Front Matter

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Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2010
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    Der Internationale Währungsfonds

    Der IWF ist die zentrale Organisation der Welt, die für die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik zuständig ist. Da die Organisation 187 Mitgliedsländer (mit Stand vom Juni 2010) zählt, arbeiten in ihr fast alle Länder der Welt gemeinsam an der Förderung des Gemeinwohls. Der Hauptzweck des IWF besteht darin, die Stabilität des internationalen Währungssystems zu sichern – das System der Wechselkurse und internationalen Zahlungen, das es den Ländern (und ihren Bürgern) ermöglicht, Güter und Dienstleistungen voneinander zu kaufen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn nachhaltiges Wirtschaftswachstum gesichert und der allgemeine Lebensstandard erhöht werden sollen.

    Alle Mitgliedsländer sind im Exekutivdirektorium des IWF vertreten, das die nationalen, regionalen und globalen Auswirkungen der Wirtschaftspolitiken eines jeden Mitglieds erörtert. Dieser Jahresbericht erfasst die Tätigkeit des Exekutivdirektoriums, der Geschäftsführung und des Mitarbeiterstabs im Geschäftsjahr vom 1. Mai 2009 bis zum 30. April 2010.

    Zu den Hauptaktivitäten des IWF gehören:

    • Beratung der Mitglieder zu Politikmaßnahmen, die ihnen helfen können, Finanzkrisen vorzubeugen oder diese beizulegen, makroökonomische Stabilität zu erreichen, ihr Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und die Armut abzubauen;

    • Gewährung vorübergehender Finanzhilfe an Mitgliedsländer, um sie bei der Bewältigung von Zahlungsbilanzproblemen zu unterstützen – d.h. wenn ihr Devisenbestand nicht ausreicht, weil ihre Zahlungen an andere Länder die Deviseneinnahmen übersteigen sowie

    • Bereitstellung technischer Hilfe und Ausbildung, auf Antrag eines Landes, für den Aufbau von Fachkenntnissen und Institutionen, die das Land für die Verfolgung einer soliden Wirtschaftspolitik benötigt.

    Der IWF hat seinen Hauptsitz in Washington, D.C. Aufgrund seiner weltweiten Bedeutung und seiner engen Beziehungen zu seinen Mitgliedsländern unterhält er außerdem Büros in aller Welt.

    Zusätzliche Informationen über den IWF und seine Mitgliedsländer können auf der Website des IWF abgerufen werden, unter www.imf.org.

    Die Webseite des Annual Report (www.imf.org/external/pubs/ft/ar/2010/eng) enthält Begleitmaterial zum Jahresbericht (in englischer Sprache): Webkästen, Webtabellen, Anhänge – einschließlich des Jahresabschlusses, 30. April 2010 – und zusätzliche einschlägige Dokumente. Die Druckversion des Abschlusses ist erhältlich von IMF Publication Services, 700 19th Street, N.W., Washington, DC 20431. Auch eine CD-ROM-Version des Annual Report, einschließlich des Begleitmaterials der Webseite, ist von IMF Publication Services erhältlich.

    Internationaler Währungsfonds Jahresbericht 2010

    Eine Ausgewogene Globale Erholung Fördern

    Inhalt

    Das Geschäftsjahr des IWF (GJ) läuft vom 1. Mai bis zum 30. April.

    Die Rechnungseinheit des IWF ist das Sonderziehungsrecht (SZR). Die Umrechungen der Finanzdaten des IWF in US-Dollar stellen nur Näherungswerte dar und werden zum leichteren Verständnis angegeben. Am 30. April 2010 lag der Wechselkurs SZR/US-Dollar bei 1US$ = 0,661762 SZR und der Wechselkurs US-Dollar/SZR bei 1 SZR = 1,51112 US$. Das Jahr zuvor (am 30. April 2009) lag der Kurs bei 1 US$ = 0,667632 SZR und 1 SZR = 1,49783 US$.

    In der englischen Fassung bedeutet „Billion” eine Milliarde und „Trillion” eine Billion. Kleinere Abweichungen zwischen den zugrunde liegenden Zahlen und den daraus gebildeten Summen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

    Der in diesem Jahresbericht verwendete Begriff „Land” bezieht sich nicht in allen Fällen auf ein nach internationalem Recht und Brauch als Staat definiertes Hoheitsgebiet. Der Begriff wird hier auch für einige Hoheitsgebiete benutzt, die keine Staaten sind, aber für die statistische Daten auf getrennter und unabhängiger Basis erhoben werden.

