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Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 2002
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    Bilder auf dem Einband

    Im Uhrzeigersinn von oben

    • (1) Abbas Mirakhor, dienstältestes Mitglied des IWF-Exekutivdirektoriums (links), erörtert ein Thema mit dem Geschäftsführenden Direktor des IWF, Horst Köhler.

    • (2) Die IWF-Exekutivdirektoren (von links nach rechts) Wei Benhua, lan Bennett, A. Shakour Shaalan und Alexandre Barro Chambrier bei der Arbeit im Sitzungssaal des Direktoriums in der IWF-Zentrale in Washington.

    • (3) Lei Lei Myaing, Leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin im IWF-Institut, hilft einem Besucher, der an einem IWF-Ausbildungskurs teilnimmt. Das IWF-Institut bietet Kurse in Wirtschaftsanalyse und -politik für Beamte aus den Mitgliedstaaten.

    • (4) Die Direktorin der Abteilung Fiskalpolitik, Teresa Ter-Minassian, (Mitte) prüft die Arbeit einer Mission für technische Hilfe mit den Team-Mitgliedern George Tsibouris und Elena Frolia. (Für weitere Informationen über die technische Hilfe des IWF siehe Kapitel 7.)

    • (5) Die Erste Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des IWF, Anne Krueger, unterhält sich mit Exekutivdirektor J. de Beaufort Wijnholds. Die IWF-Exekutivdirektoren vertreten ein Land oder eine Ländergruppe. (Siehe Seiten viii-ix.)

    Höhepunkte

    Wahrung von Stabilität trotz Unsicherheiten

    Der IWF sah sich im Geschäftsjahr 2002 in einem ungewöhnlich unruhigen weltwirtschaftlichen Umfeld mit bedeutenden neuen Herausforderungen konfrontiert. Diese stellten erhöhte Anforderungen an die Institution in zwei ihrer zentralen Verantwortungsbereiche: Erhaltung der globalen wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität und Bekämpfung der Armut.

    Nach einer Phase starken Wachstums erlitt die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2001 eine weit verbreitete Konjunkturabschwächung. Gründe dafür waren erneute Korrekturen der Aktienkurse nach unten sowie steigende Energiepreise und die Straffung der Geldpolitik in den Industrieländern im Jahr 2000. Die bereits schwache Weltwirtschaft wurde zusätzlich belastet durch die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten am 11. September 2001, die einen beträchtlichen, wenn auch im Wesentlichen vorübergehenden Einfluss auf die wirtschaftliche Lage hatten. Anfang 2002 gab es, vor allem auf Grund der Zinssenkungen wichtiger Notenbanken, ermutigende Anzeichen für eine Erholung des Wachstums, obwohl in einer Reihe von Ländern nach wie vor ernsthafte Besorgnisse bestanden.

    Angesichts der vorhandenen Unsicherheiten setzte der IWF seine Arbeiten an der Reform des internationalen Währungssystems fort und konzentrierte sich weiter auf seine zentralen Verantwortungsbereiche, u.a. die Verhinderung von Finanzkrisen in den Mitgliedsländern.

    Im Folgenden werden einige der Höhepunkte der Arbeit des IWF im Geschäftsjahr 2002 dargestellt:

    Kreditvergabe des IWF

    Die reguläre und konzessionäre Kreditvergabe des IWF erhöhte sich in starkem Maße, da die konjunkturelle Abschwächung der Weltwirtschaft zu einer Verschärfung der Zahlungsbilanz-Schwierigkeiten mehrerer Mitgliedsländer beitrug, deren Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten eingeschränkt wurde.

