Front Matter

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Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
September 2000
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    ISSN 0250-7528

    ISBN 1-55775-954-5

    IWF-Höhepunkte Geschäftsjahr 2000

    Die öffentliche Debatte über die Rolle der internationalen Finanzinstitutionen in der sich wandelnden Weltwirtschaft verstärkte sich im Geschäftsjahr 20001, und der IWF hat sich angepasst, in dem Bemühen, den Bedürfnissen seiner Mitgliedsländer entgegenzukommen. Er unterstützte seine Mitglieder dabei, von der wirtschaftlichen Globalisierung zu profitieren – und sie zu bewältigen. Er erzielte beeindruckende Fortschritte bei seiner eigenen Transparenz durch Veröffentlichung von Informationen in einem noch nicht da gewesenen Umfang über die Politik seiner Mitgliedsländer und deren IWF-gestützte Reformprogramme sowie über seine eigenen Operationen und seine Finanzlage – ein Großteil davon auf der externen Website des IWF. Im Folgenden werden einige der Höhepunkte des Jahres aufgeführt:

    • Die reguläre und konzessionäre Kreditvergabe des IWF sank im Geschäftsjahr 2000 von ihrem außergewöhnlich hohen Niveau im Geschäftsjahr 1999. Die Ziehungen der Mitglieder im Rahmen der regulären Politiken und Fazilitäten fielen von 21,4 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 1999 auf 6,3 Mrd. SZR2. Dies war teilweise darauf zurückzuführen, dass in einigen aufstrebenden Marktwirtschaften – besonders den asiatischen Krisenländern mit IWF-gestützten Reformprogrammen – die Erholung rascher stattfand als man erwartet hatte. Unter der konzessionären Fazilität des IWF für arme Länder sanken die Ziehungen auf 0,5 Mrd. SZR, verglichen mit 0,8 Mrd. SZR im Geschäftsjahr 1999.

    • Das ausstehende Kreditvolumen des IWF fiel am Ende des Geschäftsjahres 2000 netto auf 50,4 Mrd. SZR gegenüber 67,2 Mrd. SZR ein Jahr zuvor. Auf Grund der reduzierten Kreditvergabe und eines hohen Niveaus an planmäßigen und vorzeitigen Rückzahlungen stieg die Liquiditätsquote des IWF auf 153,1 % am Ende des Geschäftsjahres 2000 und näherte sich damit dem Wert vor der asiatischen Finanzkrise.

    • Der IWF verstärkte im Geschäftsjahr 2000 seine Überwachung (Aufsicht) der Politikmaßnahmen seiner Mitglieder, indem er den Umfang der behandelten Fragen erweiterte und die globale und regionale Überwachung intensivierte. Eine externe Bewertung der Überwachung beleuchtete die Frage, ob sich die IWF-Überwachung wieder stärker auf solche Kernfragen wie die Wechselkurspolitik und damit verbundene makroökonomische Politikmaßnahmen konzentrieren sollte. Diese Frage wurde zusammen mit anderen auch bei der regulären IWF-internen Überprüfung der Überwachung im März 2000 erörtert.

    • Im Rahmen weiterer Bemühungen zu erfahren, wie die Operationen und Politikmaßnahmen des IWF von außen betrachtet werden, gab das Exekutivdirektorium eine externe Überprüfung der IWF-Forschungsaktivitäten in Auftrag, die im Geschäftsjahr 2000 abgeschlossen wurde, sowie eine externe Bewertung der IWF-Formeln zur Berechnung der Quotenanteile der Mitgliedsländer. Der IWF beschloss weiterhin, zur Ergänzung eine unabhängige Prüfstelle einzurichten.

    • Der IWF ergriff im Geschäftsjahr 2000, zusammen mit anderen internationalen und regionalen Institutionen und Gruppen, Maßnahmen zur Stärkung der globalen Finanzarchitektur, vor allem um mögliche künftige Finanzkrisen zu verhindern oder besser zu bewältigen. Fortschritte wurden erzielt bei der:

      • Transparenz. Die Mitgliedsländer gaben mehr Informationen über die Bewertungen ihrer Politiken durch IWF-Stab und -Direktorium frei, und der IWF veröffentlichte mehr Informationen über seine Operationen und seine Finanzposition.

      • Umsetzung und Überwachung der Einhaltung von Standards und Verfahrenskodizes für die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Mitgliedsländer.

      • Hilfe für Länder, ihre Finanzsysteme zu stärken. Der IWF und die Weltbank schufen ein experimentelles Programm zur detaillierten Bewertung der Finanzsysteme von Mitgliedsländern.

