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Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2003
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    Eine globale Institution

    Der Internationale Währungsfonds ist eine Sonderorganisation des Systems der Vereinten Nationen. Er wurde 1945 durch einen Vertrag gegründet, um einen Beitrag zur Förderung der Gesundheit der Weltwirtschaft zu leisten. Der IWF, mit Hauptsitz in Washington, D.C., wird geleitet durch seine 184 Mitglieder, die fast die gesamte Welt abdecken.

    Der IWF ist die zentrale Institution des internationalen Währungssystems - das System des internationalen Zahlungsverkehrs und der Wechselkurse zwischen den nationalen Währungen, das Geschäftsvorgänge zwischen den einzelnen Ländern ermöglicht.

    Die im IWF-Übereinkommen festgelegten Ziele umfassen die Erleichterung eines ausgewogenen Wachstums des Welthandels, die Förderung der Stabilität der Wechselkurse, die Vermeidung von Währungsabwertungen aus Wettbewerbsgründen und Unterstützung für die geordnete Lösung von Zahlungsbilanzproblemen der Länder.

    Zur Erreichung dieser Ziele setzt der IWF folgende Mittel ein:

    • Überwachung der Wirtschafts- und Finanzentwicklung und der Politikmaßnahmen sowohl in den Mitgliedsländern als auch auf globaler Ebene sowie Beratung der Mitglieder auf der Grundlage seiner über 50-jährigen Erfahrung.

    • Vergabe von Krediten an Mitgliedsländer mit Zahlungsbilanzproblemen, um zeitweilige Finanzhilfen zu gewähren zur Unterstützung von Anpassungs- und Reformmaßnahmen, die darauf abzielen, die zu Grunde liegenden Probleme zu lösen.

    • Bereitstellung von technischer Hilfe und Ausbildung an Regierungen und Zentralbanken der Mitgliedsländer in seinem Expertisebereich.

    Durch seinen Einsatz für eine Stärkung des internationalen Finanzsystems und für eine Beschleunigung der Fortschritte in der Armutsbekämpfung sowie durch die Förderung einer soliden Wirtschaftspolitik in all seinen Mitgliedsländern trägt der IWF dazu bei, die Vorteile der Weltwirtschaft für alle zu sichern.

    Der IWF veröffentlicht regelmäßig Informationen über seine Aktivitäten, insbesondere auf seiner Webseite: www.imf.org.

    Höhepunkte: Stärkung des weltwirtschaftlichen Wachstums

    Unsicherheiten im weltwirtschaftlichen Umfeld und die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, mit denen viele Mitgliedsländer konfrontiert waren, stellten den IWF im Geschäftsjahr 2002/03 vor zahlreiche Herausforderungen.

    Trotz einiger Anzeichen Anfang 2002, dass sich das weltwirtschaftliche Wachstum von der Abschwächung des Jahres 2001 erholen würde, stockte der Aufschwung im weiteren Verlauf. Nachfrage und Produktion wurden sowohl durch die geopolitischen Unsicherheiten im Vorfeld des Irakkrieges, die sich auf die Ölpreise und auf das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen auswirkten, als auch durch die anhaltenden Auswirkungen des Zusammenbruchs der Aktienmärkte in den Jahren 2000 bis 2002 in Mitleidenschaft gezogen. Die von einer Reihe von Ländern ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen unterstützten zwar die Nachfrage, das weltweite Produktionswachstum blieb jedoch im Kalenderjahr 2002 erneut deutlich unter dem Trend, selbst wenn es etwas höher war als im Jahr 2001. Das Wachstum des Welthandels erholte sich 2002 leicht von seinem Tiefpunkt im Jahr 2001.

    In diesem Umfeld setzte der IWF seine Arbeit mit seinen Mitgliedsländern fort, um ein stärkeres trägfahiges Wachstum zu fördern. Hierzu dienten seine wirtschaftspolitischen Beratungs- und Überwachungsaktivitäten, seine finanzielle Unterstützung für Maßnahmen der Mitgliedsländer zur Beseitigung von Zahlungsbilanzproblemen, seine finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Länder zur Förderung von Wachstum und Armutsbekämpfung, seine technische Hilfe sowie seine andauernden Arbeiten an der Reform des internationalen Währungssystems und seiner eigenen Geschäftstätigkeit.

    Die Demokratische Republik Timor-Leste (das frühere Osttimor) wurde im Juli 2002 das 184. Mitglied des IWF. Seine Exzellenz Mari Alkatiri, Premierminister von Timor-Leste (links), wird bei der Unterzeichnungsfeier vom Geschäftsführenden Direktor des IWF Horst Köhler begrüßt.

    Überwachung und Krisenprävention

    Der IWF beaufsichtigt das internationale Währungssystem um sicherzustellen, dass es effizient funktioniert, und er überwacht die Wechselkurspolitik seiner Mitgliedsländer. Der IWF kommt dieser Verpflichtung nach, indem er Konsultationsgespräche mit seinen Mitgliedsländern über ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik führt und regelmäßig die Wirtschafts- und Finanzentwicklungen auf globaler, regionaler und Länderebene überprüft.