    • Die Zusagen im Rahmen der regulären Darlebensfazilitäten des IWF – Bereitschaftskredit-Vereinbarungen und Erweiterte Kreditvereinbarungen (EFF) – haben sich im GJ 2002 verdreifacht, und zwar von 13,1 Mrd. SZR (fast 17 Mrd. $) im GJ 2001 auf 39,4 Mrd. SZR1 (nahezu 50 Mrd. $). Die größten Zusagen erfolgten im Rahmen der Bereitschaftskredit-Vereinbarungen mit Brasilien und der Türkei, die sich auf 12,1 Mrd. SZR bzw. 12,8 Mrd. SZR beliefen. Von dem Zusagevolumen für Brasilien wurden 10 Mrd. SZR im Rahmen der Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven (SRF) bereitgestellt. Ein wachsendes Volumen von Finanzierungszusagen des IWF wird heute als vorbeugende Zusage betrachtet, bei der die Darlehensnehmer mitteilen, dass sie nicht beabsichtigen, die zugesagten Mittel in Anspruch zu nehmen. Nur 16 der 34 bestehenden Bereitschaftsund Erweiterten Kreditvereinbarungen wurden in diesem Jahr tatsächlich in Anspruch genommen. Ende April 2002 beliefen sich die nicht in Anspruch genommenen Mittel auf 26,9 Mrd. SZR.

    • Die netto ungebundenen verwendbaren Mittel des IWF hatten Ende April 2002 einen Umfang von 64,7 Mrd. SZR (82 Mrd. $). Der Liquiditätskoeffizient (der Quotient aus netto ungebundenen verwendbaren Mitteln und den liquiden Verbindlichkeiten) erreichte 117% und blieb damit erheblich unter dem Vorjahreswert von 168%; er war aber mehr als dreieinhalb mal so hoch wie auf dem Tiefpunkt vor der Quotenerhöhung im Jahr 1999.

    • Im GJ 2002 erfolgte die konzessionäre Kreditvergabe zur Armutsbekämpfung weiterhin im Rahmen der Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) und der gemeinsamen Initiative von IWF und Weltbank für hochverschuldete arme Länder (HIPCs). Das Exekutivdirektorium billigte im Geschäftsjahr neun neue PRGF-Vereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Mrd. SZR und Auszahlungen in Höhe von 1,0 Mrd. SZR, verglichen mit 0,6 Mrd. SZR im GJ 2001. Ende April 2002 hatten 26 HIPC-berechtigte Mitglieder im Rahmen der erweiterten HIPC-Initiative und ein Land im Rahmen der ursprünglichen HIPC-Initiative den Entscheidungspunkt erreicht, und der IWF hatte Mittel in Höhe von 1,6 Mrd. SZR als Zuschüsse zugesagt und rund 0,7 Mrd. SZR ausgezahlt.

    Überwachung

    Der IWF überwacht die Wechselkurspolitik seiner Mitgliedsländer, um ein effektives Funktionieren des internationalen Währungssystems zu gewährleisten. Dazu führt er regelmäßig Gespräche mit den Mitgliedsländern über ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik und beobachtet ständig die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen auf Länder-, regionaler und globaler Ebene.

    • Das Exekutivdirektorium schloss im April 2002 die jüngste Zweijahresüberprüfung der Grundsätze und Durchführung der Überwacbungstätigkeit des IWF weitgehend ab. Das gegenwärtige System der Überwachung funktioniert gut. Es ist jedoch u.a. erforderlich, institutionelle und strukturelle Fragen stärker zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf den Finanzsektor, und die Analyse der Schuldentragfähigkeit zu verbessern.

    • Das Direktorium diskutierte im September 2001 die Rolle des IWF bei der Förderung eines offenen Handelssystems und der Handelsliberalisierung. Der IWF sollte sich für die Doha-Handelsrunde einsetzen, weiterhin handelspolitische Fragen im Kontext der Überwachung und IWF-unterstützter Programme ansprechen, durch seine technische Hilfe die Grundlage für die Handelsliberalisierung legen und eng mit der Welthandelsorganisation und der Weltbank zusammenarbeiten.

    Stärkung des internationalen Finanzsystems

    Seit der Mexikokrise von 1994/95 und der Asienkrise von 1997/98 wurde viel unternommen, um das internationale Finanzsystem sowie die Fähigkeit des IWF und seiner Mitglieder zur Krisenvorbeugung zu stärken. Außerdem wurden die Arbeiten zur Unterstützung von Ländern bei der Krisenbewältigung vorangetrieben.

