Chapter

Kapitel 10. Technische Hilfe und Ausbildung

Author(s):
International Monetary Fund
Published Date:
October 1997
Share
  • ShareShare
Show Summary Details

Mit dem Fortschritt bei der wirtschaftlichen und finanziellen Globalisierung und beim Übergang zu einer marktorientierten Wirtschaftspolitik ist die Nachfrage nach den technischen Hilfs- und Ausbildungsdiensten des IWF weiterhin groß. Das Schwergewicht liegt dabei nach wie vor auf den geld- und fiskalpolitischen Aspekten des makroökonomischen Management, aber auch damit verwandte Gebiete wie Statistik, Finanzrecht, finanzieller Aufbau und Geschäftstätigkeit des Fonds sowie Informationstechnologie sind gefragt (siehe Schaubild 11). Der IWF stellt technische Hilfsund Fortbildungsmaßnahmen über die Abteilungen Geld- und Wechselkurspolitik, Fiskalpolitik, Statistik, Recht, Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, Finanzen, das IWF-Institut und das Büro Elektronischer Datenverarbeitungsdienst bereit. Der Ausschuß für Technische Hilfe berät die Geschäftsleitung des IWF über Prioritäten und Maßnahmen auf dem Gebiet der technischen Hilfe und koordiniert die Aktivitäten auf diesem Gebiet mit den einzelnen Abteilungen des IWF. Der Ausschuß, der im Verlauf des Jahres häufig zusammentritt, besteht aus Stabsangehörigen in leitender Stellung, die jeweils einer Funktionalabteilung, einer Regionalabteilung und einer Abteilung mit Unterstützungsfunktion angehören.

Schaubild 11Zusammensetzung der technischen Hilfe

(Prozent der Gesamtressourcen in effektiven Personenjahren)1

1 Ein effektives Personenjahr an technischer Hilfe beträgt 260 Tage. Für das IWF-Institut sind Ausbildungsdienste, die es in der Zentrale bereitgestellt oder koordiniert hat, nicht einbegriffen.

Vor Ort stellt der IWF technische Hilfe durch Entsendung von Mitarbeiter-Teams und durch die Abstellung kurz- und längerfristig tätiger Berater bereit. Für die Plazierung eines längerfristigen Beraters verlangt der IWF — in Fällen, in denen eine solche Stellung vom IWF finanziert wird — vom Land, das technische Hilfe bezieht, eine Beitragsleistung. Eine solche Leistung dient weniger der Kostenerstattung des IWF als vielmehr als Zeichen, daß das Empfänger-land auf die Arbeit des Sachverständigen verpflichtet ist. Am Hauptsitz des IWF und gelegentlich auch im Ausland halten das IWF-Institut und die IWFAbteilungen, die technische Hilfsdienste erbringen, Kurse und Seminare über gesamtwirtschaftliche Themen ab (siehe Tabelle 50). Außerdem bietet der Fonds Beamten aus Transformationsländern Kurse und Seminare durch das Joint Vienna Institute an, das vom Fonds in Zusammenarbeit mit vier anderen internationalen Organisationen (der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Weltbank) und mit finanzieller Unterstützung Österreichs und Japans.

Tabelle 50Bereitstellung technischer Hilfe

(effektive Personenjahre)1

1993/941994/951995/961996/97
IWF-Ressourcen für technische Hufe194,0220,0211,4172,7
IWF-Mitarbeiter100,9115,7108,697,1
In der Zentrale tätige Berater20,522,123,520,1
Sachverständige72,682,379,355,5
Ressourcen der technischen Hilfe von außerhalb des IWF68,680,597,5104,2
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen19,316,625,021,5
Japan40,151,465,067,3
Sonstige9,212,47,515,4
Gesamtressourcen der technischen Hilfe262,6300,6309,0277,0
Ressourcen nach Abteilungen, insgesamt
Abteilung Geld- und Wcchselkurspolitik105,7138,1137,3114,6
Abtei hing Fiskalpolitik94,895,199,896,2
Abteilung Statistik35,537,939,236,6
IWF-Institut13,014,614,011,0
Abteilung Reellt7,57,911,09,3
Sonstige26,07,07,79,3
Regionale Verwendung nach Abteilungen, insgesamt243,3271,1280,1251,0
Abteilung Afrika63,860,662,454,5
Abteiking Asien und Pazifik3
Abteilung Zcntralasicn25,627,727,5
Abteilung Südostasien und Pazifik15,623,625,0
Abteilung Europa 124,627,824,422,5
Abteilung Europa II65,979,373,557,6
Abteilung Nahost11,516,923,426,5
Abteilung Westliche Hemisphäre30,927,432,331,2
Interregionalc Verwendung5,47,911,79,6
Nicht-regionale Verwendung19,329,628,926,1
Gesamtverwendung der technischen Hilfe262,6300,6309,0277,0

Ein effektives Personenjahr technischer Hilfe beträgt 260 Tage.

“Sonstige” enthält die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik, das Büro Elektronischer Datenverarbeitungsdienst und das Sekretariat fur Technische Hilfe.

Ab 1. Januar 1997 wurde durch Zusammenlegung der früheren Abteilungen “Zentralasien” und “Südostasien und Pazifik” eine einzige Abteilung “Asien und Pazifik” geschaffen.