      • Bewertung von Anfälligkeiten und Risiken auf nationaler und internationaler Ebene durch Verbesserung von Datenqualität und Berichterstattung.

      • Einbeziehung des Privatsektors bei der Verhütung und Bewältigung von Finanzkrisen. Die Arbeit an der Weiterentwicklung eines einsetzbaren Konzepts zur Sicherung einer solchen Einbeziehung wird weitergeführt.

      • Reform seiner Kreditfazilitäten. Der IWF hat vier Fazilitäten abgeschafft, die nicht mehr nützlich waren – und ließ außerdem die vorübergehende Jahr-2000-Fazilität (für mögliche Computerprobleme) auslaufen. Er begann außerdem eine Überprüfung des gesamten Spektrums seiner Fazilitäten, einschließlich der Erwägung von Änderungen an der Vorsorglichen Kreditlinie (CCL).

    Reguläre und konzessionäre Kreditvergabe

    (Milliarden SZR, pro Geschäftsjahr)

    Netto ausstehende IWF-Kredite

    (Milliarden SZR, am Ende des Geschäftsjahres)

    Zusagen im Rahmen der PRGF1

    (Millionen SZR, pro Geschäftsjahr)

    1Bis November 1999 unter dem Namen Erweiterte Strukturanpassungsfazilität bekannt.

    • In Zusammenarbeit mit der Weltbank verlieh der IWF der Armutsbekämpfung eine zentrale Rolle bei seiner Unterstützung für die Reformanstrengungen der armen Länder, was seinen Niederschlag in der konzessionären Kreditvergabe des IWF im Rahmen der neuen Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) findet. Darin werden wachstumsorientierte Stabilisierungs- und Reformprogramme ausdrücklich mit gezielten Armutsbekämpfungs-Programmen verbunden, die vom Mitgliedsland in Zusammenarbeit mit seiner Zivilgesellschaft sowie bilateralen und multilateralen Gebern entwickelt werden. Die Kreditvergabe zur Unterstützung sozialer Programme fällt in den Zuständigkeitsbereich der Weltbank und der regionalen Entwicklungsbanken. Ende des Geschäftsjahres 2000 hatte der IWF unter der PRGF 3,5 Mrd. SZR an 31 Länder zugesagt.

    • Der IWF und die Weltbank erweiterten ihre gemeinsame Strategie zum Abbau der Schuldenlast der hochverschuldeten armen Länder durch das Angebot einer weitergehenden, umfassenderen und rascheren Schuldenerleichterung für Länder, die eine solide Wirtschaftspolitik betreiben. Bis Ende des Geschäftsjahres 2000 konnten sich 37 Länder für Hilfen unter der erweiterten „HIPC-Initiative” qualifizieren; zu diesem Zeitpunkt hatte der IWF 467 Mio. SZR an neun Länder zugesagt.

    • Bei der Sicherung der Finanzierung, die für PRGF-Operationen und die erweiterte HIPC-Initiative benötigt wird, wurden Fortschritte erzielt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2000 waren 60 % der von Mitgliedsländern zugesagten Beiträge entweder eingegangen oder wurden ausgezahlt, und der IWF hatte einen Teilbetrag seines Anteils an der Finanzierung durch Transaktionen mit einem Teil seines Goldbestandes außerhalb des regulären Goldmarktes aufgebracht.

    • Der IWF reagierte auf Fälle von Angabe falscher Informationen und Verdacht auf Missbrauch seiner Finanzmittel, indem er den Anwendungsbereich und den Einsatz rechtlicher Mittel gegen irreführende Berichterstattung ausweitete und indem er die Sicherungen für die Inanspruchnahme seiner Mittel stärkte.

    • Technische Hilfe und Ausbildung wurden im Geschäftsjahr 2000 mit hohem Engagement fortgesetzt. Dabei spielte die Nachfrage, die mit den Bemühungen zur Stärkung der globalen Finanzarchitektur einherging, eine große Rolle. Das Exekutivdirektorium veröffentlichte seine erste Grundsatzerklärung über technische Hilfe, und der IWF errichtete mit Mitgliedsländern in Asien, Afrika und dem Nahen Osten gemeinsame Ausbildungsinstitute und -programme.

