet hatte.

Die Überprüfung der Erfahrungen mit Sicherungsbewertungen führte zu mehreren Verbesserungen dieser Politik, einschließlich der Stärkung der internen und externen Kommunikation während des Sicherungsprozesses und der Beseitigung der Unterscheidung zwischen Stute 1 (Offsite)- und Stufe 2 (Onsite) – Bewertungsberichten. Ebenso wurden Sichcrungsbewertungcn leicht ausge-weitet, um auch Mitgliedsländer abzudecken, die eine bestehende IWF-Vereinbarung aufstocken oder die ein Programm zur Ansammlung von „Rights” durchfuhren. Sicherungsbewertungen werden weiterhin eine Voraussetzung für alte neuen IWF-Vereinbarungen sein, auch wenn schon früher eine Überprüfung durchgeführt worden ist, Jedoch ist abzusehen, dass sich das Hauptaugenmerk der Sicherungsarbeit von den ursprünglichen Sicherungsbewertungen hin zur Überwachung vorheriger Bewertungen verschieben wird.

Die Dokumente des Stabes und des Experten gremiums, die der Überprüfung der Erfahrungen mit Sicheningsbewertungen durch das Exekutivdirektorium zu Grunde liegen, eine Zusammenfassung der Diskussion im Exekutivdirektorium und zusätzliche Hintergrundinformationen sind auf der IWF-Webseite verfügbar.

Sicherungsbewertungen folgen einem festen Muster, um eine konsequente Anwendung zu gewährleisten. Alle Zentralbanken, die einer Bewertung unterliegen, stellen dem IWF-Mitarbeiterstab einen Standardsatz von Dokumenten zur Verfügung. Der Stab überprüft die Informationen und setzt sich bei Bedarf mit Zentralbankvertretern und den externen Prüfern in Verbindung. Die Überprüfung kann durch einen Vor-Ort-Besuch bei der Zentralbank ergänzt werden, um Informationen zu erhalten oder Sachverhalte zu klären, die notwendig sind, um Schlüsse zu ziehen und Empfehlungen auszusprechen. Diese Besuche werden von IWF-Mitarbeitern durchgeführt – gegebenenfalls unter Beteiligung von technischen Experten, die aus der IWF-Mitgliedschaft rekrutiert werden. Die Überprüfung berücksichtigt auch die Ergebnisse und den Zeitrahmen einer vorhergehenden Sicherungsbewertung, einschließlich der Ergebnisse einer jeden Folge-Überwachung.

Das Ergebnis einer Sicherungsbewertung ist ein vertraulicher Bericht, der Anfälligkeiten aufzeigt, Risikoeinstufungen vornimmt und Empfehlungen zur Reduzierung aufgezeigter Risiken ausspricht. Von den nationalen Behörden, die Gelegenheit haben, zu allen Sicherungsbewertungs-Berichten Stellung zu nehmen, wird erwartet, dass sie die Sicherungsempfehlungen umsetzen, möglicherweise im Rahmen der Programmkon ditionalität. Die Schlussfolgerungen und vereinbarten Gegenmaßnahmen werden in zusammengefasster Form dem Exekutivdirektorium des IWF zugeleitet, entweder bei Billigung einer Vereinbarung oder spätestens bis zur ersten Überprüfung der Vereinbarung. Die Umsetzung der Sicherungsempfehlungen wird regelmäßig vom IWF-Stab überwacht.