Die Ressourcen für technische Hilfe und Ausbil-dung stammen aus dem IWF-Budget und von Regierungen der Mitgliedsländer sowie von anderen bilateralen und multilateralen Institutionen. Im laufenden Finanzjahr entfielen auf technische Hilfe und Ausbildung 14% der gesamten Verwaltungskosten des IWF (siehe Anhang IX). Ressourcen der technischen Hilfe von außerhalb des IWF wurden beigesteuert von der Regierung Japans, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank, der Europäischen Union und den Regierungen Australiens, Frankreichs und der Schweiz. Diese Ressourcen von außerhalb des IWF haben in den letzten Jahren zugenommen. Das vom IWF im April 1995 eingerichtete Rahmenkonto für Technische Hilfe dient als Instrument, mit Hilfe dessen Regierungen der Mitgliedsländer und andere Organisationen zur technischen Hilfe des IWF beitragen können. Neben mehreren anderen Funktionen koordiniert das Sekretariat für Technische Hilfe die Verwaltung der externen Finanzierungsmittel und berät sich mit Geldgebern und Vertretern von Mitgliedsländern über gemeinsame Interessengebiete. Durch Kontaktaufnahme vor Ort und über Treffen von Konsultativgruppen oder “Roundtables” bemüht sich der IWF, seine Aktivitäten mit denen anderer technischer Hilfsdienste abzustimmen.

Das Direktorium führte zuletzt 1994 eine Überprüfung der Aktivitäten des IWF im Bereich der technischen Hilfe durch (siehe Jahresbericht 1994, Seite 152-154). Im Mai 1996 erörterte das Direktorium eine externe Begutachtung der technischen Hilfsaktivitäten der Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik sowie breitere Fragen im Bereich technischer Hilfe, die von dem unabhängigen Panel von Gutachtern aufgeworfen worden waren (siehe Kasten 10).

In den folgenden Abschnitten werden die von den einzelnen Abteilungen des Fonds bereitgestellten technischen Hilfs- und Fortbildungsdienste beschrieben.

IWF-Institut

Das IWF-Institut ist verantwortlich für die Aus- bzw. Fortbildung von Regierungsbeamten von Mitgliedsländern am Hauptsitz des IWF in Washington, im Joint Vienna Institute in Österreich sowie weltweit in nationalen oder regionalen Ausbildungszentren. Ferner stellt das Institut Ausbildungsinstituten in Mitgliedsländern oder regionalen öffent-lichen Dienststellen technische und verwaltungsmäßige Hilfe zur Verfügung und entsendet Lehrkräfte dorthin, verwaltet Stipendienprogramme für Beamte aus asiatischen Ländern und arrangiert Informationsgespräche für Gruppen offizieller Besucher aus Mitgliedsländern.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 1996/97 trainierte das Institut etwa 604 Personen in 15 Kursen und 3 Seminaren am Hauptsitz des Fonds und 578 Personen in 4 Kursen und 16 Seminaren im Joint Vienna Institute. Am Hauptsitz wurden insgesamt 3 958 Teilnahmewochen bereitgestellt und im Vienna Institute 1 378 Teilnahmewochen. Außer dem Mitarbeiterstab des IWF-Instituts beteiligten sich an der Wissensvermittlung auch Stabsangehörige der fondsinternen Abteilungen Fiskalpolitik, Forschung, Recht, Statistik, Geld- und Wechselkurspolitik sowie Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik.

Am Hauptsitz des Fonds bot das IWF-Institut Kurse in Finanzprogrammierung und -politik an sowie in Techniken der Finanzanalyse und -Programmierung und Außenwirtschaftspolitik, ferner Sonderkurse in öffentlichen Finanzen, in verschiedenen Bereichen makroökonomischer Statistik und in Geld- und Wechselkursoperationen. Das Fortbildungsprogramm im Vienna Institute entsprach großenteils jenem am Hauptsitz, jedoch waren Kurse und Seminare weniger lang und schlössen auch Seminare über Finanzmarktinstrumente ein sowie über Finanzwesen für Juristen aus Ländern im Übergang zur Marktwirtschaft.

Das Programm an Seminaren für hohe Beamte umfaßte drei Themen. “Aktuelle Rechtsfragen für Zentralbanken” war das Thema eines von der Abteilung Recht im Mai 1996 abgehaltenen Seminars. Im Dezember 1996 veranstalteten das IWF-Institut und die Abteilung Entwicklung und Überprüfung der Wirtschaftspolitik gemeinsam mit der Weltbank ein Seminar bzw. eine Konferenz über “Auslandsfinanzierung in Niedrigeinkommensländern”. Die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik schließlich hielt im Januar 1997 ein Seminar über “Solidität des Bankwesens und Geldpolitik” ab.

Im Geschäftsjahr 1996/97 konsolidierte das IWFInstitut weiterhin sein Fortbildungsprogramm in Übersee. Dort wurden, in allen Teilen der Welt, etwa 23 Kurse und 9 Seminare veranstaltet, und in 6 Fällen wurden Lehrkräfte entsandt. Ungefähr 1 100 Teilnehmer beteiligten sich an solchen Sitzungen; dies entspricht 1817 Teilnahmewochen an Ausbildung. Bei den Kursen handelte es sich hauptsächlich um eine jeweils zweiwöchige Ausbildung in Finanzanalyse und Programmierung. Die Seminare waren meist auf die Bedürfnisse leitender Beamter aus Teilnehmerländern zugeschnitten. Bei seinen Ausbildungsbemühungen in Übersee achtete das IWF-Institut weiterhin ganz besonders auf die Bedürfnisse von Beamten aus den Transformationsländern. Um die Teilnehmerkosten in Übersee tragen zu helfen, wird dem IWF-Institut u.a. vom UNDP, den Regierungen Frankreichs und Japans und der Europäischen Union finanziell unter die Arme gegriffen.

Zur Unterstützung der Testphase eines neuen regionalen Ausbildungsinstituts des Östlichen und Südlichen Afrika in Harare, Simbabwe, führte das IWFInstitut zwei Kurse durch und koordinierte die Durchführung zweier weiterer Kurse seitens der Abteilungen Fiskalpolitik und Statistik. Der Mitarbeiterstab des IWF-Instituts half auch den Gouverneuren von Zentralbanken der englischsprachigen westafrikanischen Länder, in dieser Region ein ähnliches Institut aufzubauen. Im vergangenen Jahr betreute das IWFInstitut zwei Missionen der Asiatischen Entwicklungs-bank und beriet sie über verwaltungsmäßige Aspekte ihres neuen Ausbildungsinstituts in Tokio.