    • Im Geschäftsjahr 2000 gab es wesentliche Änderungen in der Geschäftsleitung des IWF. Am 23. März 2000 ernannte das Exekutivdirektorium den Deutschen Horst Köhler zum neuen Geschäftsführenden Direktor, und er nahm seine Arbeit am 1. Mai 2000 auf. Sein Vorgänger, der Franzose Michel Camdessus, verließ den IWF, nach 13 Dienstjahren, im Februar 2000. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2000 verließ Alassane Ouattara aus Côte d’Ivoire, ehemaliger Stellvertretender Geschäftsführender Direktor, den IWF nach Ablauf seiner Amtszeit. Im Anschluss daran wurde der Chilene Eduardo Aninat zum Stellvertretenden Geschäftsführenden Direktor ernannt.

    Unterstützung im Rahmen der HIPC-Initiative

    (Millionen SZR, pro Geschäftsjahr)

    Hinweis: Einschließlich Beträge, die vorbehaltlich zufriedenstellender Zusicherungen anderer Gläubiger zugesagt werden.

    Technische Hilfe im Geschäftsjahr 2000

    (Prozent der gesamten für technische Hilfe eingesetzten Ressourcen in effektiven Personenjahren)

    Begleitschreiben

    Begleitschreiben an den Gouverneursrat

    20. Juli 2000

    Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

    Gemäß Artikel XII Abschnitt 7 Buchstabe a des Übereinkommens über den Internationalen Währungsfonds und gemäß Abschnitt 10 der Satzung des IWF habe ich die Ehre, dem Gouverneursrat den Jahresbericht des Exekutivdirektoriums für das am 30. April 2000 abgelaufene Geschäftsjahr vorzulegen. Im Einklang mit Abschnitt 20 der Satzung wird der vom Exekutivdirektorium für das am 30. April 2001 ablaufende Geschäftsjahr genehmigte Verwaltungs- und Kapitalhaushalt des IWF in Kapitel 8 vorgelegt. Die geprüften Jahresabschlüsse für das am 30. April 2000 abgelaufene Geschäftsjahr der Allgemeinen Abteilung, der SZR-Abteilung sowie der vom IWF verwalteten Konten werden zusammen mit den diesbezüglichen Berichten der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Anhang IX präsentiert.

    Mit vorzüglicher Hochachtung

    Horst Köhler

    Vorsitzender

    des Exekutivdirektoriums

    Exekutivdirektorium

    Stand vom 30. April 2000

    Leitendes Personal

    Michael Mussa

    Berater in Volkswirtschaftlichen Fragen

    G.E. Gondwe

    Direktor, Abteilung Afrika

    Yusuke Horiguchi

    Direktor, Abteilung Asien und Pazifik

    Jack Boorman

    Direktor, Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik

    Michael C. Deppler

    Direktor, Abteilung Europa I

    John Odling-Smee

    Direktor, Abteilung Europa II

    Eduard Brau

    Direktor, Abteilung Finanzen

    Vito Tanzi

    Direktor, Abteilung Fiskalpolitik

    Michael Mussa

    Direktor, Abteilung Forschung

    Stefan Ingves

    Direktor, Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik

    Margaret R. Kelly

    Direktor, Abteilung Humanressourcen

    Mohsin S. Khan

    Direktor, IWF-Institut

    Paul Chabrier

    Direktor, Abteilung Naher Osten

    Thomas C. Dawson II

    Direktor, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

    François P. Gianviti

    Direktor, Abteilung Recht

    Shailendra Anjaria

    Sekretär, Abteilung Sekretariat

    Carol S. Carson

    Direktor, Abteilung Statistik

    Brian C. Stuart

    Direktor, Abteilung Technologie und Allgemeine Dienste

    Claudio M. Loser

    Direktor, Abteilung Westliche Hemisphäre

    Ernst-Albrecht Conrad

    Direktor, Büro Haushalt und Planung

    Rafael Muñoz

    Direktor, Büro Interne Revision und Inspektion

    Kunio Saito

    Direktor, Regionalbüro Asien und Pazifik

    Flemming Larsen

    Direktor, Europa-Büro (Paris)

    Grant B. Taplin

    Amtierender Direktor und Sonderbeauftragter für Handelsangelegenheiten, Büro in Genf