    Botschaft Des Geschäftsführenden Direktors Und Vorsitzenden Des Exekutivdirektoriums

    Wenn ich an das vergangene Jahr zurückdenke, dann kommt mir eine Schlüssellektion in den Sinn, und zwar die Einsicht, dass die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik, die der Welt während der Krise so außerordentlich dienlich war, weitergeführt werden muss. Das ist wirklich eines der großen Vermächtnisse der Krise – nämlich dass sich Länder, möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte, auf solidarische Weise zusammenschlossen, um ihren gemeinsamen Problemen mit gemeinschaftlichen Lösungen entgegenzutreten.

    Dominique Strauss-Kahn, Geschäftsführender Direktor und Vorsitzender des Exekutivdirektoriums des IWF

    Die Weltwirtschaft erholt sich, obwohl die Krise noch nicht völlig ausgestanden ist. Während einige Länder starkes Wachstum aufweisen, gibt es bei anderen eine viel schwächere Erholung, und in den vergangenen Monaten haben sich die Risiken, die das globale Wachstum bedrohen, erneut verstärkt. In dieser unserer globalisierten Welt können Vorkommnisse, die sich in einem Land ereignen, Auswirkungen zeitigen, die weit über die Grenzen dieses Landes hinausgehen. Die Herausforderungen, die vor uns liegen, sind groß – insbesondere im Zusammenhang mit der Wiederankurbelung von starkem, nachhaltigem und ausgewogenem Wachstum sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen. Mehr denn je zuvor muss der gemeinschaftliche Wille, der die Führer der Welt während der Krise inspirierte, aufrechterhalten werden. Kooperation bedeutet jedoch selbstverständlich nicht Einheitlichkeit, und unterschiedliche Politikvorgaben sind erforderlich, um auf unterschiedliche Herausforderungen zu reagieren.

    Während der Krise unterstützte der IWF die Politikkooperation im Bestreben um eine effiziente Reaktion auf die ernsthaften Herausforderungen, denen sich unsere Mitglieder gegenübersahen. Wir stellten über 200 Mrd. US$ an Krediten bereit und pumpten zusätzlich SZR im Wert von 283 Mrd. US$ in das System. Unsere neue Flexible Kreditlinie gab Ländern mit beispielhaften Erfolgsbilanzen ein starkes Sicherheitsnetz. Seit dem Anfang der Krise 2008 haben wir die Bereitstellung von Krediten mit Vorzugsbedingungen an einkommensschwache Länder verdreifacht, wobei wir bis Ende 2012 keine Zinsen verrechnen. Zusätzlich legten wir verstärkten Nachdruck auf die Eigenverantwortlichkeit der Länder, indem wir unsere Kreditprogramme flexibler machten, die Politikkonditionen zügiger gestalteten und besser auf die Bedürfnisse der verwundbarsten Gruppen in den Krisenländern eingingen.

    Ich glaube, dass unsere Anstrengungen dazu beitrugen, die schlimmsten Auswirkungen der Krise abzuwenden. In den Programmländern fielen Produktionsverluste geringfügiger als in vergangenen Krisen aus, und die früher aufgetretenen schmerzhaften Anpassungen, wie beispielsweise großräumige Fluktuationen von Wechselkursen und Zinssätzen, konnten vermieden werden. Die Spreads verringerten sich für Länder mit Vereinbarungen im Rahmen der Flexiblen Kreditlinie. In vielen Fällen, darunter auch in einkommensschwachen Ländern, gelang es der Fiskalpolitik, den wirtschaftlichen Abschwung zu bremsen.