    Reguläre und konzessionäre Kreditvergabe

    (Milliarden SZR, pro Geschäftsjahr)

    Liquiditätsquote des IWF

    (Prozent, am Ende des Geschäftsjahres)

    Insgesamt ausstehende IWF-Kredite

    (Milliarden SZR, am Ende des Geschäftsiahres)
    • Der IWF hat die Beobachtung der Anfälligkeit seiner Mitglieder für externe Krisen verstärkt durch aktualisierte Projektionen im World Economic Outlook, modellgestützte Frühwarnsysteme, detaillierte Analysen des Finanzierungsbedarfs der Länder, Marktinformationen sowie Beurteilungen der Anfälligkeit des Finanzsektors und der Ansteckungsrisiken.

    • Der IWF fördert die Transparenz der Politiken seiner Mitgliedsländer, erweitert die Kenntnisse der Öffentlichkeit über seine Geschäftspolitik und -tätigkeit und ruft nationale Behörden und die Öffentlichkeit zu Feedback auf. Auf seiner Webseite (www.imf.org) bietet der IWF eine Vielzahl von Informationen.

    • Im GJ 2002 überprüfte der IWF seine Initiative für Datenstandards und billigte ein Regelwerk für die Beurteilung der Datenqualität, das in die Berichte über die Einhaltung von Standards und Kodizes (ROSCs) integriert wird.

    • Zur Stärkung des Finanzsystems setzte der IWF die Durchführung der finanziellen „Gesundheitstests” im Rahmen des gemeinsamen IWF-Weltbank-Programms zur Bewertung des Finanzsektors (FSAP) fort. Bis zum April 2002 hatten 27 Länder ihre FSAP Teilnahme abgeschlossen, und weitere 50 Länder hatten ihre Teilnahme zugesagt.

    • Die Diskussionen über die Bewältigung von Finanzkrisen und die Rolle des Privatsektors wurden fortgesetzt. Ein Vierpunkteprogramm setzt folgende Ziele: Verbesserung der Fähigkeit des IWF, die Schuldentragfahigkeit eines Landes zu beurteilen; Klärung der Zugangspolitik für IWF-Mittel; Verbesserung der verfügbaren Instrumente zur Einbeziehung des Privatsektors in die Bewältigung von Finanzkrisen; sowie Prüfung eines geordneteren und transparenteren Rechtsrahmens für die Umstrukturierung von Staatsschulden. Gegen Ende 2001 und Anfang 2002 formulierte die Erste Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des IWF, Anne O. Krueger, Vorschläge für ein neues Verfahren zur Umstrukturierung von Staatsschulden.

    • Die Arbeiten des IWF zur Bekämpfung der Geldwäsche gewannen nach den Anschlägen vom 11. September an Bedeutung und wurden auf die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung ausgeweitet.

    Kreditvergabepolitik und Konditionalität

    Der IWF überprüft regelmäßig seine „Konditionalität” – d. h. die Bedingungen für seine finanzielle Unterstützung, um die Rückzahlung sicherzustellen und um zu gewährleisten, dass die außenwirtschaftliche Tragfähigkeit, die Finanzstabilität und ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum in dem kreditnehmenden Land wiederhergestellt werden – sowie seine Zugangspolitik für seine Finanzmittel.

    • Die jüngste Überprüfung der Konditionalität betonte, dass die Konditionalität in IWF-unterstützten Programmen in einer Weise angewendet werden muss, die die Reformbereitschaft stärkt. Sie sollte sich auf wirtschaftspolitische Maßnahmen konzentrieren, die von entscheidender Bedeutung für die Erreichung der makroökonomischen Zielvorgaben des Programms sind, und eine klarere Arbeitsteilung zwischen dem IWF und anderen Institutionen, insbesondere der Weltbank, beinhalten.

    • Nach der Überprüfung der Politik des Zugangs der Mitglieder zu seinen Finanzmitteln beschloss der IWF, die gegenwärtigen jährlichen und kumulativen Ziehungsobergrenzen beizubehalten, die Politik in Bezug auf einen höheren Zugang aber später zu überprüfen.

    Armutsbekämpfung

    Die Verringerung der Armut in einkommensschwachen Ländern stellt eine zentrale internationale Herausforderung dar, und der IWF spielt hier weiterhin seine Rolle. Neben der Kreditvergabe unternahm der IWF im GJ 2002 eine Reihe von Schritten, um seine Unterstützung für Reform- und Entwicklungsanstrengungen in einkommensschwachen Ländern zu verstärken und auszuweiten.