Mit finanzieller Unterstützung japanischer und australischer Behörden hat das IWF-Institut eine Reihe von Stipendienprogrammen verwaltet, die großenteils auf die Bedürfnisse asiatischer Ökonomen zugeschnitten waren. Das Japan/IWF-Stipendienprogramm gibt jungen Beamten aus den Transformationsländern Asiens die Gelegenheit, an der Saitama-Universität in Japan zu studieren. Das Australien/IWFStipendienprogramm ermöglicht Beamten aus derselben Ländergruppe das Studium an der Australischen Nationaluniversität in Canberra. Mit Hilfe japanischer Finanzierungsmittel wird auch ein Einführungskurs an der ShanghaiUniversität für Finanzwesen und Wirtschaftswissenschaft subventioniert, der Kandidaten auf die Aufnahme in die Saitama- und in die Australische Nationaluniversität vorbereitet. Absolventen der Stipendienprogramme stehen Praktikantenstellen bei den Behörden Australiens, Hongkongs (China), Indonesiens, Koreas, Malaysias, Thailands und Neuseelands zur Verfügung. 1996/97 wurden etwa 65 Beamte an der Shanghai-Universität, 25 an der Saitama-Universität und zehn an der Australischen Nationaluniversität ausgebildet. Gemeinsam mit der IWF-Abteilung Verwaltung managt das IWF-Institut auch — mit Hilfe japanischer Finanzierungsmittel — das Programm für Fortgeschrittene Studien (Advanced Studies Program), das asiatischen Beamten Stipendien zum Studium an führenden nordamerikanischen Universitäten zur Verfügung stellt. Während des Geschäftsjahres wurden zehn Beamte zur Fortbildung im Rahmen dieses Programms gefördert.

Das vom IWF-Institut geleitete fondsinterne Ausbildungsprogramm für Ökonomen, das auf die beim Fonds beschäftigten Wirtschaftswissenschaftler zugeschnitten ist, ist 1996/97 erheblich umfangreicher geworden. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden etwa 131 interne Lehrveranstaltungen abgehalten, was mehr als 1500 Arbeitstagen an Ausbildung entsprach. Im Rahmen des Programms fanden auch zwei Seminare für Stabsangehörige in leitender Stellung statt.

1996/97 betreute das IWF-Institut etwa zehn offizielle Besuchergruppen; diese umfaßten 280 Beamte aus Mitgliedsländern. Es fanden Informationsgespräche statt über vielfältige Themen, wie beispielsweise über die Rolle und den organisatorischen Aufbau des IWF. Ferner veranstalteten Mitarbeiter des IWFInstituts gemeinsam mit dem Learning and Leadership Center der Weltbank (Weltbankzentrum zur Fortbil-dung und zur Heranbildung von Führungskräften) Seminare für Spitzenkräfte der Weltbank. Ein einwöchiger Lehrgang in Finanzprogrammierung wurde für das Ausbildungsinstitut des Diplomatischen Dienstes der Vereinigten Staaten (U.S. Foreign Service Institute) abgehalten. Reichweite und Wirkung des Ausbildungsprogramms des IWF-Instituts wurden 1996/97 verbessert durch die Verwendung der VideoKonferenztechnik (video conferencing), von Lehrmaterial auf CD-ROM und die Einrichtung einer Informationsstelle über das IWF-Institut im World Wide Web.

Kasten 10Externe Evaluierung der technischen Hilfe im Bereich Geld- und Wechselkurspolitik

Im Zusammenhang mit der internen Überwachungsfunktion im Fonds (siehe Jahresbericht 1996, Kasten 13, Seite 219) gaben das Direktorium und die Geschäftsleitung eine externe Evaluie-rung der technischen Hilfe in Auftrag, die in den letzten Jahren von der Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik erteilt worden war. Die unabhängige Gruppe von drei Experten trat im Juni 1995 zusammen und legte im Januar 1996 ihren Bericht vor. In den Richtlinien für die Studie hieß es, die von der Abteilung vergebene technische Hilfe sei zu evaluieren — und zwar mit Nachdruck auf dem Aufbau von Institutionen — im Hinblick auf die Qualität der Ratschläge, den Nutzen für die Behörden der Empfangerländer, die Anpassung an die besonderen Umstände eines Landes, die Durchführung und Verfahrensweise der Beistellung sowie die Koordinierung der technischen Hilfe mit anderen verwandten Aktivitäten des Fonds. Als Stich-probe für die Untersuchung wurden 20 Länder aus einer Gruppe von etwa 130 Ländern, die im Zeitraum 1992-94 technische Hilfe empfangen hatten, ausgewählt1; dabei wurden das geographische Gleichgewicht und die wirtschaftliche Größe berücksichtigt, die Art und die Bedeutung der technischen Hilfe und das Vorhandensein oder Fehlen eines gleichzeitig laufenden Fondsprogramms.

Die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung

Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppe gingen folgende Hauptpunkte hervor: Die technische Hilfe der Abteilung Geldund Wechselkurspolitik hat die Strukturreformen der Zentralbanken und der Finanzmärkte in den Empfängerländern entscheidend abgestützt und einen wertvollen — in manchen Fällen wesentlichen — Beitrag zum Übergang in eine Marktwirtschaft geleistet; insgesamt war die technische Hilfe relevant und nützlich für die Empfänger; allgemein war die analytische und technische Qualität der Hilfe von hohem Niveau. Nach Ansicht der Arbeitsgruppe trugen die Ratschläge im Rahmen der technischen Hilfe über den Ausbau und die Verbesserung der Zentralbanken in einem neuen Umfeld dazu bei, daß die Länder besser mit dem Fonds zusammenarbeiten und die Erfüllungskriterien der Fondsprogramme besser einhalten und an der Überwachungsfunktion des Fonds teilnehmen können. Die volle Integration der technischen Hilfe in die gesamtwirtschaftliche Arbeit des Fonds scheint in den Fällen schwieriger zu sein, wo der wirtschaftliche Transformationsprozeß noch nicht abgeschlossen ist.