    Im GJ 2003 führte der IWF bilaterale (länderbezogene) Gespräche mit 136 Mitgliedern. Er setzte die Entwicklung eines Systems zur Bewertung der Anfälligkeit von Ländern im Hinblick auf Zahlungsbilanzkrisen fort. Das Direktorium schlug außerdem Verbesserungen für die Beurteilung vor, die der IWF im Rahmen der Initiative zu Standards und Kodizes und des gemeinsamen IWF-Weltbank-Programms zur Bewertung des Finanzsektors (FSAP) durchführt, es unterstützte Vorschläge für eine verbesserte Bereitstellung von Daten für die Überwachung, beschloss einen neuen Rahmen für die Bewertung der Schuldentragfähigkeit und billigte weitere Maßnahmen zur Stärkung der Überwachung in Programmländern. Der IWF intensivierte außerdem seinen Beitrag zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung.

    Krisenbewältigung

    Die Krisenprävention war schon immer der Schwerpunkt der Reformagenda des IWF. Da es aber unwahrscheinlich ist, dass Krisen in jedem Fall verhindert werden können, unternimmt der IWF auch Anstrengungen, einen robusteren Rahmen für die Krisenbewältigung zu entwickeln. Der IWF versucht insbesondere, eine klarere Politik für den Zugang zu seinen Finanzmitteln und eine größere Selektivität bei seiner Kreditvergabe mit einer Stärkung der Verfahren für die Umstrukturierung von Staatsschulden zu verbinden.

    Der IWF hat in den letzten Jahren große Finanzbeträge bereitgestellt, die oftmals weit über die normalen Ziehungsgrenzen hinausgingen. Im GJ 2003 erörterte das Direktorium diese Politik und legte klarer definierte Kriterien für einen solchen außergewöhnlichen Zugang bei Kapitalbilanzkrisen fest.

    Das Direktorium überprüfte außerdem die jüngsten bei der Umstrukturierung von öffentlichen Anleihen und der Vergabe von IWF-Krediten an Länder mit Zahlungsrückständen gegenüber privaten Gläubigern gemachten Erfahrungen, es erörterte die Gestaltung und Wirksamkeit von Mehrheitsklauseln in Anleihebedingungen, die darauf abzielen, die Umstrukturierung von Schulden zu erleichtern, und es beriet über einen Vorschlag für ein Verfahren zur Umstrukturierung von Staatsschulden, mit dem nicht tragfähige Verschuldungssituationen von Staaten bewältigt werden sollen.

    Die ghanaischen Behörden bringen Schilder auf Baustellen an, um auf die sichtbaren Vorteile ihrer Teilnahme an der IWF-Weltbank-Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC) hinzuweisen. Ghana hat im Februar 2003 ein Strategiedokument zur Armutsbekämpfung (PRSP) veröffentlicht.

    Grundsätze und Praxis der Kreditvergabe

    Der IWF stellt seinen Mitgliedsländern im Rahmen einer Reihe unterschiedlicher Politikmaßnahmen und Kreditvergabeinstrumente finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Die meisten Formen der Kreditvergabe des IWF sind an die Bedingung geknüpft, dass das Empfängerland wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreift, um die grundlegenden Probleme zu lösen, die den Unterstützungsbedarf hervorgerufen haben.

    Im GJ 2003 schloss der IWF eine zweijährige Überprüfung der Auflagen ab, die an IWF-unterstützte Programme geknüpft werden, und verabschiedete neue Richtlinien für die Gestaltung und Umsetzung dieser Konditionalität mit dem Ziel, die Reformbereitschaft der Länder und die Wirksamkeit der Programme zu erhöhen.

    Das Direktorium erörterte ferner einen Fortschrittsbericht über die Stärkung der Zusammenarbeit mit der Weltbank in diesem Bereich und schloss eine Diskussion zur überlangen Inanspruchnahme von IWF-Mitteln ab, die auf einem Bericht des Unabhängigen Evaluierungsbüros des IWF basierte (siehe unten).

    Reguläre und konzessionäre Kreditvergabe

    (Milliarden SZR, pro Geschäftsjahr)

    Bekämpfung der Armut in einkommensschwachen Ländern

    Das Hauptziel der Arbeit des IWF mit einkommensschwachen Ländern ist die Förderung einer tief gehenden und dauerhaften Verringerung der Armut. Er folgt bei dieser Arbeit der „Zweisäulen“-Strategie, die die internationale Gemeinschaft im Monterrey-Konsens gebilligt hat und die sich auf den Grundsatz stützt, dass einerseits die einkommensschwachen Länder selbst Verantwortung für die Umsetzung einer soliden Wirtschaftspolitik, einschließlich einer integren Regierungsführung, übernehmen und dass andererseits die internationale Gemeinschaft diese Anstrengungen stärker unterstützt.

    Liquiditätsquote des IWF*

    (Prozent, am Ende des Geschäftsjahres)

    * Relation zwischen netto ungebundenen verwendbaren Mitteln und liquiden Verbindlichkeiten.