    • Der IWF erhielt Beiträge von fünf Mitgliedern in Höhe von insgesamt rund 7 Mio. SZR, um den Gebührensatz der Notfallhilfe für Länder nach der Beendigung von Konflikten zu subventionieren.

    • IWF und Weltbank überprüften gemeinsam den Ansatz des Strategiedokuments zur Armutsbekämpfung (PRSP), der zusammen mit einer soliden Wirtschaftspolitik zu dauerhaftem Wachstum, zur Verringerung der Armut und zur Verwirklichung der Millennium-Entwicklungsziele der VN führen soll.

    • Der IWF unterstützte – gemeinsam mit der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank und der EBWE – eine Initiative, die sieben einkommensschwachen Ländern der GUS helfen soll, das Wachstum und die Armutsbekämpfung zu beschleunigen.

    • Bei einer Überprüfung der PRGF im März 2002 wurde die Notwendigkeit weiterer Fortschritte betont. Dies gilt für die Gestaltung von Maßnahmen zur Verstärkung eines den Armen zugute kommenden Wachstums, die Verbesserung der Qualität und Effizienz der staatlichen Ausgaben, die Koordinierung der Programmgestaltung mit der Weltbank und die Verbesserung der Kommunikation mit Behörden, Gebern und der Zivilgesellschaft in PRGF-Ländern.

    • Der IWF überprüfte den Stand der HIPC-Initiative und die Fortschritte bei der langfristigen externen Schuldentragfähigkeit. Gegen Ende des Jahres hatten die HIPC-Länder Zusagen in Höhe von 40 Mrd. $ (auf nominaler Basis) für eine Schuldenerleichterung erhalten.

    Technische Hilfe und Ausbildung

    Die technische Hilfe des IWF unterstützt die überwachungs- und programmbezogenen Aktivitäten der Institution und hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Die Empfehlungen im Rahmen des FSAP, die Anwendung von internationalen Standards, die Überprüfung von Indikatoren für die HIPC-Initiative sowie die Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung haben zu einer steigenden Zahl von Anträgen auf technische Unterstützung geführt.

    • Im Verlauf des Jahres wurde das Regionale IWF-Zentrum für technische Hilfe im karibischen Raum eingerichtet. Ende 2002 werden in Ost- und Westafrika zwei weitere Zentren im Rahmen der IWF-Initiative für den Aufbau der Kapazitäten in Afrika eröffnet.

    • Das IWF-Institut hat das Ausbildungsangebot im Vergleich zum Geschäftsjahr 2001 um etwa 9% erhöht. Durch die Eröffnung des Gemeinsamen regionalen Ausbildungszentrums für Lateinamerika hat sich die Anzahl solcher regionaler Zentren auf fünf erhöht.

    Neue Zusagen im Rahmen der PRGF*

    (Millionen SZR, pro Geschäftsjahr)

    * Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität; bis November 1999 Erweiterte Strukturanpassungsfazilität genannt.

    Technische Hilfe

    (Nach Funktion, Prozent der Gesamtressourcen in Arbeitsjahren, GJ 2002)

    Schuldenstand der HIPC-Länder**

    (Barwert der Schulden in Milliarden US-$ – am Entscheidungspunkt)

    ** Länder, die ihren Entscheidungspunkt bis zum 30. April 2002 erreicht haben.

    Organisation, Haushalt und Mitarbeiterstab

    Im GJ 2002 gab es einige bedeutende Änderungen im IWF.

    • Der IWF verabschiedete den Ersten Stellvertretenden Geschäftsfuhrenden Direktor, Stanley Fischer, und den Wirtschaftsberater und Direktor der Forschungsabteilung, Michael Mussa, und begrüßte als ihre Nachfolger Anne Krueger und Kenneth Rogoff. Jack Boorman, der sein Amt als Direktor der Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik (PDR) niederlegte, behielt seine Position als Berater und wurde Sonderberater des Geschäftsfuhrenden Direktors. Sein Nachfolger als Direktor der Abteilung PDR wurde Timothy Geithner. Gerd Häusler kam zum Fonds als Berater und Direktor der neuen Abteilung Internationale Kapitalmärkte, die im GJ 2002 gegründet wurde.