Zusätzlich zu den Empfehlungen, die spezifisch auf die Erteilung technischer Hilfe durch die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik zugeschnitten sind, machte die Gruppe auch Empfehlungen über die Erteilung technischer Hilfe durch den Fonds ganz allgemein. In erster Linie solle die Hilfe auf die Gebiete beschränkt bleiben, in denen der Fonds über Sachkenntnis verfugt. Zweitens, angesichts der sich wandelnden Rolle der technischen Hilfe, sei diese — besonders für Zentralbanken — als Maßnahme zu sehen, die ihr eigenes Auslaufen vorbereitet. Drittens, da die Erteilung technischer Hilfe unter dem Marktpreis zu überhöhter Nachfrage geführt habe, sollte an alternative Möglichkeiten gedacht werden, diese Hilfe zu rationieren: positive Preisbestimmung; Konditionalität, die sich an der Umsetzung technischer Hilfsmaßnahmen in der Vergangenheit orientiert; und die Erteilung technischer Hilfe in Tranchen bei Überschreiten einer bestimmten Richtgröße.

Die Antwort des Direktoriums

Bei der Tagung des Direktoriums im Mai 1996 lobten die meisten Direktoren die Arbeit der Expertengruppe und stimmten mit der Schlußfolgerung überein, daß Qualität und Nutzen der technischen Hilfe durch die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik hoch waren. Insbesondere leistete das Programm dieser Abteilung für die Zusammenarbeit mit den Zentralbanken in den Volkswirtschaften im Übergang einen wesentlichen Beitrag zum Transformationsprozeß in eine Marktwirtschaft. Das Direktorium schloß sich auch der Meinung an, daß die Art und Weise, wie die technische Hilfe erteilt wird, in mancher Hinsicht weiter verbessert werden kann. Die Direktoren waren mit der Expertengruppe einig, daß der Umfang der technischen Hilfe sorgfältig überprüft werden soll, um dafür zu sorgen, daß diese Hilfe sich im Rahmen der Hauptinteressen des Fonds bewegt. Die Aufsicht und Umstrukturie-rung der Banken, die Rechnungslegung und das Zahlungssystem sollen weiter unterstützt werden, denn hier würde ein wirksamer Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Politik geleistet; der Fonds würde dabei vor allem eine koordinierende Rolle spielen.

Die Direktoren schlössen sich der Empfehlung des Berichts an, daß Überwachung und Beurteilung der durch die Abteilung Geld- und Wechselpolitik verabreichten technischen Hilfe zu verbessern sind, und ersuchten den Stab, die Selbstbeurteilung zu fördern. Sie begrüßten auch den Nachdruck, den der Bericht der Ausbildung des Personals von Institutionen beimaß, die von der Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik Hilfe bekommen. Nach Ansicht des Direktoriums bilden der gegenwärtige Rahmen von Kursen in Zusammenhang mit der Tätigkeit des IWF-Instituts und des Joint Vienna Institute, die von der Abteilung angebotenen Workshops und die Ausbildungsprojekte der Abteilung in Zusammenarbeit mit Zentralbanken — finanziert von der Europäischen Union — eine solide Grundlage für weiteren Ausbau und Anpassung an neue Bedürfnisse. Das Direktorium war gleich-falls der Meinung, daß spezifische technische Hilfsprogramme grundsätzlich ihr eigenes Auslaufen vorbereiten sollten, gaben aber zu, daß die Nachfrage der kommenden Jahre die verfügbaren Mittel weiter voll beanspruchen werde.

Die Vorschläge des Berichts, in Anbetracht der übergroßen Nachfrage die technische Hilfe durch das Erfordernis von Absichtserklärungen und durch gewisse Maßnahmen der Konditionalität zu rationieren, fanden große Aufmerksamkeit im Direktorium. Viele Direktoren werteten die Konditionalität der technischen Hilfe als negativ; andere waren der Meinung, daß das Thema weiter untersucht werden müsse. Man war sich aber allgemein einig, daß die Leistung des Empfängerlandes bei der Umsetzung der im Rahmen der technischen Hilfe erteilten Empfehlungen für die Bewilligung weiterer Ansuchen sehr wichtig ist. Mehrere Direktoren betonten auch, daß die Preisfrage der technischen Hilfe weiter geprüft werden solle. Andere Direktoren wiesen darauf hin, daß die technische Hilfe eine der Hauptaufgaben des Fonds sei, zusammen mit der Überwachung, für die nichts bezahlt zu werden brauche; weiter seien es gerade die am wenigsten zahlungsfähigen Länder, die die technische Hilfe am nötigsten hätten.

1 Ägypten, Bolivien, Bulgarien, China, El Salvador, Fidschi, Guyana, Indonesien, Kirgisische Republik, Litauen, Madagaskar, Mongolei, Namibien, Polen, Rußland, Salomonen, Sambia, Tansania, Thailand und Vietnam.

Abteilung Fiskalpolitik

1996/97 lag das Volumen der von der Abteilung Fiskalpolitik bereitgestellten technischen Hilfsleistungen geringfügig unter dem Stand von 1995/96. Dieser Rückgang lag an Schwierigkeiten und Verzögerungen bei der Abstellung von langfristig vor Ort ansässigen Beratern (Abstellungen von mindestens sechs Monaten). Das Programm der technischen Hilfe war weiterhin breitgefächert, und zwar sowohl in geographischer Hinsicht als auch in bezug auf fiskalpolitische Themen.

