Front Matter

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
September 2011
    Share
    • ShareShare
    Show Summary Details

    Der Internationale Währungsfonds

    Der IWF ist die zentrale Organisation der Welt, die für die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik zuständig ist. Da die Organisation 187 Mitgliedsländer zählt, arbeiten in ihr fast alle Länder der Welt gemeinsam an der Förderung des Gemeinwohls. Der Hauptzweck des IWF besteht darin, die Stabilität des internationalen Währungssystems zu sichern – das System der Wechselkurse und internationalen Zahlungen, das es den Ländern (und ihren Bürgern) ermöglicht, Güter und Dienstleistungen voneinander zu kaufen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn nachhaltiges Wirtschaftswachstum gesichert und der allgemeine Lebensstandard erhöht werden sollen.

    Im Exekutivdirektorium des IWF, in dem sämtliche Mitgliedsländer vertreten sind, werden die nationalen, regionalen und globalen Auswirkungen der Wirtschaftspolitiken eines jeden Mitglieds erörtert. Dieser Jahresbericht erfasst die Tätigkeiten von Exekutivdirektorium, Geschäftsführung und Mitarbeiterstab des Fonds im Geschäftsjahr vom 1. Mai 2010 bis 30. April 2011.

    Zu den Hauptaktivitäten des IWF gehören:

    • Beratung der Mitglieder zu Politikmaßnahmen, die ihnen helfen können, Finanzkrisen vorzubeugen oder diese beizulegen, makroökonomische Stabilität zu erreichen, ihr Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und die Armut abzubauen;

    • Gewährung vorübergehender Finanzhilfe an Mitgliedsländer, um sie bei der Bewältigung von Zahlungsbilanzproblemen zu unterstützen, d.h. wenn ihr Devisenbestand nicht ausreicht, weil ihre Zahlungen an andere Länder ihre Deviseneinnahmen übersteigen sowie

    • Bereitstellung technischer Hilfe und Ausbildung, auf Antrag eines Landes, für den Aufbau von Fachkenntnissen und Institutionen, die das Land für die Verfolgung einer soliden Wirtschaftspolitik benötigt.

    Der IWF hat seinen Hauptsitz in Washington, D.C. Aufgrund seiner weltweiten Präsenz und seiner engen Beziehungen zu den Mitgliedsländern unterhält er außerdem Büros in aller Welt.

    Zusätzliche Informationen über den IWF und die Mitgliedsländer können auf der Website des IWF abgerufen werden, unter www.imf.org.

    Die Webseite des Annual Report (www.imf.org/external/pubs/ft/ar/2011/eng) enthält Begleitmaterial zum Jahresbericht (in englischer Sprache): Webkästen, Webtabellen, Anhänge (einschließlich des Jahresabschlusses, 30 April 2011) und andere einschlägige Dokumente. Die Druckversion des Abschlusses ist erhältlich von IMF Publication Services, P.O. Box 92780, Washington, DC 20090. Auch eine CD-ROM-Version des Annual Report, einschließlich des auf der Webseite veröffentlichten Begleitmaterials, ist von IMF Publication Services erhältlich.

    IWF

    INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS

    JAHRESBERICHT 2011

    AUSGEWOGENES WACHSTUM VERFOLGEN FÜR ALLE

    Inhaltsverzeichnis

    Das Geschäftsjahr des IWF (GJ) läuft vom 1. Mai bis zum 30. April.

    Die Rechnungseinheit des IWF ist das Sonderziehungsrecht (SZR). Die Umrechungen der Finanzdaten des IWF in US-Dollar stellen nur Näherungswerte dar und werden zum leichteren Verständnis angegeben. Am 30. April 2011 lag der Wechselkurs SZR/US-Dollar bei 1US$ = 0,616919 SZR und der Wechselkurs US-Dollar/SZR bei 1 SZR = 1,62096 US$. Das Jahr zuvor (am 30. April 2010) lag der Kurs bei 1 US$ = 0,661762 SZR und 1 SZR = 1,51112 US$.