    • Das Unabhängige Evaluierungsbüro nahm seine Arbeit auf.

    • Der interne Budgetprozess des IWF wurde durch eine Gruppe externer Experten überprüft, die eine Reihe von Empfehlungen vorlegten. Einige wurden bereits umgesetzt, andere Änderungen werden in den Geschäftsjahren 2003 und 2004 eingeführt werden.

    * * *

    Nach Abschluss des Geschäftsjahres, am 23. Juli 2002, wurde die Demokratische Republik Osttimor das 184. Mitglied im IWF.

    Geschäftsführender Direktor und Stellvertretende Geschäftsführende Direktoren

    Stand vom 30. April 2002

    Botschaft des Geschäftsführenden Direktors

    Im vergangenen Jahr hat das internationale Finanzsystem eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt angesichts der starken Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums, einer fundamentalen Neubewertung des Technologie- und Telekommunikationssektors an den Aktienmärkten sowie der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten. Ein Großteil der Anerkennung dafür gebührt den entschlossenen Maßnahmen in den Vereinigten Staaten und anderen Industrieländern, einschließlich der koordinierten Schritte der Zentralbanken, Bankenaufseher und privaten Finanzinstitute zum Schutz der Banken- und Zahlungsverkehrssysteme nach den Anschlägen vom 11. September. Wichtig war auch, dass die Mitglieder des IWF im vergangenen November in Ottawa zusammentrafen, um einen kooperativen Ansatz für die Stärkung der Weltwirtschaft zu formulieren.

    Seither hat zwar ein Wirtschaftsaufschwung eingesetzt, es bestehen aber noch Unsicherheiten und Risiken. Die fortgeschrittenen Industrieländer müssen eine Führungsrolle einnehmen, Maßnahmen zur Verbesserung der Aussichten für ein dauerhaftes Wachstum ihrer eigenen Volkswirtschaften ergreifen und ein Vorbild sein bei den Bemühungen, die Globalisierung so zu gestalten, dass alle davon profitieren.

    Die Asienkrise von 1997/98 hat eine kritische Debatte über den Prozess der Globalisierung und die Reform der internationalen Finanzarchitektur ausgelöst. Wir sind zwar noch mitten in der Debatte, aber die daraus gezogenen Lehren haben schon zu bedeutenden Reformen geführt. Der IWF ist offener und transparenter geworden. Wir haben daran gearbeitet, die Konditionalität zu straffen und die Reformbereitschaft zu fördern. Wir verbessern die Fähigkeiten des IWF zur Vorbeugung und Bewältigung von Krisen. Um die Instrumente für die Krisenbewältigung zu verbessern, setzen wir uns ein für die Verwendung von Sammelklageklauseln in Kreditverträgen und haben die Schaffung eines Verfahrens zur Umstrukturierung von Staatsschulden vorgeschlagen. Wir verstärken außerdem die Zusammenarbeit mit der Weltbank und anderen internationalen Institutionen, um eine gute Arbeitsteilung zu gewährleisten. Zusammen mit der Weltbank haben wir ein umfassendes Programm zur Bewertung der Stärken und Schwächen der Finanzsektoren in unseren Mitgliedsländern eingeleitet. Außerdem haben der IWF und andere internationale Institutionen im vergangenen Jahr ihre Arbeit zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung verstärkt.

    Die Überwachung der Kapitalmärkte und die Beurteilung der Systemanfälligkeit wurde durch unsere neue Abteilung Internationale Kapitalmärkte und deren vierteljährliche Berichte über die globale Finanzstabilität verstärkt. Die jüngsten Skandale im Bereich des Rechnungswesens und der Unternehmensführung haben die Notwendigkeit unterstrichen, den in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften aufkommenden Risiken und Anfälligkeiten eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken und die Angemessenheit der gegenwärtigen Regulierungssysteme zu untersuchen. Unsere Arbeit an international anerkannten Standards und Kodizes, die dazu beiträgt, neue Spielregeln für die Weltwirtschaft einzuführen, kann ein Element in diesem Prozess darstellen.