    Reinhard Munzberg

    Direktor und Sonderbeauftragter bei den Vereinten Nationen, UN-Büro

    David M. Cheney

    Leiter, Referat Redaktion und Verlag

    Ehemaliger Geschäftsführender Direktor

    Januar 1987–Februar 2000

    Michel Camdessus

    Im Kommunique des Internationalen Währungsund Finanzausschusses vom April 2000 „dankten die Mitglieder des Ausschusses Michel Camdessus einhellig für die visionäre Kraft, das Geschick und die Energie, mit der er den IWF als Geschäftsführender Direktor 13 Jahre hindurch in einer Zeit beispielloser Herausforderungen geführt hat. Während dieses Zeitraums wurde die internationale monetäre und finanzielle Zusammenarbeit durch die zunehmende Offenheit der Weltwirtschaft, die rasche Ausbreitung von markwirtschaftlichen Grundsätzen in großen Teilen der Welt, Finanzkrisen von unerwarteter Heftigkeit und Breite und die wachsende Gefahr der Marginalisierung der ärmsten Volkswirtschaften schweren Prüfungen ausgesetzt. Unter seiner Führung setzte sich der IWF viele neue Ziele: Stärkung der Überwachung; Beginn größerer Offenheit und Transparenz; sowie Einführung neuer Finanzfazilitäten, um die Schuldenkrise der achtziger und die Finanzkrisen der neunziger Jahre lösen zu helfen und um durch die Schaffung der Erweiterten Strukturanpassungsfazilität (jetzt Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität) die Integration der einkommensschwachen Mitglieder des IWF in die Weltwirtschaft zu unterstützen und zu erhalten. Die Mitglieder des Ausschusses möchten ihre tiefe Anerkennung für die vielen Beiträge von Michel Camdessus, die immer durch seinen persönlichen Enthusiasmus und Optimismus gekennzeichnet waren, und für seine charakteristische Mischung aus Verpflichtung zu finanzieller Disziplin und hingebungsvollem Einsatz zur Linderung der Not der Schwächsten zum Ausdruck bringen.”

    Inhalt

    Vorbemerkungen

    Dieser Jahresbericht des Exekutivdirektoriums des IWF informiert über die Tätigkeiten des Direktoriums während des Geschäftsjahres vom 1. Mai 1999 bis zum 30. April 2000. Der größte Teil des Berichts besteht aus Zusammenfassungen von Direktoriumsaussprachen über die gesamten Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche des IWF. Die Aussprachen stützen sich auf Studien, die vom Mitarbeiterstab erstellt worden sind. Eine solche IWF-Studie enthält typischerweise Daten oder analytisches Hintergrundmaterial über verschiedene Aspekte der erörterten Fragen. Sie kann auch Vorschläge der IWF-Geschäftsleitung präsentieren, wie das Direktorium und die Institution in einer Frage vorgehen sollten. Eine Stabsstudie gibt zwar die Positionen von Stab und Geschäftsleitung wieder, entspricht aber nicht notwendigerweise der Position des IWF in dieser Frage. Das Direktorium kann der Analyse oder den Vorschlägen zustimmen oder nicht zustimmen. Die Position des IWF ist vielmehr mit derjenigen des Direktoriums gleichzusetzen, wie sie sich in entsprechenden Entscheidungen widerspiegelt oder in zusammenfassenden Erklärungen zum Ausdruck kommt (üblicherweise im IWF als die „Zusammenfassung” (summing up) bezeichnet).

    Viele in diesem Bericht erörterte Dokumente können auch in der IWF-Website (www.imf.org) eingesehen werden und sind außerdem bei der IWF-Dienststelle für Veröffentlichungen im Druckformat erhältlich.

    Die Rechnungseinheit des IWF ist das SZR; die Umrechnungen von Finanzdaten des IWF in US-Dollar stellen nur Näherungswerte dar und dienen der Vereinfachung. Am 30. April 2000 war der SZR/US-Dollar-Wechselkurs 1 US-$ = 0,758030 SZR, und der US-Dollar/SZR-Wechselkurs war 1 SZR = 1,31921 US-$. Die Kurse des Vorjahres (30. April 1999) waren: 1 US-$ = 0,740066 SZR und 1 SZR = 1,35123 US-$.

    Der in diesem Bericht verwendete Begriff „Land” bezieht sich nicht in allen Fällen auf ein nach internationalem Recht und Brauch als Staat definiertes Hoheitsgebiet. Der Begriff wird hier auch für einige Hoheitsgebiete benutzt, die keine Staaten sind, für die aber auf getrennter und unabhängiger Basis statistische Daten erhoben werden.