    In der englischen Fassung bedeutet „Billion“ eine Milliarde und „Trillion“ eine Billion. Kleinere Abweichungen zwischen den zugrunde liegenden Zahlen und den daraus gebildeten Summen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

    Der in diesem Jahresbericht verwendete Begriff „Land“ bezieht sich nicht in allen Fällen auf ein nach internationalem Recht und Brauch als Staat definiertes Hoheitsgebiet. Der Begriff wird hier auch für einige Hoheitsgebiete benutzt, die keine Staaten sind, aber für die statistische Daten auf getrennter und unabhängiger Basis erhoben werden.

    Botschaft Der Geschäftsführenden Direktorin und Vorsitzenden des Exekutivdirektoriums

    Als neue Geschäftsführende Direktorin des IWF bin ich beeindruckt davon, wie die Institution im Lauf des letzten Jahres weiterhin ihre Relevanz verstärkt hat – aufbauend auf den bedeutenden Veränderungen, die infolge der Krise schon eingetreten waren. Der Internationale Währungsfonds intensivierte seine Tätigkeit an vielen Fronten und spiegelte damit die wachsenden Anforderungen der Weltwirtschaft und die sich verändernden Bedürfnisse der Fondsmitglieder wider.

    Christine Lagarde, Geschäftsführende Direktorin und Vorsitzende des Exekutivdirektoriums

    Wir leben auch weiterhin in schwierigen Zeiten. Die globale Konjunkturerholung, die sich im Lauf des GJ 2011 fortsetzte, ist sehr uneinheitlich ausgefallen. Daraus haben sich Spannungen ergeben: In fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist infolge einer schleppenden Erholung die Arbeitslosigkeit schmerzlich hoch geblieben, in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften hat sich dagegen infolge einer raschen Erholung die Gefahr der Überhitzung erhöht, und in vielen Entwicklungsländern hat der rapide Anstieg der Rohstoffpreise trotz relativ starken Wachstums die sozial Schwächeren besonders hart getroffen. Dabei besteht weiterhin die schwierige Aufgabe, Arbeitsplätze – vor allem für junge Menschen - zu schaffen und wachsende soziale Ansprüche auf eine bessere Lebensqualität zu erfüllen.

    Hinzu kommt, dass viele Mitglieder des IWF immer noch mit von der Krise stammenden Altlasten zu kämpfen hatten. Für viele der größten Fondsmitglieder, einschließlich Japan und die Vereinigten Staaten, stellt fiskalische Tragfähigkeit eine starke Herausforderung dar. Es ist eine Sanierung und Reform des Finanzsektors unternommen worden, aber in einer Anzahl von Bereichen müssen noch größere Fortschritte gemacht werden; dazu gehören die Entwicklung stimmiger Abwicklungsmechanismen, die Aufstellung eines umfassenden makroprudentiellen Rahmenwerks und die Gewährleistung, dass Regulierung und Aufsicht das gesamte Finanzsystem einbeziehen. Und von entscheidender Wichtigkeit: Viele der Mitglieder müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, damit sie das Wachstum erzielen, das für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Erhöhung des Lebensstandards erforderlich ist.

    In den letzten Jahren hat der IWF Anpassungen vorgenommen, die den sich laufend verändernden Bedürfnissen der Mitglieder entgegenkommen. Diese Tendenz setzte sich im GJ 2011 fort und zeitigte wichtige Entwicklungen in den Kernbereichen Governance, Finanzierung und Überwachung. Wie in vorangegangenen Jahren war die fortgesetzte Stärkung des Fonds ein Ausdruck der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Mitarbeiterstab und Exekutivdirektorium.