Angabe falscher Informationen

Außerdem verstärkte der IWF im Geschäftsjahr 2002 weiter sein rechtliches und operationales Rahmenwerk, das sich mit falschen Informationsangaben befasst. Im Februar/März 2002 wurde ein neuer Rahmen geschaffen für den Umgang mit Revisionen von Informationen über Wirtschafts- und Auslandsverschuldungs-Daten, die den Entscheidungen des IWF im Rahmen der HIPC-Initiative zugrunde liegen. Im Februar billigte das Direktorium eine Änderung der HIPC-Treuhandfonds-Urkunde. Demzufolge werden die dem IWF geschuldeten Beträge, die sich nach den IWF-Richtlinien über Angabe falscher Informationen als unberechtigte Käufe/Auszahlungen herausstellen, bei der Schuldentragfähigkeits-Analyse (Debt Sustainability Analysis – DSA) vom Auslandsschuldenstand eines Mitglieds ausgeschlossen. Im März billigte das Direktorium ein Rahmenwerk, das eine Anpassung des Betrages für die Schuldenerleichterung nach oben oder nach unten (mit einer Untergrenze) vorsieht, falls sich die DSA, die zur Bestimmung des am Entscheidungszeitpunkt zugesagten Unterstützungsbetrages herangezogen wurde, als falsch herausstellt. Das Rahmenwerk erlaubt dem Direktorium zudem, die Rückzahlung der Interimsunterstützung an den PRGF-HIPC-Treuhandfonds zu verlangen, fails diese auf Grundlage falscher Informationen Über die Anpassungserfolge eines Mitgliedslandes ausgezahlt, aber noch nicht zur Schuldenbedienung eingesetzt worden ist. Das Rahmenwerk lässt keine Gegenmaßnahmen zu, wenn ein Land bereits den Abschlusszeitpunkt (completion point) erreicht hat, oder wenn ein Land den Entscheidungszeitpunkt (decision point) vor der Billigung des Rahmenwerkes erreicht hat. Im Interesse der Transparenz und der bestehenden Politik entsprechend wird der IWF wichtige Informationen zu jedem Fall veröffentlichen und mit anderen Gläubigern austauschen.

Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF

Im Geschäftsjahr 2002 stiegen die gesamten überfälligen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem IWF von 2,24 Mrd. SZR im Vorjahr auf 2,36 Mrd. SZR, was vor allem die anhaltende Anhäufung neuer Zahlungsrückstände durch Simbabwe widerspiegelt (Tabelle 6.7). Simbabwe stellt den ersten neuen Fall von erheblichen Zahlungsrückständen gegenüber dem GRA seit 1993 und den ersten Fall von Zahlungsrückständen gegenüber dem PRGF-Treuhandfonds dar.

Tabelle 6.7Zahlungsrückstände von sechs Monaten oder länger gegenüber dem IWF seitens der Länder, nach Art und Dauer, Stand vom 30. April 2002(Millionen SZR)
Nach ArtNach Dauer
InsgesamtAllgemeine

Abteilung.

(inkl. SAF)
SZR-AbteilungTreuhand fondsPRGFWeniger als 6 MonateMehr als 6 Monate
Afghanistan, Islam. Staat7,317,30,56,9
Irak49,749,61,648,1
Kongo, Dem. Republik402,3382,819,34,3397,9
Liberia493,5440,922,530,03,9489,6
Simbabwe93,851,342,540,753,1
Somalia214,2196,99,47,91,9212,2
Sudan1 094,31 015,60,378,36,81 087,6
Insgesamt2 355,02 087,5108,4116,242,559,62 295,4

Weniger als 50 000 SZR.

Weniger als 50 000 SZR.

Ende April 2002 waren mehr als 97% der gesamten Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF hartnäckiger Natur (sechs Monate oder mehr überfällig), ungefähr gleichmäßig aufgeteilt zwischen überfälligem Kapital und überfälligen Gebühren und Zinsen. Fast 90% davon waren Zahlungsrückstände gegenüber dem GRA.

Die fünf Länder mit den höchsten hartnäckigen Zahlungsrückständen gegenüber dem IWF – Demokratische Republik Kongo, Liberia, Simbabwe, Somalia und Sudan – machen fast 98% der überfälligen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem IWF aus.7 Im Rahmen der verstärkten kooperativen Strategie des IWF bei Zahlungsrückständen wurden Gegenmaßnahmen gegen Länder mit hartnäckigen Zahlungsrückständen gegenüber dem Fonds ergriffen.8

Während des Geschäftsjahres 2002 wurden 22 Fälle von kurzfristigen Zahlungsrückständen zügig beseitigt und zogen deshalb keine Gegenmaßnahmen nach sich.

Die netto überfälligen Gebühren der Länder mit hartnäckigen Zahlungsrückständen auf dem GRA, für die der IWF durch den Lastenteilungs-Mechanismus kompensiert wird, beliefen sich im Geschäftsjahr 2002 auf 33 Mio. SZR. Damit erhöhte sich die Summe der überfälligen Gebühren auf 1,1 Mrd. SZR.

