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Technische Hilfe und Ausbildung

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
September 1996
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Der IWF hält ein breitgefächertes Angebot an technischer Hilfe und Ausbildungskursen vor Ort für seine Mitgliedsländer bereit, und zwar in den Berei-chen Geld- und Fiskalpolitik und den damit zusammenhängenden Bereichen Statistik, Recht und Informationstechnologie (siehe Schaubild 10). Ausbildungskurse und Seminare über makroökonomische Themen werden vom IWF-Institut auch am Hauptsitz des IWF abgehalten.

Wie bereits in den letzten Jahren, haben Volumen und Komplexität der technischen Hilfe des IWF weiter zugenommen. Der Ausschuß für Technische Hilfe trifft einige Male im Jahr zusammen, um der Geschäftsleitung des IWF Empfehlungen hinsichtlich der Prioritäten von Aktivitäten und der Ausarbeitung technischer Hilfsmaßnahmen zu unterbreiten. Der Ausschuß, der auch die technischen Hilfsaktivitäten der verschiedenen IWF-Abteilungen koordiniert, setzt sich aus Mitgliedern zusammen, die jeweils den technischen Hilfsabteilungen, Regionalabteilungen und den Abteilungen mit Unterstützungsfunktion entstammen.

Der IWF stellt technische Hilfe vor Ort bereit durch Entsendung von Mitarbeiter-Teams und durch die Abstellung kurz- und langfristiger Berater. Am Hauptsitz des Fonds und gelegentlich in Mitgliedsländern halten das IWF-Institut und die technischen Hilfsabteilungen Kurse und Seminare ab. Durch das Joint Vienna Institute, das vom Fonds in Zusammenarbeit mit vier anderen internationalen Organisationen verwaltet wird, stellt der Fonds Beamten aus Transformationsländern mit Hilfe von Kursen und Seminaren, die das IWFInstitut ausrichtet, Ausbildungsdienste bereit.

Zusätzlich zu seinen eigenen für technische Hilfe und Ausbildung im Budget vorgesehenen Ressourcen verwaltet der IWF Finanzierungsmittel, die von Regierungen seiner Mitgliedsländer und anderen multilateralen und bilateralen Institutionen bereitgestellt werden; dazu zählen insbesondere die Regierung von Japan, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die Europäische Union (siehe Tabelle 44). Im April 1995 richtete der IWF das Rahmenkonto für Technische Hilfe ein zum Empfang von Beitragsleistungen von Regierungen der Mitgliedsländer und anderen Organisationen, die an der Finanzierung technischer Hilfe interessiert sind (siehe Jahresbericht 1995, Anhang V, Seite 205/206). Das IWF-Sekretariat für Technische Hilfe, das dem Ausschuß für Technische Hilfe untersteht, koordiniert die Verwaltung der externen Finanzierungsmittel und trifft mit Geldgebern und Vertretern von Mitgliedsländern zusammen, um mögliche Bereiche von gemeinsamem Interesse zu erörtern.

Tabelle 44Bereitstellung Technischer Hilfe(in Arbeitsjahren)
1992/931993/941994/951995/96
IWF-Budget für technische Hilfe188,8194,0220,0211,4
IWF-Mitarbeiter90,0100,9115,7108,6
In der Zentrale tätige Berater21,220,522,123,5
Sachverständige77,672,682,379,3
Ressourcen der technischen Hilfe von außerhalb des IWF55,068,680,597,5
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen28,919,316,625,0
Japan20,340,151,465,0
Sonstige5,89,212,47,5
Gesamtressourcen der technischen Hilfe243,8262,6300,6309,0
Insgesamt bereitgestellte Ressourcen, nach Abteilungen
Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik96,8105,7138,1137,3
Abteilung Fiskalpolitik82,594,895,199,8
Abteilung Statistik40,535,537,939,2
IWF-Institut11,213,014,614,0
Abteilung Recht7,77,57,911,0
Sonstige5,06,07,07,7
Regionale Verwendung nach Abteilungen, insgesamt242,9243,3271,1280,1
Abteilung Afrika71,063,860,662,4
Abteilung Zentralasien24,625,627,727,5
Abteilung Europa I24,324,627,824,4
Abteilung Europa II60,265,979,373,5
Abteilung Nahost10,611,516,923,4
Abteilung Südostasien und Pazifik17,815,623,625,0
Abteilung Westliche Hemisphäre34,430,927,432,3
Interregionale Verwendung5,47,911,7
Nicht-regionale Verwendung0,919,329,628,9
Gesamtressourcen der technischen Hilfe243,8262,6300,6309,0

Um Doppelarbeit zu vermeiden und zu gewährleisten, daß die einem Land bereitgestellte technische Hilfe gut mit jener anderer Geldgeber, die in gleichen Bereichen tätig sind, integriert ist, stimmt sich der Fonds so eng wie möglich mit anderen technischen Hilfsdiensten ab. Außer der Koordinierung vor Ort werden geplante technische Hilfsaktivitäten häufig auch bei Treffen von Konsultativgruppen oder “Roundtables” erörtert.