    In diesem Bericht werden die folgenden Symbole verwendet:

    bedeutet, dass keine Angaben vorliegen;
    bedeutet, dass die Zahl gleich null oder weniger als die Hälfte der letzten angegebenen Stelle ist oder dass es den Posten nicht gibt;
    zwischen Jahreszahlen oder Monaten (zum Beispiel 1999-2000 oder Januar-Juni) bezeichnet die in einem Zeitraum enthaltenen Jahre oder Monate, einschließlich des ersten und letzten Jahres bzw. Monats;
    /zwischen Jahreszahlen oder Monaten (zum Beispiel 1999/00) wird verwendet, um ein Fiskaloder Geschäftsjahr anzugeben.

    „Milliarde” oder „Mrd.” bedeutet tausend Millionen (Mio.); „Trillion” bedeutet tausend Milliarden.

    Kleinere Abweichungen zwischen den zugrunde liegenden Zahlen und den daraus gebildeten Summen gehen auf das Runden der Zahlen zurück.

    Anmerkung: Um die Herausgabe der deutschen Fassung dieses Berichtes zu beschleunigen, erscheint der Anhang im englischen Originaldruck. Alle Verweise auf Textstellen oder Tabellen im Anhang beziehen sich auf englische Seitenzahlen.

    Gouverneursrat, Exekutivdirektorium, Internationaler Währungs- und Finanzausschuss und Entwicklungsausschuss

    In den Gouverneursrat, das höchste Entscheidungsorgan des IWF, entsendet jedes Mitglied einen Gouverneur und einen Stellvertreter. Der Gouverneur wird von dem Mitglied ernannt und ist gewöhnlich der Finanzminister oder der Notenbankpräsident. Alle Befugnisse des Fonds liegen beim Gouverneursrat. Der Gouverneursrat kann diese bis auf einige nicht delegierbare Rechte dem Exekutivdirektorium übertragen. Der Gouverneursrat tritt normalerweise einmal im Jahr zusammen.

    Das Exekutivdirektorium (das Direktorium) ist verantwortlich für die Führung der täglichen Geschäfte des Fonds. Es setzt sich aus 24 Direktoren zusammen, die von einzelnen Mitgliedsländern ernannt oder von Gruppen von Mitgliedsländern gewählt werden. Unter dem Vorsitz des Geschäftsführenden Direktors tritt das Direktorium in der Regel mehrmals wöchentlich zusammen. Das Direktorium führt seine Arbeiten weitgehend auf der Basis von Unterlagen durch, die von der Leitung des Fonds oder vom Mitarbeiterstab vorbereitet wurden. Im Geschäftsjahr 2000 widmete das Direktorium mehr als die Hälfte seiner Zeit Länderfragen (regelmäßige Länderkonsultationen sowie Überprüfung und Genehmigung von Kreditvereinbarungen) und die meiste übrige Zeit der globalen Überwachung und politischen Themen (wie den weltwirtschaftlichen Aussichten, den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten, den Finanzierungsmitteln des Fonds, der Architektur des internationalen Währungs- und Finanzsystems und der Rolle des IWF, der Schuldenlage der hochverschuldeten Länder sowie Fragen im Zusammenhang mit den Fazilitäten des Fonds und der Programmgestaltung).

    Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss des Gouverneursrates (früher der Interimsaussehuss für das Internationale Währungssystem) ist ein beratendes Organ und besteht aus 24 Gouverneuren des IWF, Ministern oder anderen Amtsträgern vergleichbaren Ranges; er repräsentiert die gleichen Wahlgruppen wie das Direktorium des Fonds. Der Internationale Währungs- und Finanzausschuss trifft normalerweise zweimal im Jahr zusammen, im April oder Mai und zur Zeit der Jahrestagung des Gouverneursrats im September oder Oktober. Zu seinen Aufgaben gehört es, dem Exekutivdirektorium Anleitung auf ministerieller Ebene zu geben und den Gouverneursrat über Handhabung und Anpassung des internationalen Währungs- und Finanzsystems zu unterrichten und zu beraten, einschließlich plötzlicher Störungen, die das internationale Währungssystem bedrohen könnten, und über Vorschläge zur Änderung des IWF-Übereinkommens.

    Der Entwicklungsausschuss (der Gemeinsame Ministerausschuss der Gouverneursräte von Weltbank und IWF für den Transfer realer Ressourcen an Entwicklungsländer) hat 24 Mitglieder – Finanzminister und andere Amtsträger vergleichbaren Ranges – und trifft sich in der Regel am Tag nach dem Internationalen Währungs- und Finanzausschuss. Er unterrichtet und berät die Gouverneursräte der Weltbank und des IWF über alle Aspekte des Transfers realer Ressourcen an Entwicklungsländer.

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