    Der Fonds ergänzt seine wirtschaftspolitische Beratung durch finanzielle Hilfen für seine ärmsten Mitglieder in Form von niedrig verzinslichen Darlehen im Rahmen der Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) und von Schuldenerleichterungen im Rahmen der erweiterten Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC). Das Direktorium überprüfte im GJ 2002 die Verfahren der PRGF-Kreditvergabe und der Strategiedokumente zur Armutsbekämpfung (PRSP). Im GJ 2003 zog der IWF die Konsequenzen aus dieser Überprüfung, indem er in den Länderprogrammen den Schwerpunkt verstärkt darauf legte, ein für Investitionen und Wachstum günstiges Umfeld zu schaffen, Analysen der Armutseffekte und sozialen Auswirkungen bei der Formulierung der Armutsbekämpfungsstrategien und der PRGF-unterstützten Programme systematischer zu berücksichtigen und das Management der öffentlichen Ausgaben zu verbessern.

    Insgesamt ausstehende IWF-Kredite

    (Milliarden SZR, am Ende des Geschäftsjahres)

    Der IWF sprach sich außerdem für einen größeren Marktzugang für die Exporte von Entwicklungsländern aus, einschließlich eines Abbaus von handelsverzerrenden Subventionen in Industrieländern. Im Rahmen dieser Arbeit unternahm er gemeinsam mit der Welthandelsorganisation Anstrengungen, die Kohärenz der Arbeit der beiden Organisationen zu verbessern, und er erklärte sich bereit, einen Beitrag zur Ausarbeitung von Vorschlägen für eine Handelsagenda für afrikanische Agrarerzeugnisse zu leisten. Der IWF unterstützte außerdem die Forderungen nach einer Aufstockung der internationalen Entwicklungshilfe und der Einführung eines Systems zur Überwachung der Maßnahmen, die einen Beitrag zur Verwirklichung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen leisten sollen.

    Ein IWF-Team trifft sich in Afghanistan mit einem leitenden Steuerbeamten und seinen Mitarbeitern. Der IWF hat im Geschäftsjahr 2003 technische Hilfe im Gegenwert von 356 Personenjahren geleistet.

    Technische Hilfe und Ausbildung

    Die technische Hilfe und Ausbildung des IWF sind darauf ausgerichtet, den Ländern beim Aufbau der institutionellen Kapazitäten zu helfen und sie bei der Gestaltung von speziellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu unterstützen.

    Der IWF stellte im GJ 2003 den Gegenwert von 356 Personenjahren an technischer Hilfe bereit. Angesichts einer neuen Bedarfslage erhöhte sich die technische Hilfe im GJ 2003 für Länder nach Beendigung von Konflikten, regionale Initiativen, Krisenprävention sowie Krisenbewältigung und -management. Afrika südlich der Sahara erhielt weiterhin den größten Anteil. Der IWF errichtete zwei Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika (AFRITACs), in Tansania (Oktober 2002) und in Mali (Mai 2003).

    Der IWF nahm im GJ 2003 eine Überprüfung seiner technischen Hilfe vor. Das Direktorium beschloss die Einführung einer institutionsweiten Überwachungsund Evaluierungsmethode und eines umfassenden Rechnungswesens zur Erfassung der Gesamtkosten der technischen Hilfe.

    Externe Finanzierungsbeiträge stellen eine wichtige Quelle für die Unterstützung der technischen Hilfe dar. Im GJ 2003 beliefen sich diese externen Finanzierungsbeiträge auf etwa 30 Prozent der gesamten technischen Hilfe des IWF, wobei Japan der größte Geber war.

    Der IWF hat im Geschäftsjahr 2003 zusammen mit anderen Gebern und teilnehmenden Ländern zwei Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika (AFRITACs) eingerichtet. Das erste, mit Sitz in Daressalam, wurde im Oktober 2002 eingeweiht.

    Transparenz

    Viele der vom IWF in den vergangenen Jahren eingeführten Reformen basieren auf der Erkenntnis, dass die Wirksamkeit des IWF erhöht wird durch Transparenz bei der Entwicklung und Bereitstellung wirtschaftspolitischer Beratung, Rechenschaftspflicht für den erteilten Rat, Lernbereitschaft im Hinblick auf Lehren aus früheren Erfahrungen, Offenheit für die Ansichten Außenstehender und Kooperation mit anderen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft.

    Die Direktoren begrüßten im September 2002 die zunehmende Freigabe von Länderdokumenten und anderen Materialien, betonten aber gleichzeitig, dass die Transparenz des IWF die Offenheit seines Dialogs mit den Mitgliedern und der Stabsberichte nicht beeinträchtigen dürfe.

    Im März 2003 erörterte das Direktorium die externe Kommunikationsstrategie des IWF. Dabei wurde anerkannt, dass das zentrale Ziel darin besteht, in der Öffentlichkeit die Kenntnisse über die Arbeit des IWF und die Unterstützung für seine Geschäftspolitik zu erhöhen und offener für externe Analysen und Kritik an seiner Arbeit zu sein. Die Direktoren stimmten darin überein, dass durch eine bessere Fokussierung der Kommunikationsarbeit mehr erreicht werden könnte, unter anderem durch engere Kontakte zu Gesetzgebern und Organisationen der Zivilgesellschaft in den Mitgliedsländern.