Mit dem weltweit fortschreitenden Übergang der Volkswirtschaften zur Marktwirtschaft und der zunehmenden elektronischen Vernetzung der Länder mit den Weltkapital- und -finanzmärkten, mit dem Bemühen der Länder, ihre Haushalte auszugleichen und ihre Auslandsschulden und internationalen Währungsreserven besser zu verwalten, und schließlich mit der Beendigung langwieriger Zivilunruhen und der darauf folgenden Aufgabe der Länder, ihre Hauptinstitutionen wieder aufzubauen, haben die Anträge auf technische Hilfe und Ausbildung des IWF stetig zugenommen. 1994/95 und 1995/96 machten technische Hilfe und Ausbildung jeweils ungefähr 15 % der gesamten Verwaltungsausgaben des IWF aus (siehe Anhang IX).

Im Februar 1994 fand im Direktorium die jüngste Überprüfung der technischen Hilfsaktivitäten des IWF statt. Dabei wurde auch auf die Kriterien und Prioritäten bei der Bereitstellung technischer Hilfe eingegangen (siehe Jahresbericht 1994, Seite 152-154). In den folgenden Abschnitten werden die von den einzelnen Abteilungen des Fonds bereitgestellten technischen Hilfs- und Fortbildungsdienste beschrieben.

Schaubild 10Zusammensetzung der technischen Hilfe

(in Prozent der insgesamt bereitgestellten Arbeitsjahre)

IWF-Institut

Das IWF-Institut ist sowohl für die Koordinierung der Ausbildung von Regierungsbeamten von Mitgliedsländern verantwortlich als auch für die im Zusammenhang mit der Ausbildung erforderlichen Vorbereitungen. Das Institut nimmt diese Verantwortung wahr, indem es Kurse am Hauptsitz des IWF und im Joint Vienna Institute in Österreich (für Volkswirtschaften im Systemwandel) sowie weltweit in nationalen oder regionalen Zentren abhält. Ferner entsendet das Institut Lehrkräfte an andere Ausbildungsinstitute in Mitgliedsländern oder regionalen öffentlichen Dienststellen; handhabt die Ausgestaltung und Verwaltung von Stipendienprogrammen für jüngere Regierungsbeamte aus Transformationsländern in Asien sowie ein weiterführendes Stipendienprogramm für Doktoranden an nordamerikanischen Universitäten; und arrangiert Informationsgespräche für Gruppen offizieller Besucher aus Mitgliedsländern mit relevanten IWF-Abteilungen am Hauptsitz des Fonds und wirtschaftspolitische “Roundtables” für hochrangige Beamte. Vor kurzem hat das Institut angefangen, sich stärker an der Bereitstellung von Ausbildungsdiensten für IWFÖkonomen in Washington zu beteiligen, um deren Wissen auf den neuesten Stand zu bringen.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 1995/96 trainierte das Institut etwa 696 Personen in 16 Kursen und fünf Seminaren am Hauptsitz des Fonds und 569 Personen in drei Kursen und 18 Seminaren im Joint Vienna Institute. Außer den vom Mitarbeiterstab des Instituts abgehaltenen Kursen und Seminaren richteten auch die fondsinternen Abteilungen Fiskalpolitik, Recht, Geld- und Wechselkurspolitik, Politikentwicklung und -Überprüfung, Forschung und Statistik in Zusammenarbeit mit dem Institut Kurse und Seminare aus.

Zusätzlich zu Kursen in Finanzprogrammierung und -politik, Techniken der Finanzanalyse und - Programmierung sowie Außenwirtschaftspolitik, die gewöhnlich vom Institut am Hauptsitz des Fonds angeboten werden, gab es eine große Auswahl an Sonderkursen in öffentlichen Finanzen und verschiedenen Bereichen makroökonomischer Statistik. Zwei neue Kurse - einer über volkswirtschaftliche Gesamtrechnungsstatistik und ein weiterer über Geld- und Wechselkursoperationen - wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr eingeführt. Im Joint Vienna Institute wurden neben den traditionellen Kursen über makroökonomische Analyse und Politik viele verschiedenartige Sonderseminare abgehalten, und zwar über fiskalpolitische Themen, Zentralbankwesen, Statistik, Finanzmärkte und Finanzwesen für Rechtsanwälte.

Das Programm für hohe Beamte, das 1995/96 in der Zentrale des IWF abgehalten wurde, umfaßte ein Seminar über die Auswirkungen internationaler Kapitalströme für die Wirtschafts- und Finanzpolitik, ein Seminar für leitende Beamte aus Übergangsländern sowie Orientierungsseminare über die Arbeit des IWF für leitende Beamte aus Brunei Darussalam, Westjordanland und dem Gazastreifen.

Einen immer wichtigeren Platz im Ausbildungsprogramm des Instituts haben die Aktivitäten in Übersee eingenommen. Diese bestehen aus verhältnismäßig kurzen Lehrgängen, die sich in erster Linie auf Finanzanalyse und -Programmierung beziehen. Ferner arrangierten die Mitarbeiter des Instituts Seminare für leitende Beamte in nationalen oder regionalen Zentren. 1995/96 wurden etwa 37 Kurse und Seminare auf höchster Ebene für 1 115 Teilnehmer abgehalten. Bei seinen Ausbildungsbemühungen in Übersee achtete das Institut weiterhin ganz besonders auf die Bedürfnisse von Beamten aus den Transformationsländern.