Die Strategie des IWF zur Bewältigung überfälliger finanzieller Verpflichtungen wurde am 22. August 2001 überprüft. Dabei billigte das Exekutivdirektorium schärfere Gegenmaßnahmen bei Zahlungsrückständen gegenüber dem PRGF-Treuhandfonds, und zwar so weit wie möglich analog zum Zeitplan von Gegenmaßnahmen bei Zahlungsrückständen gegenüber dem GRA.9 Das Direktorium beschloss zudem, die Transparenz hinsichtlich der Zahlungsrückstände zu erhöhen. Daher kam es überein, dass (1) Informationen über Zahlungsrückstände auf der IWF-Webseite veröffentlicht werden, wenn sie mehr als drei Monate überfällig gewesen sind (anstelle von sechs Monaten im Rahmen der vorherigen Politik), und dass (2) eine Presseerklärung anlässlich aller wesentlichen Maßnahmen des Direktoriums herausgegeben wird, die bestimmte Fälle von Zahlungsrückständen betreffen. Das Direktorium vereinbarte ebenfalls, dass Informationen über nicht erfüllte Rückkaufserwartungen nach drei Monaten auf der IWF-Webseite veröffentlicht werden.

Das Exekutivdirektorium führte mehrere Überprüfungen von überfälligen finanziellen Verpflichtungen von Mitgliedsländern gegenüber dem IWF während des Geschäftsjahres 2002 durch:

  • Bei der Überprüfung der überfälligen Verpflichtungen der Demokratischen Republik Kongo gegenüber dem IWF am 13. Juli 2001 begrüßte das Exekutivdirektorium die Absicht der Behörden, ein Stabsüberwachtes Programm durchzuführen und Anstrengungen zur Verbesserung der Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft zu unternehmen.

  • Das Direktorium überprüfte die überfälligen Verbindlichkeiten Liberias gegenüber dem IWF am 25. Februar 2002 und stellte fest, dass Liberia nicht angemessen bei der Lösung seiner überfälligen finanziellen Verbindlichkeiten mit dem IWF kooperiert hat, und zwar sowohl im Bereich der Politikumsetzung als auch bei den Zahlungen. Zudem nahm das Direktorium die Absicht des Geschäftsführenden Direktors zur Kenntnis, unverzüglich das Verfahren zur Suspendierung von Liberias Stimm- und anderen diesbezüglichen Rechten im IWF einzuleiten. Am 16. April 2002 vereinbarte das Direktorium, zu einem späteren Zeitpunkt die Beschwerde des Geschäftsführenden Direktors hinsichtlich der Aufhebung von Liberias Stimmrechten und den damit verbundenen Rechten im IWF zu erörtern.

  • Das Exekutivdirektorium überprüfte die überfälligen finanziellen Verpflichtungen Sudans am 24. November 2001 und brachte sein Bedauern zum Ausdruck über die Verzögerungen, die bei den monatlichen Zahlungen des Sudan an den IWF aufgetreten sind, sowie über die in der ersten Hälfte 2001 aufgetretenen Verfehlungen der im Rahmen des stabsüberwachten Programms gesetzten Ziele. Das Direktorium stellte jedoch fest, dass der Sudan von einem ungünstigen externen Umfeld betroffen war. Es erklärte, dass es bereit sei, den Antrag Sudans zu erörtern, im Rahmen eines neuen stabsüberwachten Programms die Höhe der Zahlungen an den IWF so anzupassen, dass sie die Zahlungsfähigkeit des Landes widerspiegeln.

  • Simbabwe wies zum ersten Mal am 14. Februar 2001 Zahlungsrückstände gegenüber dem IWF auf. Eine Beschwerde wurde am 15. Mai 2001 herausgegeben. Am 24. September 2001 wurde das Land für nicht länger berechtigt erklärt, die allgemeinen Mittel des IWF in Anspruch zu nehmen, und es wurde von der Liste der PRGF-berechtigten Länder entfernt. Das Exekutivdirektorium überprüfte die überfälligen finanziellen Verpflichtungen Simbabwes gegenüber dem IWF dreimal im Geschäftsjahr 2002 (am 8. Juni 2001, am 24. September 2001 und am 14. Dezember 2001). Bei der dritten Überprüfung bedauerte das Direktorium das anhaltende Versäumnis Simbabwes, seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem IWF zu erfüllen. Das Direktorium kam überein, die Anwendung weiterer Gegenmaßnahmen anlässlich der nächsten Überprüfung von Simbabwes Zahlungsrückständen gegenüber dem IWF zu erörtern.