    Das Unabhängige Evaluierungsbüro

    Das Unabhängige Evaluierungsbüro (IEO) wurde im Juli 2001 eingerichtet, um eine objektive und unabhängige Beurteilung von Bereichen vorzunehmen, die mit dem Mandat des IWF zusammenhängen. Im GJ 2003 führte das IEO drei Evaluierungsprojekte durch. Sie bezogen sich auf die überlange Inanspruchnahme von IWF-Mitteln, die Rolle des IWF bei drei in den letzten Jahren aufgetretenen Kapitalbilanzkrisen (Brasilien, Indonesien, Korea) und die Anpassung der Haushaltspolitik im Rahmen von IWF-unterstützten Programmen.

    Mitarbeiter des Unabhängigen Evaluierungsbüros stellen der Presse im September 2002 ihren ersten Bericht vor, und zwar über die überlange Inanspruchnahme von IWF-Mitteln.

    Finanzoperationen und finanzpolitische Maßnahmen

    Eine Bereitschaftskredit-Vereinbarung mit Brasilien in Höhe von 22,8 Mrd. SZR (31,5 Mrd. $) – die größte Kreditvereinbarung in der Geschichte des IWF - dominierte im GJ 2003 die Neuzusagen des IWF von Krediten an seine Mitgliedsländer. Diese Vereinbarung, andere großvolumige Kreditvereinbarungen mit Kolumbien und Argentinien und die Aufstockung einer bestehenden Kreditvereinbarung mit Uruguay führten dazu, dass die Kreditzusagen im GJ 2003 auf einem relativ hohen Niveau blieben. Die Neuzusagen beliefen sich auf insgesamt 29,4 Mrd. SZR (40,7 Mrd. $) und lagen damit um 10 Mrd. SZR unter den Zusagen im GJ 2002.

    Der IWF leistete während des Geschäftsjahres Auszahlungen für Kredite von seinem Allgemeinen Konto in Höhe von 21,8 Mrd. SZR. Diese Summe überstieg die Kreditrückzahlungen in Höhe von 7,8 Mrd. SZR Infolgedessen erreichten die ausstehenden Kreditforderungen des IWF Ende April eine Rekordhöhe von 66 Mrd. SZR (91,3 Mrd. $) und lagen damit um 13,9 Mrd. SZR über dem Stand des Vorjahres.

    Die Liquiditätslage des IWF blieb aber dennoch angemessen, um den Bedarfseiner Mitglieder zu decken. Die Kreditzusagekapazität für das folgende Jahr (FCC) betrug am Ende des GJ 2003 61 Mrd. SZR. Die FCC, eine neue Messgröße für die Liquidität, die im GJ 2003 eingeführt wurde, gibt den Betrag von quotengestützten Mitteln an, der in den nächsten 12 Monaten für Kreditvergaben zur Verfügung steht.

    Der IWF stellt seine konzessionären Finanzhilfen im Rahmen der PRGF und der HIPC-Initiative zur Verfügung. Während des Geschäftsjahres wurden zehn neue PRGF-Vereinbarungen mit einem Zusagevolumen von 1,2 Mrd. SZR genehmigt und ein bestehender Kredit wurde aufgestockt. Die Auszahlungen unter PRGF-Vereinbarungen beliefen sich im GJ 2003 auf insgesamt 1,2 Mrd. SZR. Ende April wurden die Anpassungs- und Reformanstrengungen von 36 Ländern durch PRGF-Vereinbarungen mit einem Zusagevolumen von insgesamt 4,5 Mrd. SZR und einem noch nicht in Anspruch genommenen Betrag von insgesamt 2,5 Mrd. SZR unterstützt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003 hatten acht Länder im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative ihren Abschlusszeitpunkt erreicht, weitere 18 Länder hatten ihren Entscheidungszeitpunkt erreicht und erhielten eine vorgezogene Teilentlastung.

    Der IWF stellt auch Nothilfen in Form von Darlehen an Länder bereit, die sich von einem Konflikt erholen. Bis zum Ende des GJ 2003 hatten sieben Geberländer Subventionen in Höhe von 11,5 Mio. SZR für solche Darlehen zugesagt und die Auszahlungen an sieben betroffene Länder beliefen sich auf insgesamt 1,4 Mio. SZR.

    Neue Zusagen im Rahmen der PRGF*

    (Millionen SZR, pro Geschäftsjahr)

    * Erhöhungen abzüglich gebilligter Reduzierung.

    Mitgliedschaft

    Die Demokratische Republik Timor-Leste (das frühere Osttimor) wurde am 23. Juli 2002 das 184. Mitglied des IWF. Die anfängliche Quote von Timor-Leste im IWF wurde auf 8,2 Mio. SZR (etwa 11 Mio. $) festgelegt.

    Technische Hilfe

    (Nach Funktion, Prozent der Gesamtressourcen, in effektiven Personenjahren, GJ 2003)

    Organisation, Haushalt und Humanressourcen

    Im GJ 2003 gab es eine Reihe von institutionellen Änderungen. Die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik wurde ersetzt durch die Abteilung Währungs- und Finanzsysteme, was die erweiterten Zuständigkeiten dieser Abteilung widerspiegelt. Es wurde ferner mitgeteilt, dass der Stellvertretende Geschäftsführende Direktor Eduardo Aninat sein Amt im Juni 2003 niederlegen wird und dass der Volkswirtschaftliche Berater und Direktor der Abteilung Forschung Kenneth Rogoff im Herbst 2003 zu seinem Lehrstuhl an der Harvard-Universität zurückkehren wird. Ihre Nachfolger sind Agustín Carstens, Stellvertretender Finanzminister Mexikos, und Raghuram Rajan von der Graduate School of Business an der Universität von Chicago.