Während des Geschäftsjahres arbeitete das Institut nach wie vor mit Gouverneuren von Zentralbanken des östlichen und südlichen Afrika an der Einrichtung eines regionalen Ausbildungszentrums zusammen. Ein neues regionales Institut, das Institut des Östlichen und Südlichen Afrika für Wirtschafts- und Finanzverwaltung (Macroeconomic and Financial Management Institute of Eastern and Southern Africa) wurde als Testprojekt im April 1996 eingeweiht, indem das Mandat der in Harare (Simbabwe) ansässigen Initiative des Östlichen und Südlichen Afrika für Schulden- und Reservenverwaltung erweitert wurde. Das Institut arbeitet auch an der Eröffnung einer ähnlichen Ausbildungsanstalt für französisch sprechende Länder in Westafrika.

Die Kosten der Ausbildung im Währungsfonds werden vollständig vom IWF getragen. Für die wachsende Anzahl seiner anderen Aktivitäten, insbesondere der Ausbildungsprogramme in Übersee, hat das Institut um Ko-Finanzierung und andere Arten der Finanzhilfe von anderen Organisationen nachgesucht. 1995/96 erhielt das Institut Unterstützung von der Europäischen Union und von mehreren IWF-Mitgliedsländern, darunter Frankreich und Japan. Ferner wurden viele Programme in Zusammenarbeit mit dem Arabischen Währungsfonds, der Islamischen Entwicklungsbank, dem UNDP und der Weltbank veranstaltet, die dafür auch Finanzhilfe und andere Unterstützung zur Verfugung stellten. Die von den japanischen Behörden bereitgestellte Finanzhilfe ermöglichte es dem Institut, regionale Kurse und Seminare in Asien abzuhalten und an der Verbesserung der Ausbildung junger Beamter aus Transformationsländern in jenem Teil der Welt mitzuwirken. Das Japan/IWF-Stipendienprogramm für Asien gibt jungen Beamten die Gelegenheit, in Japan oder Austra-lien zu studieren. Mit Hilfe der japanischen Finanzierungsmittel konnte das Institut an der Shanghai-Universität für Finanzwesen und Wirtschaftswissenschaft einen Einfuhrungskurs einrichten, um Regierungsbeamte aus asiatischen Transformationsländern auf das Stipendienprogramm und die Ausbildung im Joint Vienna Institute vorzubereiten. Australien hat den Teilnehmern des Stipendienprogramms Beihilfe an der Australischen Nationaluniversität gewährt. Überdies haben Australien, Hongkong, Korea, Malaysia und Neuseeland die Ausbildung im Rahmen des Stipendienprogramms dadurch unterstützt, daß sie für Absolventen des Programms Praktikantenstellen bei ihren Landesbehörden verfügbar machten.

Gemeinsam mit der Forschungsabteilung war das Institut für die Veranstaltung einer Reihe von Seminaren über aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Themen verantwortlich, und zwar im Rahmen eines fondsinternen Ausbildungsprogramms für Ökonomen.

1995/96 wurden neun interne Ausbildungsprogramme für IWF-Ökonomen veranstaltet mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 650. Im späteren Verlauf des Geschäftsjahres wurde das Institut mit der Aufgabe betraut, ab Anfang des Geschäftsjahres 1996/97 ein erheblich umfangreicheres internes Ausbildungsprogramm in Wirtschaftswissenschaft durchzufuhren.

Für offizielle Besucher beim IWF arrangierte der Mitarbeiterstab des Instituts Informationsgespräche über vielfältige Themen, wie beispielsweise den strukturellen Aufbau und die Operationen des Fonds, Devisenverwaltung und wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen. 1995/96 arrangierte das Institut 28 solcher Informationsgespräche für 370 Regierungsbeamte. Mitarbeiter des Instituts veranstalteten auch ein Sonderseminar für leitende Beamte der Weltbank, um sie über Geschäftspolitik und Verfahren des IWF zu unterrichten. Ein einwöchiger Lehrgang wurde für das Ausbildungsinstitut des Diplomatischen Dienstes in den USA (U.S. Foreign service Institute) abgehalten.

Abteilung Fiskalpolitik

1995/96 ist das gesamte technische Hilfsprogramm der Abteilung Fiskalpolitik um rund 8 % gewachsen. Das Programm blieb sowohl geographisch als auch im Hinblick auf die verschiedenen Fiskalbereiche breit gestreut. Auslandsfinanzierung spielte bei der Bereitstellung technischer Hilfe durch die Abteilung nach wie vor eine wichtige Rolle.

Die Nachfrage nach technischer Hilfe im Fiskalbe-reich ließ einen Aufwärtstrend erkennen. Insgesamt wurden für 111 (Vorjahr: 107) Mitgliedsländer etwa 103 (Vorjahr: 95) Arbeitsjahre an technischen Hilfsleistungen bereitgestellt. Von diesen Gesamtleistungen entfiel ein größerer Anteil auf Afrika, die baltischen Länder, Rußland und andere Länder der ehemaligen Sowjetunion, wie auch auf die Länder des Nahen Ostens und der Westlichen Hemisphäre. Der Löwenanteil der Afrika, den baltischen Staaten, Rußland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion gewidmeten technischen Hilfe entfiel auf neue und laufende institutionsaufbauende Projekte in den Bereichen Steuerverwaltung und Verwaltung der öffentlichen Ausgaben. Öfter als im Vorjahr wurden Mitarbeiter-teams in die Länder des Nahen Ostens und der West-lichen Hemisphäre entsandt, und es gab auch mehr kurzfristige Abstellungen von Sachverständigen in diese Länder.