Im Geschäftsjahr 2002 führte das Direktorium keine Überprüfungen der überfalligen finanziellen Verpflichtungen des Islamischen Staates Afghanistan, des Irak und Somalias durch.

Ende April 2002 waren die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Simbabwe, Somalia und der Sudan nach Artikel XXVI Abschnitt 2(a) nicht berechtigt, die allgemeinen Mittel des IWF in Anspruch zu nehmen. Erklärungen über mangelnde Kooperationsbereitschaft – ein weiterer Schritt im Rahmen der verstärkten kooperativen Strategie gegen Zahlungsrückstände – galten für die Demokratische Republik Kongo und für Liberia. Die Stimmrechte der Demokratischen Republik Kongo blieben suspendiert.

Zum 30. April 2002 betrug 1 SZR = 1,267706 US-$.

Darüber hinaus bestimmt die Quote auch das Stimmengewicht eines Landes im IWF, seinen Zugang zu IWF-Finanzierungen sowie seinen Anteil an SZR-Zuteilungen.

Änderungen beim PRGF-Treuhandfonds und beim PRGF-HIPC-Treuhandfonds, die im September 2001 gebilligt worden sind, sehen eine Übertragung von Subventionsmitteln vom PRGF-HIPC-Treuhnutfound aut das Subventionskonto des PRGF-Treuhandfonds vor, um die Fortsetzung der PRGF-Kreditvergabe zu subventionieren, nachdem die derzeit verfügbaren Subventionsmittel im PRGF-Treuhandfonds vollständig ausgeschöpft worden sind.

Wenn in einem Quartal das Kontoguthaben nicht ausreicht, um die Gebühr für alle Subventionsbegünstigten auf ein halbes Prozent auf Jahresbasis zu subventionieren, wird die Subvention für jeden Begünstigten so angepasst, dass der effektive subventionierte Gebührensatz für alle gleich möglichst nahe an ½% heranreicht.

Es gibt 16 zugelassene SZR-Inhaber: Afrikanische Entwicklungsbank, Afrikanischer Entwicklungsfonds, Arabischer Währungsfonds, Asiatische Entwicklungsbank, Bank der Zentralafrikanischen Staaten, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Europäische Zentralbank, Internationale Bank für Wiedcraulbau und Entwicklung, Internationale Entwicklungsorganisation, Internationaler Fonds für Landwirtschaftliche Entwicklung, Islamische Entwicklungsbank, Lateinamerikanischer Reservefonds, Nordische Investitionsbank, Ostafrikanische Entwicklungsbank, Ostkaribische Zentralbank sowie Zentralbank der Westafrikanischen Staaten. Letzter zugelassener Inhaber wurde die Europäische Zentralbank am 15. November 2000.

Nach dem Designationsverfahren können Länder, deren Zahlungsbilanz- und Reserveposition als ausreichend solide angesehen wird, im Fall einer Designation durch den IWF verpflichtet werden, bis zu einem festgelegten Betrag frei verwendbare Währungen im Tausch gegen SZR bereitzustellen. Wegen der bestehenden freiwilligen Vereinbarungen wurde das Designationsverfahren seit 1987 nicht mehr genutzt.

Der Rest von weniger als 3% entfällt auf die überfälligen Netto-SZR-Gebühren des Islamischen Staates Afghanistan und des Irak.

In einigen Fällen (Islamischer Staat Afghanistan, Irak, Demokratische Republik Kongo und Somalia) wurde die Anwendung von Gegenmaßnahmen aufgrund von Bürgerkriegen, des Fehlens einer arbeitsfähigen Regierung oder internationaler Sanktionen aufgeschoben oder ausgesetzt.

Eine vollständig parallele Behandlung von GRA- und PRGFZahlungsrückständen ist nicht möglich, da die Ersteren Verletzungen von Verpflichtungen im Rahmen des IWF-Übereinkommens sind und damit den Sanktionen nach Artikel XXVI unterliegen, was nicht für Zahlungsrückstände gegenüber der PRGF zutrifft.

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