    Der Fonds kann nur dann effektiv sein, wenn seine Governance als legitim erachtet wird. Das GJ 2011 brachte in dieser Hinsicht zwei bedeutende Entwicklungen: Erstens wurde im Dezember 2010 eine wichtige Übereinkunft zur Governance-Reform in Bezug auf Quoten und die Zusammensetzung des Exekutivdirektoriums des IWF erzielt, zweitens trat im März 2011 die Quotenreform von 2008 in Kraft, die die Vertretung dynamischer Volkswirtschaften im IWF stärkt und Stimme und Beteiligung von einkommensschwachen Ländern erhöht.

    Es ist ein wesentliches Merkmal des IWF, dass er seine Finanzierungsinstrumente fortwährend angepasst hat, um den Mitgliedern wirksamer dienen zu können. 2010 wurde die Flexible Kreditlinie (FCL) verbessert, so dass sie für die Krisenprävention nützlicher und wirksamer sein würde. Zudem wurde ein neues Finanzierungsinstrument, die Vorsorgliche Kreditlinie (PCL), eingeführt, die einer breiteren Gruppe von Ländern zur Verfügung steht als die FCL. Der IWF schloss sich überdies im Mai 2011 mit seinen Partnern in Europa zusammen, um für Griechenland und Irland – sowie Portugal – finanzielle Unterstützung bereitzustellen. Seit Beginn der Krise haben die Finanzierungszusagen des IWF, mit denen den Mitgliedern geholfen wurde die Krise zu überstehen, ein Rekordniveau erreicht: die ausstehenden Kredite aus dem Konto für allgemeine Ressourcen beliefen sich Ende Juli 2011 auf 75,6 Mrd. SZR, während der letzte Höchststand im September 2003 bei 70 Mrd. SZR lag. Darin zeigt sich die Bedeutung des Fonds für die Mitglieder in seiner Rolle als Kreditgeber. Zur besseren Unterstützung von einkommensschwachen Ländern, die von äußerst schweren Naturkatastrophen betroffen sind, richtete der Fonds einen Treuhandfonds zur Schuldenerleichterung nach Katastrophen ein, der es uns erlaubt unter entsprechenden Umständen rasch an internationalen Maßnahmen zur Schuldenerleichterung teilzunehmen.

    Obwohl es für den IWF entscheidend ist, dass er über angemessene Finanzierungsinstrumente verfügt, ist es natürlich noch besser, wenn er dazu beitragen kann, dass Krisen von vornherein vermieden werden. Und so wurde im vergangenen Jahr die Wirksamkeit der IWF-Überwachung in verschiedener Hinsicht gestärkt. Der Fonds konzentrierte sich stärker auf die Frage, was die zunehmende Vernetzung der Mitglieder für die Politikmaßnahmen bedeutet. Er intensivierte auch seine Arbeit zum besseren Verständnis der Vernetzung innerhalb einzelner Volkswirtschaften, insbesondere der makrofinanziellen Verflechtungen. Die Frage, wie das internationale Währungssystem gestärkt werden kann – eine Aufgabe im Zentrum des Fondsmandats –, stellte auch ein wichtiges Arbeitsfeld dar, wobei der Fokus auf Themen wie Kapitalströme und die Angemessenheit internationaler Reserven gerichtet war.

    Mit Bezug auf das laufende Geschäftsjahr ist unsere Arbeit von der Aufforderung der Mitglieder – bei der Jahresversammlung 2010 - geleitet, Legitimität, Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit des Fonds durch Quoten- und Governance-Reformen und durch Modernisierung der Überwachungs- und Finanzierungsmandate des Fonds weiter zu verbessern.

    Wir arbeiten mit der Mitgliedschaft daran, das Reformpaket zur Governance von 2010 so bald wie möglich umzusetzen. Die laufende Dreijahresprüfung der Überwachung ist eine wichtige Gelegenheit den Fokus und die Wirksamkeit der IWF-Überwachung zu verbessern. Unsere Erfahrung mit den Pilotberichten zu „Spillovers“ bei systemrelevanten Ländern wird auch wertvolle Information für die Überwachung der Vernetzung liefern. Und im Hinblick auf Krisenintervention werden wir weiterhin nach Möglichkeiten suchen, das globale Finanzsicherheitsnetz auf der Grundlage solider Anreize zu verbessern. Ganz allgemein werden wir weiterhin darauf drängen, das internationale Währungssystem zu stärken.