Wie bereits in früheren Jahren, hat die Abteilung 1995/96 technische Hilfe hauptsächlich in den Bereichen Zollverwaltung und Verwaltung der öffentli-chen Ausgaben geleistet. In diesen Bereichen können ortsansässige Experten den Hilfsauftrag besonders wirksam erfüllen. Für die Verwaltung öffentlicher Ausgaben wurde etwa ein Drittel der technischen Hilfsressourcen der Abteilung eingesetzt; Steuer- und Zollverwaltung absorbierten fast 45 % dieser Ressourcen, wobei hier im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme (um fast ein Drittel) eintrat. Aktiv blieb die Abteilung auch in der wirtschaftspolitischen Beratung. Technische Hilfe im Bereich Steuerpolitik nahm geringfügig zu, während sie bei der makroökonomischen Finanzverwaltung gegenüber dem Vorjahr um nahezu das Fünffache stieg. Die politische Beratung im Bereich soziale Sicherheitsnetze beanspruchte etwa den glei-chen Betrag an Finanzhilfe wie im Vorjahr, während der fiskalische Föderalismus etwas höhere Finanzhilfe benötigte.

Angesichts der nur begrenzt verfügbaren Finanzhilfe wurde jeder Antrag auf technische Hilfe sorgfältig auf seine Verdienste hin überprüft. Die Prioritäten mußten streng eingehalten werden, damit entschieden werden konnte, welchen Anträgen stattzugeben war. Bei der Bereitstellung technischer Hilfe griff die Abtei-lung zwangsläufig nicht nur stark auf IWF-Mitarbeiter zurück, sondern auch auf externe fiskalpolitische Experten, die auf einer von der Abteilung unterhaltenen Liste von Hunderten von fiskalpolitischen Sachverständigen stehen, die aus verschiedenen Finanzministerien (oft im Wege der Abordnung) und Universitäten rekrutiert wurden. 1995/96 setzte die Abteilung 242 kurz- und langfristig abgestellte Experten ein, die 281 Reisen in die verschiedenen Länder unternahmen. Eine starke Zunahme wurde verzeichnet bei der Bereitstellung längerfristiger Abstellungen von Experten (Sachverständige, die einen Auftrag von sechs oder mehr Monaten vor Ort übernehmen). Die meisten dieser Aufträge fielen in die Bereiche Steuer- und Zollverwaltung und Verwaltung der öffentlichen Ausgaben. Die IWF-Stabsangehörigen arbeiteten gewöhnlich Strategien und Aktionspläne für die Modernisierung der Steuer-, Zoll- und Haushaltssysteme aus, die die ortsansässigen Experten dann halfen, in die Praxis umzusetzen. Beispielsweise wurden ein Versuchsprojekt für die Umstellung der Steuerverwaltung auf Computerverfahren in der Ukraine und ein Schatzamt Modernisierungsprojekt in Litauen im Laufe des Geschäftsjahres erfolgreich zum Abschluß gebracht.

Nur dadurch, daß beträchtliche externe finanzielle Unterstützung verfügbar war, konnte die Abteilung der Nachfrage nach technischer Hilfe entsprechen und ihre diesbezüglichen Leistungen erhöhen. Externe Gelder finanzierten fast 75 % aller externen fiskalpolitischen Experten, sowohl in kurz- als auch langfristigen Abstellungen. Die größte einzelne externe Geldquelle war die Regierung von Japan (über das für die Beiträge Japans verwaltete Treuhandkonto zur technischen Hilfe des Fonds). Gelder zur Finanzierung externer Sachverständiger wurden auch von dem UNDP, der Welt-bank und der Europäischen Union bereitgestellt. In einigen Fällen leisteten Länder, an die die Abteilung einen Sachverständigen langfristig abgestellt hatte, Beiträge zur Bestreitung der Kosten. Infolge der externen Finanzierungsmittel konnte die Abteilung im Vergleich zum Vorjahr fünf Arbeitsjahre mehr an sachverständigen Hilfsleistungen bereitstellen.

1995/96 bewies die Abteilung, daß sie trotz begrenzter Ressourcen rasch auf Notfälle zu reagieren imstande ist. So griff sie Bosnien-Herzegowina, Haiti sowie Westjordanland und dem Gazastreifen u.a. schnell mit technischer Hilfe unter die Arme. Überdies war die Abteilung in der Lage, hochprioritären Anträgen auf Politikberatung kurzfristig zu entsprechen; dazu gehörten Beratung in fiskalischem Föderalismus (Finanzbeziehungen zwischen der Zentralregierung und den übrigen Gebietskörperschaften) in Kolum-bien und Äthiopien; Beratung in sozialen Sicherheitsnetzen und makroökonomischer Finanzverwaltung in ehemals sozialistischen Ländern wie Litauen und Moldau; Beratung der Länder Bosnien-Herzegowina, Mexiko, Pakistan und Rußland in Steuerpolitik; und Beratung Indiens in Verwaltung der öffentlichen Ausgaben.