1996/97 wurden 101 Mitgliedsländern insgesamt 97 Arbeitsjahre an technischer Hilfe bereitgestellt, verglichen mit 111 Ländern und 103 Arbeitsjahren 1995/96. Innerhalb dieser Gesamtleistungen blieb die regionale Verteilung der Hilfsleistungen im großen und ganzen unverändert. Wie bereits im Vorjahr empfingen die Länder des afrikanischen Kontinents zusammen mit den baltischen Ländern, Rußland und den anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion etwa die Hälfte der insgesamt bereitgestellten Hilfe. Die andere Hälfte der Hilfsleistungen floß in die Länder Asiens, Europas, des Nahen Ostens und der West-lichen Hemisphäre, ohne daß es dabei zu nennenswerten Veränderungen der Anteile der jeweiligen Regionen gekommen wäre. Die Abteilung war wieder in der Lage, dringlichen Anträgen auf technische Hilfe rasch stattzugeben. Demgemäß wurden Missionen binnen sehr kurzer Frist nach Bulgarien und BosnienHerzegowina abgestellt; und dem Westufer und Gazastreifen sowie Haiti und Ruanda wurde Hilfe weiterhin auf hochprioritärer Basis zuteil. Wie in den Vorjahren entfielen rund 80% der Gesamtressourcen der technischen Hilfe der Abteilung Fiskalpolitik darauf, die Behörden beim Aufbau von Institutionen der Steuerverwaltung und der Verwaltung der öffentlichen Ausgaben zu unterstützen. Ferner hat die Abteilung ihre Beratungstätigkeit sowohl im Bereich Steuer- und Ausgabenpolitik als auch im Bereich fiskalische Verwaltung und fiskalischer Föderalismus fortgesetzt.

Die Bereitstellung technischer Hilfe in diesem hohen Ausmaß wurde ermöglicht durch den verstärkten Einsatz externer fiskalischer Sachverständiger, die den Mitarbeiterstab des IWF sowohl vor Ort also auch in der Zentrale in Washington unterstützten. Im Geschäftsjahr 1996/97 waren die fiskalischen Experten, bei deren Einsatz auf eine von der Abteilung geführte Liste zurückgegriffen wird, zu 63% (1995/96 58%) and den Hilfsleistungen beteiligt. Aufgrund von Schwierigkeiten, Sachverständige für langfristige Einsätze zu gewinnen — zum Teil wegen der unruhigen politischen Lage in einigen Ländern —, ergaben sich mehr kurzfristige Einsätze (weniger als sechs Monate) als 1995/96 (205 gegenüber 230). Trotz der Schwierigkeiten, Stellen für langfristig vor Ort ansässige Berater zu besetzen, wurden 70 langfristig abgestellte Experten eingesetzt, verglichen mit 60 im Geschäftsjahr 1995/96.

Zur Finanzierung der sowohl kurz- als auch langfristigen technischen Hilfe durch externe fiskalische Experten waren weiterhin Ressourcen außerhalb des IWF verfügbar. 1996/97 wurden mit diesen Mitteln 77% der geleisteten Hilfe finanziert, verglichen mit 74% 1995/96. Die größte externe Einzelfinanzierungsquelle war die Regierung Japans (51%, über das für die Beiträge Japans verwaltete Treuhandkonto zur technischen Hilfe des Fonds). Das UNDP (25%) und andere Quellen, wie zum Beispiel die Welt-bank und die Europäische Union (24%), stellten eben-falls Finanzierung für externe fiskalische Experten bereit. Die verfügbaren Finanzierungsmittel von außerhalb des IWF ermöglichten es der Abteilung, im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr drei zusätzliche Arbeitsjahre an Hilfsleistungen von Sachverständigen bereitzustellen.

Die Abteilung stellte weiterhin Ausbildungsdienste zur Verfügung, und zwar sowohl in der Zentrale anläßlich von Delegationsbesuchen als auch über ganz spezifische Kurse in Afrika (z.B. Senegal und Simbabwe), in Asien (z.B. China), dem Nahen Osten (Arabischer Währungsfonds), der Westlichen Hemisphäre (z.B. Argentinien, Brasilien) und über das Joint Vienna Institute. Die Anzahl der Seminare in Übersee sowie der Konferenzen und Workshops im Jahre 1996/97 (22) entsprach im großen und ganzen der des vorigen Geschäftsjahres (25).

Abteilung Recht

Während des Geschäftsjahres 1996/97 gewährte die Abteilung Recht technische Unterstützung im Zentralund Geschäftsbankenrecht sowie in den Bereichen Devisenrecht, Finanzrecht, Bürgschaftsrecht und Bankeninsolvenzrecht. Die technische Hilfe bestand u.a. aus dem Entwurf von Gesetzesvorlagen, der Kommentierung von Gesetzentwürfen, die behördlicherseits in Mitgliedsländern ausgearbeitet wurden, dem Entwurf von Durchfuhrungsbestimmungen und sonstiger Rechtsberatung. In den meisten Fällen nahm die technische Hilfe die Form einer kurzfristigen Entsen-dung von Mitarbeiterteams der Abteilung und der ihr unterstehenden Sachverständigen an und betraf die gemeinsam mit den jeweiligen Behörden vorzunehmende Erörterung und Formulierung von Gesetzentwürfen. Diese Unterstützung kam vielen verschiedenen Ländern zugute, blieb aber weiterhin zu einem bedeutenden Teil den Mitgliedern vorbehalten, die sich im Übergang von einer zentral verwalteten zu einer marktorientierten Wirtschaft befinden und Rat einholen wollen, um einen angemessenen Rechtsrahmen für eine solide Fiskalstruktur, moderne Institutionen des Finanzsektors und marktbezogene Finanztransaktionen zu schaffen.

In mehreren Fällen wurde die Bemühung um eine Rechtsreform in den vom IWF unterstützten Programmen mit eingeplant. Die Abteilung half— teils durch die mit der Beratung zwangsläufig verbundenen Erörterungen und teils durch Kurse und Seminare —, bei den Beamten der verschiedenen Regierungen die entsprechenden Fähigkeiten heranzubilden. Eine Reihe von Gesetzentwürfen, die hauptsächlich von der Abteilung abgefaßt worden waren, erlangten im Laufe des Jahres Gesetzeskraft.

Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik

Während des Geschäftsjahres 1996/97 unterhielt die Abteilung Geld- und Wechselkurspolitik ein reges technisches Hilfsprogramm, das u.a. Missionen, Seminare und Workshops, Expertenmissionen und Koordinie-rung technischer Hilfe mit anderen Organisationen umfaßte. Die technische Beratungshilfe konzentrierte sich u.a. hauptsächlich auf Regulierung, Aufsicht und Umstrukturierung von Banken, Devisenverwaltung und -geschäfte, organisatorischen Aufbau und Verwaltung von Zentralbanken, Rechnungslegung von Zentralbanken, Clearing- und Zahlungsausgleichssysteme, monetäre Operationen und Geldmarktentwicklung, ferner monetäre Analyse und Forschung sowie Marktentwicklung für Regierungsemissionen. Ergänzt wurde die von den Mitarbeitern der Abteilung geleistete technische Hilfe noch von fast 22 Arbeitsjahren an kurzfristigen und 57 Arbeitsjahren an langfristigen Bereitstellungen von Experten.

Bei der Ausübung ihrer Tätigkeit richtete die Abteilung 120 Missionen aus (93 davon umfassende, länderspezifische Beratungen); sie stellte technische Hilfe in Form von 17 Workshops zur Verfügung und veranlaßte 405 kurzfristige Bereitstellungen von Experten; überdies beaufsichtigte sie 80 langfristig entsandte Experten mit zeitweiligem Wohnort in 52 Ländern. Technische Hilfe wurde allen Regionen der IWF-Mitgliedsländer zuteil, jedoch setzte die Abteilung ihre Hilfsanstrengungen in einigen Ländern Mittel- und Osteuropas, den baltischen Ländern, Ruß-land und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion in umfassender Weise fort. Auf die letztgenannte Ländergruppe entfielen 28% aller Beratungsbesuche, 41% der Workshops und 38% aller kurzfristigen Bereitstellungen von Experten. Auf Mittel- und Osteuropa entfielen 14% der Beratungsbesuche des Mitarbeiterstabes and 10% aller kurzfristigen Bereitstellungen von Experten. Die meisten langfristigen Bereitstellungen (29%) kamen Afrika zugute.

Die Abteilung fuhr fort — für ein viertes Jahr —, themenspezifische Workshops für technische Hilfe zu veranstalten. Diese zielten weiterhin auf die baltischen Länder, Rußland und die anderen Länder der ehemaligen Sowjetunion ab. Im Geschäftsjahr 1996/97 jedoch erfuhr China besonders starke Beachtung, und 35% aller Workshops wurden dort abgehalten. Ein wichtiges Ziel der Workshops ist die Vermittlung von Fähigkeiten, um so die Wirksamkeit der technischen Hilfe zu erhöhen.

Die Abteilung hat bei den technischen Hilfsleistungen im Zentralbankwesen ihre Rolle als Katalysator und Koordinator insbesondere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion beibehalten (siehe Kasten 10). Seit 1992 hat die Abteilung alljährlich bei der BIZ in Basel Konferenzen organisiert, um den Stand der Zentralbankenreform und der damit verbundenen Finanzsystemreform in diesen Ländern zu erörtern; zuletzt wurde eine derartige Konferenz für den 12. Mai 1997 angesetzt. Weiter teilt sich die Abteilung mit der Zentralbank Rußlands den Vorsitz des Internationalen Lenkungsausschusses über die Reform des Zahlungssystems in Rußland und koordiniert für sie und die Nationalbank der Ukraine ein Ausbildungsprojekt, das von der Europäischen Union mit der Unterstützung von dreizehn kooperierenden Zentralbanken und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich von der Europäischen Union finanziert wird. Das technische Hilfsprogramm der Abteilung wird überdies verstärkt durch die Bereitstellung externer Finanzierung seitens des für die Beiträge Japans verwalteten Treuhandkontos zur technischen Hilfe des Fonds, des UNDP, der Europäischen Union und anderer Quellen.

Bei der Integrierung der Analyse-, Überprüfungsund Zuständigkeitsfunktionen der Abteilung in ihre technischen Hilfsaktivitäten wurden 1996/97 weiterhin Fortschritte gemacht. Die Abteilung koordinierte die Bemühungen zur Sicherstellung, daß die Mitgliedsländer die Zuständigkeit des IWF für deren Wechselkurssysteme beachten. Gemeinsam mit anderen fondsinternen Abteilungen gab sie Rat über technische Aspekte der Wechselkursregelungen verschiedener Länder und über Fragen, die den Übergang zur uneingeschränkten Übernahme der Verpflichtungen nach Artikel VIII des IWF-Übereinkommens und die volle Währungskonvertibilität betreffen. Ferner war die Abteilung wieder für die Wahrnehmung der IWFPflichten bei der Überwachung des Finanzsektors und der Kapitalbewegungen zuständig und entsandte Mitarbeiter auf 24 Missionen der Regionalabteilungen des Fonds.

Abteilung Statistik

Mit der Entsendung von 140 Missionen — sechs davon multisektoraler Art — in 78 Länder blieben die technischen Hilfsleistungen der Abteilung Statistik 1996/97 in der Nähe des vorjährigen Höhepunktes.

Wie bereits in den vergangenen lahren, kamen 1996/97 im Umfang und der Zusammensetzung des technischen Hilfsprogramms der Abteilung deren Bemühungen zum Ausdruck, einerseits das hohe Volumen der Hilfsleistungen an die im Systemwandel begriffenen Länder aufrechtzuerhalten und andererseits auch den Bedürfnissen der Länder in anderen Regionen zu entsprechen. Allerdings gingen die technischen Hilfsleistungen an Transformationsländer 1996/97 mit der beginnenden Erfüllung ihres Zweckes weiter — wenn auch nur geringfügig — zurück. Etwa 25% der kurzfristigen technischen Hilfsleistungen der Abteilung flössen 1996/97 in die mittel- und osteuropäischen Länder, die baltischen Länder sowie nach Rußland und den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Demgegenüber waren es 1994/95 fast 50% und 1995/96 rund 30% gewesen.