    Der IWF spielt eine aktive Rolle bei den Anstrengungen zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele. Bei meinen Gesprächen mit politischen Führern, Geschäftsleuten und der Zivilgesellschaft in einkommensschwachen Ländern war ich tief beeindruckt von der Bereitwilligkeit, Verantwortung für die Beseitigung der hausgemachten Ursachen der Armut zu übernehmen. Es ist besonders ermutigend, dass die afrikanischen Führer eine gute Regierungsführung, eine solide Wirtschaftspolitik und eine höhere Handels- und Investitionstätigkeit zu Ecksteinen ihrer Neuen Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (NEPAD) gemacht haben. Der Prozess der Strategiedokumente zur Armutsbekämpfung (PRSP) wird als praktikabler Weg zur Umsetzung dieses Ansatzes anerkannt. Der IWF wird auch in Zukunft einkommensschwache Länder mit Politikberatung, Finanzhilfe, Schuldenerleichterungen im Rahmen der HIPC-Initiative und technischer Hilfe, einschließlich regionaler Zentren für technische Hilfe zum Aufbau von Institutionen in Afrika, der Karibik und der Pazifikregion, unterstützen.

    Die Bekämpfung der Armut darf nicht vernachlässigt werden, die Ausweitung der Handelsmöglichkeiten stellt jedoch eindeutig die beste Form der Hilfe zur Selbsthilfe dar. Sie ebnet den Weg zu einer größeren Eigenständigkeit und dient fortgeschrittenen Staaten und Entwicklungsländern gleichermaßen. Die Beseitigung von handelsverzerrenden Subventionen, nicht zuletzt für Agrarerzeugnisse, und die Öffnung der Märkte durch fortgeschrittene Staaten und Entwicklungsländer sind von zentraler Bedeutung für die Aussichten auf kräftiges globales Wachstum und Wohlstand, an dem alle teilhaben.

    Exekufivdirektorium

    stand vom 30. April 2002

    Leitendes Personal

    Stand vom 30. April 2002

    Jack Boorman*

    Berater und Sonderberater des

    Geschäftsführenden Direktors

    Gerd Häusler*

    Berater

    Kenneth S. Rogoff*

    Wirtschaftsberater

    Abdoulaye Bio-Tchané

    Direktor, Abteilung Afrika

    Yusuke Horiguchi

    Direktor, Abteilung Asien und Pazifik

    Michael C. Deppler

    Direktor, Abteilung Europa I

    John Odling-Smee

    Direktor, Abteilung Europa II

    Thomas C. Dawson II

    Direktor, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

    Teresa M. Ter-Minassian

    Direktor, Abteilung Fiskalpolitik

    Margaret R. Kelly

    Direktor, Abteilung Humanressourcen

    Mohsin S. Khan

    Direktor, IWF-Institut

    Gerd Häusler

    Direktor, Abteilung Internationale Kapitalmärkte

    François P. Gianviti

    Direktor, Abteilung Recht

    Paul Chabrier

    Direktor, Abteilung Naher Osten

    Stefan Ingves

    Direktor, Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik

    Timothy F. Geithner

    Direktor, Abteilung Entwicklung und

    Überprüfung der Wirtschaftspolitik

    Kenneth S. Rogoff

    Direktor, Abteilung Forschung

    Shailendra J. Anjaria

    Sekretär, Abteilung Sekretariat

    Carol S. Carson

    Direktor, Abteilung Statistik

    Brian C. Stuart

    Direktor, Abteilung Technologie und allgemeine Dienste

    Eduard Brau

    Direktor, Abteilung Finanzen

    Claudio M. Loser

    Direktor, Abteilung Westliche Hemisphäre

    Barry Potter

    Direktor, Büro Haushalt und Planung

    Rafael Muñoz

    Direktor, Büro Interne Revision und Inspektion

    Claire Liuksila

    Direktor, Büro für das Management der technischen Hilfe

    Kunio Saito

    Direktor, Regionalbüro Asien und Pazifik

    Flemming Larsen

    Direktor, Europa-Büro (Paris)