    In Zukunft muss der IWF jedoch noch aufgeschlossener und effizienter mit den neuen Herausforderungen, die unseren Mitgliedern begegnen, umgehen. Der Internationale Währungsund Finanzausschuss ersuchte uns im vergangenen Jahr in Istanbul darum, uns mit den folgenden vier Schlüsselreformgebieten zu befassen: unserem Geschäftsauftrag, unserer Finanzierungsrolle, der multilateralen Überwachung sowie den Organisations- und Entscheidungsstrukturen. Wir haben im vergangenen Jahr bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Im Zusammenhang mit dem Thema Überwachung müssen wir sowohl als „truth-teller” als auch als vertrauenswürdiger Politikberater gelten. Wir müssen größeres Augenmerk auf systemische und länderübergreifende Themen legen, um unseren echten Beitrag zur Geltung zu bringen. Im Zusammenhang mit der Kreditvergabe überprüfen wir mehrere Optionen für die Stärkung der globalen Finanzsicherheitsnetze, um weitere Krisen zu verhindern und systemische Schocks zu mildern. Es handelt sich bei diesen Reformen um laufende Anstrengungen, die unsere fortwährenden Bemühungen, unseren Geschäftsauftrag den Realitäten der modernen Welt anzupassen, widerspiegeln.

    Schließlich und endlich müssen wir unsere Anstrengungen im Zusammenhang mit der Reform von Quoten und den Organisations- und Entscheidungsstrukturen des Fonds vorantreiben, um den dynamischen aufstrebenden Schwellenmarktländern und Entwicklungsländern, deren Wichtigkeit in der Weltwirtschaft immer stärker zunimmt, mehr Gehör zu verschaffen. Wenn es sich hier auch um ein schwieriges und komplexes Gebiet handelt, so bin ich doch zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres weitere Fortschritte erzielen können. Die genannten Reformen werden dazu beitragen, einen relevanteren IWF zu bauen, einen IWF, der legitimer und wirklich repräsentativ ist, und – in allererster Linie – einen effizienteren IWF.

    Ich bin stolz auf die Errungenschaften des IWF im vergangenen Jahr und freue mich auf eine Fortführung der Arbeit mit unseren Mitgliedern, um den künftigen Herausforderungen, denen die Weltwirtschaft begegnen muss, gerecht zu werden.

    Der Jahresbericht des IWF-Exekutivdirektoriums an den Gouverneursrat des Fonds ist ein wesentliches Instrument der Verantwortlichkeit des IWF. Das Exekutivdirektorium trägt die Verantwortung für die Führung der Geschäfte des Fonds und besteht aus 24 Exekutivdirektoren, die von den 187 Mitgliedsländern des IWF ernannt werden, während der Gouverneursrat, in dem jedes Mitgliedsland durch einen führenden Beamten repräsentiert ist, die höchste leitende Autorität des IWF ist. Die Veröffentlichung des Jahresberichts repräsentiert die Verantwortungspflicht des Exekutivdirektoriums gegenüber dem Gouverneursrat des Fonds.

    Begleitschreiben An Den Gouverneursrat

    29. Juli 2010

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

    Gemäß Artikel XII Abschnitt 7 Buchstabe a des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds und gemäß Abschnitt 10 der Satzung des IWF habe ich die Ehre, dem Gouverneursrat den Jahresbericht des Exekutivdirektoriums für das am 30. April 2010 abgelaufene Geschäftsjahr vorzulegen. Im Einklang mit Abschnitt 20 der Satzung wird der vom Exekutivdirektorium für das am 30. April 2011 ablaufende Geschäftsjahr genehmigte Verwaltungs- und Kapitalhaushalt des IWF in Kapitel 5 vorgelegt. Die für das am 30. April 2010 abgelaufene Geschäftsjahr geprüften Jahresabschlüsse der Allgemeinen Abteilung, der SZR-Abteilung und der vom IWF verwalteten Konten werden zusammen mit den diesbezüglichen Berichten der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Anhang VI präsentiert, der sich auf der CD-ROM-Fassung des Jahresberichts sowie auf www.imf.org/external/pubs/ft/ar/2010/eng/index.htm befindet. Die externe Rechnungsprüfung und das Finanzberichtswesen wurden nach Maßgabe von Abschnitt 20 Buchstabe c der IWF-Satzung durch den Externen Rechnungsprüfungsausschuss bestehend aus Herrn Thomas O’Neill, Herrn Ulrich Graf und Frau Amelia Cabal überprüft.

    Dominique Strauss-Kahn

    Geschäftsführender Direktor und Vorsitzender des Exekutivdirektoriums

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