Zusätzlich zur Bereitstellung technischer Hilfe für Länder im Systemwandel leistete die Abteilung Statistik auch anderen Ländern weiterhin technische Hilfsdienste, darunter insbesondere den tatsächlichen oder voraussichtlichen Schuldnern des IWF oder jenen Mitgliedsländern, deren statistische Infrastruktur sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befand. Im lahre 1996/97 wurden 105 Missionen dorthin entsandt. Vergeben wurde technische Hilfe außerdem durch die Teilnahme von Mitarbeitern der Abteilung Statistik an sieben Missionen anderer IWF-Abteilungen.

Technische Hilfe wurde im Berichtsjahr wieder hauptsächlich in Form kurzfristiger Missionen gewährt, die vom Mitarbeiterstab des IWF, von internen Beratern oder von externen Experten ausgerichtet wurden. Mit 68 aktiven Bereitstellungen von Sachverständigen — 13 davon langfristig — blieb der Einsatz externer Experten für kurz- wie langfristige Bereitstellungen auch 1996/97 hoch. Etwa 28% der Einsätze solcher Experten — acht kurz- und elf langfristige — wurden mit Mitteln finanziert, die dem IWF von der japanischen Regierung im Rahmen des für die Beiträge lapans verwalteten Treuhandkontos zur technischen Hilfe des Fonds zur Verfügung gestellt worden waren, und vier Bereitstellungen — zwei kurz- und zwei langfristige — im Rahmen der Vereinbarung, nach der der IWF als ausfuhrende Instanz für UNDP-Programme auftritt.

Die technischen Hilfsaktivitäten der Abteilung Statistik konzentrierten sich auf die Hauptgebiete ihres Spezialwissens, nämlich Statistiken der Zahlungsbilanz, der öffentlichen Finanzen, des Geld- und Bankwesens, der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Preise (Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes) sowie des internationalen Handels. Im Jahre 1996/97 wurden 36 Missionen ausgerichtet im Bereich Zahlungsbilanzstatistik, 35 im Bereich Geld- und Bankenstatistik, 10 im Bereich der Statistik öffentlicher Finanzen und 28 Missionen in den Bereichen Verbraucher- und Erzeugerpreisstatistik, Statistik des internationalen Handels und der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Zusätzlich zu den kurzfristigen, einen einzigen Sektor betreffenden Missionen bemühte sich die Abteilung Statistik weiterhin um die Durchführung multisektoraler Statistikmissionen, die detaillierte Empfehlungen für Reformen in der Methodologie-, Sammel- und Darstellungspraxis in allen Statistikbereichen bereitstellen würde. 1996/97 führte die Abteilung sechs multisektorale Statistikmissionen durch, verglichen mit fünf 1995/96. Diese Missionen befaßten sich nicht nur mit Fragen, die jeden Sektor betrafen, sondern unterstrichen auch die Bedeutung konsequenter Behand-lung von Daten über verschiedene makroökonomische statistische Systeme hinweg und lieferten zudem den Rahmen für Anschlußmissionen in den von den multisektoralen Missionen abgehandelten thematischen Bereichen. Im März 1996 richtete der Fonds den speziellen Datenveröffentlichungsstandard (SDDS -Special Data Dissemination Standard) ein; dieser ist eine Anleitung zur Bereitstellung von Wirtschafts- und Finanzdaten gegenüber der Öffentlichkeit für die Länder, die Zugang zu den internationalen Finanzmärkten haben oder dies anstreben. Um Ländern Hilfestellung zu geben, die den speziellen Standard schon eingeführt haben, führte die Abteilung 17 technische Hilfsmissionen durch, darunter drei Seminare.

Wie bereits in den vergangenen Jahren, war es ein wichtiger Bestandteil des technischen Hilfsprogramms der Abteilung, ihre kurzfristigen Anstrengungen mit der langfristigen Plazierung von Statistikberaten zu untermauern. Als besonders angemessen hat sich diese Vorgehensweise für die Transformationsländer erwiesen. Dort bestand dringender Bedarf an einer statistischen Infrastruktur zur Unterstützung der Bewegung auf ein marktorientiertes System hin. 1996/97 wurden weiterhin multisektorale Statistikberater nach Rußland, der Ukraine und der Kirgisischen Republik abgestellt, und solche Berater wurden ebenfalls für die baltischen Länder und Belarus ernannt. Außerdem bemühte sich die Abteilung weiter um die Plazierung regionaler Statistikberater, um einer ausgewählten Ländergruppe auf ganz bestimmten Gebieten der Statistik anhaltende technische Hilfe zu gewähren. Der regionale Statistikund Zahlungsbilanzberater für Armenien, Georgien und Moldau beendete seine auf ein Jahr befristete Bereitstellung; diese wurde um ein Jahr verlängert; der regionale Statistik- und Zahlungsbilanzberater für die Kirgisische Republik und Turkmenistan trat seine auf ein Jahr befristete Stellung im Juli 1996 an.

Die Abteilung Statistik beteiligte sich nach wie vor aktiv an der Arbeit des 1992 gegründeten Lenkungsausschusses für die Koordinierung technischer Hilfe im Statistikbereich an die baltischen Länder, Rußland und andere Länder der ehemaligen Sowjetunion. Die Abteilung stellte dem Lenkungsausschuß technische Unterstützung zur Verfügung und fungierte als Schwerpunktinstanz für Statistiken der Zahlungsbilanz, der öffenlichen Finanzen, des Geld- und Bankwesens, der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Verbraucherpreise. Der Lenkungsausschuß trat im Juni 1996 und im Februar 1997 zu Sitzungen zusammen. Im Oktober 1996 stellte der Lenkungsausschuß seinen “Second Report to the Heads of International Member Organizations” (Zweiter Bericht an die Verantwortlichen der Internationalen Mitgliederorganisationen) fertig. Das gemeinsame Treffen des Lenkungsausschusses und der ukrainischen Regierung zur technischen Zusammenarbeit im Statistikbereich fand im Mai 1997 in Kiew statt.