    Schuldenstand der HIPC-Länder**

    (Nettogegenwartswert der Schulden in Milliarden US-$ - am Entscheidungspunkt)

    **Länder, die ihren Entscheidungspunkt bis zum 30. April 2003 erreicht haben.

    Botschaft des Geschäftsführenden Direktors

    Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich 2002 nach dem Konjunkturabschwung von 2001 leicht erholt. Auf das relativ starke Wachstum im ersten Quartal 2002 folgte jedoch eine graduelle Abschwächung, die bis zum Ende des IWF-Geschäftsjahres 2002/03 anhielt. In diesem von einer verhaltenen Belebung der Weltkonjunktur gekennzeichneten Umfeld ist es vor allem Aufgabe der fortgeschrittenen Volkswirtschaften, ihre Politik auf die Wiederherstellung von Vertrauen und nachhaltigem Wachstum auszurichten. Es ist ermutigend, dass sich die führenden Industrieländer auf dem G8-Gipfel in Evian im Juni 2003 zu diesem Ziel bekannt haben, nachdem in einigen Fällen bereits Maßnahmen ergriffen worden waren, um der Konjunktur Impulse zu verleihen.

    Geschäftsführender Direktor Horst Köhler

    Der IWF hat im Geschäftsjahr 2003 den Schwerpunkt weiterhin darauf gelegt, Politikmaßnahmen zu fördern, die eine Konjunkturbelebung unterstützen und die Wachstumsaussichten für alle verbessern. Die Stärkung des Regelwerks für Überwachung und Krisenprävention blieb eine zentrale Aufgabe des Fonds. Bei der Überwachung auf Länder-, globaler und regionaler Ebene haben wir den externen Auswirkungen der nationalen Politiken mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Wir haben die Anfälligkeitsanalyse geschärft, indem wir der Beurteilung der Schuldentragfähigkeit und der Krisenrisiken mehr Bedeutung beimessen und uns stärker konzentrieren auf die Überwachung des Finanzsektors (unter anderem durch das gemeinsam mit der Weltbank durchgeführte Programm zur Bewertung des Finanzsektors - FSAP) und auf den Aufbau von Institutionen (durch unsere Berichte über die Einhaltung von Standards und Kodizes - ROSCs).

    Wenn es trotz dieser intensivierten Präventionsanstrengungen zu Krisen kommt, brauchen wir effektive Mechanismen, um sie zu lösen und ihre Kosten zu begrenzen. Der Vorschlag der Geschäftsleitung des IWF, ein Verfahren zur Umstrukturierung von Staatsschulden einzuführen, hat eine Debatte über den Umgang mit untragbaren Schulden ausgelöst und wir konzentrieren uns jetzt auf die Frage, wie solche Situationen innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens geordneter gelöst werden können. Der in letzter Zeit zu verzeichnende verstärkte Einsatz von Mehrheitsklauseln bei der Emission von Staatsanleihen ist ermutigend und wir unterstützen die Anstrengungen von Schuldnern und Gläubigern, einen freiwilligen Verhaltenskodex für die Umstrukturierung von Schulden zu entwickeln.

    Wir haben die Kriterien für den Zugang zu IWF-Mitteln klarer definiert, damit die Kreditentscheidungen des IWF in Krisenfällen für Mitglieder und Märkte vorhersehbarer werden. Wir haben außerdem unsere Richtlinien für die mit IWF-Krediten verbundenen Politikauflagen überprüft, um die Reformbereitschaft der Länder und die Effektivität der durch den IWF unterstützten Wirtschaftsprogramme zu erhöhen.

    Der IWF ist entschlossen, den ihm zukommenden Beitrag zur Bekämpfung der Armut in den einkommensschwachen Ländern zu leisten. Die Umsetzung guter Politikmaßnahmen einerseits und stärkere Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft andererseits - der so genannte Zweisäulen-Ansatz — sichert diesen Ländern größere makroökonomische Stabilität. Die Reformbemühungen müssen jetzt den Schwerpunkt darauf legen, das Wachstumspotenzial zu erhöhen, so dass die Millennium-Entwicklungsziele erreicht werden können. Der IWF unterstützt diese Ziele durch zinsgünstige Kredite im Rahmen der Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) und durch die gemeinsam mit der Weltbank durchgeführte Entschuldungsinitiative für hochverschuldete arme Länder (HIPCs). Wir richten außerdem die durch die PRGF-Kredite unterstützten IWF-Programme stärker auf die von den Ländern erstellten Strategiedokumente zur Armutsbekämpfung (PRSPs) aus, die inzwischen allgemein als operationeller Rahmen für diese Anstrengungen anerkannt werden.