Darüber hinaus stellte die Abteilung Regierungsbeamten von Mitgliedsländern über Seminare und spezifische Lehrgänge weiterhin Spezialausbildung im Fiskalbereich zur Verfügung. Mitarbeiter und Berater der Abteilung reisten nach Brasilien, China, Indien, Vietnam, ins Westjordanland und in den Gazastreifen sowie nach mehreren afrikanischen Ländern, um bei Seminaren Vorträge über verschiedene Fiskalfragen zu halten. Auch aus China kamen Delegationen an den Hauptsitz des IWF, um an Lehrgängen in Steuerwesen und Verwaltung öffentlicher Ausgaben teilzunehmen.

Abteilung Recht

Während des Geschäftsjahres 1995/96 gewährte die Abteilung Recht technische Unterstützung im Zentralund Geschäftsbankenrecht sowie in den Bereichen Devisenrecht, Finanzrecht und Konkursrecht. Die technische Hilfe widmete sich dabei dem Entwurf von Gesetzes vorlagen, der Kommentierung behördlicherseits in Mitgliedsländern ausgearbeiteter Gesetzesentwürfe, dem Entwurf von Durchführungsbestimmungen und sonstiger rechtlicher Beratung. Diese Unterstützung kam vielfach solchen Mitgliedern zugute, die sich im Übergang von einer zentral verwalteten zu einer marktorientierten Wirtschaft befinden und Rat einholen wollen, um einen angemessenen rechtlichen Rahmen für eine solide Fiskalstruktur, moderne Institutionen des Finanzsektors und marktbezogene Finanztransaktionen zu schaffen.

Bei dieser Unterstützung handelte es sich oft darum, Gesetze abzuändern, die in einem frühen Stadium der Übergangsperiode des betreffenden Landes verabschiedet worden waren und sich später als ungenügend herausstellten. In mehreren Fällen betraf die Überarbei- tung Wirtschaftsprogramme, die vom IWF unterstützt werden. Durch Erörterungen während der Beratung und durch Lehrgänge und Seminare darunter erstmals ein Seminar für Juristen im Joint Vienna Institute - half die Abteilung, bei den Beamten der verschiedenen Regierungen die entsprechenden Fähigkeiten heranzubilden. Eine Reihe von Gesetzentwürfen, die hauptsächlich von der Rechtsabteilung abgefaßt worden waren, erlangten Gesetzeskraft. Die Reisen von Mitarbeiterteams in Mitglieds- länder nahmen weiter zu. Im Verlauf des Geschäftsjahres nahm die Abteilung Recht an 70 Missionen in insgesamt 44 Mitgliedsländern teil.

Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik

Während des Geschäftsjahres 1995/96 unterhielt die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik ein reges technisches Hilfsprogramm von Missionen, Seminaren, Workshops und Abstellungen von Experten und erweiterte gleichzeitig ihre Rolle bei der Koordinierung technischer Hilfe mit anderen Organisationen. Die technische Beratungshilfe konzentrierte sich hauptsächlich auf Regulierung, Aufsicht und Umstrukturie-rung von Banken, Devisenverwaltung und -geschäfte, organisatorischen Aufbau und Verwaltung von Zentralbanken, Rechnungslegung von Zentralbanken, Clearing- und Zahlungsausgleichssysteme, monetäre Operationen und Geldmarktentwicklung, monetäre Analyse und Forschung. Ergänzt wurde die von den Mitarbeitern der Abteilung geleistete technische Hilfe noch von fast 28 Arbeitsjahren an kurzfristigen und 70 Arbeitsjahren an langfristigen Abstellungen von Experten.

Bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten richtete die Abteilung 148 Missionen aus (92 davon umfassende, länder-spezifische Beratungen); sie stellte technische Hilfe in Form von zwölf Workshops zur Verfugung und veranlaßte 510 kurzfristige Abstellungen von Experten; überdies beaufsichtigte sie 97 langfristige Abstellungen von Experten mit zeitweiligem Wohnort in 58 Ländern. Technische Hilfe wurde allen Regionen der IWF-Mitgliedsländer zuteil, jedoch setzte die Abteilung ihre Hilfsanstrengungen in einigen Ländern Mittel- und Osteuropas, den baltischen Ländern, Ruß-land und anderen Ländern der ehemaligen Sowjet-union in umfassender Weise fort. Auf diese letztgenannte Ländergruppe entfielen rund 30 % aller Beratungsbesuche, fast 75 % der Workshops und etwa 48 % aller kurzfristigen Abstellungen von Experten. Auf Mittel- und Osteuropa entfielen rund 12 % der Beratungsbesuche und 12 % der kurzfristigen Abstellungen von Experten. Die meisten langfristigen Abstellungen von Sachverständigen - mehr als 29 % - kamen Afrika zugute.

Die Abteilung fuhr fort - für ein drittes Jahr - themenspezifische Workshops für technische Hilfe zu veranstalten. Die meisten davon waren für die baltischen Länder, Rußland und die anderen Länder der ehemaligen Sowjetunion bestimmt. Die Kombination von technischer Hilfe und der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten im interaktiven Lernumfeld des Workshop-Rahmens, wo der Nachdruck auf konkrete Fragen aus dem Politik- und operationellen Bereich gelegt wird, bot in höherem Maße Gelegenheit zu einem befruchtenden Austausch von Gedanken und Strategien, wodurch wiederum die Umsetzung der späteren Reformen erleichtert wurde. Mit den Work-shops wurde auch die Absicht verfolgt, durch die Weiterbildung den Teilnehmern Fähigkeiten zu vermitteln mit dem Ziel, die Wirksamkeit der technischen Hilfe zu erhöhen.