    Wenn ich an das nächste Geschäftsjahr – mein erstes als Geschäftsführende Direktorin des IWF – denke, so erwarte ich, dass der Fonds auf dem Weg immer größerer Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit fortschreiten wird. Unsere Institution hat eine entscheidende Rolle zu spielen bei der Verhinderung von Krisen und der Erreichung eines starken, stabilen und ausgewogenen globalen Wirtschaftswachstums. In diesem Zusammenhang möchte ich den wichtigen Beitrag würdigen, den mein Vorgänger Dominique Strauss-Kahn geleistet hat. Unter seiner Führung reagierte der Fonds rasch und mit Nachdruck bei der Unterstützung der Mitglieder in der Folge der globalen Finanzkrise. Dadurch wurde er gleichzeitig auf den Weg zu größerer zukünftiger Relevanz gewiesen.

    Ich fühle mich geehrt und bin stolz, an die Spitze des Fonds gewählt worden zu sein. Ich freue mich darauf, in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedern und Exekutivdirektorium die neuen und sich laufend verändernden Herausforderungen anzugehen, die sich den Mitgliedern des Fonds – und der Weltwirtschaft im Ganzen – stellen.

    Der Jahresbericht des IWF-Exekutivdirektoriums an den Gouverneursrat des Fonds ist ein wesentliches Instrument der Verantwortlichkeit des IWF. Das Exekutivdirektorium trägt die Verantwortung für die Führung der Geschäfte des Fonds und besteht aus 24 Exekutivdirektoren, die von den 187 Mitgliedsländern des IWF ernannt werden, während der Gouverneursrat, in dem jedes Mitgliedsland durch einen führenden Beamten repräsentiert ist, die höchste leitende Autorität des IWF ist. Die Veröffentlichung des Jahresberichts repräsentiert die Verantwortungspflicht des Exekutivdirektoriums gegenüber dem Gouverneursrat des Fonds.

    Begleitschreiben an den Gouverneursrat

    29. Juli 2011

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

    Gemäß Artikel XII Abschnitt 7 Buchstabe a des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds und gemäß Abschnitt 10 der Satzung des IWF habe ich die Ehre, dem Gouverneursrat den Jahresbericht des Exekutivdirektoriums für das am 30. April 2011 abgelaufene Geschäftsjahr vorzulegen. Im Einklang mit Abschnitt 20 der Satzung wird der vom Exekutivdirektorium für das am 30. April 2012 ablaufende Geschäftsjahr genehmigte Verwaltungs- und Kapitalhaushalt des IWF in Kapitel 5 vorgelegt. Die für das am 30. April 2011 abgelaufene Geschäftsjahr geprüften Jahresabschlüsse der Allgemeinen Abteilung, der SZR-Abteilung und der vom IWF verwalteten Konten werden zusammen mit den diesbezüglichen Berichten der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Anhang VI präsentiert, der sich auf der CD-ROM-Fassung des Jahresberichts sowie auf www.imf.org/external/pubs/ft/ar/2011/eng/index.htm befindet. Die externe Rechnungsprüfung und das Finanzberichtswesen wurden nach Maßgabe von Abschnitt 20 Buchstabe c der IWF-Satzung durch den externen Rechnungsprüfungsausschuss bestehend aus Herrn Arfan Ayass, Frau Amelia Cabal und Herrn Ulrich Graf (Vorsitz) überprüft.

    Christine Lagarde

    Geschäftsführende Direktorin und Vorsitzende des Exekutivdirektoriums

      Other Resources Citing This Publication