    Technische Hilfe und Ausbildung stärken die lokalen Kapazitäten, Politikmaßnahmen zu gestalten und umzusetzen. Der IWF hat im vergangenen Jahr zwei Regionale Zentren für technische Hilfe in Afrika eröffnet, in Tansania und in Mali, und er hat technische Hilfe an Länder geleistet, die ihre Institutionen nach einem längeren Konflikt wieder aufbauen. Dazu gehören Afghanistan, der Irak und Timor-Leste.

    Ein erfolgreicher Abschluss der Doha-Runde ist entscheidend für die Stärkung von Vertrauen und Wachstum auf der ganzen Welt. Die Länder würden weltweit einen Beitrag zur Selbsthilfe leisten, wenn sie die Handelsbarrieren senken. Und die Industrieländer würden dadurch außerdem den Entwicklungsländern helfen, sich in die Weltwirtschaft zu integrieren. Eine Reduzierung handelsverzerrender Subventionen, insbesondere im Agrarsektor der Industrieländer, würde die Wachstumsaussichten der Entwicklungsländer beträchtlich verbessern. Der IWF wird sich auch in Zukunft in enger Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und anderen multilateralen Gremien für ein ausgewogenes Wachstum des Welthandels einsetzen.

    Die Reformen im IWF selbst wurden im vergangenen Geschäftsjahr gefestigt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Fähigkeit zuzuhören und zu lernen. Die ersten Berichte unseres neuen Unabhängigen Evaluierungsbüros haben einen wertvollen Beitrag geleistet, die Qualität der durch den IWF bereitgestellten Politikberatung und Unterstützung zu verbessern. Die Transparenz der Geschäftstätigkeit und der Finanzen des IWF wurde ebenfalls weiter erhöht.

    Stellvertretende Geschäftsführende Direktoren

    Stand vom 30. April 2003

    Erste Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin Anne Krueger

    Stellvertretender Geschäftsführender Direktor Shigemitsu Sugisaki

    Stellvertretender Geschäftsführender Direktor Eduardo Aninat

    Exekutivdirektorium

    Stand vom 30. April 2003

    Vereinigte Staaten

    Nancy P. Jacklin Meg Lundsager

    Japan

    Ken Yagi Haruyuki Toyama

    Deutschland

    Karlheinz Bischofberger Ruediger von Kleist

    Armenien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Israel, Kroatien, e.j.R. Mazedonien, Republik Moldau, Niederlande, Rumänien, Ukraine, Zypern

    Jeroen Kremers Yuriy G. Yakusha

    Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Spanien, Venezuela

    Hernán Oyarzábal Mario Beauregard

    Albanien, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, San Marino, Timor-Leste

    Pier Carlo Padoan Harilaos Vittas

    Saudi-Arabien

    Sulaiman M. Al-Turki Abdallah S. Alazzaz

    Brunei Darussalam, Fidschi, Indonesien, Kambodscha, Demokr. Volksrepublik Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Singapur, Thailand, Tonga, Vietnam

    Sri Mulyani Indrawati Ismail Alowi

    Angola, Äthiopien, Botsuana, Burundi, Eritrea, Gambia, Kenia, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Nigeria, Sambia, Sierra Leone, Simbabwe, Sudan, Südafrika, Swaziland, Tansania, Uganda

    Ismaila Usman Peter J. Ngumbullu

    Russische Föderation

    Aleksei V. Mozhin Andrei Lushin

    Brasilien, Dominikanische Republik, Ecuador, Guyana Haiti, Kolumbien, Panama, Suriname, Trinidad und Tobago

    Murilo Portugal Roberto Steiner

    Afghanistan, Algerien, Ghana, Islamische Republik Iran, Marokko, Pakistan, Tunesien

    Abbas Mirakhor Mohammed Daïri

    Frankreich

    Pierre Duquesne Sebastien Boitreaud

    Vereinigtes Königreich

    Tom Scholar Martin A. Brooke

    Belarus, Belgien, Kasachstan, Luxemburg, Österreich, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn

    Willy Kiekens Johann Prader

    Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Belize, Dominica, Grenada, Irland, Jamaika, Kanada, Sh Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen

    Ian E. Bennett Nioclas A. O’Murchu

    Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden

    Vilhjalmur Egilsson Benny Andersen

    Australien, Kiribati, Korea, Marshallinseln, Föderierte Staaten von Mikronesien, Mongolei, Neuseeland, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Samoa, Seychellen, Salomonen, Vanuatu

    Michael J. Callaghan Michael H. Reddell

    Ägypten, Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Malediven, Oman, Arabische Republik Syrien, Vereinigte Arabische Emirate,

    A. Shakour Shaalan Oussama T. Kanaan

    China

    WEI Benhua WANG Xiaoyi

    Aserbaidschan, Kirgisische Republik, Polen, Serbien und Montenegro, Schweiz, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan

    Fritz Zurbrügg Wieslaw Szczuka

    Bangladesch, Bhutan, Indien, Sri Lanka

    Yaga V. Reddy R.A. Jayatissa

    Argentinien, Bolivien, Chile, Paraguay, Peru, Uruguay

    Guilermö Le Fort A Guillermo Zoccali

    Äquatorialguinea, Benin, Burkina Faso, Cote d’Ivoire, Dschibuti, Gabun, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Komoren, Demokr. Republik Kongo, Republik Kongo, Madagaskar, Mali, Mauretanien, Mauritius, Niger, Ruanda, Säo Tome und Principe, Senegal, Togo, Tschad, Zentralafrikanische Republik