Die Abteilung spielt bei den technischen Hilfsleistungen im Zentralbankwesen weiterhin eine bedeutende Rolle als Katalysator und Koordinator. Diese Rolle wissen Leistungsgeber und -empfänger gleichermaßen zu schätzen. In diesem Bereich arbeitet die Abteilung eng mit kooperierenden Zentralbanken und anderen multilateralen und bilateralen Institutionen zusammen. So ist die Abteilung beispielsweise Mitvorsitzender des Internationalen Lenkungsausschusses über die Reform des Zahlungssystems in Rußland. Über diesen Ausschuß wird die technische Hilfe im Bereich der Zahlungssystem-Reform mobilisiert und koordiniert. In gleicher Weise koordiniert die Abtei-lung mit Hilfe von zehn kooperierenden Zentralbanken und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ein von der Europäischen Union finanziertes Ausbildungsprojekt für die russische Noten-bank. In anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion werden wahrscheinlich ähnliche Projekte durchgeführt werden. Das technische Hilfsprogramm der Abteilung wird durch die Bereitstellung externer Finanzierung seitens des für die Beiträge Japans verwalteten Treuhandkontos zur technischen Hilfe des Fonds, des UNDP, der Europäischen Union und anderer Quellen noch verstärkt.

Bei der Integrierung der Analyse-, Überprüfungsund Zuständigkeitsfunktionen der Abteilung in ihre technischen Hilfsaktivitäten wurden 1995/96 weiterhin Fortschritte gemacht. Die Abteilung koordinierte ihre Bemühungen, um sicherzustellen, daß die Mitglieder die Zuständigkeit des IWF für die Wechselkurssysteme beachten. In Zusammenarbeit mit anderen fondsinternen Abteilungen gab sie Rat über technische Aspekte der Wechselkursregelungen verschiedener Länder und über Fragen, die den Übergang zur Übernahme der Verpflichtungen nach Artikel VIII des IWFÜbereinkommens und volle Währungskonvertibilität betreffen. Ferner ist die Abteilung in den Überprüfungsprozeß des IWF eingespannt. Im Verlauf des Geschäftsjahres überprüfte sie alle Länderberichte und Informationsgespräche über Konsultationen nach Artikel IV sowie die Verwendung der Fondsressourcen aus der Perspektive der strukturellen und institutionellen Aspekte der Geld- und Wechselkurspolitik.

Abteilung Statistik

Die Abteilung Statistik entsandte 1995/96 159 Missionen (sieben davon multisektoraler Art) in 81 Länder. Damit erreichten die technischen Hilfsleistungen einen neuen Höhepunkt; 1993/94 waren es 148 und 1994/95 142 Missionen gewesen.

Wie schon in den letzten Jahren, kamen im Umfang und der Zusammensetzung des technischen Hilfsprogramms der Abteilung deren Bemühungen zum Ausdruck, einerseits das hohe Volumen der Hilfsleistungen an die im Systemwandel begriffenen Länder aufrechtzuerhalten und andererseits den Bedürfnissen der Länder in anderen Regionen zu entsprechen. Die technischen Hilfsleistungen an Transformationsländer gingen 1995/96 weiter zurück, nachdem sie begonnen hatten, ihren Zweck zu erfüllen. 1995/96 floß etwa ein Drittel der Hilfsleistungen der Abteilung Statistik in die Länder Mittel- und Osteuropas, die baltischen Länder, Rußland und andere Länder der ehemaligen Sowjetunion, verglichen mit fast 50 % 1994/95.

Wie bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr, waren auch 1995/96 nur zwei der nach Transformationsländern entsandten Missionen multisektoraler Art. Darin spiegelte sich die Notwendigkeit weiterer Arbeit in ganz spezifischen statistischen Bereichen wider. Die im Berichtsjahr in diese Länder entsandten Missionen konzentrierten ihre technische Hilfe deshalb darauf, die Fähigkeit dieser Länder zur Erstellung gesamtwirtschaftlicher Statistiken nach internationalem Gebrauch zu verbessern. Solche technische Beihilfe erforderte 1995/96 62 Reisen von IWF-Mitarbeitern, am Hauptsitz stationierten Beratern und externen Sachverständigen im Verlauf von 49 Missionen. Demgegenüber waren 1994/95 100 Reisen im Verlauf von 66 Missionen erfolgt. Ein wichtiger Bestandteil des Programms der Abtei-lung Statistik in den baltischen Ländern, Rußland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion war 1995/96 - wie bereits in den letzten Jahren - die langfristige Stationierung multisektoraler statistischer Berater in bestimmten Ländern. Die multisektoralen statistischen Berater für die baltischen Länder, Rußland und die Ukraine beendeten im Verlauf des Jahres 1995/96 ein zweites Jahr an den ihnen zugewiesenen Stellen, während der multisektorale statistische Berater für Kasachstan seinen Einjahresauftrag zum Abschluß brachte. Diese Stellen werden 1996/97 mit neu ernannten Beratern weiter bestehen. Neue Stellen für multisektorale statistische Berater wurden auch in Belarus und der Kirgisischen Republik eingerichtet und werden Anfang 1996/97 ihre Arbeit aufnehmen. Eine neue Initiative bei der Bereitstellung technischer Hilfe an diese Länder war 1995/96 die Ernennung regionaler statistischer Berater, die einer ausgewählten Gruppe von Ländern fortlaufend technische Hilfe in ganz bestimmten Statistikbereichen zukommen lassen. Ein regionaler Berater im Bereich Zahlungsbilanzstatistik für Armenien, Georgien und Moldau trat seine auf ein Jahr befristete Stellung im April 1995 an. Ein für die Region Kirgisische Republik und Turkmenistan vorgesehener Berater dürfte seine Stellung in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 1996/97 antreten.