Die Arbeit der Abteilung Statistik im Bereich technischer Hilfe wird unterstützt durch Lehrgänge und Seminare in statistischen Methodologien und deren Anwendungen für Statistiker aus den statistischen Landesämtern; offeriert werden sie beim IWFInstitut am Hauptsitz des Fonds und beim Joint Vienna Institute. 1996/97 hielt die Abteilung vier Lehrgänge in der Zentrale ab — über Statistik der Zahlungsbilanz, der öffentlichen Finanzen, des Geld- und Bankwesens sowie der volkswirtschaft-lichen Gesamtrechnung — und drei Seminare im Joint Vienna Institute — über Zahlungsbilanzstatistik, Geld- und Bankenstatistik sowie makroökonomische Statistiken für Benutzer solcher Statistiken. Die Abteilung erweiterte ihr Ausbildungsprogramm in Ländern, die technische Hilfe empfangen, durch die Bereitstellung 15 regionaler und nationaler Seminare; darunter waren drei Seminare über Zahlungsbilanzstatistik, drei über die Statistik öffentlicher Finanzen, fünf über Geld- und Bankenstatistik, ein Seminar über Realsektorstatistik sowie drei weitere über den SDDS. Acht der 15 Seminare fanden auf regionaler Ebene statt, und fünf davon wurden über das für die Beiträge Japans verwaltete Teuhandkonto zur technischen Hilfe des Fonds finanziert.

Abteilung Finanzen

Die Abteilung Finanzen gewährt Mitgliedsländern technische Hilfe bei der Einrichtung und Führung von IWF-Konten, der Wissensvermittlung über den finanziellen Aufbau und die finanziellen Operationen des Fonds sowie bei Angelegenheiten, die Transaktionen zwischen den Mitgliedern und dem Fonds betreffen, einschließlich der Einzahlung von Quotensubskriptionen. Diese Art von technischer Hilfe hat in den letzten Jahren zugenommen, hauptsächlich infolge der Bedürfnisse neuer IWF-Mitgliedsländer.

Zusätzlich zu den technischen Beistandsmissionen gibt es für offizielle Besucher aus Mitgliedsländern Ausbildungskurse und Informationsgespräche über Operationen und Rechnungslegung des IWF. Für neue Mitgliedsländer wird überdies ein Aide-memoire über Angelegenheiten des Rechnungswesens verfaßt sowie darüber, wie der IWF-Posten in der Zentralbankbilanz auszuweisen ist. Missionen oder Ausbildung in der Zentrale kamen 1996/97 u.a. Aserbaidschan, Kasach-stan, Kuwait, Polen, Rußland, Spanien und Venezuela zugute. Mitarbeiter der Abteilung führen auch Informationsgespräche über die finanziellen Operationen und Transaktionen des IWF mit vertraglich für die Organisation tätigen Sachverständigen, bevor diese ihre Stellungen antreten.

Büro Elektronischer Datenverarbeitungsdienst

Im Jahre 1996/97 entsandte das Büro Elektronischer Datenverarbeitungsdienst elf technische Beistandsmissionen in zehn Mitgliedsländer zur Modernisierung der Computersysteme von deren Zentralbanken, Finanzministerien und statistischen Ämtern. Aufgrund begrenzter Ressourcen entsendet die Abteilung im Rahmen ihres technischen Hilfsprogramms nur kurzfristige Missionen in Mitgliedsländer, wo dies zur unmittelbaren Unterstützung der wirtschaftlichen und finanziellen Arbeit des IWF nötig ist. Während des Geschäftsjahres 1996/97 begaben sich Mitarbeiter-teams nach Äthiopien, Belarus, China, Ghana, Haiti, die Islamische Republik Iran, Kambodscha, die Demokratische Volksrepublik Laos, Tansania und Uganda. Diese Missionen waren abgestellt auf Planung und Entwicklung von Computersystemen für Verarbeitung, Analyse und Übermittlung wirtschaftlicher, finanzieller und verwaltungstechnischer Daten.

Beratung und Anleitung wurden auch auf den folgenden Gebieten zur Verfugung gestellt: Gestaltung und Planung technologischer Infrastruktur, ökonomische Informationssysteme, Zentralbankgeschäfte, Steuerverwaltung sowie Budget- und Schatzamtsoperationen. Die technischen Hilfsleistungen konzentrierten sich großenteils auf die Förderung der Entwicklung von Computersystemen für das Sammeln, Aufbewahren und Verarbeiten ökonomischer Daten und die Verbesserung der Verarbeitung finanzieller Daten in Mitgliedsländern. Ein wesentlicher, aus der technischen Hilfe resultierender Vorteil ist der verbesserte elektronische Austausch von Daten und Dokumenten zwischen dem IWF und seinen Mitgliedsländern. Infolge der immer bedeutenderen Rolle der Technik innerhalb der Institutionen in Mitgliedsländern und der Ausweitung der ComputerNetze und damit zusammenhängender Anwendungen sowie auch der zunehmenden Bedeutung des Internet als eines Kommunikationsmediums dürften die Anträge an den IWF auf kurzfristige technische Unterstützung im Computerbereich weiter zunehmen.

1996/97 empfing das Büro offizielle Besucher aus China, Haiti und dem Arabischen Währungsfonds zu technischen Gesprächen und zur Ausbil-dung. In verschiedenen Kurzseminaren und Vorführungen wurden die Anwendungssysteme des Fonds erläutert. Das Ausbildungsprogramm konzentrierte sich auf statistische Zeitreihen, Anwendungen der Datenbasis, büro- und dokumentenbezogene Verarbeitung, übliche “desktop”-Software sowie Computernetz- und elektronische Kommunikationseinrichtungen.

    Other Resources Citing This Publication