    Grant B. Taplin

    Amtierender Direktor und Sonderbeauftragter für Handelsangelegenheiten, Büro in Genf

    Reinhard Munzberg

    Direktor und Sonderbeauftragter bei den Vereinten Nationen, VN-Büro

    Montek Singh Ahluwalia

    Direktor, Unabhängiges Evaluierungsbüro

    Jeanette Morrison

    Leiter, Referat Redaktion und Verlag

    Begleitschreiben an den Gouverneursrat

    28. August 2002

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

    Gemäß Artikel XII Abschnitt 7 Buchstabe a des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds und gemäß Abschnitt 10 der Satzung des IWF habe ich die Ehre, dem Gouverneursrat den Jahresbericht des Exekutivdirektoriums für das am 30. April 2002 abgelaufene Geschäftsjahr vorzulegen. Im Einklang mit Abschnitt 20 der Satzung wird der vom Exekutivdirektorium für das am 30. April 2003 ablaufende Geschäftsjahr genehmigte Verwaltungs- und Kapitalhaushalt des IWF in Kapitel 8 vorgelegt. Die geprüften Jahresabschlüsse für das am 30. April 2002 abgelaufene Geschäftsjahr der Allgemeinen Abteilung, der SZR-Abteilung sowie der vom IWF verwalteten Konten werden zusammen mit den diesbezüglichen Berichten der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Anhang IX präsentiert.

    Mit vorzüglicher Hochachtung

    Horst Köhler

    Vorsitzender des Exekutivdirektoriums

    Gouverneursrat, Exekutivdirektorium, Internationaler Währungs- und Finanzausschuss und Entwicklungsausschuss

    Der Gouverneursrat ist das höchste Entscheidungsorgan des IWF und setzt sich zusammen aus jeweils einem Gouverneur und einem Stellvertretenden Gouverneur für jedes Mitgliedsland. Der Gouverneur wird von dem Mitgliedsland ernannt und ist gewöhnlich der Finanzminister oder der Gouverneur der Zentralbank. Alle Befugnisse des IWF liegen beim Gouverneursrat. Der Gouverneursrat kann diese bis auf einige nicht delegierbare Rechte dem Exekutivdirektorium übertragen. Der Gouverneursrat tritt normalerweise einmal im Jahr zusammen.

    Das Exekutivdirektorium (das Direktorium) ist verantwortlich für die Führung der täglichen Geschäfte des IWF. Es setzt sich zusammen aus 24 Direktoren, die von den einzelnen Mitgliedsländern ernannt oder von Gruppen von Mitgliedsländern gewählt werden, und dem Geschäftsfuhrenden Direktor, der den Vorsitz innehat. Das Direktorium tritt in der Regel mehrmals wöchentlich zusammen und fuhrt seine Arbeiten im Wesentlichen auf der Basis von Unterlagen durch, die von der Leitung des IWF oder vom Mitarbeiterstab vorbereitet werden. Im Geschäftsjahr 2002 widmete das Direktorium etwa 70% seiner Zeit Länderfragen (regelmäßigen Länderkonsultationen sowie Überprüfungen und Genehmigungen von Kreditvereinbarungen) und den größten Teil der verbleibenden Zeit der globalen Überwachung und wirtschaftspolitischen Themen (wie den weltwirtschaftlichen Aussichten, den Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten, den Finanzmitteln des IWF, der Architektur des internationalen Währungs- und Finanzsystems und der Rolle des IWF, der Schuldenlage der hochverschuldeten Länder sowie Fragen im Zusammenhang mit den Fazilitäten des IWF und der Gestaltung von Anpassungsprogrammen).

    Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss des Gouverneursrates (früher der Interimsausschuss für das Internationale Währungssystem) ist ein beratendes Organ, das sich aus 24 Gouverneuren des IWF, Ministern oder anderen Amtsträgern vergleichbaren Ranges, zusammensetzt, die die gleichen Wahlrechtgruppen repräsentieren, die auch im Exekutivdirektorium vertreten sind. Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss tritt in der Regel zweimal im Jahr zusammen, im April oder Mai und zur Zeit der Jahresversammlung des Gouverneursrats im September oder Oktober. Zu seinen Zuständigkeiten gehört es, dem Exekutivdirektorium Anleitung von ministerieller Ebene zu geben und den Gouverneursrat zu unterrichten und zu beraten hinsichtlich des Managements und der Anpassung des internationalen Währungs- und Finanzsystems – einschließlich plötzlicher Störungen, die eine Bedrohung für das internationale Währungssystem darstellen könnten – sowie über Vorschläge zur Änderung des IWF-Übereinkommens.