    Damian Ondo Mañe Laurean W. Rutayisire

    Leitendes Personal

    Stand vom 30. April 2003

    Gerd Häusler

    Berater

    Kenneth S. Rogoff

    Volkswirtschaftlicher Berater

    Länderabteilungen

    Abdoulaye Bio-Tchané

    Direktor, Abteilung Afrika

    David Burton

    Direktor, Abteilung Asien und Pazifik

    Michael C. Deppler

    Direktor, Abteilung Europa I

    John Odling-Smee

    Direktor, Abteilung Europa II

    George T. Abed

    Direktor, Abteilung Naher Osten

    Anoop Singh

    Direktor, Abteilung Westliche Hemisphäre

    Fachabteilungen und besondere Dienste

    Eduard Brau

    Direktor, Abteilung Finanzen*

    Teresa M. Ter-Minassian

    Direktor, Abteilung Fiskalpolitik

    Mohsin S. Khan

    Direktor, IWF-Institut

    Gerd Häusler

    Direktor, Abteilung Internationale Kapitalmärkte

    François P. Gianviti

    Direktor, Abteilung Recht

    Stefan Ingves

    Direktor, Abteilung Währungs- und Finanzsysteme*

    Timothy F. Geithner

    Direktor, Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik

    Kenneth S. Rogoff

    Direktor, Abteilung Forschung

    Carol S. Carson

    Direktor, Abteilung Statistik

    Information und Liaison

    Thomas C. Dawson II

    Direktor, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

    Hiroyuki Hino

    Direktor, Regionalbüro Asien und Pazifik

    Flemming Larsen

    Direktor, Europa-Büros

    Reinhard Munzberg

    Direktor und Sonderbeauftragter für Handelsangelegenheiten bei den Vereinten Nationen, UN-Büro

    Unterstützende Dienstleistungen

    Margaret R. Kelly

    Direktor, Abteilung Humanressourcen

    Shailendra J. Anjaria

    Sekretär, Abteilung Sekretariat

    Brian C. Stuart

    Direktor, Abteilung Technologie und allgemeine

    Dienste

    Büros

    Barry Potter

    Direktor, Büro Haushalt und Planung

    Alain Coune

    Direktor, Büro Interne Revision und Inspektion

    Claire Liuksila

    Direktor, Büro für das Management der technischen Hilfe

    Montek Singh Ahluwalia

    Direktor, Unabhängiges Evaluierungsbüro

    Jeanette Morrison

    Leiter, Referat Redaktion und Verlag

    Führung des IWF und Jahresbericht

    Dieser Jahresbericht des Exekutivdirektoriums des IWF informiert über die Tätigkeiten des Direktoriums während des Geschäftsjahres vom 1. Mai 2002 bis zum 30. April 2003. Der größte Teil des Berichts besteht aus Zusammenfassungen von Direktoriumsaussprachen über die gesamten politischen und operativen Zuständigkeitsbereiche des IWF.

    Das Direktorium, das für die Führung der täglichen Geschäfte des IWF verantwortlich ist, setzt sich zusammen aus 24 Direktoren, die von den einzelnen Mitgliedsländern ernannt oder von Gruppen von Mitgliedsländern gewählt werden, und dem Geschäftsführenden Direktor, der den Vorsitz innehat. Das Direktorium tritt in der Regel mehrmals wöchentlich zusammen. Im Geschäftsjahr 2002/2003 widmete das Direktorium den größten Teil seiner Zeit Länderfragen und einen großen Teil der verbleibenden Zeit der globalen Wirtschafts- und Finanzüberwachung sowie wirtschaftspolitischen Themen.

    Das Direktorium führt seine Arbeiten im Wesentlichen auf der Basis von Unterlagen durch, die von der Leitung des IWF oder vom Mitarbeiterstab vorbereitet werden. Ein solches Stabspapier enthält normalerweise Hintergrundmaterial und -analysen der verschiedenen Aspekte des erörterten Themas und ersucht das Direktorium, zu den wichtigsten Fragen Stellung zu beziehen. Es kann auch Vorschläge der IWF-Geschäftsleitung präsentieren, wie das Direktorium und die Institution hinsichtlich einer Frage vorgehen sollten. Ein Stabspapier gibt die Haltung des Stabs und der Geschäftsleitung wieder, es entspricht aber nicht notwendigerweise der Position des IWF zu dem betreffenden Punkt. Das Direktorium kann der Analyse und den Vorschlägen zustimmen oder sie ablehnen. Die Position des IWF entspricht eher der des Direktoriums, wie sie sich in einem Beschluss zeigt oder in diesbezüglichen zusammenfassenden Erklärungen zum Ausdruck kommt (im IWF üblicherweise als „Zusammenfassung” bezeichnet). Ein großer Teil dieser Zusammenfassungen wird als Öffentliche Informationsmitteilungen (PINs) auf der Webseite des IWF veröffentlicht: www.imf.org.