Der Lenkungsausschuß für die Koordinierung technischer Hilfe im Statistikbereich an die baltischen Länder, Rußland und andere Länder der ehemaligen Sowjetunion setzte 1995/96 seine Arbeit fort. Der Ausschuß traf jeweils im Juni und November 1995 und im April 1996 zu einer Sitzung zusammen. Der IWF stellte dem Ausschuß weiterhin technische Unterstützung zur Verfügung und fungierte als Schwerpunktsinstanz für Statistiken der Zahlungsbilanz, der monetären Konten, der öffentlichen Finanzen und der Verbraucherpreise. Der IWF ist für die Verwaltung der Datenbasis des Lenkungsausschusses verantwortlich, die der Fonds 1993 als eine dem “OECD Register” angeschlossene Datenbank entwickelt hat. Diese Datenbank ermöglicht interaktiven Zugang zu den technischen Hilfsaktivitäten im Statistikbereich, die von den Ausschußmitgliedern, anderen internationalen Organisationen oder bilateralen öffentlichen Stellen entweder abgeschlossen wurden oder ins Auge gefaßt sind. Dadurch wird die Planung technischer Hilfe erleichtert und Doppelarbeit vermieden.

Neben der Bereitstellung von Anschlußleistungen in technischer Hilfe an die Übergangsländer erhöhte die Abteilung das Volumen ihrer Hilfsleistungen an andere Mitgliedsländer erheblich, insbesondere an solche Länder, die entweder Fondsressourcen beanspruchten oder eine solche Inanspruchnahme vorhatten oder deren statistische Infrastruktur sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befand. Die Anzahl der in diese Länder entsandten Missionen stieg von 76 1994/95 auf 110 1995/96; sie waren mit 156 bzw. 170 Reisen verbunden. Nach wie vor wurde technische Hilfe auch durch die Teilnahme von Mitarbeitern der Abteilung Statistik an Missionen anderer Abteilungen bereitgestellt; im Berichtsjahr waren es elf.

Wie in den vorangegangen Jahren, konzentrierten sich die technischen Hilfsaktivitäten der Abteilung weiterhin auf die Statistikbereiche Geld, Zahlungsbilanz und öffentliche Finanzen; darauf entfielen 1995/96 etwa 60 % der von der Abteilung insgesamt gewährten technischen Hilfe. Ferner richtete die Abteilung - zum Teil in Reaktion auf die operationeilen Bedürfnisse des IWF - 51 Missionen aus, die Verbraucher- und Erzeugerpreise sowie die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Außenhandelsstatistiken betrafen; 18 dieser Missionen wurden nach mittel- und osteuropäischen Ländern, den baltischen Ländern, Rußland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion entsandt. Dieser Bereich der statistischen technischen Hilfe hat sich in den letzten Jahren weiter vergrößert.

Bei der Bereitstellung technischer Hilfe während des Geschäftsjahres wurden für kurz- wie langfristige Abstellungen häufiger externe Sachverständige eingesetzt. Im Verlauf des Geschäftsjahres waren 86 Abstellungen von Beratern im Gange; davon 16 langfristige. Rund 30 % der Einsätze, für die solche Experten verwendet wurden - 16 kurz- und neun langfristige, wurden aus Mitteln finanziert, welche dem IWF durch die japanische Regierung im Rahmen des für die Beiträge Japans verwalteten Treuhandkontos zur technischen Hilfe des Fonds verfügbar gemacht werden, und zehn Einsätze fünf kurz- und fünf langfristige - im Rahmen der Vereinbarung, nach der der IWF als ausführende Instanz für UNDP-Programme auftritt.

Die Abteilung bot 1995/96 weiterhin Statistikern aus den statistischen Landesämtern Ausbildung in statistischer Methodologie und deren praktischer Anwen-dung an, und zwar durch Lehrgänge am IWF-Institut (im Währungsfonds) und am Joint Vienna Institute. Gegen Ende des Jahres 1995 bot die Abteilung erstmals einen Lehrgang in volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungsstatistik am Hauptsitz an.