    Der Entwicklungsausschuss (der Gemeinsame Ministerausschuss der Gouverneursräte von Weltbank und IWF für den Transfer realer Ressourcen an Entwicklungsländer) hat 24 Mitglieder – Finanzminister oder Amtsträger vergleichbaren Ranges – und tagt in der Regel am Tag nach der Sitzung des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses. Er unterrichtet und berät die Gouverneursräte der Weltbank und des IWF über alle Aspekte des Transfers realer Ressourcen an Entwicklungsländer.

    Inhalt

    Anmerkung: Der Anhang erscheint im englischen Originaldruck. Alle Verweise auf Textstellen oder Tabellen im Anhang beziehen sich auf englische Seitenzahlen.

    Anmerkung

    Dieser Jahresbericht des Exekutivdirektoriums des IWF informiert über die Tätigkeiten des Direktoriums während des Geschäftsjahres vom 1. Mai 2001 bis zum 30. April 2002. Der größte Teil des Berichts besteht aus Zusammenfassungen von Direktoriumsaussprachen über die gesamten politischen und operativen Zuständigkeitsbereiche des IWF. Die Aus sprachen stützen sich auf Vorlagen, die vom Mitarbeiterstab erstellt worden sind. Ein solches Stabspapier enthält normalerweise Hintergrundmaterial und -analysen der verschiedenen Aspekte des erörterten Themas und ersucht das Direktorium, zu den wichtigsten Fragen Stellung zu beziehen. Es kann auch Vorschläge der IWF-Geschäftsleitung präsentieren, wie das Direktorium und die Institution hinsichtlich einer Frage vorgehen sollten. Ein Stabspapier gibt die Haltung des Stabs und der Geschäftsleitung wieder, es entspricht aber nicht notwendigerweise der Position des IWF zu dem betreffenden Punkt. Das Direktorium kann der Analyse und den Vorschlägen zustimmen oder sie ablehnen. Die Position des IWF entspricht eher der des Direktoriums, wie sie sich in einem Beschluss zeigt oder in diesbezüglichen zusammenfassenden Erklärungen zum Ausdruck kommt (im IWF üblicherweise als „Zusammenfassung” bezeichnet).

    Die Rechnungseinheit des IWF ist das SZR; die Umrechnungen von Finanzdaten des IWF in US-Dollar stellen nur Näherungswerte dar und werden wegen der einfacheren Lesbarkeit angegeben. Am 30. April 2002 lag der SZR/US-Dollar-Wechselkurs bei 1 US-$ = 0,788826 SZR und der US-Dollar/SZR-Wechselkurs bei 1 SZR = 1,267706 US-$. Ein Jahr zuvor (am 30. April 2001) beliefen sich die Kurse auf 1 US-$ = 0,7900204 SZR und 1 SZR = 1,26579 US-S.

    In diesem Bericht werden die folgenden Symbole verwendet:

    … bedeutet, dass keine Angaben vorliegen;

    — bedeutet, dass die Zahl gleich null oder weniger als die Hälfte der letzten angegebenen Stelle ist oder dass es den Posten nicht gibt;

    In der englischen Fassung bedeutet „billion” eine Milliarde und „trillion” eine Billion.

    Kleinere Abweichungen zwischen den zugrunde liegenden Zahlen und den daraus gebildeten Summen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

    Der in diesem Bericht verwendete Begriff „Land” bezieht sich nicht in allen Fällen auf ein nach internationalem Recht und Brauch als Staat definiertes Hoheitsgebiet. Der Begriff wird hier auch für einige Hoheitsgebiete benutzt, die keine Staaten sind, für die aber auf getrennter und unabhängiger Basis statistische Daten erhoben werden.

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