    Das Exekutivdirektorium nimmt alle ihm übertragenen Befugnisse zur Führung der Geschäfte des IWF wahr, mit Ausnahme derjenigen, die im IWF-Übereinkommen dem Gouverneursrat, dem höchsten Organ des IWF, vorbehalten sind. Er setzt sich zusammen aus jeweils einem Gouverneur und einem Stellvertretenden Gouverneur für jedes Mitgliedsland. Der Gouverneur wird von dem Mitgliedsland ernannt und ist gewöhnlich der Finanzminister oder der Gouverneur der Zentralbank. Der Gouverneursrat tritt normalerweise einmal im Jahr zusammen.

    Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss des Gouverneursrates (früher der Interimsausschuss für das Internationale Währungssystem) ist ein beratendes Organ, das sich aus 24 Gouverneuren des IWF, Ministern oder anderen Amtsträgern vergleichbaren Ranges zusammensetzt, die die gleichen Stimmrechtgruppen repräsentieren, die auch im Exekutivdirektorium des IWF vertreten sind. Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss tritt in der Regel zweimal im Jahr zusammen, im April oder Mai und zur Zeit der Jahrestagung des Gouverneursrats im September oder Oktober. Zu seinen Zuständigkeiten gehört es, dem Exekutivdirektorium Anleitung von ministerieller Ebene zu geben und den Gouverneursrat zu unterrichten und zu beraten hinsichtlich des Managements und der Anpassung des internationalen Währungs- und Finanzsystems - einschließlich plötzlicher Störungen, die eine Bedrohung für das internationale Währungssystem darstellen könnten - sowie über Vorschläge zur Änderung des IWF-Übereinkommens.

    Der Entwicklungsausschuss (der Gemeinsame Ministerausschuss der Gouverneursräte von Weltbank und IWF für den Transfer realer Ressourcen an Entwicklungsländer) ist ein gemeinsames Organ von Weltbank und IWF und hat 24 Mitglieder - Finanzminister oder Amtsträger vergleichbaren Ranges. Er tagt in der Regel am Tag nach der Sitzung des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses.

    Begleitschreiben an den Gouverneursrat

    27. August 2003

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

    Gemäß Artikel XII Abschnitt 7 Buchstabe a des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds und gemäß Abschnitt 10 der Satzung des IWF habe ich die Ehre, dem Gouverneursrat den Jahresbericht des Exekutivdirektoriums für das am 30. April 2003 abgelaufene Geschäftsjahr vorzulegen. Im Einklang mit Abschnitt 20 der Satzung wird der vom Exekutivdirektorium für das am 30. April 2004 ablaufende Geschäftsjahr genehmigte Verwaltungs- und Kapitalhaushalt des IWF in Kapitel 9 vorgelegt. Die geprüften Jahresabschlüsse der Allgemeinen Abteilung, der SZR-Abteilung sowie der vom IWF verwalteten Konten für das am 30. April 2003 abgelaufene Geschäftsjahr werden zusammen mit den diesbezüglichen Berichten der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Anhang IX präsentiert.

    Horst Köhler

    Vorsitzender des Exekutivdirektoriums

    Inhalt

    Das Geschäftsjahr des IWF läuft vom 1. Mai 2002 bis zum 30. April 2003.

    Die Rechnungseinheit des IWF ist das SZR; die Umrechnungen von Finanzdaten des IWF in US-Dollar stellen nur Näherungswerte dar und werden wegen der einfachen Lesbarkeit angegeben. Am 30. April 2003 lag der SZR/US-Dollar-Wechselkurs bei 1 US-$ = 0,722589 SZR und der US-Dollar/SZR-Wechselkurs bei 1 SZR = 1,383913 US-$. Ein Jahr zuvor (am 30. April 2002) beliefen sich die Kurse auf 1 US-$ = 0,788826 SZR und 1 SZR = 1,267706 US-$.

    In diesem Bericht werden folgende Symbole verwendet:

    • … bedeutet, dass keine Angaben vorliegen;

    • — bedeutet, dass die Zahl gleich null oder weniger als die Hälfte der letzten angegebenen Stelle ist oder dass es den Posten nicht gibt;

    • – zwischen Jahreszahlen oder Monaten (zum Beispiel 1999-2000 oder Januar-Juni) bezeichnet die in einem Zeitraum enthaltenen Jahre oder Monate, einschließlich des ersten und letzten Jahres bzw. Monates;

    • / zwischen Jahreszahlen oder Monaten (zum Beispiel 1999/00) wird verwendet, um ein Fiskal- oder Geschäftsjahr anzugeben.

    In der englischen Fassung bedeutet „billion” eine Milliarde und „trillion” eine Billion; kleinere Abweichungen zwischen den zugrunde liegenden Zahlen und den daraus gebildeten Summen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

    Der in diesem Bericht verwendete Begriff „Land” bezieht sich nicht in allen Fällen auf ein nach internationalem Recht und Brauch als Staat definiertes Hoheitsgebiet. Der Begriff wird hier auch für einige Hoheitsgebiete benutzt, die keine Staaten sind, für die aber auf getrennter und unabhängiger Basis statistische Daten erhoben werden.

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