Das Ausbildungsprogramm der Abteilung vergrößerte sich 1995/96 erheblich durch die Bereitstel-lung von Seminaren auf Regional- und Landesebene; mehrere Seminare wurden aus den Ressourcen des für die Beiträge Japans verwalteten Treuhandkontos zur technischen Hilfe des Fonds finanziert. Die Abteilung veranstaltete fünf regionale Seminare in Geld-, Bankund Zahlungsbilanzstatistik für Landesvertreter aus Asien und dem pazifischen Raum, Vertreter des Arabischen Währungsfonds und für Mitglieder der Ostkaribischen Zentralbank. Ein Seminar über vierteljährliche volkswirtschaftliche Gesamtrechnungsstatistik wurde in Moskau ausgerichtet, und zwar in Zusammenarbeit mit der OECD. Teilnehmer waren Regierungsbeamte aus den baltischen Ländern, Rußland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Vier Seminare für chinesische Regierungsbeamte wurden während des Geschäftsjahres in China abgehalten - zwei über Geldund Kreditstatistik und zwei über Zahlungsbilanzstatistik. Über Studienreisen, die mit der Reserve Bank of Australia, dem australischen Statistischen Amt, dem Finanzministerium von Singapur sowie der Bank von Thailand arrangiert wurden, empfingen mehrere chinesische Beamte weitere Ausbildung in Geld- und Kreditstatistik und Statistik der öffentlichen Finanzen.

Abteilung Finanzen

Die Abteilung Finanzen gewährt Mitgliedsländern technische Hilfe bei der Einrichtung und Führung von IWF-Konten, der Wissensvermittlung über den finanziellen Aufbau und die finanziellen Operationen des Fonds sowie bei Angelegenheiten, die Transaktionen zwischen den Mitgliedern und dem Fonds betreffen, einschließlich der Einzahlung von Quotensubskriptionen. Diese Art von technischer Hilfe hat in den letzten Jahren zugenommen, hauptsächlich infolge der Bedürfnisse neuer IWF-Mitgliedsländer. Mitarbeiter der Abteilung Finanzen nahmen 1995/96 an einer Reihe technischer Beistandsmissionen teil, u. a. in Armenien, Dschibuti, Sambia und Tadschikistan. Ein Mitarbeiter der Abteilung besuchte die Afrikanische Entwicklungs-bank, die SZR als Basis für ihre Rechnungseinheit benutzt, um Ratschläge in den Bereichen Finanzaufbau, Finanzoperationen und Finanzkontrollen zu geben. Für offizielle Besucher aus Mitgliedsländern gab es Ausbildungskurse und Informationsgespräche über Operationen und Rechnungslegung des IWF. Für neue Mitgliedsländer wurden überdies mehrere Aide-memoire über Angelegenheiten des Rechnungswesens verfaßt und darüber, wie der IWF-Posten in der Zentralbankbilanz auszuweisen ist. Ehe Sachverständige, die sich vertraglich zur Arbeit für den IWF verpflichtet hatten, ihre Stellungen antraten, führten Mitarbeiter der Abteilung mit ihnen Informationsgespräche über die finanziellen Operationen und Transaktionen des IWF.

Büro Elektronischer Datenverarbeitungsdienst

Im Jahre 1995/96 stellte das Büro Elektronischer Datenverabeitungsdienst zwölf Mitgliedsländern technische Hilfsmissionen zur Modernisierung der Computersysteme ihrer Zentralbanken, Finanzministerien und statistischen Ämter bereit. Aufgrund eines begrenzten Budgets und nur beschränkter Mitarbeiterressourcen konnte die Abteilung im Rahmen ihres technischen Hilfsprogramms nur kurzfristige Missionen in Mitgliedsländer entsenden, wo dies zur unmittelbaren Unterstützung der wirtschaftlichen und finanziellen Arbeit des IWF nötig war. Während des Geschäftsjahres begaben sich Mitarbeiterteams nach Angola, Bulgarien, Guatemala, Haiti, nach der Islamischen Republik Iran, Kambodscha, der Demokratischen Volksrepublik Laos und Tansania; Mitarbeiter der Abteilung besuchten auch den Arabischen Währungsfonds sowie Westjordanland und den Gazastreifen.

Diese Missionen helfen bei der Planung und Entwicklung von Computersystemen für Verarbeitung, Analyse und Übermittlung von wirtschaftlichen, finanziellen und verwaltungstechnischen Daten. Beratung und Anleitung wurden auch auf den folgenden Gebieten zur Verfügung gestellt: Gestaltung und Planung technologischer Infrastruktur, ökonomische Informationssysteme, Zentralbankgeschäfte, Steuerverwaltung, Budget- und Schatzamtoperationen sowie Planung für den Fall eines Zusammenbruchs des Computersystems. Die technischen Hilfsleistungen konzentrierten sich großenteils auf die Förderung der Entwicklung von Computersystemen für das Sammeln, Aufbewahren und Verarbeiten ökonomischer und finanzieller Daten in Mitgliedsländern; ein wesentlicher, aus der technischen Hilfe resultierender Vorteil ist der verbesserte elektronische Austausch von Daten und Dokumenten zwischen dem IWF und seinen Mitgliedsländern.

1995/96 empfing das Büro aus drei Mitgliedsländern - El Salvador, Guatemala und Vietnam - und aus Westjordanland und dem Gazastreifen offizielle Besucher zu technischen Erörterungen und zur Ausbildung in Computer-Technologie. In verschiedenen Kurzseminaren und Vorführungen wurden die Anwendungssysteme des Fonds erläutert. Infolge der immer bedeutenderen Rolle der Technik innerhalb der Institutionen in Mitgliedsländern und der Ausweitung der Computer-Netze und der damit zusammenhängenden Anwendungen dürften die Anträge an den IWF auf Schulung am Hauptsitz wie auch auf kurzfristige technische Unterstützung im Computerbereich 1996/97 weiter zunehmen.

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